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Entrevista a Hans Peter Dürr

Welches Denken brauchen wir, um die Menschheitsprobleme zu lösen? Unser Weltbild ist immer noch mechanistisch geprägt – und damit zu eng. Der Physiker Hans-Peter Dürr sieht den Schlüssel zur Zukunft in einem neuen Wirklichkeitsbegriff auf Basis der Quanten-theorie. Wie meint er das? Holger Fuß hat nachgefragt. Die Quantenphysik gibt uns immer noch Rätsel auf. Dabei entspricht sie exakt der Logik der Natur. Da verhalten sich Teilchen wie Wellen und Wellen wie Teilchen. Diese Unschärfe verweist auf den Ursprung alles Lebendigen – auf einen zugrunde liegenden universellen Code, der nichts anderes ist als Information. Diese Theorie, die von einigen Quantenphysikern vertreten wird, legt nicht weniger als ein neues Weltbild nahe. Sich da-rauf einzulassen ist gewiss nicht einfach – aber wenn wir es tun, werden wir ganz neue Möglichkeiten entdecken, mit unserem Planeten umzugehen. P.M.: Herr Professor Dürr, was ist eigentlich Materie? Dürr: Im Grunde gibt es Materie gar nicht. Jedenfalls nicht im geläufigen Sinne. Es gibt nur ein Beziehungsgefüge, ständigen Wandel, Lebendigkeit. Wir tun uns schwer, uns dies vorzustellen. Primär existiert nur Zusammenhang, das Verbindende ohne materielle Grundlage. Wir könnten es auch Geist nennen. Etwas, was wir nur spontan erleben und nicht greifen können. Materie und Energie treten erst sekundär in Erscheinung – gewissermaßen als geronnener, erstarrter Geist. Nach Albert Einstein ist Materie nur eine verdünnte Form der Energie. Ihr Untergrund jedoch ist nicht eine noch verfeinerte Energie, sondern etwas ganz Andersartiges, eben Lebendigkeit. Wir können sie etwa mit der Software in einem Computer vergleichen. Den Untergrund bildet also eine körperlose Form? Ein sehr fremdartiger Gedanke. Ja, das ist unsere enge Denke. Wir müssen immer zuerst an Substanzen denken, ehe wir Beziehungsstrukturen verstehen. Nehmen Sie die Liebe. Wir stellen uns Liebe vor als Beziehung beispielsweise zweier Menschen zueinander. Aber die Liebe selber, dieses Dazwischen, bereitet unserer Vorstellung enorme Schwierigkeiten. Es sei denn, wir geben uns einfach hin und lieben. Und genau dieses Dazwischen ist Gegenstand der Quantenphysik? In gewisser Weise ja. Doch schon der Begriff Gegenstand führt in die Irre. Das ist ein Problem der Sprache. Wir verwenden lauter Substantive, wo wir Verben nehmen sollten. Das prägt unser Denken. Wenn wir über die Quantenphysik sprechen, sollten wir eine Verb-Sprache verwenden. In der subatomaren Quantenwelt gibt es keine Gegenstände, keine Materie, keine Substantive, also Dinge, die wir anfassen und begreifen können. Es gibt nur Bewegungen, Prozesse, Verbindungen, Informationen. Auch diese genannten Substantive müssten wir übersetzen in: Es

also nicht nur Ja und Nein. die die alte Physik mit ihrem mechanistischen Weltbild beschreibt. Ein Pendel. Aber diese zweiwertige Ja-oder-Nein-Logik ist eben nicht die Logik der Natur. . Im Grunde ist da etwas viel Größeres. die Quantenphysik zu verstehen. liegen Sie falsch. Unter Realität verstehen wir eine Welt der Dinge. Besser gesagt: Wir ahnen und erleben. Sie hat sich herausgebildet. das wirkt. sondern auch Sowohl/Als-auch. So ganz habe ich mich an diese Vorstellung noch nicht gewöhnt. Also jene Welt. Nehmen wir ein Elektron. Sondern? In meiner Sprache nenne ich es ein »Wirks« oder »Passierchen«. Daran müssen wir uns gewöhnen. denn in der Quantenwelt herrscht die mehrwertige Logik. ob es nach links oder rechts fällt. Dort entscheidet eine winzigkleine Störung von außen. dass es das eigentlich gar nicht gibt. um zu erfahren. Die Quantenphysik beschreibt die Natur viel besser. das Unentschiedene. den ich für meine Ernährung brauche. Wenn Ihnen das schwammig vorkommt. es hängt miteinander zusammen. exakt auf den Kopf gestellt. Es ist eine winzige Artikulation der Wirklichkeit. Betrachten wir ein instabiles System wie etwa ein nasses Schneefeld: Dort kann mein kleiner Fuß eine riesige Lawine auslösen. Sie meinen also. In der Physik sagen wir: Die