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BONSAI

TECHNIK

John Yoshio Naka


VERLAG BONSAI CENTRUM
Titel der amerikanischen Auflage
Bonsai Techniques 1
erschienen im Bonsai Institute of Califomia
deutsche Übersetzung von Benedikt Lesniewicz
4. Auflage 2009
(C) 1973 by John Yoshio Naka, USA
© der deutschen Übersetzung 1985:
Verlag Bonsai Centrum

gedruckt 2009 in Germany


ISBN: 3-924982-00-7
ISBN: 978-3-924982-00-3

Vertrieb: Bonsai Zentrum Geßner


www.bonsai-zentrum.com
Symbol

Das Zeichen ist als KEN-UME-BACHI


bekannt. Es handelt sich um das Fami-
lienwappen der Nakas. Wie der Name an-
deutet, ist das Zeichen zusammengefügt
aus fünf KEN oder Schwertern und den
fünf Blütenblättern von UME oder Pru-
nus mume, einer Spezies der Japanischen
Aprikose. UME, geschätzt wegen ihrer
Einfachheit, ist im Osten ein traditionelles
Symbol für Tapferkeit, weil die Aprikose
als eine der ersten Bäume nach den stren-
gen Winterfrösten blüht. KEN symboli-
siert das Streben nach umfassender Er-
kenntnis, die Meisterschaft in der Kunst
und den Geist der Samurai.
Inhalt

Werkzeuge und Material für die Bonsai-Gestaltung und -Pflege 1

Weitere Materialien 13
Pflege des Werkzeugs und des Geräts 14

Allgemeine Einführung in die Bonsaikunst 15

Hinführung zur Grundform, der streng aufrechten Form 18


Fehlerhafte Wurzeln 29

Interessante Wurzeln 31
Fehlerhafte Stämme 34

Interessante Stämme 37

Fehlerhafte Baumspitzen 39

Fehlerhafte Äste 41

Schneiden der Äste und Wurzeln 42

Kürzen oder Entfernen der Zweige, Triebe oder Knospen 48


Blattschnitt oder Entlauben 53
Entfernen von Nadeln oder Blättern 55

Künstliches Altern oder JIN, SHARI und SABAMIKI 56

Draht und Drahten 63


Formen der Äste 74

Behandlung eines gebrochenen Astes 79


Beachtenswertes vor und nach dem Drahten 80
Inhalt

Entfernen des Drahtes 81

Wahl der Schale 82


Mischung der Bonsai-Erde 88
Tabelle für die Erdmischung 90

Umpflanzen 97
Bonsaibord (BONSAI-TANA) 103
Wässern 104
Moos 105
Düngen 106
Tägliche Pflege 110

Tabelle der Umpflanz-Zeiten 117

Bonsai-Größen 121

Bonsai-Formen 123

Beispiele der streng aufrechten Form (CHOKKAN) 125


Beispiele für den geneigten Stamm (SHAKAN) 131
Beispiele von laubabwerfenden und immergrünen Bonsai 134
Gestaltung der Besenform (HOKI-ZUKURI) 137
Beispiele für die frei aufrechte Form (MOYOGI) 140
Gestaltung eines Schwarzkiefer-Bonsai 143
Pflege eines Schwarzkiefer-Bonsai 150
Inhalt

Beispiele für die windgepeitschte Form (FUKINAGASHI) 153

Beispiele für die Kaskaden-Form (KENGAI) 157

Beispiele für die Trauerweiden-Form (SHIDARE-ZUKURI) 161

Gestaltung der Trauerweiden-Form 163

Monatliche Pflege 167

Vermehrung für Bonsai 186

Sammeln von geeigneten Pflanzen 198

Ausgraben eines Kalifornisehen Wacholder 199

Beispiele für den Doppelstamm (SOKAN) und den Zwillingsstamm (SOJU) 202

Beispiele für die Mehrfachstamm-.Form (KABUDACHI) 211

Beispiele für die Wald- oder Gruppenpflanzung (YOSE-UYE) 215

Beispiele für die Floß-Form (IKADABUKI) 227

Beispiele für die Felsen-Form (ISHIZUKE) 234

Beispiele für weitere Bonsai-Formen 245

Literaten-Form (BUNJIN) 247

Biographie des Autors 255

Ehrungen 259

Register 263
Vorwort des Verfassers

In den vergangeneo Jahren verwendete ich eine vervielfältigte Broschüre in meinen


Bonsai-Kursen. Das erwies sich als vorteilhaft für den Gedankenaustausch mit meinen
Studenten. Das Interesse an Bonsai wuchs jedoch und ich gewann den Eindruck, daß
meine Broschüre nicht mehr ausreichte. Auf diese Weise entstand die vorliegende Ver-
öffentlichung.

