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Die deutsche Bombe

Die deutsche Bombe
Von schattenkoenig Wie weit kamen die deutschen Kernforscher bei ihren Bemühungen, die Energie des Urankerns in nutzbare Formen zu leiten? Anscheinend ist es nicht nötig, zu dieser Frage noch viel zu schreiben, da es einen an zahlreichen Schulen und Universitäten gelehrten „Stand der Dinge“ gibt. Dieser erzählt uns, daß die deutschen Wissenschaftler nicht mit denen der Westalliierten Schritt hatten halten können, daß ihre „Uranmaschine“ niemals aus den Kinderschuhen herausgekommen sei und daher auch alle weitergehenden Projekte gescheitert seien. Achillesferse sei die Anreicherung des spaltbaren Uranisotops gewesen, wofür man zwar einige Ideen, aber keinen gangbaren Weg gefunden habe – alle Verfahren seien entweder technisch zu schwierig, nicht finanzierbar oder würden so lange dauern, daß vor Ende des II. Weltkrieges 1

ja sich immer mehr als eine von Feinden Deutschlands ins Werk gesetzte Feindsicht auf die deutsche Geschichte herausstellt. die Hand auf einen Teil der deutschen Atomwaffenforschung zu bekommen.nicht mit positivem Ergebnis gerechnet werden könne. es sei stattdessen aber schlicht ihr Unvermögen gewesen. auch wenn sie manchmal 60 Jahre Vorsprung bekommen. auf die man stößt. von den Feinden überflügelt worden zu sein. die wir aus psychologischen Gründen zu verinnerlichen haben. was den Stand der deutschen Kernforschung angeht. Die Lügen sollten den Stolz und das deutsche Selbstbewußtsein. sondern zugleich noch dem Gefühl ausgesetzt sind. Wenn das deutsche Atomprojekt bereits seit 3 Jahren auf Eis lag und gleichzeitig das amerikanische Manhattan-Projekt nur noch wenige Monate vor dem Abschluß stand. Berichte. die dem Zweck dienen sollte. die in Teheran 1943 als sowjetische bzw. denen es durch Studium von Akten in alliierten Archiven nachzugehen lohnt. auf dem Feld der Forschung und Entwicklung. hauptsächlich das der Gewinnung ausreichender Mengen Spaltstoff. die an das Hauptquartier des SHAEF geschickt wurden. unfaßbar belogen. alles. Daß die deutschen Forscher zwar weiter hätten kommen können. Seltsamkeiten an der amerikanischen „Little Boy“ und das teils erstaunliche Wissen deutscher Nuklearforscher – bis auf die Ebene einfacher Ingenieure –. Damit verhält es sich wie mit anderen Teilen der deutschen Geschichtsschreibung seit der totalen Niederlage. holt die Wahrheit sie doch am Ende immer ein. aber dem Hitlerregime die Atombombe nicht hätten bauen wollen. Aber alle Lügen haben kurze Beine. französische Einflußsphären definiert worden waren: nach Amstetten und Melk in Niederösterreich. noch während die Kampfhandlungen auf deutschem Boden andauerten. gehörte somit zur nachträglichen Legendenbildung. Der Reichsminister für Bewaffnung und Munition. daß entscheidende Dokumente zur deutschen Atomforschung erst nach 60 Jahren freigegeben wurden. auf dem Deutschland bisher als führend gegolten hat. Krieg und Holocaust reinzuwaschen. Heute kann konstatiert werden: Wir wurden. nach Hechingen in Württemberg und nach Thüringen hinein. einschließlich der wissenschaftlichen Grundlagenarbeiten und sogar der Wissenschaftler. daß die Deutschen nicht nur Schuld empfinden. Die Wißbegier der alliierten Siegermächte Das amerikanische Militär führte. was war dann für die Alliierten so interessant an der deutschen Atomforschung? Die amerikanische Armee machte auch eine Reihe von seltsamen Vorstößen in die Zone. Nun ergeben sich aus dieser Darstellung aber etliche Widersprüche. habe schließlich 1942 alle Forschungsgelder gestrichen und das Projekt damit eingestellt. brechen. Zu den Problembereichen. Und diese Lügen haben den psychologischen Effekt. erwähnen Funde. die durch ähnliche Widersprüchlichkeiten immer mehr ins Wanken gerät und ihre Deutungshoheit immer mehr verliert. die deutschen Wissenschaftler von Schuld an Faschismus. gehören wissenschaftlich-technische Fragen. wenn man sie im Zusammenhang mit der Alsos-Mission betrachtet: Immer ging es darum. eine Mission durch (Alsos-Mission). einzusammeln und in die USA zu überführen. wenn man sich mit dieser Art der Darstellung näher beschäftigt. die diese verfaßt hatten (Operation Paperclip). Albert Speer. das einen Nuklearschlag des nationalsozialistischen Deutschlands verhindert habe. was irgendwie im Zusammenhang mit der deutschen Atomforschung gestanden hatte. die Tatsache. die „ den Jackpot getroffen“ und „die wildesten 2 . deren Ziel es war. das diese schon bald nach Kriegsende offenbarten. Diese Vorstöße ergeben erst dann einen Sinn. das auf Deutschlands wissenschaftlicher Leistungsfähigkeit beruhte.

ehe das amerikanische Manhattan-Projekt abgeschlossen und US-Atombomben auf zwei japanische Städte abgeworfen worden waren. Man hörte sie also rund um die Uhr ab und wollte in den 3 . Was konnten die Sieger denn von den in zweierlei Hinsicht Besiegten überhaupt noch erwarten? Bericht an das amerikanische SHAEF über einen Fund in Hechingen. in dem der britische Geheimdienst sie einquartiert hatte. die. Diese Internierung stand gleichfalls unter dem Kommando der Alsos-Mission. Es ist weiterhin bekannt.Erwartungen“ der Amerikaner „noch übertroffen“ hätten. wenn man man der offiziellen Darstellung glaubt. seit 1942 nicht mehr an nuklearer Waffenforschung gearbeitet hatten. Die Internierten waren also Leute. Alsos suchte ausschließlich nach Nuklearmaterial und Unterlagen zum deutschen Atomprojekt. daß alle Räume des Landhauses. Worüber waren sie so begeistert? Zehn der bekanntesten deutschen Atomwissenschaftler wurden nach dem Ende des Krieges im englischen Farm Hall nordwestlich von Cambridge einquartiert und nicht entlassen. verwanzt und verkabelt waren. demzufolge die Alsos-Mission „den Jackpot getroffen hat“ und „ihre wildesten Erwartungen noch übertroffen“ worden sind.