Wirklichkeit ist nicht die Realität. Solange Sie es sich vorstellen können. Sie beschreiben die Quantenphysik in einer paradoxen Weise. Mein Gehirn soll mir im Wesentlichen helfen. von dem ich weiß. ein Elektron existiert gar nicht? Jedenfalls nicht in Form eines herkömmlichen Teilchens. haben Sie völlig recht. Aber genau damit sind Sie auf dem richtigen Dampfer. den Apfel vom Baum zu pflücken. Bevor ich eine Handlung ausführe. weil sie enorm lebensdienlich ist. es läuft ab. Also ein physisches Teilchen. ist auch so ein instabiles System. ein Dazwischen. Die alte Naturwissenschaft ist dabei nicht falsch. das passiert. Sie gilt jedoch nur in einem vergröberten Sinn. Unsere Umgangssprache ist eine Apfelpflücksprache. Es ist paradox.bewegt sich. Eben das Nicht-Greifbare. das etwas auslöst. weil ihre Ausssagen unendlich vieldeutig sind. es weiß voneinander. ob sie zum gewünschten Ziel führt – ja oder nein? Das ist die zweiwertige Logik. Die Wirklichkeit erscheint uns schwammig. wenn ich mich der Quantenphysik in der Umgangssprache nähere. wie wir sie sonst aus mystischen Texten kennen. Warum tun wir uns so schwer damit? Weil unser Gehirn nicht darauf trainiert ist. So bekommen wir eine Ahnung von diesem Urgrund der Lebendigkeit. der Objekte und deren Anordnung. etwas. spiele ich diese erst einmal in Gedanken durch.

die vom All-Einen spricht und von der Identität des Ich und der Außenwelt. viel Spielraum in einem Gedicht – und doch bringt es etwas in mir zum Klingen. sich auf verschiedene Art materiell-energetisch zu verkörpern. ohne dabei unverständlich zu sein. beispielsweise auf das Auge der Madonna. weil dieser Quantencode keine Begrenzung hat. Emotional haben wir damit weniger Schwierigkeiten. überhaupt von Teilen und Zerlegbarkeit zu sprechen. Sie sind Bewegung. Es gibt nur das Eine. Wenn ich ein Gemälde betrachte und von dessen Schönheit spreche. Ein Passierchen ist ein winzig kleiner Prozess. Der Kosmos ist ein Ganzes. Damit kommen Sie der alten indischen Philosophie nahe. Unsere Gefühle sind ja in diesem Sinne alle ein bisschen schwammig. Die Felder in der Quantenphysik sind nicht nur immateriell. Das heißt. ihre Grenzen fließen. Es ist ein bisschen wie beim Lesen von Lyrik: Es ist viel Ungenauigkeit. dann deute ich auf eine Unterschiedlichkeit innerhalb des Einen. dann deuten wir dies oft als etwas. Wenn wir eine Ahnung von etwas in uns verspüren. was so viel wie Nicht-Zweiheit bedeutet. Ja. Deshalb möchte ich die Begriffe Teilchen oder Atom nicht mehr benutzen und sage stattdessen Wirks oder Passierchen. was gemeint sein könnte. Ich schneide das Auge nicht heraus.Was für unseren Alltag total ausreicht. sondern wirken in ganz andere. Wir haben überhaupt nur das Eine. größere Räume hinein. es geht über diese Aussage hinaus und lässt sich besser in der Sanskritsprache als Advaita ausdrücken. Etwas Unteilbares. das ist das Eine. ein Meer ist eben mehr als ein Netzwerk von Wassertropfen? . Es hat nichts zu tun mit Masse und Energie. was Sie meinen. eine Welt der Kann-Möglichkeiten. Dies empfinden wir als eine Resonanz mit etwas viel Umfassenderem. Ahnung ist ein gutes Wort dafür. Die Wirklichkeit in der neuen Physik ist Potenzialität. Genauer bedeutet die Vorsilbe A aber nicht die Verneinung. sondern dass es unangemessen ist. Wenn ich aber auf die einzelnen Dinge in diesem Gemälde zeige. Ich spüre. die nichts mit unserem vertrauten dreidimensionalen Raum zu tun haben. Es ist ein reines Informationsfeld – wie eine Art Quantencode. sondern nur eine Artikulation. Allmählich habe ich trotz aller Schwammigkeit doch eine Ahnung von dem. Dieses Informationsfeld ist nicht nur innerhalb von mir. sondern erstreckt sich über das gesamte Universum. Die Schwammigkeit bezieht sich ja auf die Greifbarkeit. Aber dieses Eine ist differenziert. »Tat tvam asi« lautet die klassische Formel: Dieses bist du. das zur Einheit gehört. sondern richte nur meine Aufmerksamkeit auf eine Stelle des Bildes. auf ein Element der Vielheit. was in uns zum Klingen gebracht wird. Das Auge der Madonna ist nämlich nicht ein Teil des Bildes.