Zu danken habe ich meiner Frau Alice, die mich auf vielfache Weise unterstützt hat,
meinen Freunden, die mich ermutigt haben, und meinen vielen Studenten, die das Ent-
stehen des Buches ermöglicht haben.

Ich hoffe, daß das Werk dem Bonsai-Freund zur Entdeckung neuer, nützlicher Techni-
ken der Bonsaikunst verhilft. Ich weiß, daß meine Sprache, die Photos und die Zeich-
nungen immer noch unzureichend sind, vor allem, weil so viele Bonsai-Begriffe schwer
erklärbar sind. Viele japanische Worte blieben daher unübersetzt.

Ich weiß, daß mein Buch nicht alle Wünsche zu erfüllen vermag. Ich werde - wie Sie -
weiterforschen und nie aufhören zu lernen.

Die Bonsai auf den Photos gehören zu meiner Sammlung. Sie wurden von mir in der
Natur gesammelt und weitergestaltet
John Yoshio Naka
Vorwort des Verfassers
zur deutschen Ausgabe

Nach dem Erscheinen meiner Bonsai Techniques I wünschten sich viele Bonsai-
Freunde, das Buch in ihrer Sprache übersetzt zu lesen.

Im Frühjahr 1980 lernte ich Paul Lesniewicz auf der Bonsaiweltausstellung in Osaka,
Japan kennen. 1984 lud er mich zum Jahrestreffen des deutschen Bonsai-Clubs nach
Mannheim ein.

Beeindruckt von dem Enthusiasmus der deutschen Bonsai-Liebhaber, war ich dankbar,
meinem Freund Paul, dem "Motor" dieser Bewegung, mein Manuskript übergeben zu
können und freue mich, Ihnen nun die erste deutsche Ausgabe der Bonsai Techniques I
vorzustellen.

Möge sie Ihnen helfen auf dem Wege in die wundervolle Welt des Bonsai.

John Yoshio Naka


Vorwort des Herausgebers
zur deutschen Ausgabe

Die "Techniken der Bonsaikunst" von John Naka unterscheiden sich von zahlreichen
Bon aibüchem, die in der letzten Z eit erschienen sind, durch die Art der Darstellung.
Das Werk ist das Ergebnis vieler Jahre Lehrtätigkeit Alle wesentlichen Methoden der
Bonsaikunst werden sehr anschaulich beschrieben. Viele Bonsaifreunde, die John Naka
bei seinen Vorführungen auf der Internationalen Bonsai-Ausstellung in Mannheim er-
lebt haben, erinnern sich, wie einfach und eindrucksvoll er die Techniken des Bonsai zu
vermitteln versteht. Schon seit einiger Zeit ist die amerikanische Ausgabe seines Buches
sehr gefragt. Die deutsche Übersetzung von Benedikt Lesniewicz hält sich möglichst ge-
nau an die Originalausgabe. Dennoch mußten einige geringfügige Änderungen vorge-
nommen werden, zum Beispiel bei Maßeinheiten und Angaben, die sich auf amerikani-
sche Verhältnisse beziehen.

John Naka selbst wurde in frühen Jahren durch. seinen Großvater in die Kunst des Bon-
sai eingeführt. Sein Buch bietet eine Fülle von Anregungen für den Anfänger. Schritt-
weise kann er sich hinführen lassen zur Gestaltung der verschiedenen Bonsaiformen und
Pflanzenarten. Aber auch der mit der Bonsaikunst Vertraute wird bei Schwierigkeiten
und Fragen vom Altmeister John Naka nie im Stich gelassen. Zu den vielen Schülern,
die er in den Vereinigten Staaten bisher hatte, wünschen wir ihm noch viele weitere in
Europa.

Heidelberg, im Frühjahr 1985 Paul Lesniewicz


Farbige Abbildungen
Abbildung 1

Bonsaitische, angefertigt aus rohem Wellingtonicnholz.