danach drei Tage lang an Symptomen gelitten zu haben. das wir nicht wissen sollen? Wenn alles so ist. damit niemals mehr jemand erfahren könne. März 1945 abends auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf bei Arnstadt in Thüringen getestet haben. das absolut nichts mehr zu tun hat mit dem „Stand der Dinge“. was sie wußten. Aus Karlschs Buch kann man auch erfahren. erst 60 Jahre nach dem Ende des Krieges freigegeben worden sind? Manche Dokumente unterliegen sogar noch längeren Sperrfristen oder sind sogar inzwischen von Amts wegen zerstört worden. das nach 60jähriger Sperrfrist im Jahr 2005 freigegeben wurde. der bis 2005 Gültigkeit hatte. je länger die Sperrfrist ist. Rainer Karlsch landete im Jahr 2005 einen erstaunlichen Bucherfolg mit „Hitlers Bombe“. Aber wozu hätte dieses Wissen denn noch von Nutzen sein sollen? Nachdem die Deutschen den Krieg und außerdem den Wettlauf um die Atomwaffe verloren hatten. die von Frau Cläre Werner. die dessen Wissenschaftler selbst noch nicht wußten. Warum ist es überhaupt so. allerdings brauchten. Erfahrungsgemäß sind die Inhalte von Dokumenten umso brisanter und damit interessanter. durch die deutlich mehr als hundert Lagerhäftlinge und auch 12 Mitglieder der SS-Wachmannschaften getötet wurden. Was ist es. auf das Karlsch sich stützt. Wenn wir heute mit absoluter Sicherheit wissen. Dieses Bildmaterial wurde weltweit zur Ikone. wäre die Frage. warum müssen dann so viele Dinge generationenlang unter Verschluß gehalten werden? Es gibt aber noch viel mehr Material als das.als auch Fusionswaffen gelungen ist. daß die Dokumente. die man heute einer leichten Strahlenkrankheit zuschreiben würde). Juli 1946 im Bikini-Atoll. Die SS-Forschungsgruppe um Dr. der sie unterliegen. was uns vorher als Stand der Dinge erzählt worden war. Jeder oberirdische Kernwaffentest wurde vom U. daß in dem Ort Gottow bei Berlin die Ruine eines Kernreaktors steht. um dieses Projekt abschließen zu können? Dr. was sie an Brisantem beinhalten. soll es deshalb sogar zu einem weltweiten Engpaß an Filmmaterial gekommen sein. in dessen Umgebung man noch heute Spuren von Plutonium nachweisen kann. daß die deutschen Wissenschaftler doch etwas hatten. Kurt Diebner hatte hier gearbeitet. die sie am 3. Air Force 1352nd Photographic Group fotografisch festgehalten. Auf der Basis dessen. ist es nicht erklärbar. von dem eine halbe Million Meter Film und über eine Million Bilder geschossen worden sind. Als am folgenden Tag diese Toten beerdigt wurden. daß es dabei zu einer Katastrophe gekommen sein muß. daß die Deutschen doch so etwas Ähnliches wie eine Nuklearwaffe gehabt haben müssen. die auch besagen. die sich noch mitten in einem Krieg befindet (mit Japan)? Oder ging es dem britischen Geheimdienst darum.B.S. höchstens noch von wissenschaftshistorischem Interesse gewesen. die Aufschluß über das deutsche Atomwaffenprojekt geben könnten. so liegt das hauptsächlich an den weltbekannten und sehr zahlreichen Fotografien von Atompilzen. daß den Amerikanern der Bau sowohl von Kernspaltungs. Über diesen Waffentest gibt es viele Zeugenaussagen (z. Zusammen mit den schon länger bekannten Zeugenaussagen und vereinzelten Presseberichten ergibt sich allmählich ein vollständigeres Bild vom Stand der deutschen Atomwaffenentwicklung.S. vor dem Test der Plutoniumbombe „Baker“ am 25. Army Photographic Signal Corps oder der U. wie man es uns in Schulen und Universitäten erzählt.Besitz von etwas kommen. was sie hinsichtlich des Baus der Waffe gewußt haben. so daß sogar der zweiteilige 4 . womit sie in die Testphase gekommen sind. Dinge für das Manhattan-Projekt in Erfahrung zu bringen. mußten die daran beteiligten Arbeiter Schutzkleidung tragen. worin er auf der Basis von erst kurz zuvor freigegebenen Dokumenten in alliierten und russischen Archiven den Beweis führt. die das Geschehen von der nahegelegenen Wachsenburg beobachtet hatte und aussagte. Aber ist das eine Sache des Geheimdienstes einer Nation.

