antimilitarismus

GWR 367 märz 2012
Der Iran und die Gefahr eines neuen Krieges
Interview mit Mohssen Massarrat: "Dieses Dilemma ist das Ergebnis der einseitige
n Politik des Westens"
Droht ein neuer Krieg? Die Verschärfung des Embargos gegen den Iran durch die Euro
päische Union und die enorme Konzentration von Kriegsschiffen der USA und Großbritan
niens im Persischen Golf deuten darauf hin, dass ein Militärschlag gegen den Iran
vorbereitet wird. Über die Kriegsgefahr, die Situation im Iran und mögliche Perspekt
iven der Friedensbewegungen sprachen GWR-Redakteur Bernd Drücke und die GWR-Prakti
kantInnen Monika und Jonathan mit dem emeritierten Osnabrücker Politikwissenschaft
ler Prof. Dr. Mohssen Massarrat (1). (GWR-Red.)
Bernd Drücke: Wie sind Sie im Iran aufgewachsen? Wie haben Sie später Ihr Leben in d
er Bundesrepublik gelebt?
Mohssen Massarrat: Aufgewachsen bin ich in Teheran, wo ich zur Schule gegangen b
in und mein Abitur gemacht habe.
Während des ersten Ölkonflikts zwischen dem Westen und Iran war ich noch Schüler.
In dieser Zeit, den 1950er Jahren, hat sich im Iran eine nationale Bewegung entw
ickelt, die zwei Ziele hatte:
1. Die Demokratisierung des Landes, sprich freie Wahlen.
2. Die Durchsetzung nationaler Unabhängigkeit, durch Verstaatlichung des Ölsektors.
Damals beherrschte Großbritannien durch einen neokolonialistischen Vertrag den ira
nischen Ölsektor. Dieser sollte rückgängig gemacht werden.
Meine eigene Politisierung erfolgte somit während des ersten internationalen Konfl
ikts in der Ölfrage zwischen dem Westen und dem Iran Anfang der 1950er Jahre. Sie
hat mich bis heute stark geprägt. Ich verfolge den Konflikt zwischen dem Westen un
d Iran während meines Aufenthalts im Exil seit den 1980er Jahren und während der Gol
fkriege. Mich begleiten die Konflikte des Mittleren und Nahen Ostens nicht zulet
zt auch wegen meiner eigenen Biographie sehr intensiv. Ich begann mich zu engagi
eren, um zur Kriegsverhinderung einen Beitrag zu leisten und um friedenspolitisc
he Perspektiven für die Region zu entwickeln.
Ich fühle mich irgendwie verpflichtet, mich wissenschaftlich und politisch mit ein
em folgenreichen Konflikt zu beschäftigen, der sich zwischen dem Westen und Iran s
eit mehreren Dekaden abspielt.
Jonathan: Wie beurteilen Sie denn die momentane Situation im Iran?
Mohssen Massarrat: Momentan ist es so, dass die Regierungspolitik durch islamist
ische Strömungen bestimmt wird. Es gibt zwei große Spektren, die miteinander um den
Zugriff auf die Öleinnahmen wetteifern.
Das sind auf der einen Seite die religiösen Gruppen um Chamenei, den "Revolutionsfüh
rer".
Und auf der anderen Seite die Anhänger von Ahmadinedschad, die sich aus den Pasdar
an, den Revolutionsgarden, rekrutieren. Der Staat lebt und existiert mehr durch
die Öleinnahmen, als durch Steuern. Das ist ein großer Nachteil, da es bei den Macht
habern bzw. politischen Gruppierungen, die um Macht konkurrieren, in erster Lini
e darum geht, die Öleinnahmen zu kontrollieren, um sie möglichst unter den eigenen A
nhängern zu verteilen. Die Ölabhängigkeit schafft so ein Strukturproblem für Iran und für
die Demokratisierung der Gesellschaft.
Jonathan: Regen sich in der Bevölkerung denn bereits neue Widerstände, oder existier
t noch immer die Angst, dass die Regierung ähnlich hart durchgreift, wie bei den O
ppositionsaufständen 2009?
Mohssen Massarrat: Es gibt nach wie vor eine Opposition im Iran, die massiv unte
rdrückt wird. Trotzdem fanden beispielsweise heute im ganzen Land Demonstrationen
statt. Die zwei Führungspersönlichkeiten der Oppositionsbewegung stehen beide mit ih
ren gesamten Familien unter Hausarrest. Ihnen wird jeder Kontakt nach außen unters
agt. Aber es gibt unterhalb der öffentlichen Ebene Widerstand. Die Menschen sind u
nzufrieden und warten auf eine günstige Gelegenheit dies auch nach außen zu tragen.
Dies wird z.B. bei den kommenden Parlamentswahlen so sein, wo die Opposition zum
Wahlboykott aufgerufen hat.
Bernd Drücke: Im Moment ist ja die Situation so, dass im Persischen Golf britische
und US-amerikanische Flugzeugträger und andere Kriegsschiffe aufgefahren sind. Es
ist die größte Militärarmada seit dem letzten Golfkrieg. In vielen Medien wird spekul
iert, dass in den nächsten Monaten möglicher Weise ein Militärschlag von Israel oder d
en USA gegen die Atomanlagen im Iran zu erwarten ist. Wie schätzen Sie die Situati
on ein?
Mohssen Massarrat: Die Gefahr ist sehr groß, dass ein weiterer Krieg im Mittleren
Nahen Osten ausbricht. Sie ist in den letzten Wochen und Monaten größer geworden: Na
chdem Israel immer wieder Drohungen ausspricht und der Westen (sowohl die USA al
s auch die EU) immer schärfere Sanktionen gegen Iran verhängen. Die iranische Regier
ung könnte sich dadurch zu Gegenmaßnahmen gezwungen sehen.
Aus dem Lager des Regimes im Iran sind als Reaktion auf die harten Sanktionen ja
schon Drohungen ausgesprochen worden, die Straße von Hormus zu blockieren, um den
Ölexport in die EU zu verhindern. Das wäre eine große Gefahr, weil die westlichen Sta
aten dann eine Rechtfertigung für einen möglichen Angriff mit ihrer Truppenarmada am
Persischen Golf hätten, auf den sie möglicher Weise hinarbeiten.
Diese Situation wird nicht unbedingt von Obamas Regierung selbst vorangetrieben.
Obama hat sich an vielen Stellen gegen einen Krieg ausgesprochen. Auch das Umfe
ld von ihm ist nicht unbedingt begeisterter Kriegstreiber, aber die Neokonservat
iven setzen Obama unter Handlungsdruck. Die Propaganda, die im Westen seit 2003
verbreitet wird, in der der Iran für den Atomkonflikt allein verantwortlich gemach
t wird, in der es offensichtlich nur darum geht zu verhindern, dass Iran Zugriff
auf Atomwaffen bekommt, führt dazu, dass Iran längst von allen Seiten als Feindbild
betrachtet wird. Damit hätten die Kriegstreiber im Westen ein leichtes Spiel, Oba
ma zum Handeln zu drängen.
Es kann durchaus passieren, dass er dadurch vor den Präsidentschaftswahlen, in die
Situation kommt, dass Israel gegen die Atomanlagen Irans einen Angriffskrieg st
artet. Damit wären Obama und die USA sofort in eine Kriegseskalation hineingezogen
, mit völlig offenem Ende.