Die Sammlung des Autors in seine m Anwesen im Jahre 1959.
Abh ilclung 2

Wacholder (J-IAI-SHIMPAKU)-Juniperus squamata 'prostrata'.


Der Stamm ist außerordentlich stark gewunden.
Der Bonsai ist in eine an tike Schale gepflanzt.
Höhe: 72 cm . Gestalte t seit 1952. Photographicrt 1973.
Glyzine: (YA \1A -FUJI)-Wistcria brachybotrys Sieb. MOYOGI- Form.
Gepflanzt in eine TOKONAME-Schale.
Höhe: 70 cm Ges taltet seit J 958. PhotographiertMärz 1966.
Abbildung 4

Sumpfzypresse (HAGOROMO-MATSU)-Taxodium mucronatum.


Ausgehöhlter Stamm CHOKKAN.
In eine TOKONAME-Schale gepflanzt.
Höhe: 117 cm. Gestaltet seit 1960. Photographiert 1971.
Abbildung 5

Sumpfzypresse (HAGOROMO-MATSU)-Taxodium mucronatum .


Ausgehöhlter Stamm CHOKKAN.
In eine TOKONAME-Schale gepflanzt.
Höhe: 117 cm. Gestaltet seit 1960. Photographiert 1976 im Herbst.
Abbildung 6

Eiche (KIN PAI-KASHI)-Quercus chrysolepis Lie bmann.


KOBUKO MOYOG,l-Form. Gepflanzt in eine TOKONAME-Schale.
Höhe: 82 cm. Gestaltet seit 1.960. Photographiert April 1971.
\bbildung 7

Atlaszeder (GINBA-S UG I)-Cedrus atlantica ,glauca'. MOYOGl -Fo rm.


Gepflanzt in eine TA MBA-YAK I-Schale.
Höhe: 76 cm. Gestalte t seit 1950. Photographicrt 1972.
Abbildung 8

Azalee (TAIWAN TSUTSUJl)-Rhodode ndron indicum 'formosa'. KENGAI-Form.


Gepflanzt in eine SHIGARAKI-Schale.
Gesamthöhc: 87 cm. Gestaltet seit 1955. Photographicrt 1962.
\bbildung 9

Wacholder(HA I-SHIMPAKU)-Juniperus squamata 'prostrata'. KENGAJ-Form.


Gepflanzt in eine trummei förm ige TOKONAME-Schale.
Gesamthöhe90 cm. Gestalte t seit l 951. Photographiert Mai 1972.
Abbildung 10

Wacholder (KASHU-SH IMPAKU)-Juniperus californica 'carriere'. Gesammelt im April 1962


In eine TOKONAME ..SANSHU -YAKI"-Schale gcptlanzt.
Der Bonsai trägt den Namen "TORA" , weil er im Jahr desTigersgesam melt wurde.
Höhe: 84 cm. Photographicrt 1970.
Abbildung11

acholder(KASHU-SH IMP/\KU)-Juniperus california ,carriere'. Gesammelt im April 1952,


Höhe118cm. Er wurde 1985 photographiert und istnun im Bonsai Museum Heidelbergzu besichtigen.
Photografiert 1985.
Abbildung 12

Wacholder (HARI-SHIMPAKU)-Juniperus chincnsis 'foemina·. Zwillingsstamm-Form.


Der Bonsai ist jetzt in den Wald ,.GOSH IN'· eingepflanzt.
Höhe: 97 em . Gestal tet 1948. Photographiert J uni 1971.
Abbildung 13

acholder ( HA RI-SCHIMPA KU)-Junipcrus chinensis 'foemina'. Waldform mit siebenBäumen.


"GOSHlN" genannt, Beschützer und Wächter des Geistes, siehe Abbildung 421.
1964 in e ine TOKONAME-Schale gepflanzt.
Die Höhe des Hauptbaumes: 122 cm. Photographicrt 1968.
Abbildung 14

Ulme ( lREKEYA KI)-Ulmus parvifolia. Waldform mit 33 Bäumen.