welche Art Dokumente in den alliierten Archiven weiter ihrer Freigabe entgegenschlummern. Forscher. auf eigenes Betreiben eingerichtet. technisch zu schwierig oder nicht in absehbarer Zeit zu schaffen darstellte. im Alleingang den Fortgang der Entwicklung aufzuhalten. Wenn man also einen Tipp abgeben sollte. Es stellte sich unter den Forschern auch ein systemtreuer Konsens ein. für Deutschland ihr Bestes zu geben. seinen Namen dem Atoll verdankt. Bereits zuvor existierten Aufnahmen des „Trinity“Kernwaffentests vom 16. Die Urananreicherung Dem bisherigen Konsens zufolge bot der „Uranverein“ unter der verzögernden und pessimistischen Leitung Werner Heisenbergs ein eher enttäuschendes Bild. Juli 1945 in Alamogordo. New Mexico. an dem er und seine Arbeitsgruppe in Haigerloch arbeiteten. aus der Urankernspaltung eine verheerende Kriegswaffe zu bauen. in der Mehrzahl handelte es sich um junge. die die Waffe nicht wollten oder ihrem Unmut gegen das System Lauf ließen. weshalb er gegenüber den Mittelvergebern bei Heer und Regierung Urananreicherung und Waffenbau immer als finanziell zu aufwendig. Es gab außerdem noch die Forschungsgruppen beim Heer. ist tatsächlich niemals kritisch geworden – Heisenberg war mit dem ganzen Ansinnen. unzufrieden und wollte es nach Kräften verhindern. wenn überhaupt. während die Feinde Deutschlands solche Skrupel. Vor diesem Hintergrund ist es kaum vorstellbar. darf man auch legitimerweise in Zweifel ziehen. die vielleicht den wichtigsten Beitrag leistete: die Anreicherung von Uran. Diese Stelle hatte der Reichspostminister. so doch in weit gerinerem Maße entwickelten. 5 . dürften starkem Druck ausgesetzt gewesen sein (dieses Prinzip kennen wir ja heute auch – nur mit ganz anderen Vorzeichen). Die Sinnhaftigkeit einer solchen Haltung in Kriegszeiten. die vergleichsweise wenig Spaltstoff benötigten.und Fotomaterial von ihren Kernwaffen angefertigt haben sollen. Ohnesorge. sehr effizienten Waffen arbeitete. die Aufnahmen von dem Ereignis aufnehmen sollten. aus verschiedenen Blickwinkeln. zumal die Explosionswolke einer Kernwaffe für jeden Betrachter ein außerordentlich eindrucksvolles Ereignis darstellt. Pessimisten und Verzögerer waren insgesamt im deutschen Uranprojekt eine kleine Minderheit. der im gleichen Jahr erstmals vorgestellt worden war. dann wäre es naheliegend zu vermuten. die in Schwierigkeiten eher Herausforderungen sahen und willig waren. bei dem der Test durchgeführt wurde – auch wenn gar kein inhaltlicher Bezug zwischen beiden Dingen besteht. es gab die Gruppe um Diebner. daß die deutschen Wissenschaftler nicht auch Film. die an verfeinerten. begabte und auch ehrgeizige Wissenschaftler. und nicht einmal bei den Einsätzen von „Little Boy“ und „Fat Man“ über Japan hatte man die Kameras vergessen. Die Obstrukteure. Doch es existieren keinerlei Aufnahmen. die die Hohlladungstechnik perfektionierten. Aber es hat nicht in Heisenbergs Macht gestanden.Damenbadeanzug. der Physiker Dr. daß es sich um entsprechendes Bild. Der Reaktor. und es gab die „Reichspost-Forschungsanstalt“.und Filmmaterial von diesen deutschen Atomtests handelt.

Er war auch dabei erfolgreich. um nur auf diesen einzugehen. das er „Duoplasmatron“ nannte. daß die Reichspost genügend Mittel zur Verfügung stellen konnte. und schrieb als Leiter einer Arbeitsgruppe einen wissenschaftlichen Artikel. in dem er auch auf die Möglichkeiten einer großtechnischen Nutzung einging („Über einen neuen magnetischen Isotopentrenner für hohen Massentransport“. weil am wirtschaftlichsten arbeitende Prinzip.Manfred Baron von Ardenne (1907 – 1997) Manfred Baron von Ardenne. könnten so auch höhere Anreicherungsgrade als 20% erreicht werden. Von Ardenne hatte als akademischer Außenseiter bereits vor dem Krieg auf sich aufmerksam machen können durch die wesentliche Verbesserung der Rundfunkund Fernsehübertragungstechnik bei den Olympischen Spielen 1936. von denen auch Dr. er hatte dabei auf Zentrifugen mit hoher Drehzahl gesetzt (Ultrazentrifugen). Was hat hier einst gestanden? Wenn man das Entstehungsdatum von von Ardennes Artikel beachtet und unterstellt. die ihn zwangsverpflichtete. die ehemals im Besitz der Reichspost-Forschungsanstalt war. 1953 wurde ihm der Stalinpreis verliehen. Karlsch noch annimmt. woraus eine leichte Entmischung der Isotope resultiert. bei der Manfred von Ardenne forschte. nach Großbritannien einzureisen. 600 Erfindungen gemacht. Stufenweise wiederholt. Ein solcher Apparat nutzt aus. Bei Kriegsende geriet er der sowjetischen Siegermacht in die Hände. Im Boden dieser Anlage werden noch heute Spuren angereicherten Urans nachgewiesen. April 1942). In Bad Saarow existiert allerdings eine unterirdische Anlage von erheblicher Größe. aufgrund ihrer geringeren Masse aber eine engere Kurvenbahn durchfliegen. daß per Elektronenstrahlröhre U-235-Teilchen die gleiche Ladung wie U-238-Teilchen mitgeteilt bekommen und daher im homogenen Magnetfeld einer gleich starken Lorentzkraft unterliegen. für die Sowjets an deren Atomwaffe mitzuarbeiten. erfand auf der Basis einer einfachen Gasentladungsröhre ein Gerät. Wovor fürchteten sich die Briten? 6 . daß er ein Verbot gegen ihn aussprach. Später wurde von Ardenne der bekannteste Wissenschaftler der DDR. Das Prinzip der Zentrifungenkaskade ist heute das weltweit am häufigsten zur Urananreicherung eingesetzte. sie wären im deutschen Machtbereich nicht möglich gewesen. In seinem Leben hat er ca. dann könnte tatsächlich bereits 1943 eine erhebliche Menge hochangereicherten Urans für Waffenversuche zur Verfügung gestanden haben. Er starb 1997. Nach Ende des Krieges schrieb der britische Geheimdienst diesem Mann eine solche Gefährlichkeit zu. Professor Paul Harteck hatte ebenfalls an der Massentrennung gearbeitet.