Monika: Sie schreiben in der aktuellen Ossietzky-Ausgabe unter dem Titel "Joschk
a Fischers Alternative - Krieg oder Nuklearmacht Iran", dass "Israels Atomarsena
l eindeutig die Hauptursache für das nukleare Wettrüsten in der Region" ist. Wie kom
men Sie zu dieser Einschätzung?
Mohssen Massarrat: Israel ist im Mittleren Nahen Osten bis jetzt die einzige Nuk
learmacht. Es ist ein offenes Geheimnis, dass der israelische Staat seit etwa 30
Jahren Nuklearpotentiale aufgebaut hat. Man schätzt, dass es über circa 200 bis 300
Atombomben verfügt.
Inzwischen hat der Staat auch die entsprechenden Trägersysteme, die für einen Bomben
abwurf im Iran nötig wären.
Israel hat dazu U-Boote, die aus Deutschland geliefert wurden, umgebaut. Sie könnt
en vom Indischen Ozean aus entsprechende Ziele im Iran erreichen. Israel hat sog
ar im Hinblick auf mögliche iranische Nuklearpotentiale eine sogenannte Zweitschla
gskapazität aufgebaut, sodass es einen militärischen Vorsprung hätte, selbst wenn es I
ran gelänge, Nuklearkapazitäten aufzubauen. Deshalb ist das gegenwärtige Monopol Israe
ls an Atomwaffen eine Ursache des Wettrüstens in der Region, auch wenn Israel bis
jetzt nicht zugibt, an diesem Wettrüsten mitzuwirken. Mit seiner Absicht, die eige
ne Sicherheit mit Atomwaffen zu untermauern, hat sich Israel offensichtlich ins
eigene Fleisch geschnitten.
Iran versucht die eigenen Nuklearkapazitäten im Rahmen völkerrechtlicher Verträge aufz
ubauen, da er, wie Israel auch, nach dem Atomwaffensperrvertrag keine eigenen At
omwaffen entwickeln darf. Deshalb hat auch Israel nie zugegeben, dass es eigene
Atomwaffen besitzt. Und deshalb versucht auch Iran, unter dem Vorwand eigener fr
iedlicher Nutzung der Nuklearenergiepotentiale, ein Atomprogramm aufzubauen. Man
sieht, dass das Völkerrecht und der Atomwaffensperrvertrag keinen Staat daran hin
dern können, eigene Atomwaffen zu produzieren. Es gibt genug Möglichkeiten, den Atom
waffensperrvertrag zu umgehen. Israel hat damit schon vor 30 Jahren begonnen und
Iran reagiert nun auf diesen atomaren Vorsprung. Die Aufrüstungseskalation in der
gesamten Region ist damit vorprogrammiert.
Bernd Drücke: Welche sozialen Bewegungen sehen Sie denn, die sich gegen diese mili
taristische Politik, auf allen Seiten, aber vor allem auch auf der des Iran stem
men? Gibt es im Iran z.B. in Ansätzen eine Anti-Atomkraft-Bewegung? Gibt es überhaup
t Kritikerinnen und Kritiker von Atomwaffen und Atomkraft oder Möglichkeiten sich
oppositionell zu engagieren?
Mohssen Massarrat: Leider Nein! Es gibt sowohl im Iran, wie auch in allen andere
n Staaten des Mittleren Ostens - einschließlich Israels - keine öffentliche Debatte üb
er Atomenergie, Atomwaffen, über deren ökologische Gefahren, und über deren Vernichtun
gspotentiale. Darüber wird nicht diskutiert. Auch in Israel ist das ein Tabuthema
und erst Recht im Iran, wo nicht einmal Ansätze der Meinungsfreiheit existieren. M
an merkt anhand der innenpolitischen Konflikte, dass im Iran viele eine öffentlich
e Debatte darüber wünschen. Viele Iraner fühlen sich aber durch die einseitige Politik
des Westens bedroht und unterstützen daher das Atomprogramm der Regierung. Sie sa
gen: "Israel hat Atomwaffen, warum sollen wir sie nicht haben?" Gegen dieses Arg
ument wird sich im Iran nur schwer eine zugkräftige Argumentation entwickeln können.
Eine freie Diskussion im Mittleren Nahen Osten würde aber wahrscheinlich zu dem E
rgebnis führen, dass die Region frei von nuklearen Waffen sein müsste.
Jonathan: Wenn Sie jetzt sagen, dass es nur wenige Proteste gegen Atomkraft gibt
, ist dann Fukushima völlig spurlos an der Bevölkerung im Iran vorbeigegangen oder läs
st die Regierung einfach nur keine Leute zu Wort kommen?
Mohssen Massarrat: Das Zweite stimmt. Die Menschen sind gerade wegen Fukushima s
ehr kritisch geworden. Sie sind über Internetpublikationen zu Fukushima gut inform
iert, daher gibt es allgemein eine negative Stimmung gegen Atomkraft. Die Mensch
en haben das Problem begriffen. Aber es gibt keine Möglichkeit offen darüber zu disk
utieren.
Bernd Drücke: Wo sehen Sie die Aufgaben der Friedensbewegung? Was können wir als Tei
l der Friedensbewegung tun, um einen Krieg zu verhindern und uns politisch nahes
tehende Oppositionsbewegungen im Iran und in anderen Ländern zu unterstützen?
Mohssen Massarrat: Die Oppositionsbewegung im Iran würde sich wahrscheinlich, wenn
sich die Situation zuspitzt, hinter die Regierung stellen, weil es ihr äußerst schw
er fällt, mit dem Westen im Einklang gegen das iranische Atomprogramm zu opponiere
n. Sie wird das nicht tun, um nicht als Verbündete des Westens desavouiert zu werd
en. sie ist nicht davon überzeugt, dass Iran allein für den Konflikt verantwortlich
zu machen ist. Dieses Dilemma ist das Ergebnis der einseitigen Politik des Weste
ns. Die Opposition hat keine andere Möglichkeit, als entweder gegenüber der Atompoli
tik des iranischen Regimes zu schweigen, oder aber zu sagen: "Wenn der Westen un
s so unter Druck setzt, und von uns verlangt, dass wir keine Atomwaffen besitzen
dürfen, Israel aber außen vor lässt, dann müssen wir auf dem eigenen Atomprogramm beste
hen."
Die Haltung der Opposition im Iran ist Ergebnis westlicher Politik. Deswegen könne
n wir nicht davon ausgehen, dass sie einen Weg gegen einen möglichen Krieg aufzeig
en kann. Die Menschen sitzen zwischen den Stühlen: Auf der einen Seite ist da die
westliche Politik und auf der anderen Seite die Unterdrückung durch das Regime, di
e sie zermürben. Ich möchte damit sagen, dass deshalb der internationalen Friedensbe
wegung eine große Verantwortung auferlegt zukommt. Denn sie ist die einzige Kraft,
die dazu in der Lage wäre, gegen die einseitige Politik des Westens Stellung zu b
eziehen, Alternativen aufzuzeigen und darauf aufmerksam zu machen, dass diese we
stliche Politik auf dem besten Wege ist, die Voraussetzungen für einen Krieg zu sc
haffen. Es war immer so, dass auf Embargos Krieg folgte, wie z.B. im Irak. Nach
einem zehnjährigen Embargo argumentierten die amerikanische Neokonservativen, dass
sie so einen Staat wie den Irak mit Saddam Hussein, der angeblich über Atomwaffen
verfüge, mit nicht militärischen Mitteln nicht zur Abrüstung bewegen könnten und sie be
gannen mit dem Krieg, nachdem sie die Weltöffentlichkeit propagandistisch hinreich
end manipulieret hatten. Eine ähnliche Gefahr besteht auch jetzt, da Israel wirkun
gsvoll verbreiten kann, dass eine Atommacht Iran nur durch einen Krieg zu verhin
dern ist.