Wenn Sie einen Apfel fallen lassen. Ein Wassertropfen existiert ja im Grunde nur außerhalb des Meeres. sodass im Konzert mit anderen etwas geschaffen wird. dass die wirtschaftlichen Sachzwänge Naturgesetze seien. Trotzdem glauben viele Menschen. Die Welt der Dinge ist die Welt der stabilen Systeme und damit voll determiniert. als wir gemeinhin annehmen. Aber eine solche Lebensweise ist lebensfeindlich. Und wir können diese Welt gestalten! Unsere westliche Konsumkultur. Wenn Sie sagen. anstatt mit ihnen gemeinsam eine Zukunft aufzubauen. Wir werden belohnt. Langfristig überlebensfähig ist in der Natur derjenige. Wenn mein Vorteil zugleich der Vorteil des anderen ist. unser lebensverachtendes wirtschaftliches Wettrennen stellen doch nur eine winzige Nische innerhalb unserer Möglichkeiten dar. das ständige Energiezufuhr benötigt. was wir lebendig nennen. Wenn er hineinfällt. Nein. . Ihre scheinbare Stabilität erhalten sie durch ein dynamisches Ausbalancieren. bei dem das Ganze mehr ist als die Summe einzelner Teile. Die alte mechanistische Physik beschreibt nämlich zunächst die Realität der Dinge mit den bekannten Naturgesetzen. es sind menschengemachte Zwänge. Mechanistisch bedeutet voll determiniert. die alte mechanistische Naturwissenschaft funktioniert in unserem Alltag mit großer Genauigkeit – welche Bedeutung soll dann eigentlich die Quantenphysik mit all diesen beschriebenen Erkenntnissen für unsere konkrete Lebenswelt haben? Sie hat eine Bedeutung. wenn wir größere Zusammenhänge außer Acht lassen. Wir leben in einer noch viel größeren Welt. Sie sind nicht nur Quantenphysiker. wobei kein Unterschied zwischen belebt und unbelebt gemacht wird. Ein Plussummenspiel. Inwiefern hat der Quantenphysiker Dürr den politischen Menschen Dürr inspiriert? Die Quantenphysik sagt uns ja nicht nur. Wie konnte es zu diesem Irrglauben kommen? Er ist Bestandteil unserer Erziehung. dass die Welt und die Zukunft offen ist. wenn wir in unsere Alltagserfahrungen auch einbeziehen. der ein Gewinn-Gewinn-Spiel spielen kann. verliert der Begriff Tropfen seinen Sinn.Richtig. sondern auch. also vorherbestimmt. Lebendige Wesen wie etwa der Mensch sind im Grunde instabile Systeme. Sie ist voller Möglichkeiten. Junge Menschen können so etwas heutzutage kaum noch erleben. sondern wurden für Ihr Engagement in der Friedensbewegung bereits 1987 mit dem Alternativen Nobelpreis geehrt. wenn wir uns wirtschaftlichen und technischen Zwängen unterordnen. folgt er dem Gesetz der Schwerkraft und fällt zu Boden. Aber für lebendige Systeme reicht diese mechanistische Beschreibung nicht aus. Darin steckt ungeheuer viel Ermutigung und Optimismus. Sie sind einsame Einzelkämpfer und müssen gegen ihre Mitmenschen ankämpfen. wenn wir uns entmutigen lassen. dass die Wirklichkeit ein großer geistiger Zusammenhang ist.