Hat er das Problem der Urananreicherung bereits 1942 lösen können? Einige rätselhafte Industriekomplexe werden zuweilen mit der Urananreicherung per Ultrazentrifuge in Verbindung gebracht. oder das riesige „Bunawerk“ bei Auschwitz. gedient hat. Letzteres stellte eine Investition von 900 Milliarden Reichsmark dar (was heute inflationsbereinigt 1.B. in der Harteck und sein Kollege Wilhelm Groth an Zentrifugen geforscht haben. obwohl es kein einziges Gramm Buna jemals produziert hat. in dem 25. die „Mitteldeutsche Spinnhütte“ im niedersächsischen Celle. die sie dann in großem Stile bauten.Wissenschaftlicher Artikel von Ardennes über einen „Isotopentrenner für hohen Massentransport“.000 Auschwitz-Häftlinge gearbeitet haben.5 Billionen Euro entspricht) und hat Tag für Tag mehr elektrische Energie verbraucht als ganz Berlin. welchem Zweck dieses Werk. 7 . im Sudetenland) und Vollmann (Prag). die Standorte Hellige (Freiburg). Weserwerke (Tetschen-Bodenbach. z. Offiziell ist nicht bekannt.

Die bemerkenswert geschichtslose „Little Boy“ Margaret Suckley. hätte man dann nicht den Japanern eine fertige Uranwaffe frei Haus geliefert? 8 . schrieb im Dezember 1944 eine Notiz in ihr Tagebuch über ein Gespräch mit dem Präsidenten. zu dem heute weder erkennbare Vorarbeiten noch Nachfolgeprojekte bekannt sind. New Mexico. daß es funktionieren würde. da die Deutschen dann neue. Bunker der Reichspost-Forschungsanstalt in Bad Saarow. Generalstabschef der USA. Eine vergleichbare Anordnung wurde nicht getestet – anders als die Plutonium-Implosionsbombe „Fat Man“. war in der zweiten Jahreshälfte 1944 anscheinend noch weit von einer einsetzbaren Waffe entfernt. Juli 1945 in Alamogordo. schätzte zur gleichen Zeit die Lage ähnlich ein und rechtfertigte nach dem Krieg die Invasion in der Normandie damit. als etwas Einzigartiges da. Marshall. Warum konnte man sich hinsichtlich des Bauprinzips so sicher sein. Roosevelt. daß man ein ungetestetes Waffendesign sofort einsetzte? Was. Wie war es den Amerikanern möglich gewesen. das Ende 1941 hastig in die Wege geleitet worden war. es zu spät sein würde. diesen Vorsprung binnen eines Jahres aufzuholen und sogar noch zu übertreffen? Im Rahmen des US-amerikanischen Atomwaffenprojekts steht die Bombe „Little Boy“. die über Nagasaki zum Einsatz kam. Im Boden der Anlage wurde Uran mit erhöhtem Anteil an U-235 gefunden. in dem dieser das deutsche Atomprojekt gegenüber dem amerikanischen noch im Vorteil einschätzte. daß. Das eigene Atomwaffenprojekt. die schließlich auf Hiroshima geworfen wurde. Vertraute und Krankenpflegerin des siechen Franklin D. George C. getestet worden („Trinity“-Test). wenn es versagt hätte. furchtbare Waffen in der Hand haben würden. wenn man später angreife. dieses Bauprinzip war am 16.

Links: „Little Boy“. das in Deutschland in Kriegszeiten verwendet wurde. Der Einsatz dieser Waffe war von der Pazifikinsel Tinian aus erfolgt. der der „Little Boy“-Waffe zum Verwechseln ähnlich sieht. Allerdings ist bei diesem das Heck rund ausgebildet. Die Sicherungsbolzen der Hiroshima-Bombe. was auch dem entspricht. Hier erkennt man einen Bombenkörper. und aus Furcht. 9 . An diesen Sicherungsbolzen ist erstaunlich. Unter Amateurhistorikern sind Pressemeldungen wie diese recht bekannt.Auch scheint das „Gun Design“ der Uranbombe genausowenig im weiteren Verlauf des amerikanischen Atomwaffenbaus weiterverfolgt worden zu sein wie der Bau von Atomwaffen auf Uranbasis allgemein. soll schon unmittelbar nach dem amerikanischen Kernwaffeneinsatz am 7. außer „Little Boy“ und den Atomgranaten „Upshot-Knothole Grable“ und W33. wo Metalle wie Nickel und Kupfer Mangelware darstellten. nicht einmal bei konventionellen. Vor einigen Jahren ersteigerte ein Sammler auf einer Auktion von Militaria die Sicherungsbolzen der „Little Boy“-Bombe. das die USA bei keiner anderen Waffe verwendeten.bis ellipsenförmige Bombenkörper mit eckiger Stabilisierungsflosse. aber bisher weithin als kuriose Spinnerei abgetan worden. Bis auf das rechteckige Leitwerk ist die Anmutung der Uranbombe eher „deutsch“. Bilder aus der Kriegszeit zeigen zigarren. Es handelt sich um „Ersatzmetall“. Sämtliche US-amerikanischen Kernspaltungswaffen. die über Hiroshima eingesetzte Waffe sei eine „deutsche Bombe“ gewesen. Doch durch Befunde wie diese – insbesondere den letzten – bekommen sie ein ganz anderes Gewicht. Hingegen existiert ein Foto von der deutschen Fliegerbombe SC-2500. was heute noch aus deutschem Boden an „Altlasten“ geborgen wird. Völlig ungewöhnlich für amerikanische Waffen sind Material und Herstellungsart. der Bomber könne vielleicht beim Start abstürzen. Wo wurde diese Waffe also hergestellt? Ein Zeitungsbericht in der spanischen Zeitung “Pueblo” mit dem Tenor. basierten auf Plutonium-239 und dem Implosionsprinzip (Quelle). August 1945 erschienen sein. hingegen passen sie eher zu deutschen Bomben. daß diese aus einem Material bestehen. Das Design der „Little Boy“ ist – abgesehen von der Stabilisierungsflosse am Heck – gänzlich untypisch für andere amerikanische Bombentypen. durfte die Waffe erst während des Fluges scharfgemacht werden. rechts: die deutsche Fliegerbombe SC-2500.