Wir haben die Aufgabe diese psychologische Kriegsvorbereitung offen zu legen und
auf die Gefahren aufmerksam zu machen, indem wir auch positiv konstruktive Pers
pektiven für eine friedliche Lösung aufzeigen.
Bernd Drücke: Welche Perspektiven sehen Sie denn?
Mohssen Massarrat: Es ist so, dass schon in 2010 die UN-Konferenz zur Verhinderu
ng der Weiterverbreitung von Atomwaffen zum ersten Mal nach langem Ringen den Be
schluss gefasst hat, eine Konferenz für eine massenvernichtungswaffenfreie Zone im
Mittleren Nahen Osten einzuberufen, die über mehrere Jahre stattfinden soll. Dies
e sollte 2012 beginnen. Ich persönlich sehe darin eine Perspektive. So eine Konfer
enz bietet den richtigen Rahmen, um den iranischen Atomkonflikt zu verhandeln. D
enn dann geht es darum, die gesamten Hintergründe des Wettrüstens in der Region einz
ubeziehen. Ein solches völkerrechtliches Gremium, und nicht die NATO oder die USA,
hätte die Legitimation, um das Problem aufzugreifen und eine Abrüstung in der gesam
ten Region einzuleiten. Selbst wenn Staaten wie Israel oder der Iran nicht sofor
t dabei wären und vielleicht versuchen könnten diese Konferenz zu blockieren, wäre es
wichtig, dass die Konferenz beginnt und öffentlich über die Hintergründe des Konflikte
s verhandelt. Darin sehe ich eine Perspektive für Abrüstung bzw. Verhinderung der Pr
oduktion von Atombomben und damit für gemeinsame Sicherheit und regionale Kooperat
ion. Genau eine solche Entwicklung fand auch in den letzten 50 bzw. 60 Jahren in
Europa statt und durchaus auch mit Erfolg.
Interview: Bernd Drücke, Jonathan Und Monika
Anmerkungen
(1) Prof. Dr. Mohssen Massarrat (geb. 1942 in Teheran) ist Friedens- und Konflik
tforscher. Er lebt seit 1961 in Deutschland und arbeitet u.a. zu den Forschungss
chwerpunkten Mittlerer und Naher Osten, Energie und Nord-Süd-Konflikt.
Das Interview mit dem telefonisch aus Berlin zugeschalteten Mohssen Massarrat wu
rde am 13.2.2012 im Studio des Medienforum Münster geführt und als Teil einer 55minüti
gen Radio Graswurzelrevolution-Sendung am 19.2.2012 im Bürgerfunk auf Antenne Münste
r (95,4 Mhz., www.antenne-muenster.de) ausgestrahlt.

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Keinen Krieg gegen den Iran - für eine politische Lösung
news & infos 12.3.2006
transnationales / antimilitarismus 12.3.2006
Keinen Krieg gegen den Iran - für eine politische Lösung
Die USA scheinen entschlossen, gegen den Iran einen Luftkrieg zu führen. Diesmal kön
nte es Washington gelingen, die EU vor ihren Kriegskarren zu spannen, wenn sich
nicht die Bürgerinnen und Bürger dagegen zur Wehr setzen. Wir lehnen mit aller Entsc
hiedenheit einen neuen Krieg ab. Selbst wenn Teheran Atomwaffen anstrebte, die w
ir ebenso ablehnen, könnte der Iran auf absehbare Zeit niemanden mit Atomwaffen be
drohen, ungeachtet aller verbaler Attacken des iranischen Präsidenten Ahmadinedsch
ad, die wir scharf verurteilen. Eine friedliche politische Lösung ist also durchau
s möglich.
Die Vereinigten Staaten nutzen jedoch die iranischen Atomanlagen nur als Anlaß für v
iel weiter reichende Ziele:
Der Iran soll zu einer unbedeutenden Macht zurück gebombt werden, um Amerikas
Vormachtstellung im Mittleren Osten weiter auszubauen. Deshalb ist zu befürchten,
dass außer Atomanlagen, auch die Infrastruktur des Landes, wie 1991 im Irak, wicht
ige Versorgungseinrichtungen wie Ölraffinerien und militärische Ziele bombardiert we
rden sollen.
Durch Chaos und Zusammenbruch der Versorgung sollen Revolten der iranischen
Bevölkerung mit all ihren ethnischen Minderheiten provoziert, und das Islamische R
egime durch ein US-freundliches ersetzt werden. Nachdem sie in Afghanistan und I
rak militärisch präsent sind, zielen die USA auf die vollständige Kontrolle der Ölquelle
n und Transportrouten im gesamten Mittleren Osten.
Die US-Regierung scheut wegen eigener Hegemonialinteressen nicht davor zurück, den
Weltfrieden zu gefährden und einen Flächenbrand in der Region zu riskieren. Ein Kri
eg gegen Iran hätte fatale Konsequenzen nicht nur für die Völker im Mittleren und Nahe
n Osten sondern auch für Europa. Neue ethnische Konflikte, Bürgerkrieg zwischen Sunn
iten und Schiiten im Irak, Verwicklung Saudi-Arabiens und Syriens sind sehr wahr
scheinlich. Es muss auch mit der Blockade der Öltransportrouten und rasant steigen
den Ölpreisen gerechnet werden. Nur Arbeitslosigkeit und Attentate hätten Konjunktur
.
Nach den vielen Lügen Washingtons zur Rechtfertigung des Angriffskrieges gegen den
Irak braucht die US-Regierung für einen Krieg gegen Iran die moralische Legitimat
ion, wenn nicht gar die Unterstützung der EU-Staaten. Diese Legitimation und Unter
stützung darf es nicht geben!
Wir rufen daher Alle auf, sich mit Demonstrationen, Kundgebungen und Resolutione
n gegen den geplanten Angriffskrieg der USA zu wehren. Wir, als ein Teil des wel
tweiten Protestes, wenden uns auch gegen die Drohung mit Krieg als dem sogenannt
em "letzten Mittel". Krieg ist der große Terror. Wir wollen jedoch Deeskalation, N
ichtangriffsgarantien und Gewaltverzicht.
Von Bundesregierung und Bundeskanzlerin fordern wir mit Nachdruck:
Unterlassen Sie jegliche Droheskalation, die unweigerlich in einen Krieg ein
mündet. Schließen Sie jede deutsche Unterstützung für einen Krieg gegen den Iran und ers
t recht eine deutsche Beteiligung daran unmissverständlich und grundsätzlich aus. Se
tzen Sie sich auch innerhalb der EU hierfür ein.
Treten Sie ein für die Bildung einer Langzeit-Konferenz für Sicherheit und regio
nale Zusammenarbeit im Mittleren und Nahen Osten, die auch das Ziel verfolgt, do
rt - wie in der IAEO-Resolution vom 04.02.2006 hervorgehoben - eine Atomwaffenfr
eie Zone zu errichten, die Israel einschließt. Unternehmen Sie dafür schon jetzt ers
te Schritte.
Treten Sie dafür ein, dass Atomwaffenstaaten ihre Verpflichtung zur Abrüstung ih
rer Atomarsenale gemäß Artikel VI des Nuklearen Nichtverbreitungsvertrags endlich er
füllen.