lust. Das sind 30 Milliarden Energiesklaven zu viel. sprich höchstens 1. Eine Sklavenstärke nehme ich hierbei als eine Viertelpferdestärke.5 Kilowattstunden pro Stunde verbrauchen. Durch eine effizientere Energienutzung werden wir etwa die Hälfte der Energiesklaven einsparen können – bei gleichen Dienstleistungen für den Menschen. Aber in der Realität ist der Energieverbrauch natürlich unterschiedlich verteilt.5-Kilowatt-Gesellschaft«. Ein US-Amerikaner beschäftigt im Schnitt 110 Energiesklaven. dass die maximale Grenzbelastung durch menschliche und technisch aufbereitete Energieumsätze für die gesamte Erde etwa bei insgesamt zehn Terawatt liegt. nämlich der Autos. die jeden Tag zwölf Stunden lang ohne Pause in unseren Auftrag mit voller Pulle auf dieser Erde malochen. dürfte jeder Erdenmensch heute maximal 15 Energiesklaven beschäftigen. Dies entspricht etwa der körperlichen Arbeitsleistung von 130 Milliarden kräftigen Energiesklaven. Darin propagieren Sie eine »intelligente Energienutzung als Schlüssel zu einer ökologisch nachhaltigen Wirtschaftsweise«. Das entspricht 100 Milliarden Energiesklaven. Ein Mittelklassewagen mit 60 PS hat somit bereits 230 Energiesklaven unter der Haube. Statistisch gesehen hält sich heute jeder Erdenbürger 22 Energiesklaven und kann damit seine persönliche Arbeitsfähigkeit um das 22-fache steigern – mit den entsprechend höheren Umweltauswirkungen. Eine Beschränkung auf 15 Energiesklaven entspricht in etwa dem durchschnittlichen Lebensstandard eines Schweizers anno 1969. etwa durch Verwendung von dezentralen Solarenergieanlagen. ein Deutscher 55. Künftig müssen unsere Erzeugnisse langlebig und reparaturfreundlich sein. Das bedeutet vor allem eine Geburtenkontrolle der liebsten Kinder der Industrieländer. Ein Mercedes der S-Klasse mit 190 PS sogar die dreifache Anzahl. Wir verbrauchen mindestens drei Terawatt zu viel Energie. Ich habe mal ausgerechnet. Deshalb fordern Sie eine »strikte Geburtenkontrolle von Energiesklaven«. die ja ein kompliziertes. an. Ja. aber auch durch den Einsatz von sanfteren Energiesklaven. ausbalanciertes Ökosystem ist. ein Chinese 10 und ein Bangladescher nicht einmal einen einzigen. Mit etwas Fantasie werden wir sogar ein viel besseres. Die Frage lautet: Wie viele Energiesklaven verträgt unsere Biosphäre. dass der gegenwärtige Primärenergieverbrauch der gesamten Menschheit bei 13 Terawatt liegt. weil sinnerfülltes.und freudvolles Leben führen können. in dem das eine mit dem anderen gekoppelt ist? Und da stellt sich heraus. Wir leben also längst über die Verhältnisse der Biosphäre? Allerdings. etwa 200 Watt.Sie selber haben einen Zukunftsentwurf vorgelegt: »Die 1. Was bedeutet ein anderer Lebensstil? Energiereduzierte Lebensstile bedeuten kein Leben in Sack und Asche. . indem wir unseren Lebensstil ändern. Um die Grenzbelastung nicht zu überschreiten. Die andere Halbierung können wir erreichen.