Zinsser beschreibt auch. in dem es heißt: 10 . Eigentlich handelte es sich dabei um ein Werk zur Erzeugung von Wasserstoffgas mittels Elektrolyse. das Testgelände habe man erst Stunden später mit Schutzbekleidung betreten können. Romersa saß während des Tests in einem unterirdischen Bunker. unterlagen zu dieser Zeit noch stark eingeschränktem Zugang und konnten ihm nicht bekannt geworden sein. Bereits am 23. Der italienische Journalist Luigi Romersa behauptet ebenfalls. Norsk Hydro in Vemork. bis zu der sie aufsteigt. bereits am 12. Dabei muß es sich um eine Kernwaffe mit einer Sprengkraft von mindestens einer Kilotonne TNT gehandelt haben. daß die einzige Anlage im reichsdeutschen Einflußbereich. Kommandant des sowjetischen Militärgeheimdienstes GRU. Dieses Werk war. Iljitschow. auf der Halbinsel Bug. Oktober 1944 auf Rügen stattgefunden. Ist es da glaubhaft. Auch den Sowjets waren die deutschen Aktivitäten nicht verborgen geblieben. eine ähnlich leistungsfähige Anlage auf Reichsgebiet aufzubauen. daß die deutschen Physiker nicht darauf bestanden haben sollen. Molotov und den Leiter der sowjetischen Kernforschung. Norwegen. Die Berichte über die drei amerikanischen Atomexplosionen. wo man sie unterirdisch vor Angriffen besser schützen konnte? Es existiert in verschiedenen US-Archiven ein Bericht über ein Verhör des deutschen Flugabwehrraketen-Experten Hans Zinsser. eine Explosion stattgefunden. ihre Farbwechsel. die Höhe. einen Kilometer näherte. Die Abscheidung von schwerem Wasser entspricht physikalisch dem gleichen Prinzip wie die Anreicherung von U-235 (Massentrennung) und ist nur in sehr großen elektrolytischen Anlagen möglich. da auch die Westalliierten um seine Bedeutung für die deutsche Kernwaffenentwicklung wußten. Das herrschende Geschichtsbild sagt uns. die er beschreibt. Da schwere Wassermoleküle (beide Wasserstoffatome sind durch das doppelt so massereiche Deuterium ersetzt) träger sind als leichte. März 1945 richtete Generalleutnant Iwan I. wie man durch Vergleich mit den Meßdaten oberirdischer amerikanischer Kernwaffentests errechnet hat. unangereichertem Uran gewinnen. wandern sie langsamer zu den Elektroden und sind im Elektrolyserückstand leicht angereichert vorhanden. Igor Kurtschatow. während er sich der Explosion auf ca. bis 1945 ständigen Zerstörungen und Sabotageaktionen ausgesetzt. gewesen sei. Darin werden die Effekte einer Atomexplosion bis in kleine Details beschrieben: die Form der Explosionswolke. die bis dahin stattgefunden hatten. Letzteres kann man in schwerwassermoderierten Kernreaktoren aus natürlichem. daß die elektrischen Instrumente seines Flugzeugs Aussetzer hatten. im Oktober 1944 habe dort.Die erstaunlichen Ergebnisse des seit 3 Jahren auf Eis liegenden deutschen Atomprogramms Zur Atomwaffe führen prinzipiell zwei Wege: zum einen die Anreicherung des U-235 auf 85% oder höher. die in einem Kilometer Umkreis alles Leben ausgelöscht habe. Seinem Bericht zufolge habe die Explosion. die ausreichende Mengen schweren Wassers für den Betrieb von Kernreaktoren habe herstellen können. zum anderen die Produktion von Plutonium in großer Menge. Er konnte sogar den genauen Zeitpunkt der Explosion angeben: 11:45 vormittags. einen streng geheimen Bericht an Stalin. der im August 1945 von US-amerikanischen Kräften vernommen wurde.

] Die Bombe enthält vermutlich U-235 und hat ein Gewicht von zwei Tonnen.. [.“ Bericht des deutschen Raketenexperten Hans Zinsser. wobei häufig von ihnen keine Spuren blieben.. Für die Versuche errichtete Befestigungen und Bauten wurden zerstört. Vom Zentrum der Explosion wurden Bäume bis zu einer Entfernung von fünfhundert bis sechshundert Metern gefällt. der Primär. Kriegsgefangene.“In der letzten Zeit haben die Deutschen in Thüringen zwei große Explosionen durchgeführt. Die Bombe stellt eine Kugel mit einem Durchmesser von 130 Zentimetern dar.. Andere Kriegsgefangene..] Die Bombenexplosion wurde von einer starken Detonationswelle und der Entwicklung hoher Temperaturen begleitet. die sich im Explosionszentrum befanden. die sich in einigem Abstand vom Zentrum der Explosion aufhielten. trugen Verbrennungen an Gesicht und Körper davon. Außerdem wurde ein starker radioaktiver Effekt beobachtet. Sie fanden in einem Waldgebiet unter strengster Geheimhaltung statt. kamen um. deren Grad von der Entfernung vom Zentrum abhing.und Sekundäreffekte einer Atomexplosion im August 1945 sehr detailliert beschreiben konnte. [. 11 .