Bundesausschuss Friedensratschlag / Kooperation für den Frieden
Anmerkungen
ErstunterzeichnerInnen:
Aachener Friedenspreis e.V., Franz Alt, Bundesausschuss Friedensratschlag, Andre
as Buro, Angelika Claussen, Hans-Peter Dürr, Ulrich Gottstein, Internationale Ärzte
für die Verhütung des Atomkrieges - Ärzte in sozialer Verantwortung e.V. (IPPNW - dt.
Sektion, der Vorstand), Heiko Kauffmann, Kooperation für den Frieden, Mohssen Mass
arrat, Oskar Negt, Netzwerk Friedenskooperative, Bernhard Nolz, Horst-Eberhard R
ichter, Clemens Ronnefeld, Horst Schmitthenner, Hans Christoph von Sponeck, Mani
Stenner, Peter Strutynski, Frank Uhe, Reinhard Voss, Peter Wahl, Konstantin Wec
ker.
03. März 2006
Presserechtlich verantwortlich: Andreas Buro / Mohssen Massarrat
Unterschriften mit Beteiligung an den Kosten für die Veröffentlichung als Zeitungsan
zeige (Einzelpersonen mind. 20,- EUR; Gruppen/Organisationen mind. 50,- EUR) bit
te senden an:
Kooperation für den Frieden
c/o Netzwerk Friedenskooperative
Römerstr. 88
53111 Bonn
Tel. 0228/692904
Fax: 0228/692906
iranaufruf@koop-frieden.de
Spenden
Förderverein Frieden e.V.
Konto-Nr. 33035
Sparkasse Bonn
BLZ 380 500 00
Stichwort: Iranaufruf
Eine gemeinsame Aktion des Bundesausschuss Friedensratschlag
und der Kooperation für den Frieden
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Motive der Konfliktparteien im Iran-Atomkonflikt
306 februar 2006
transnationales / antimilitarismus
>> 306 februar 2006
Motive der Konfliktparteien im Iran-Atomkonflikt
Das Scheitern der EU-Diplomatie und Alternativen zu einem neuen Krieg
Am 17. Januar 2006 forderte die Europäische Union (EU) in ihrem Resolutionsentwurf
für die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) die Überweisung des Atomstreits mit
dem Iran an den UN-Sicherheitsrat. Die drei EU-Staaten Deutschland, Frankreich u
nd Großbritannien hatten sich somit der Forderung der USA nach Einschaltung des Si
cherheitsrates angeschlossen. Sie reagierten damit auf die Ankündigung der Wiedera
ufnahme von Forschungsarbeiten zur Urananreicherung im Iran. Mit der Überweisung d
es Streitfalls an den Sicherheitsrat wäre der Weg zu Sanktionen gegen den Iran fre
i. Am 19. Januar drohte Frankreichs Präsident Chirac gar mit dem Einsatz von Nukle
arwaffen. Nachdem die GWR 305 einen Schwerpunkt zum Iran hatte, vertiefen wir nu
n das Thema. Prof. Dr. Mohssen Massarrat hat uns den folgenden Artikel zum Abdru
ck angeboten. Seine bereits am 5. Dezember 2005 verfasste Analyse ist ein wichti
ger Beitrag zur Diskussion. Wir veröffentlichen sie leicht gekürzt (GWR-Red.).
Der Iran-Atomkonflikt wird in der öffentlichen Debatte überwiegend darauf zurückgeführt,
dass das iranische Atomprogramm nicht nur energiepolitische, sondern auch militär
ische Ziele verfolgt und dass die "internationale Gemeinschaft" aus Sorge um die
Nicht-Weiterverbreitung von Atomwaffen Iran zu einer Änderung seiner Atompolitik
bewegen will. In der Logik dieser Konfliktbeschreibung liegen auch Schlussfolger
ungen, die einen Gewalteinsatz als Mittel zur Konfliktlösung legitimieren: "Sollte
Teheran nicht zu mehr Flexibilität bereit sein", so Oliver Thränert von der Stiftun
g Wissenschaft und Politik, "dürfte es kaum eine andere Möglichkeit geben, als zu ve
rsuchen, durch Beschlussfassung des UN-Sicherheitsrates Iran auch mit nicht-koop
erativen Mitteln von seinen allem Anschein nach bestehenden Absichten, sich eine
Atomwaffenoption zu verschaffen, abzubringen." (1)
Diese, letztlich einen Krieg befürwortende Position, die inzwischen leider in Euro
pa zur Mainstream-Position geworden ist, ist empirisch einseitig und unterschlägt
die vielschichtigen Motive und Interessenlagen auf beiden Seiten des Konflikts.
Der Iran verfolgt mit seinem Atomprogramm energiepolitische, sicherheitspolitisc
he sowie wirtschafts- und technologiepolitische Ziele mit national-symbolischer
Bedeutung. Der Westen verfolgt dagegen einerseits das Ziel zu verhindern, dass d
er Iran eine regionale Atommacht wird. Andererseits kristallisiert sich auch her
aus, dass sich hinter dem Vorwand der Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen eine
Strategie der flächendeckenden Weiterverbreitung von Atomenergie und Interessen d
er internationalen Nuklearindustrie verbirgt. Im Folgenden sollen zunächst die Mot
ive und Interessen beider Seiten näher erläutert und dann Alternativen zum Gewaltein
satz und Krieg skizziert werden.
Energie- und nukleartechnologische Motive
Das iranische Energieministerium prognostiziert bis 2025 den Bedarf einer Kraftw
erkskapazität von 100.000 Megawatt, die gegenwärtige Kapazität beträgt ca. 40.000 MW. Di
eser Bedarf wird mit steigender Bevölkerungszahl und wachsendem Lebensstandard beg
ründet. Zur Deckung des wachsenden Strombedarfs seien - so die iranische Regierung
- demzufolge 15 bis 20 Atomkraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 20.000 MW erf
orderlich. Anderenfalls wäre der Iran gezwungen, bald die gesamte Öl- und Gasprodukt
ion für den einheimischen Verbrauch einzusetzen (gegenwärtig beträgt dieser Anteil 40%
), mit der Folge, dass seine Deviseneinnahmen auf Null sinken würden. Diese doch b
eträchtliche nukleare Kraftwerkskapazität setze - so Teheran - einen eigenständigen ir
anischen Brennstoffkreislauf, d.h. die Herstellung von yellow cake, die Erzeugun
g des gasförmigen Uranhexafluorid (UF6) und schließlich die Urananreicherung auf 3%
voraus. Nur so könne langfristig die eigene energiepolitische Unabhängigkeit und Sic
herheit garantiert werden.
Mit einer ähnlichen Argumentation schuf 1975 das mit den USA verbündete Schah-Regime
- seinerzeit mit Zustimmung und Unterstützung von USA und Europa - das iranische
Atomprogramm, das schon damals den vollständigen Brennstoffkreislauf einschloss. 1
981 - nach der islamischen Revolution, die 1979 stattfand - beschloss die neue i
slamische Führung, das nukleare Programm des alten Regimes weiterzuführen.