dass sie in einem System arbeiten. die Unsicherheit. Die schwingen überhaupt nicht mit. das Gebilde mit unserer technischen Zivilisation zum Einsturz zu bringen. Also hätten wir Menschen die Aufgabe. sondern hängt mit der durch Energieumsatz hervorgerufenen Belastung der Biosphäre zusammen. Auf der Spitze dieses von der Natur sorgsam austarierten Kartenhauses stehen wir Menschen und drohen. dann hätten wir das Bild eines Ozeans wogender Schwingungen vor uns. die unsere Erfahrungswelt lebendig macht. dieses instabile Gesamtsystem ausbalanciert. Die rütteln sozusagen an der natürlichen Gesamtarchitektur und wirken wie eine Infektion in einem Organismus. sich im Tanz der Biosphäre harmonisch zu bewegen? . Das ist das Entscheidende. Die menschengeschaffenen Energiesklaven haben keinerlei Gefühl dafür. das sind umgerechnet rund 450 Milliarden Energiesklaven. Es ist die statische Instabilität. Dieses Kartenhaus wird aufrecht erhalten. sondern eher ein Kartenhaus. Die Frage lautet: Wie sehr darf man ein lebendiges System stören. Unsere rücksichtslos arbeitenden 130 Milliarden Energiesklaven bringen das Biosystem in ein Ungleichgewicht. bei diesem prekären Balanceakt mit der Biosphäre riskant zu konkurrieren. das nicht beliebig robust ist. ohne dass die Biosphäre kollabiert? Nein. Wir haben begonnen. Unser Energieproblem hat nicht nur mit der Beschränktheit von Ressourcen zu tun. Weil sie zu ignorant und unsensibel sind. die Wackeligkeit des Systems. unsere Energiesklaven daraufhin zu trainieren. ehe die Infektion lebensgefährlich wird? Wenn wir uns den Energiehaushalt eines ausbalancierten Organismus vorstellen. desto größer die Sensibilität. um in der großen Sinfonie der Natur mitzuschwingen? Das ist es! Je höher die Instabilität. der die Biosphäre in Balance hält. die Störsklaven. die sich mehr oder weniger im Gleichklang bewegen. die gegen diesen Gleichklang schwingen. aber eben keine Granitpyramide. auf dessen Spitze wir Menschen stehen. Das wären die Solarsklaven. der über dreieinhalb Milliarden Jahre hinweg sorgsam aufgebaut wurde.Würde eine solare Weltwirtschaft Energie verschwenden dürfen. indem etwa ein Zehntausendstel der eingestrahlten Sonnenenergie. Die Biosphäre ist eine hierarchisch geordnete Pyramide. sondern jener Energieanteil. Jetzt kommen die menschengemachten Energiesklaven. Entscheidend ist gar nicht die insgesamt eingestrahlte Sonnenenergie. hinzu.

Sie ist viel zu gefährlich – aus vielerlei Gründen. Und zweitens muss die Umformung langsamer geschehen. Autobleche schmieden und Mineralien aus dem Berg lösen. Für eine Nagasaki-Bombe benötigen wir nur acht Kilogramm. hätten wir gar keine Probleme. mit der wir Metalle schmelzen. Wir sind aber viel zu schnell für das Gesamtsystem. die mit hochintensiver Energie arbeiten. weil man das Plutonium noch irgendwie verwenden könnte. das außerdem hoch radioaktiv ist. Die jetzige Kernenergie müssen wir abschaffen. was unsere Energiesklaven anstellen. Dann sehen Sie den Unterschied. die den Maßstab. Deshalb sind wir an eine Grenze gelangt. Wir dürfen nicht drängeln. damit es die Veränderungen auffangen und verarbeiten kann. Wir stellen unsere Produkte mit einer Prozessenergie her. die einen Eimer Wasser den Berg hochtragen. in dem die eingestrahlte Sonnenenergie umgesetzt wird. Vergleichen Sie das nur einmal mit dem Tempo des Pflanzenwuchses. weil das sehr viel Energie benötigt. Wenn diese Sklaven sich so verhielten wie wir Menschen. . So ist nicht nur die Frage der Endlagerung von Atommüll nicht gelöst. wo sie über Millionen von Jahrhunderten angesammelt wurde. Denn Atommüll ist zum Teil spaltbares Plutonium. Intelligentes Produzieren bedeutet also. dass das Kartenhaus nicht einstürzt? Dazu müssen wir verstehen. wie sie derzeit in der Klimaschutzdebatte neu auf den Tisch gekommen ist? Nein. Ein Reaktor von einem Gigawatt Leistung. wie