In eine verzierte TOKONAMJ::-Schalc gepflanzt.
Höhe des größten Baumes: 28 cm. Beginn der Gestaltung 1966.
Gepflanzt februar 1968. Photographicrt 1972.
Abbildung 15

:..iguster-Rain weide, Ligustrum obtusifoli um. MOYOGI-Form, Höhe des Baumes 38 cm.
3eginn der Gesta ltung 1970. Photographicrl 1980.
Abbildung 16

Granatapfelbaum (OMI-ZA KURO)- Punica granat um. Zwillingsstamm-Form.


Gepflanzt in eine TOKONAME-Schale.
Die Höhe des Baumes und der Umfang des Stammes im unteren Teil beträgt 69 cm.
Gestaltet seit 1963. Photographiert 1973.
Werkzeuge und Material für die Bonsai-Gestaltung und -Pflege

Abbildung 1
Bonsaischere mit schmalen, langen
Schne iden und mit einer Feder zwi-
schenden H andgriffen. Zum Schnei-
den kleiner Ä ste und Wu rzeln .

Abbildung 2
Schma le. lange Bonsaisc here mit
großem Handgriff. Zum Schn eiden
kleiner Äste und Wurzeln.

Abbildung 3
Schmale, kurze Schere mit kleinem
Griff, der eine Fingerkontrolle er-
laubt. Zum Schneiden von Zweigen,
verwelkten Blüten, vertrockneten
Früchten oder für den Blattschnitt
1HAGARI ).

Abbildung 4
G roße, kräftige Sch ere (Rosensch e-
re). Zum Schneiden starker Äste und
Wu rzeln.

I
Abbildung 5
KUIKIRI-Zange. Die Konkavschnitt-
zange ist so konstruiert, daß nach dem
Schnitt eines Astes oder e iner Wurzel
kein Stumpf zurückbleibt. Es entste ht
ein konkaver Schnitt, der schneller
abheilt. Die Zange sollte nicht für den
Formschnitt kleine r Zweige verwen-
det werden.

Abbildung 6
Die KUIKIRI-Zange kann auch e in-
gesetzt werden, um einen Ast in einer
Gabelung abzuschneiden.

Abbildung 7
Große KUJKIRI-Zangc fü r de n
Schnitt starker Äste , Wurzel n oder
Stümpfe.

Abbildung 8
Zusammenklappbare Säge zur Ent-
fe rnung eines Astes oder Stumpfes,
dem mit anderen Werkzeugen nicht
beizukommen ist.

2
Abbildung 9
Z u ammenklappbare Säge für starke
Wurze ln oder Äste.

Abbildung 10
Baumschere für de n Sch nitt starker
Ä tc o de r Wurzeln.

Abbildung 11
Stecklingsmesser. Es ist vielseitig ve r-
wendba r, unter andere m zum Ve r-
ede ln , Okulieren u.s.w.

Abbildung 12
Bolzen chneider mit zwei Gelenken.
Zum Schneiden extrem starken D rah-
tes.

3
Abbildung 13
Große Drahtzange mit geradem Gri ff.
Zum Schneiden von starkem und
dünnem Draht.

Abbildung 14
Kleine Drahtzange mit ge radem
Griff. Zum Schneiden von dünnem
Draht . Das abgebildete Modell mit
dem langen Griff liegt gut in der
Hand.

Abbildung 15
Amerikanische Drahtzange mit gera-
dem Griff.

Abbildung 16
Drahtschne ider in Form einer Sc here.
Das Werkze ug ist so klein, daß man es
beim Entdrahten kleiner Äste in der
Hand behalten kann.

4
Abbildung 17
Japan i ehe Flachzange zum Biegen,
Drehen und E nt fernen von starkem
Draht. Nur die beiden Spitzen berüh-
ren ich.

Abbildung 18
NormaleFlachzange, bei der sich bei-
dc H äl ften berühren.

Abbildung 19
Schere nfö rmiger Drahtentferner. Er
hat vorn eine Biegung, um bei de r
Entfe rnung des Dra htes eine Verlet-
zung der Rinde zu vermeiden. Er ist
so klein, daß man ihn be i der Arbeit in
der Hand behalten kann.

Abbildung 20
J IN-Zange für Äste und Stämme.

5
Abbildung 21
He be l in zwe i Größen, fa lls e in Stamm
ode r ei n Ast zu sta rk ist, um mit de r
Hand ge bogen zu we rde n.