Inzwischen sind ca. 4.000 Ingenieure und Wissenschaftler in der iranischen Nukle
arindustrie beschäftigt, die - ganz in Übereinstimmung mit der Propaganda der europäis
ch-amerikanischen Nuklearindustrie - den Atomstrom als die einzige Alternative z
u erschöpfbaren fossilen Energiequellen erklären und dafür plädieren, die Atomenergie zu
m zweiten Standbein der iranischen Energieversorgung zu machen. (2)
Die Prognosen zum Strombedarf entsprechen den Wünschen iranischer Atomenergieexper
ten, die genauso willkürlich und unbegründet sind wie die Strombedarfsprognosen der
deutschen Atomindustrie vor 30 Jahren.
Erstens werden in dieser Prognose die technologischen Möglichkeiten zur Steigerung
der Energieeffizienz und Absenkung des Bedarfs in großem Umfang nicht berücksichtig
t. (3)
Zweitens wird die Perspektive der Nutzung von regenerativen Energiequellen, dere
n Potentiale im Iran beträchtlich sind, als Alternative zur Nuklearenergie und ein
zweites Standbein neben den fossilen Energiequellen systematisch ausgeblendet.
Die USA und die EU haben bisher weder die iranischen Strombedarfsprognosen, und
damit die angepeilte nukleare Kraftwerkskapazität, in Frage gestellt, noch von sic
h aus die Alternative regenerativer Energietechnologien für Irans Energieversorgun
g ins Spiel gebracht. Ganz im Gegenteil erklärte sich die EU in ihrem Angebot vom
8. August 2005 (4) bereit, Iran beim massiven Ausbau der Atomenergie zu unterstütz
en, allerdings mit der Bedingung eines dauerhaften iranischen Verzichts auf Uran
anreicherung.
Diese Bedingung liefe aus iranischer Sicht darauf hinaus, die für die Sicherheit d
er Energieversorgung sensibelste Stufe der nuklearen Energieerzeugung ins Auslan
d zu verlagern und sich in eine dauerhafte Abhängigkeit zu begeben. Alle Fraktione
n der iranischen Elite lehnen dieses Ansinnen ab: "Wir wollen", so die überwiegend
e Ansicht der Regierung und des Parlaments "die Abhängigkeit von eigenen fossilen
Energiequellen reduzieren, aber nicht um den Preis einer neuen energiepolitische
n Abhängigkeit, und dazu noch einer Abhängigkeit vom Ausland bzw. von Staaten, die u
ns nicht freundlich gesinnt sind".
Tatsächlich wäre der Iran dadurch jederzeit erpressbar, und seine kostspieligen Atom
anlagen wären im Konfliktfall keinen Pfifferling mehr wert. Teheran wirft den USA
und der EU vor, unter dem Vorwand der Nicht-Weiterverbreitung von Atomwaffen die
Weiterverbreitung und den flächendeckenden Export von Atomkraftwerken absichern u
nd entgegen den Bestimmungen des Atomsperrvertrages (NPT) zwei Klassen von Staat
en mit unterschiedlichen Rechten schaffen zu wollen. (5)
Präzedenzfall Iran
Die Annahme ist nicht abwegig, dass im Süden eine von der internationalen Nukleari
ndustrie, hauptsächlich der US-Nuklearindustrie, abhängige Energieversorgung etablie
rt werden soll. Angesichts der weltweit steigenden Energienachfrage, der sinkend
en fossilen Energieressourcen und der Notwendigkeit zur Reduktion von CO2 rechne
t die internationale Nuklearindustrie mit einer Renaissance der Atomkraftwerke,
zumal vor allem die US-Nuklearindustrie Prototypen von Mini-AKWs entwickelte, di
e auch in ländlichen Gebieten dezentral installiert werden könnten.
Doch diese langfristig angelegte Strategie der Weiterverbreitung von Atomenergie
erfordert gleichzeitig eine überzeugende neue Strategie der Nicht-Weiterverbreitu
ng von Atomwaffen, zumal NPT sich dazu als lückenhaft erwiesen hat. In diesem Kont
ext ist es naheliegend, durch Iran notfalls auch mittels Gewalteinsatz den Präzede
nzfall für zwei Klassen von Staaten mit unterschiedlichen Rechten zu schaffen: Ers
tens die Industriestaaten mit allen rechtlichen Möglichkeiten der AKW-Produktion u
nd des weltweiten Exports. Und zweitens die Länder des Südens, denen die Rolle zugew
iesen wird, die AKWs importieren zu dürfen, im Übrigen aber von fremder Brennstoffve
rsorgung, und damit der Nuklearindustrie der Industrieländer, de facto langfristig
abhängig zu werden.
Für diese Annahme spricht, dass im 35-seitigen EU-Angebot an den Iran die Handschr
ift der internationalen Nuklearindustrie nicht zu übersehen ist. Die EU-Staaten De
utschland, Frankreich und England vermieden es in diesem Angebot, dem Iran zur D
eckung der Bedarfslücke anstelle von Atomtechnik als zweites Standbein regenerativ
e Energietechnologien anzubieten, obwohl ein derartiges Angebot dem Unabhängigkeit
sargument der iranischen Seite Rechnung tragen und dem iranischen Atomprogramm a
uf glaubwürdige Weise die energiepolitische Legitimation entziehen würde.
Es ist unbegreiflich, warum ausgerechnet der (ehemalige) grüne Außenminister und die
(ehemalige) rot-grüne Bundesregierung es versäumt haben, die regenerative Energieal
ternative wenigstens ins Spiel zu bringen, zumal nur diese Alternative auch die
sicherste Garantie dafür darstellt, die Weiterverbreitung von Atomwaffen zu verhin
dern.
Indem die drei EU-Staaten diese Alternative bisher an keiner Stelle erwähnen und a
usschließlich die Atomenergie in den Vordergrund stellen, setzen sie sich dem Verd
acht aus, den Iran-Konflikt für die Sanierung der internationalen Nuklearindustrie
instrumentalisieren zu wollen.
Das sicherheitspolitische Motiv
Der Iran ist eine regionale Mittelmacht, sicherheitspolitisch aber der militärisch
en Überlegenheit seiner strategischen Hauptgegner, nämlich der Hegemonialmacht USA u
nd dem Ministaat Israel gleichermaßen, hoffnungslos ausgeliefert. Nicht nur die ge
genwärtige islamische Regierung, sondern auch eine demokratisch säkulare Regierung w
ird sich mit dem bestehenden "Sicherheitsdilemma" nicht abfinden.
Irans Nachbarstaaten Pakistan und Russland sind Atomstaaten, Israels Atomwaffen
(200 bis 300 Atomsprengköpfe und alle dazu erforderlichen Trägersysteme) stellen für d
en Iran eine aktuelle Bedrohung dar. Hinzu kommt die militärische Einkreisung Iran
s durch die USA von allen vier Himmelsrichtungen.
Die EU ignorierte in ihrem Angebot Ende August diese Realität völlig. Ihr Angebot, a
uf eine Bedrohung Irans mit britischen und französischen Atomwaffen zu verzichten,
ist ein Hohn und eine Beleidigung für die Intelligenz des iranischen Militärs und d
er Sicherheitsberater.
Obgleich die iranische Regierung wohlweislich jegliches Junktim zwischen ihrem A
tomprogramm und dem Sicherheitsdilemma vermeidet, ist nicht von der Hand zu weis
en, dass Irans Militär auf die Atomwaffenoption drängt. Der geplante Schwerwasserrea
ktor in der Nähe der Stadt Arak, der für die Produktion von waffenfähigem Plutonium ge
eignet ist, sowie das Programm zum Ausbau von Trägerraketen lassen auf die Absicht
schließen, sich die technologischen und wissenschaftlichen Kapazitäten für die militäri
sche Option zu verschaffen.