wir ihn weltweit betreiben. Damit gewinnen wir eine Energiedichte.Ja. Es existiert also keine scharfe Trennung zwischen ziviler und militärischer Nutzung der Kernenergie. an der wir nicht mehr allzu viel stören dürfen. produziert jährlich etwa 250 Kilogramm Plutonium. Das System benötigt dieses langsame Tempo. einer schmutzigen Bombe allerdings. Das macht gar nichts aus. Alles hochenergetische Vorgänge in einer viel größeren Geschwindigkeit. Stattdessen aber haben wir ganz rabiate Energiesklaven. die große Gebiete für Jahrtausende unbewohnbar machen würde. Wir holen die Kohle aus dem Erdinneren. warum die Entwicklung des Lebendigen so langsam vonstatten geht. im Tempo der Natur zu arbeiten? Es geht erstens um die Vermeidung von sehr verschiedenartiger Umformung von Materie. sondern dieser Atommüll kann auch als Waffe benutzt werden. bedächtiger zu sein? Schauen wir uns mal an. Was bedeutet es konkret. das wäre der Heilungsprozess mit der Herausforderung: Wie können wir die Störungen so integrieren. Passt zu diesem Evolutionsschritt noch die Nutzung von Kernenergie. mit einer Halbwertszeit von 24000 Jahren. Dann wären sie sanfte Energiesklaven. Unter Umständen will man das Zeug ja deshalb nicht endlagern. als es die Natur selber vollzieht. Wir müssen die Geschwindigkeit drosseln. Beispielsweise zum Bau einer Atombombe. und verbrennen sie innerhalb von weniger als zwei Jahrhunderten. weit übertrifft.

Das. Sie stehen in Ihrem 78. Nein. Erst dann können wir überhaupt beurteilen. Und wir müssen es auch: Es können nicht alle Menschen auf dieser Erde einen Lebensstil führen wie die US-Amerikaner. gewissermaßen im großen Internet der Wirklichkeit. worin das Diesseits eingebettet ist. wie ich immer auch ein Du war. Ich kann Russisches Roulette an meinem eigenen Kopf spielen. Mit ein bisschen Intelligenz können wir das einsparen. also das. Aber die Pistole an den Kopf meines Kindes zu halten ist verantwortungslos. Das Jenseits ist alles Übrige. ist ja eigentlich die Schlacke. Das geht einfach nicht. unsterblich. die umfassende Wirklichkeit. dass unsere Gesellschaft energiesüchtig ist. sondern vor allem die nachfolgenden Generationen. Wir Nutznießer leben nur ein paar Jahrzehnte. dann ist das okay. sondern immer auch etwas in diesen geistigen Quantenfeldern abgespeichert habe. das ich mit Menschen führe. Dieses Risiko trifft nicht nur uns. Aber unseren Nachkommen überlassen wir die Lasten über Tausende von Jahren. Wenn ich so blöd bin. Lebensjahr. bin ich. das einfach nicht akzeptabel ist. Insofern ist auch unser gegenwärtiges Leben bereits vom Jenseits umfangen. die Kernenergie muss weg! Warum bleibt die Kernenergie für manche Menschen immer noch attraktiv? Weil wir übersehen. ist unmoralisch. er könne sein Suchtproblem lösen. hat man ein Ergebnis. der glaubt. das viel Größere. was wir heute verbrauchen. Mit einer effizienteren Energienutzung können wir unseren Verbrauch ohne Weiteres senken. . dann geht dies ja mit meinem körperlichen Tod nicht verloren. was greifbar ist. werde ich zugleich Teil eines größeren geistigen Ganzen. dass ich während meines diesseitigen Lebens nicht nur meine eigene kleine Festplatte beschrieben habe. In jedem Gespräch. wie alles andere auch. Glauben Sie an ein Jenseits? Gibt es eine Existenz nach dem Tode? Das ist eine sehr interessante Frage. Wenn der schlimmste Störfall in einem Reaktor passiert. ist einfach weggeworfene Energie. die Materie. wie viel Energie wir wirklich brauchen. Deshalb benötigen wir zunächst eine Entziehungskur. Ein Risiko einzugehen.Wäre denn eine tatsächlich ausschließlich zivile Nutzung der Kernenergie vertretbar? Auch nicht. In dem Maße. wenn er in eine Schnapsfabrik einheiratet. Sie erscheint mir in der Situation eines Alkoholikers. Was wir Diesseits nennen. Vieles von dem. das ich selber nicht ausbaden muss. Wenn ich mir also vorstelle.