Man stellte eine flache Mulde von 50 Meter Durchmesser fest. Wirkungsweise. Physiko-Chemiker von der Universität Marburg. sie hatte aus einem 82 Tonnen schweren. daß die kritische Masse kleiner ist. daß die Explosionsstärke durch Boostern genau eingestellt und die Spaltstoffe optimal ausgenutzt werden können. weshalb man eine Hohlkugel aus reinem Plutonium gießt. als es kapitulierte. 12 . bevor der Zustand der optimalen Kritikalität eintritt. In dieser hat man glasartig zusammengeschmolzenen Sand gefunden. ist in der Lage. eine Atomwaffe derart zu verfeinern. Und doch gibt es Hinweise darauf. Letzteres ist ein sicheres Kennzeichen für eine Kernwaffe der zweiten Generation: Keine Macht. Die erste US-amerikanische Wasserstoffbombe. wenn es zwischen der Forderung nach wissenschaftlicher Redlichkeit und der Verteidigung des von den Siegermächten befohlenen Geschichtsbildes zum Konflikt kommt. so daß die Ursache ihres Vorhandenseins an dieser Stelle ein eigenes „nukleares Ereignis“ sein muß. war erst 1952 explodiert. bei denen ein spontanes Neutron die Kettenreaktion initialisiert. doch weisen diese eine deutlich andere Isotopenzusammensetzung auf. daß es amerikanische Erfindungen waren. wenn nicht aus eigener Kenntnis der Materie. erwähnt in seiner Zusammenfassung der Untersuchung auch den erfolgreichen Nachweis von Spaltprodukten. die im März 1945 in Ohrdruf stattgefunden haben sollen. die die erste Generation von Kernwaffen – das primitive. Reinhard Brandt. Zwar wurden durch den Reaktorbrand von Tschernobyl 1986 auch Spaltprodukte über ganz Europa verteilt. Das 2005 freigegebene Material erlaubt nur Rückschlüsse auf eine davon. daß das Deutsche Reich diese Techniken beide beherrscht hat. bei dem auch Kernspaltungsreaktionen auftraten. Von beidem wird heute angenommen. obwohl sie nicht an den entsprechenden US-amerikanischen Projekten beteiligt gewesen waren. um die These einer Kernwaffenexplosion mehr als 60 Jahre zuvor an dieser Stelle zu prüfen. doch als Hohlkugel ist die Anordnung zunächst unterkritisch. daß nicht von einer. Um was handelte es sich bei der zweiten? Man hat infolge der Karlschschen Veröffentlichung bis 2007 auch Bodenuntersuchungen auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf durchgeführt. wie er auch an der Trinity Test Site in New Mexico aufgetreten war (Trinitit). auf Uran basierende „Gun Design“ und die Implosionsbombe – nicht beherrscht. Prof. hausgroßen Tank mit flüssigem Deuterium bestanden und war weit von irgendeiner praktischen Einsatzfähigkeit entfernt. Das “Gun Design” ist daher für diesen Spaltstoff nicht geeignet. Der Nachteil des Plutoniums ist die Neigung zu „Frühzündungen“. Woher. warum. 64 kg zu 80% angereichertes Uran hatte „Little Boy“ (Explosionsstärke 13-14 Kilotonnen) enthalten.2 kg Plutonium enthalten und damit bereits eine um 50% höhere Explosionsstärke erzielt (20 kT). diese zwecks Neutronenreflexion noch mit einem Mantel aus abgereichertem Uran und diesen mit einem zweikomponentigen Sprengstoffmantel umgibt. In Vollkugelform wäre die verwendete Masse Pu-239 bereits überkritisch. Die deutschen Wissenschaftler Ulrich Jetter und Wilhelm Hanle haben schon im Jahr 1950 erstaunliche Kenntnisse über das Prinzip der Kernfusionierung sowie den Ablauf einer Wasserstoffbomben-Explosion offenbart (im Artikel „ Atomwaffen: Anwendung.Iljitschow schrieb seinen Quellen in Deutschland die höchste mögliche Glaubwürdigkeit zu. Interessant ist vor allem. Dennoch bestreitet Prof. Plutonium hat als Spaltstoff gegenüber Uran-235 den Vorteil. “Ivy Mike”. Die askademischen Institutionen der BRD greifen. Uwe Keyser von der PhysikalischTechnischen Bundesanstalt trotz all dieser Indizien einen eindeutigen Befund – ich frage mich. hatten sie ihr weit fortgeschrittenes Wissen? Auf zwei Bereiche sei hier genauer eingegangen: Das Prinzip der Plutonium-Hohlladung und das Prinzip der „Booster-Bombe“. anscheinend problemlos zur Lüge. sondern von wei Explosionen die Rede ist. Schutzmaßnahmen“). die drei Tage später eingesetzte „Fat Man“ hatte 6.

nach Zündeinrichtungen für nukleare Waffen sowie den deutschen Experten für dieselben Ausschau zu halten. daß die Spaltstoffkugel damit quasi überflutet und der Anteil der gespaltenen Kerne auf ein vergleichsweise hohes Niveau gehoben wird: Von dem eingesetzten Spaltstoff geht damit so wenig wie möglich verloren. Aufgrund der extremen Drücke und Temperaturen während der Kompression kommt es in dieser Pille zu Fusionsprozessen. befinden sich unter den Archivmaterialien. welche Sprengstärke dabei letztlich erreicht wird. Bei den primitiven Arten. ist proportional zur Masse dieser Pille und sorgt für eine „heißere“ Kernspaltung im Plutonium. auch wenn sie es später behaupten sollten. gab General Leslie Groves. auch Schemazeichnungen angefertigt worden. Der Kernwaffentest von Ohrdruf stand unter der Aufsicht der SS und hierbei dem Physiker Dr. hängt es von Unwägbarkeiten ab. Die Frage. die dieses Bauprinzip nahelegen: Inmitten eines Doppelkegels aus Spaltstoff (im wesentlichen zwei gegeneinander gerichtete Panzerfäuste mit Plutonium-Einlage) befindet sich eine kleine Kugel aus Lithiumdeuterid. sondern es stammt von dem deutschen Hohlladungsspezialisten Walter Trinks.Die Zündung muß hochsynchron an jedem Punkt der Oberfläche des Uranmantels zugleich erfolgen und überall gleich stark sein. Zusätzlich werden so viele Neutronen frei. der Alsos-Mission gesondert den Auftrag. Bei einer geboosterten Kernwaffe wird inmitten der Hohlkugel eine kleine „Pille“ aus Fusionsmaterial. daß die Abteilung Wa F 1 (Physik) im deutschen Heereswaffenamt die Idee zu diesem Sprengkonzept bereits 1944 besaß. Karlsch seinen Befund im wesentlichen stützt. aus dessen Waffenentwicklerlabor bereits die „Panzerfaust“ stammte. Daher befinden sich im Sprengstoffmantel vor den Zündern kissenförmige “Linsen” aus langsamer verbrennendem Sprengstoff. im schlimmsten Fall kann eine Waffe auch verpuffen und das giftige Plutonium im weiten Umkreis verteilen. statt in präziser Kugelform die Kritikalität zu erreichen. plaziert. setzt ein Gemisch aus Radium und Beryllium im Inneren der Anordnung die initialen Neutronen frei. die die Kernkettenreaktion in Gang setzen. Kurt Diebner. nach innen wirkenden Druck. wie eine solche Waffe zu zünden sei. In seinem Bereich waren u. Unterlagen. Aus diesen Indizien ergibt sich. die dabei frei wird. den die amerikanischen Archive 2005 freigaben und auf die Dr. da ansonsten die Hohlkugel zu Staub zerfallen kann. Als sich die deutsche Niederlage im Frühjahr immer deutlicher abzeichnete. eine überkritische Masse Spaltstoff zur Kettenreaktion zu bringen. wo dies erreicht ist. Leiter des Manhattan-Projekts. scheint auch eine der wesentlichen Schwierigkeiten im Manhattan Project gewesen zu sein: Noch Anfang 1945 hatte die damit befaßte Arbeitsgruppe unter Luis Walter Alvarez noch keine Vorstellung. Die Zündungswelle läuft durch den schnelleren Sprengstoff wie durch eine Linse und ermöglicht allseitig gleich starken.a. daß das Manhattan-Projekt trotz der gigantischen Geldinvestition wahrscheinlich ein Flop geworden wäre. der die unterkritische Hohlkugel zur Vollkugel umformt. Die Energie. wie man eine Implosionswaffe zündet. die belegen. Dieses Bauprinzip haben aber nicht die Amerikaner selbst entwickelt. die 2005 freigegeben wurden. Diese Schemazeichnungen gehören zu dem Aktenbestand. etwa Lithiumdeuterid. wenn nicht die erbeuteten Materialien. Ideen und Experten aus Deutschland die Vollendung der US-Atomwaffe ermöglicht hätten. während in den Zwischenräumen schneller verbrennender Sprengstoff zum Einsatz kommt. Genau in dem Moment. 13 .