Dabei geht es dem Iran um die Herstellung der Balance of Power und eines Gleichg
ewichts des Schreckens, getreu den international immer noch vorherrschenden sich
erheitspolitischen Doktrinen. Israel ist dagegen entschlossen, die atomare Vorma
chtstellung im Mittleren und Nahen Osten unter keinen Umständen aus der Hand zu ge
ben und gegnerische Nuklearprojekte, wie 1981 in Irak, präventiv zu zerstören. Schen
kt man einer informativen Spiegel-Titelgeschichte Glauben, stand Israel tatsächlic
h auch bereits zwei Mal kurz davor, Atombomben gegen arabische Nachbarn einzuset
zen: 1973 im Yom-Kippur-Krieg und 1982 zu Beginn des Libanonkrieges. (6) Die USA
und offensichtlich auch die EU wollen, dass Israel seine atomar gestützte militäris
che Vormachtstellung behält. "Viele Menschen begreifen nicht hinreichend", sagte J
oschka Fischer als deutscher Außenminister in einem Zeit-Interview "warum Israel e
ine Position der militärischen Überlegenheit braucht." (7)
Wer aber von Israels militärischer Stärke spricht, der meint natürlich auch dessen Ato
mwaffenarsenal und nimmt in Kauf, dass Israel gegebenenfalls davon Gebraucht mac
ht. Als moralische Rechtfertigung dafür wird auf das Existenzrecht des jüdischen Sta
ates und auf die Rhetorik führender Politiker der Region, wie jüngst die inakzeptabl
e Äußerung des iranischen Staatspräsidenten Ahmadinedschad: "der Schandfleck wird ohne
Zweifel aus dem Schoß der islamischen Welt verschwinden", hingewiesen.
Das Monopol an Atomwaffen macht Israel einerseits militärisch unangreifbar, es bed
roht gleichzeitig aber alle anderen Staaten in der Region und zwingt diese dazu,
sich ebenfalls Atomwaffen zu beschaffen. Dadurch wird Israels Bevölkerung zur Gei
sel einer permanenten Angst und Unsicherheit, dass es irgendeinem Staat der Regi
on doch noch gelingen könnte, den jüdischen Staat mit Atomwaffen oder anderen Massen
vernichtungswaffen zu bedrohen. Aus dieser Perspektive sind Israels Atomwaffen d
ie schlechteste aller Optionen, um sein Existenzrecht zu garantieren. "Zu viel m
ilitärische Macht bringt nicht automatisch mehr Sicherheit, sondern gefährdet sie eh
er", lautet der Lehrsatz des neoklassischen Realismus, der vor dem Hintergrund d
es atomaren Overkills im Ost-West-Konflikt formuliert und als allgemein gültig ane
rkannt worden ist.
Der Verdacht liegt nahe, es geht den Vereinigten Staaten bei ihrer Mittelost-Pol
itik nicht in erster Linie um die Verteidigung der Existenz Israels, sondern dar
um, die Existenzängste der israelischen Bevölkerung für eigene geopolitische Ziele in
einer der sensibelsten Regionen der Welt zu instrumentalisieren. Ein Zustand der
Unsicherheit, der Instabilität und der permanenten gegenseitigen Bedrohung liefer
t einen permanenten Grund für Parteinahme, Einmischung und schließlich auch militärisc
he Interventionen, die den eigenen geopolitischen Interessen dienlich sind.
Symbolisches Motiv: Atomprogramm als nationales Projekt
Das energiepolitische Motiv Irans deckt sich weitgehend mit seinem sicherheitspo
litischen Motiv. Atomenergieexperten wähnen sich im Bündnis mit den Technokraten und
der militärischen Elite der islamischen Republik. Doch es geht um mehr: Es geht u
m die Mobilisierung aller, auch der regimekritischen Iraner für ein vermeintlich n
ationales und Identität stiftendes Projekt.
Inzwischen ist das Atomprogramm tatsächlich für alle politischen Fraktionen im Iran,
für Reformer wie für die Konservativen, auch für die studentische Opposition, die für D
emokratie und den säkularen Staat eintritt, zu einem symbolischen nationalen Proje
kt geworden, an dessen Fundamenten gegenwärtig niemand rütteln kann und will.
Irans ehemaliger Staatspräsident und Reformer Khatami verteidigte das nukleare Pro
jekt, da es "unseren nationalen Interessen, unserer nationalen Ehre, unserer Zuk
unft entspricht und unser Fortschritt davon abhängt". Noch deutlicher legt sich de
r konservativ orientierte Teil der iranischen Elite um den neuen iranischen Präsid
enten auf das nukleare Projekt fest. "Der nukleare Brennstoffkreislauf", sagte d
er neue Chef von Irans Nationalem Sicherheitsrat, Larijani, "ist ein Recht und z
ugleich auch ein Bedürfnis, ... kein Volk kann am Zugang zu dieser Technologie geh
indert werden. Dabei dürfen wir nicht übersehen, Ahmadinedschad siegte und übernahm di
e Macht, weil er die Idee und das Ziel für Iran verfolgte, diese Technologie zu be
herrschen und den erreichten Stand zu verteidigen. Er fühlt sich diesem Anliegen n
achhaltig verpflichtet. Damit ist dieses Projekt eine nationale Idee und ein nat
ionales Ziel geworden. Es ist ein großer Fehler des Westens, dass er diese allgeme
in verbreitete Auffassung der Iraner ignoriert." (8)
Die Parallele zwischen Mossadeghs Projekt der Nationalisierung der iranischen Ölin
dustrie vor 55 Jahren und dem nuklearen Projekt liegt auf der Hand. Mossadeghs P
rojekt trug tatsächlich zum Nationalbewusstsein und zum Souveränitäts- und Freiheitsge
fühl im modernen Iran bei. Die kollektive Erinnerung daran, dass es die USA und Gr
oßbritannien waren, die vor über einem halben Jahrhundert Mossadeghs Projekt der Nat
ionalisierung des Erdöls gewaltsam zu Fall brachten, bestätigt viele Iraner in der A
uffassung, dass es dem Westen auch diesmal darum geht, Irans Souveränität aushebeln
zu wollen, und dass so wie damals die eigenständige Ölindustrie nun heute die Schaff
ung einer eigenständigen Nuklearindustrie im Iran verhindert werden soll.
Doch kann das nukleare Projekt seine symbolische Funktion genauso schnell wieder
verlieren, wie sie entstanden ist. Das nukleare Projekt verschlingt beträchtliche
Ressourcen des Landes und ist ökonomisch nicht tragfähig. Es schafft mehr Abhängigkei
t und Konflikte, ohne für Irans Energiebedarf einen nennenswerten Beitrag zu leist
en.
Wie wahrscheinlich ist ein neuer Krieg?
Die islamische Regierung hat sich auf das Recht zur Urananreicherung und die Beh
errschung des gesamten Brennstoffkreislaufs festgelegt. Ein Abweichen von diesem
Ziel ohne objektive Sicherheitsgarantien zur Überwindung von Irans Sicherheitsdil
emma und ohne nachvollziehbare Antworten für die Möglichkeit einer selbstständigen Ene
rgieversorgung scheint so gut wie ausgeschlossen zu sein.
