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Der Weltverbesserer

Von Tai Trong Nguyen

Der junge Herr Wel Tverb Esserer hatte sich schon als kleiner Junge das Ziel gesetzt die
Arbeit vieler Menschen mithilfe von Maschinen zu erleichtern. Schon im Kindesalter nahm er
selbst schwerste körperliche Mühen in der Werkstätte seines Vaters auf sich, auch seine sieben
Geschwister wurden nicht geschont. All dies hatte Wel wohl sehr geprägt. So kam es auch,
dass er bald sein Studium zum Ingenieur beginnen konnte. Die zu Anfang kleine Manufaktur
seines Vaters war mittlerweile zu einer großen Fabrik herangewachsen und beschäftigte viele
Einwohner der Gegend, auch sehr viele Freunde von Wel waren unter diesen zu finden.
Jahre vergingen und der junge Student kehrte nach einer beachtlichen Zahl von
Auslandstudien als Diplom-Ingenieur zum Familienbetrieb zurück. Mit viel Freude, Eifer und
Wissen fing er auch gleich mit ersten Entwürfen für eine Maschine an. Währenddessen
musste Wel immer an seinen Mentor Professor Doktor Ernst D. Lebens denken, welcher oft
zu sagen pflegte: „Du sollst gewarnt worden sein, mein unerfahrener Schüler. ‚Jede
neuerbaute Dampfmaschine vermehrt die Zahl der Bettler.’ Bedenke, dass deine Erfindung
nicht immer den Menschen hilft!“ Verstanden hatte der junge Herr Esserer die Warnung zu
dieser Zeit aber nicht! Der junge Ingenieur war zwar als Genius im Entwerfen von Maschinen
bekannt, aber ebenso für seine Dum…Verzeihung; für seinen schlichten Geist bekannt. Nach
einigen wenigen Monaten intensivster Denkprozesse gelang ihm letztendlich der Entwurf
einer revolutionären Gerätschaft: „Sie vermag die Arbeit von zehn Menschen zu verrichten,
wird nur von einem bedient und benötigt für alles nur halb so viel Zeit!“, prahlte Wel seinem
Vater, welcher auch gleich entzückt war. Auch ein Freund des Fabrikherrn erfreute sich an
dem Bau der Maschine, wo er doch endlich wieder etwas Stahl verkaufen konnte und auch
den Bauauftrag bekam derselbe Herr. Mit ihrer Fertigstellung kam große Freude bei der
Führungsspitze der Fabrik auf. Bei den Arbeitern jedoch vernahm Wel nur sehr große
Unruhen…
In diesem Moment fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. Blind vor seiner eigenen
Naivität, dass jede Maschine die Arbeit erleichtert, hatte Wel die Kälte von Wel Tverb Esserer
Senior übersehen! Sogleich rief dieser den Großteil der Angestellten zu sich ins Büro; es
wurden genug Maschinen gebaut. Als jene nach Hause gingen, trugen sie nicht mehr die
stolze Arbeitsuniform der Fabrik, unter diesen sah Wel auch seine Freunde…seine
Schuldgefühle verstärkten sich dadurch. Allmählich glaubte er auch die Worte seines Meisters
zu verstehen, dennoch…
Wieder vergingen Jahre, Wel war nun als Chef-Ingenieur bei seinem Vater eingestellt.
Zahlreiche seiner neuen Erfindungen verhalfen der Firma, welche zu den
vollautomatisiertesten Fabriken gehörte, zu weiterem Wachstum. Dementsprechend füllte sich
sein Geldbeutel mit Gold und Geld. Zugleich sah er aber auch die Straßen der Stadt voller und
enger werden und zwar mit seinen ehemals angestellten Freunden…
Oft spielte er mit dem Gedanken, die Arbeit als Ingenieur hinzulegen, damit weniger Bettler
erzeugende Maschinen erfunden und gebaut werden. Dies wäre aber in vielen Punkten sowohl
unnütz als auch sinnlos sein, dachte sich Wel. Er hätte selbst keine Arbeit mehr und ein
anderer Ingenieur würde sicherlich an seiner Stelle für neue Geräte sorgen…
Wel begann langsam an die Zukunft zu denken. Er fragte sich oft, ob es wohl stetig so
weitergehen würde, dass immer mehr Maschinen gebaut werden und immer mehr Menschen
ihre Arbeit verlieren. In einem kurzen Moment des Phantasierens stellte er sich auch vor, dass
sogar er selbst oder sein Vater von einer Maschine ersetzt werden könnten.
„Ein Wunderwerk der Technik wäre das! Wahrer Fortschritt!...???“ Wel fragte sich nun, ob
Maschinen nun wirklich eine Bereicherung für Menschen sind. Aber zu lange hatte er sich
nun mit all diesen Fragen gequält. Auch sein einstiger Genius schien darunter gelitten zu
haben, sein Vater verlangte nach immer neueren Maschinen, aber diese wollten nicht mehr
von Wel erfunden werden…
Wels Vater hatte mittlerweile einen neuen Chef-Ingenieur, sein Sohn war ohne Arbeit. Spät
nachts in seinem Haus angekommen, nahm Wel Tverb Esserer ein heißes Bad, einen
elektrischen Rasierer, die Worte seines Mentors sich zu Herzen und schließlich sich das
Leben…