daß Deutschland die lange angekündigten „Siegeswaffen“ doch noch einsetzen sollte. als der Krieg endete. die man sich nach Kenntnisnahme dieses neuen Sachstandes unmittelbar stellt.Der „Vater der deutschen Atomwaffe“? Dr. Im Deutschen Reich gab es auf drei Gebieten Arbeiten an Trägersystemen für nukleare Waffen: Raketen. was man in moderner Sprache eine „taktische Gefechtsfeldwaffe der zweiten Generation“ nennen würde. Die bisher geschilderten Befunde implizieren. wie man eine Atombombe baut und zündet. da Churchill für den Fall. dem später der britische Avro Vulcan-Bomber sowie der amerikanische Northrop YB-49 zum Verwechseln ähnlich sehen sollten und mit dem sogar der mächtige B-2-Tarnkappenbomber (Rollout erst 1989) noch Ähnlichkeiten aufweist. was da auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf explodiert ist. das sich wellenförmig am 14 . Kurt Diebner (1905 – 1964) Es ist weit mehr als nur eine „schmutzige Bombe“ gewesen. der hat bereits vorher Tests durchgeführt und das Prinzip. sicher verstanden. läuft darauf hinaus. als V-3 auf New York abgeschossen worden wäre. daß in Deutschland sowohl Kernwaffen aus hochangereichertem U-235 als auch solche aus Plutonium und sogar verfeinerte Boosterwaffen vorhanden waren. Was man nicht weiß. wieviele davon jeweils einsatzbereit waren. die die Amateurhistoriker Edgar Mayer und Thomas Mehner in ihrem Buch „ Die Angst der Amerikaner vor der deutschen Atombombe “ andeuten. Skrupel gehabt. sondern etwas.) Eine dritte Möglichkeit. Horten hatte den visionären Nurflügelbomber Ho-XVIII im Bau. auch schon gleich zweimal auf Japan abgeworfen hatten. Im Kalten Krieg sollte dies die „nukleare Triade“ heißen. oder nicht? Der böseste Diktator der ganzen Weltgeschichte hat Skrupel. Das „Sänger-Konzept“ eines Flugzeugs. Langstreckenbomber und U-Boote. hatte eine größere Reichweite (evtl. Bei Daimler-Benz arbeitete man an einem Fernbomber. Die Frage. sollte sie nur die letzte Stufe einer mehrstufigen „Amerikarakete“ bilden) und vor allem eine präzisere Steuerung. die. während die alle Menschen liebenden. ist aber: Wenn das Deutsche Reich die Atomwaffe doch hatte. der sogar eine 30 Tonnen schwere Bombe hätte mitführen können. ist. Und wer so etwas baut. warum hat es sie dann nicht eingesetzt? Drei Antwortmöglichkeiten gibt es: Erstens könnten die Trägersysteme noch nicht ausgereift für einen Einsatz gewesen sein. daß ein Einsatz der Waffen im April oder Mai 1945 für das Reich zu spät gekommen und ein Sieg der Feinde auch dadurch nicht mehr aufzuhalten gewesen wäre. also Hitler selbst. als Vergeltung einen großangelegten Giftgasangriff auf deutsche Städte angedroht hatte. die Waffe einzusetzen. (Erstaunlich. wenn sie rechtzeitig fertig geworden wäre. Im „Mittelbau Dora“ arbeiteten Tausende Lagerhäftlinge an der A9/A10. demokratischen USA die Bombe. zweitens hätte die Führung. daß ein Großteil der am Bau der Siegeswaffen direkt Beteiligten begriffen hatte. Gegenüber der V-2 war sie größer. kaum daß sie sie fertig hatten.