Einseitige Forderungen ohne seriöse Gegenleistungen, wie das EU-Angebot vom 8. Aug
ust 2005 (9), sind zum Scheitern verurteilt. Auch die USA bestehen entsprechend
der oben dargestellten ökonomischen, sicherheits- und geostrategischen Motive weit
erhin auf ihrem Standpunkt, Iran zu einem Verzicht auf Urananreicherung zu zwing
en. Die EU-Diplomatie ist gescheitert und befindet sich inzwischen im Schlepptau
der amerikanischen Iran-Politik. Auch der russische Vorschlag, die Urananreiche
rung auf russischem Boden durchzuführen, dürfte an der Absicht Teherans scheitern, s
ich wegen der Atomstromproduktion nicht vom Ausland abhängig machen zu wollen.
Durch die Logik vom scheinbar unauflösbaren Gegensatz zwischen den Konfliktparteie
n gerät eine weitere Konfliktzuspitzung - letztlich auch ein Krieg - immer mehr in
den Bereich der Wahrscheinlichkeit, und dies trotz der massiven Rückschläge für die U
SA und die Neokonservativen im Irak.
Die US-Regierung glaubt, ohne Bodentruppen und durch die Zerstörung von Irans Atom
anlagen aus der Luft die iranische Bedrohung abzuwenden und dabei im Unterschied
zum Fall Irak die Weltöffentlichkeit auf ihrer Seite zu haben.
Washington verfügt über detaillierte Planungen für einen Luftangriff gegen iranische A
tomanlagen. Seymour Hersh, die Koryphäe im investigativen Journalismus der USA, en
thüllte im ebenso renommierten wie vorsichtigen "New Yorker" Mitte Januar 2005 die
Angriffsabsichten der US-Neokonservativen.
"Bei meinen Recherchen während der beiden vergangenen Monate wurde ich allerdings
mit viel undiplomatischeren Auffassungen konfrontiert. Die Falken in der Regieru
ng rechnen damit, dass sich schon bald das Scheitern der europäischen Vermittlungs
bemühungen mit Teheran herausstellen wird." Dann sei der Zeitpunkt gekommen, an de
m die US-Regierung zur Tat schreiten müsse. "Wir reden hier nicht über irgendwelche
Positionspapiere des Nationalen Sicherheitsrats", betonte der frühere Spitzenagent
. "Über diese Hürde sind die längst hinweg. Es geht nicht mehr darum, ob sie irgendetw
as gegen Iran unternehmen. Sie werden es tun." (Hersh in: Der Spiegel 4/2005)
Scott Ritter, ehemaliger Irak-UN-Beauftragter, will von der dezidierten Absicht
der USA wissen, Iran durch eine Resolution im UN-Sicherheitsrat verpflichten zu
wollen, der IAEA sowohl die Kontrolle seiner nuklearen wie auch aller militärische
n Einrichtungen zu jedem Zeitpunkt und ohne Voranmeldung zu erlauben. Da jedoch
der Iran - wie vorauszusehen ist - eine derart weitreichende Resolution als Angr
iff auf die eigene Souveränität auffassen und daher zurückweisen würde, fühlte sich die US
-Regierung hinreichend legitimiert, mit oder auch ohne Zustimmung des Sicherheit
srates gegen den Iran Krieg zu führen (10) und z. B. Irans nukleare und militärische
Anlagen aus der Luft zu bombardieren.
Daniel Ellsberg, der durch die Veröffentlichung von Geheimdokumenten des Pentagons
zum Vietnamkrieg zum vorzeitigen Ende des Krieges beitrug, hält es für wahrscheinli
ch, dass die US-Regierung einen Luftkrieg gegen den Iran unternehmen wird, und z
war zu einer Zeit, die ihr politisch geeignet erscheint. (11)
Glaubte man den Aussagen in dem Unternehmenskreisen nahestehenden Magazin "Vertr
auliche Mitteilungen aus Politik, Wirtschaft und Geldanlage", dann hätten US-Unter
händler bereits im Oktober 2005 mit den Vertretern wichtiger Industrienationen und
internationaler Finanzinstitutionen Stützungsmaßnahmen für Börsen- und Währungskurse vere
inbart, die im Falle eines Krieges gegen den Iran ergriffen werden sollten. Dabe
i ginge es vor allem darum zu verhindern, dass der US-Dollar seine Funktion als Öl
-Leitwährung verliert. "Die Gesprächsteilnehmer wurden instruiert, dass das Eingreif
en der USA im März 2006 erforderlich werden könnte. Die Planungen gehen offenbar von
einem möglichen Angriff zu diesem Termin aus." (12)
Indizien für eine Art psychologische Kriegsvorbereitung erhärten die Annahme ernstha
fter Kriegsabsichten der Vereinigten Staaten. Dazu gehört die systematische Stigma
tisierung Irans als unglaubwürdige Konfliktpartei. Die in den neunziger Jahren beg
angenen Rechtsbrüche werden immer wieder aufgefrischt, obwohl Irans Atomanlagen in
zwischen zu den weltweit bestkontrollierten gehören. Zu beobachten sind auch die s
ystematischen "Enthüllungen", die das Unglaubwürdigkeitsstigma festigen sollen.
Im November 2005 wurde die Meldung der Entdeckung eines Laptops mit geheimen Det
ails lanciert. Tatsächlich liegt dieser Laptop dem CIA aber bereits seit einem Jah
r vor und enthält keineswegs derart hochstilisierte Geheiminformationen.
Ein fünfseitiges Dokument mit Zeichnungen zum Bau von Atombomben wurde ebenfalls i
m November als neue Enthüllung deklariert. Tatsächlich hatte aber der Iran selbst di
eses Dokument der IAEA übergeben. (13) Besonders gravierend ist die Umkehrung der
Beweislast für den Iran, keine Absicht zum Bau von Atombomben zu hegen. Da jeglich
e iranische Beteuerung in Zweifel gezogen werden kann, dürfte der Iran immer auf d
er Anklagebank sitzen. Zu den psychologischen Kriegsvorbereitungen gehören auch di
e periodisch aufgestellten Behauptungen, der Iran sei für das Chaos im Irak mitver
antwortlich, weil er die Terroristen unterstütze und mit der Al Kaida zusammenarbe
ite.
Die Rolle der EU und Alternativen zu einem neuen Krieg
Die EU-Diplomatie scheiterte nicht nur an Teheran, sondern auch an Washington.
Durch die Ablehnung jedweder, für Iran unverzichtbarer Sicherheitsgarantien hatte
Washington die EU-Diplomatie in der Hand und ließ sie mit der Absicht, den Fall vo
r den UN-Sicherheitsrat zu bringen und selbst den weiteren Ablauf in die Hand zu
nehmen, scheitern. Den EU-Drei Deutschland, England und Frankreich bleibt jetzt
- sofern sie sich aus der Iran-Falle der USA nicht herauslösen - keine andere Wah
l, als der US-Taktik im Sicherheitsrat zu folgen und schließlich auch einen Luftkr
ieg der USA moralisch zu legitimieren. Auch Russland, das sich bisher gegen eine
mögliche Resolution des Sicherheitsrates gewandt hat, droht angesichts eines vora
ussehbaren Scheiterns seiner Initiative das gleiche Schicksal wie der EU, der US
-Eskalationsstrategie nichts mehr entgegensetzen zu können.