bis Mai 1945 soll es zur Erprobung des 28-cm-Geschützes gekommen sein. scheiterte (“Göttinger Achtzehn”). Es gab sogar Arbeiten an etwas. was sich sogar bis in die Formgebung der Munition fortsetzt – es sollte sich um ein Mantelgeschoß handeln. daß es eine V-1 oder V-2 mit nuklearem Sprengsatz hätte abfeuern können. das jederzeit Städte und Produktionsstätten des feindlichen Hinterlandes in Schutt und Asche hätte legen können. zu einem ähnlichen Waffensystem verhelfen. mit Bundeskanzler Adenauers Einverständnis. während seine eigenen Produktionsanlagen aufgrund des angloamerikanischen Bombensturms bereits weitgehend unterirdisch verlegt waren. Diese Konstruktion ergibt für konventionelle Geschützmunition keinen Sinn – allerdings hätte der Geschoßmantel einen Strahlenschutz für die Bedienmannschaft dargestellt.oberen Rand der Erdatmosphäre bewegt wie ein flach übers Wasser geworfener Stein. Bei Krupp lagen 1944 Pläne für die „DKM 44“ bereit. aber gegen den Willen der USA. Der BRDVerteidigungsminister Strauß wollte 1957 der Bundeswehr. Rechts der amerikanische Bomber Northrop YB-49. dann hätten die Alliierten vor einem fast unbesiegbaren Deutschland gestanden. wie man eine deutsche Bombe bis nach New York transportieren könne. Vorgesehen war der Einsatz bei der Reichsmarine. das Kriegsende so lange hinauszuzögern. Army in den 50er Jahren entwickelt und mit der im Mai 1953 der “Grable”-Test durchgeführt wurde. bis alle diese Projekte vollendet worden wären. das (angeblich?) von der U. 15 . Das amerikanische System T-131 (auch M65 oder „Atomic Annie“ genannt). während der Geschoßkern weiter ans Ziel fliegt. was aber am Unwillen eines Großteils der deutschen Kernforscher. Bundesdeutsche Professoren hatten – und haben. was in den 50er Jahren als ein Prestigeprodukt USamerikanischer Waffenforschung dargestellt worden ist: einer Kanone. ein U-Boot so umzurüsten. vor allem gegenüber Amerika. falls es sich dabei um nukleare Munition gehandelt haben sollte. dessen Mantel sich direkt nach Verlassen des Geschützrohres abtrennt. dessen Planungsunterlagen 1945 bereits fertig waren. gleicht dieser deutschen Entwicklung in hohem Maße. Technologischer Fortschritt im Kalten Krieg: Made in Germany! Verwandtschaftsähnlichkeit: Links ein Computerbild des Horten-XVIII. wie wir schon zuvor sahen – nun einmal brav zu sein. Wenn es der Wehrmacht gelungen wäre. ist mittlerweile legendär – ursprünglich war es eine Idee.S. die Atomgranaten verschießt. Und seitens der Marine bestanden Pläne. darunter auch Otto Hahn. der nur vier Jahre danach gebaut wurde.

wenn es darum ging. Immer deutlicher wird. Hat es sich für sie etwa nicht gelohnt. chemische Verfahren. Maschinen. daß man fast unwillkürlich an die von jüdischen kommunistischen Infiltranten nur so wimmelnden amerikanischen Waffenlabore denkt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges sahen sich sowjetische. Dabei ging es um alles: Farbformeln. wären die gigantisch anmutenden waffentechnischen Fortschritte im Kalten Krieg nicht vorstellbar gewesen. gar nicht hätten auswerten können. so ist in manchen Quellen von unfaßbaren 110. Erst zum Ende des Kalten Krieges hatten die „Kontrahenten“ in Ost und West das deutsche Material soweit aufgezehrt.000 Einzelpatenten die Rede. das die Siegermächte ohne die „großzügige“.Was die Menge der nach der Kapitulation der deutschen Wehrmacht (das Reich selbst kapitulierte zu keinem Zeitpunkt und besteht de iure bis heute fort) aus Deutschland herausgezogenen Dokumente zu Waffen-.und Flugzeugtechnik betrifft. dafür Krieg zu führen? Ohne diese Masse an technischem Spezialwissen. zwangsweise beigezogene Hilfe der deutschen Experten. Bergbau. Raketen und sogar Wasserstoffbomben dermaßen ähnlich. daß die beiden Hauptgegner im Kalten Krieg Hand in Hand arbeiteten. amerikanische und britische Flugzeuge. doch eine genauso plausible Erklärung wäre. daß sie von da an eigene Entwicklungen vorantreiben mußten. 16 . Textilproduktion – das gesamte technische Wissen der deutschen Nation stand für interessierte Unternehmen der Siegermächte sehr kostengünstig zur Verfügung. Deutschland nach dem Krieg am Wiederaufstieg zu hindern und sein technisches Genie für sich arbeiten zu lassen. Fahr. daß sich beide Seiten aus denselben – deutschen – Quellen bedienten. die es produziert hatten.000 Tonnen Material (nur Papier!) und 751.

DVA München 2005 Rainer Karlsch. Kopp Verlag Rottenburg 2007 Edgar Mayer.net/sitemap/6365/deutsche-nuklearwaffen-t297639/ http://www.org/wiki/Deutsche_Atomwaffenversuche Rainer Karlsch: Hitlers Bombe.html sowie weitere Veröffentlichungen dieser Autoren 17 . Knesebeck München 2003 (beeindruckende Farbaufnahmen!) Überblick über die verschiedenen Kernwaffen betreffenden Projekte in Hitlerdeutschland: http://www.nexusboard. Thomas Mehner: Der Wahrheit eine Bresche.de/hintergruende/zeitgeschichte/kopp-exklusiv-der-wahrheit-einebresche-die-us-.Quellen: Der Konsens zur deutschen Atomforschung vor 2005: „Ende der Unschuld“.metapedia. Heiko Petermann: Für und Wider „Hitlers Bombe“. Die US-Atombomben des Jahres 1945 waren deutsche Beutebomben http://info.php? option=com_content&view=article&id=83&Itemid=96&lang=de http://de. zweiteiliger deutscher Fernsehfilm von 1991 Amerikanische Kernwaffenversuche: Michael Light: 100 Sonnen.de/index.petermann-heiko.kopp-verlag. Thomas Mehner: Die Angst der Amerikaner vor der deutschen Atombombe. Waxmann Münster 2007 Edgar Mayer.