Mögliche Alternativen zu einem drohenden Krieg sind allesamt komplex und erscheine
n sogar mehr oder weniger als utopisch. Aber es gibt sie, und es kommt darauf an
, sie von der visionären auf eine politisch-praktische Ebene zu bringen:
Erstens die multilaterale Kontrolle sämtlicher Atomanlagen in Industrie- und Entwi
cklungsländern entsprechend des Vorschlags von El Baradei, und damit die völkerrecht
liche Gleichstellung aller Staaten. Dieser Weg wäre konsequent und auch ein entsch
eidender Schritt in Richtung einer weltweiten Abrüstung von Atomwaffen. Allerdings
muss damit gerechnet werden, dass kein Atomwaffenstaat sich darauf einlassen wi
rd, und dass damit dieser Weg vorerst keine Antwort auf den Atomkonflikt mit Ira
n liefert.
Zweitens die multilaterale Kontrolle der Urananreicherungsanlagen Irans und auch
anderer Schwellenländer mit einem Atomprogramm auf internationalem Boden, wie vom
SIPRI vorgeschlagen worden ist. Auf eine derartige Möglichkeit würden sich der Iran
und auch andere Länder nicht einlassen, da sie letztlich dazu führen würde, zwei Klas
sen von Staaten mit unterschiedlichen Rechten zu schaffen. Die Abhängigkeit vom Au
sland bliebe bei dieser Alternative bestehen, eine objektive Sicherheitsgarantie
für die dauerhafte Lieferung von nuklearen Brennstäben könnte die UN letztlich nur im
Falle eines UN-Gewaltmonopols geben. Andernfalls besteht immer die Möglichkeit, d
ass die USA oder andere Staaten die Brennstofflieferung militärisch verhindern. Zu
dem macht dieser Vorschlag den Weg für eine flächendeckende Weiterverbreitung von At
omkraftwerken in den Entwicklungsländern frei. Darüber hinaus gibt dieser Weg keine
Antwort auf Irans Sicherheitsdilemma und die Abrüstung im Nahen und Mittleren Oste
n.
Drittens der Vorstoß zu konkreten Schritten für ein System der gemeinsamen Sicherhei
t und Zusammenarbeit im Mittleren und Nahen Osten analog zum KSZE-Prozess mit de
m Ziel der Schaffung einer atomwaffenfreien Zone in der gesamten Region. Dies is
t zwar auch kein einfacher Weg, aber er verspricht größere Realisierungschancen und
ist gleichzeitig auch eine zukunftsfähige Antwort auf viele andere grenzüberschreite
nde Konfliktfelder, wie z.B. territoriale Streitigkeiten, ethnische Konflikte, g
renzüberschreitende Nutzung von Energiequellen und Gewässern etc. Die USA werden sic
herlich über einen derartigen Vorstoß nicht glücklich sein. Dagegen ist die Perspektiv
e eines befriedeten Mittleren und Nahen Ostens für Europa in vieler Hinsicht von e
xistenzieller Bedeutung. Auch Russland und China hätten keinen konkreten Anlass, d
agegen zu sein, und dürften einen Vorstoß in diese Richtung wahrscheinlich unterstütze
n. Die EU ist die einzige politische und moralische Kraft, mit diesem Vorschlag
aufzuwarten und ihn mit konkreten Schritten zu koppeln. Dazu gehört die Einberufun
g einer baldigen regionalen Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit, die seriös
vorbereitet und demnächst durchgeführt werden müsste. Damit wird nicht zuletzt Iran si
gnalisiert, sein Sicherheitsdilemma ernst zu nehmen, so dass auch der Iran sich
aller Wahrscheinlichkeit nach bis auf Weiteres zu einem Verzicht auf Urananreich
erung bereit erklären könnte.
Dieser Vorstoß müsste, um innerhalb von Europa akzeptanzfähig zu sein und auch Israels
vermutlich massive Gegnerschaft abzumildern, mit konkreten Vorschlägen sowie unzw
eifelhaften und objektiven Sicherheitsgarantien für die Existenz Israels z.B. durc
h die USA und die EU gekoppelt sein. (14)
Die EU sollte dem Iran gleichzeitig auch den Vorschlag unterbreiten, ihm regener
ative Energietechnologien zu liefern und das Land bei der Etablierung eines zuku
nftsfähigen und umweltfreundlichen zweiten Standbeins zur Energieversorgung zu unt
erstützen. Dieser Weg öffnet ein neues Fenster des Friedens und setzt mit der Perspe
ktive zur Schaffung einer Organisation der regionalen Sicherheit und Zusammenarb
eit im Mittleren und Nahen Osten (OSZMNO) einen Prozess in Gang, dem sich auf Da
uer kein Staat der Region, weder der Iran noch Israel, wird verschließen können.
Mohssen Massarrat
Anmerkungen
Dr. Mohssen Massarrat ist Professor für Politik und Wirtschaft am Fachbereich Sozi
alwissenschaften der Universität Osnabrück mit den Forschungsschwerpunkten Mittlerer
und Naher Osten, Energie, Friedens- und Konfliktforschung, Nord-Süd-Konflikt.
Eine ungekürzte Fassung dieses Artikels findet sich auf der Homepage des Friedensr
atschlags Kassel: www.uni-kassel.de/fb5/frieden/rat/2005/massarrat.html
(1) Thränert, Oliver, 2005: Das iranische Atomprogramm, in: Aus Politik und Zeitge
schichte 48/2005
(2) Diese einflussreiche Gruppe kann die iranische Regierung für ihre Ziele sogar
unter Druck setzen. Das Atomprogramm hat mittlerweile insofern auch den Zweck, d
ie große Expertenschar weiterzubeschäftigen, um so ihre Auswanderung nach Europa und
vor allem in die USA zu verhindern, wo die meisten von ihnen ausgebildet wurden
.
(3) Vgl. Massarrat, Mohssen, 2004: Iran's energy policy: Current Dilemmas and Pe
rspective for a sustainable energy policy, in: International Journal of Environm
ental Science and Technology, Vol. 1, Nr. 3/2004.
(4) Vgl. dazu IAEA-Information Circular: Framework for a long-term agreement bet
ween the Islamic Republic of Iran and France, Germany & the United Kingdom, with
the support of the high representative of the European Union, 8.August 2005 (ww
w.bits.de Iran-Archiv).
(5) Safdari, Cyrus, 2005: Die iranische Sicht der Dinge. Teheran verteidigt sein
Recht auf zivile Nutzung der Atomenergie, in: LE MONDE diplomatique, November 2
005.
(6) Der Spiegel, 5/2004.
(7) Die Zeit vom 12. Mai 2005.
(8) Shargh (persischsprachige Tageszeitung) vom 9. August 2005.
(9) Vgl. auch Caroline Pailhe "Troika der Unentschlossenen", in: Le Monde diplom
atique vom November 2005. Sie zitiert einen EU-Diplomaten, der das EU-Angebot al
s "eine hübsche leere Schachtel, eingewickelt in viel Geschenkpapier" charakterisi
erte.
(10) Ritter, Scott, 11. September 2005, Website des Autors.
(11) Interview mit der TAZ vom 17. November 2005.
(12) Vertrauliche Mitteilungen aus Politik, Wirtschaft und Geldanlage vom 8. Nov
ember 2005, Nr. 3840.
(13) Ottfried Nassauer, Direktor des Berliner Informationszentrum für transatlanti
sche Beziehungen.
(14) Dieser Vorschlag beruht auf Überlegungen des Verfassers in "Blätter für deutsche
und internationale Politik", 1/2005, S. 25-28; derselbe: Der Konflikt um Irans A
tomprogramm, in: "FriedensForum", 1/2005, und derselbe: Hand in Hand in den Krie
g?, in: "Blätter für deutsche und internationale Politik", 11/2005