Abbildung 22
Zugespitzte Ba mbuseßstäbchen zum
E ntfe rne n und zum Ve rdichten de r
Erde be im Ve rpflanzen.

Abbildung 23
Stab aus Plastik für die oben a n-
geführte Verwe ndung.

Abbildung 24
KUMADE . Kratzwe rkzeug in Form
e iner Bärenkralle zum Entfe rne n der
E rde und mit ei ne m Spate l a m ande-
re n Ende zum Andrücken de r Erde
nach de m Ve rpflanzen.

6
Abbildung 25
Haken zum Entfe rnen der Erde und
zum Auflockern dichter Wurzeln
beim Verpflanzen.

Abbildung 26
Kelle zum Festdrücken von Erde oder
Moos nach dem Ve rpflanzen, vor al-
lem am Rand der Schale. Es gibt Ke l-
len mit geradem Rand fü r gerade
Schalen und Ke llen mit gekrümmte m
Rand für ovalen und runde Schalen.

Abbildung 27
Kleiner Handbesen zum Glätten der
E rdoberfläche nach de m Ve rpflan-
ze n.

Abbildung 28
Pinzette zum Entfernen von abgestor-
benen Blättern und Nadeln, zur Be-
se itigung von Unkraut oder zum Able-
se n von Insekten an e ine r Pflanze. De r
Spate l am ande ren Ende ist be im Ent-
fe rne n oder beim Andrücken von
Erde nützlich.

7
Abbildung 29
Kleine Sense zur Lockerung der Erde
am Schalenrand.

Abbildung 30
Drehtisch mit Sperrvorrichtung. Er
findet beim Verpflanzen und Gestal-
ten größerer Bonsai Verwendung. Die
Sperrung erle ichtert das Arbeiten am
Dreh tisch.

Abbildung 31
Dreieckiger Holzblock, etwa 25 cm
lang. Er hält die Pflanze in einer be-
stimmten Position.

Abbildung 32
Blechschere zum Schneiden von
Drahtnctzen. Niemals dürfen Bonsai-
scheren für diesen Zweck verwendet
werden.

8
Abbildung 33
Blechschere zum Öffnen von Blech-
ode r Plastikkontainern. Zum Schnei -
den von Ästen sind Blechscheren un-
gceignl!t.

Abbildung 34
Gießkanne mit feiner Brause zum
Wässern von Bonsai.

Abbildung 35
Brause mit fe iner Düse zum Anschlie-
ßen an einen Gartenschlauch .

A bbildung 36
Wasser-Bassin aus Ton ode r Holz (sie-
he Seite 104).

9
Abbildung 37
Selbstverfertigte Siebe zum Herstel-
len verschiedener Körnung von Sand
und Erde.

Abbildung 38
Siebe mit Maschen von 15mm, 8 mm ,
3mm und 2mm.

Abbildung 39
Schnitzwerkzeuge.

Abbildung 40
Aus alten Feile n hergestell te Schnitz-
werkzeuge.

10
Abbildung 41
Meißel und Hammer.
-
Abbildung 42
Elektrische Boh rmaschinen.

A bbildung 43
Ha mmer mit einem zugespitzten
Ende, Körn er. Bleistücke (Angelge-
wichte) und Draht für die Gestaltung
de r Felsenform (ISHI-ZlJKE).

Abbildung 44
Feuchtigke itsmesser.

11
Abbildung 45
Werkzeugkasten mit Extrafächern.

DerAnfänge r benötigt nicht alle angeführten Werkzeuge. Die wichtigsten sind d ie fol-
gende n: Abbildung 1,2. 4, 5. 8, 11. 14 oder 15, 17 oder 18, 22, 28. 30. 31, 35. 37 und 38.
Ist er mit der Bonsai-Kunst mehr vertraut, wi rd er sie sich nach und nach zulegen.

12
Weitere Materialien

1. Zum Schließen de r Schnittwunden: Baumwachs, künstliche Rinde (Lae Balsam),


E iweiß, Schlamm. Ba umharz, Bast.

2 Vitamin B l zum Ve rpflanzen, oder um einen geschwächten Baum zum Wachstum


a nzuregen.

3. Bewurzelungshormon, Wurze l-Fix fü r Stecklinge und bei drastischen Wurzelrück-


chnittcn .

4. Schnur, Bast, Leine n, Klebeband, Gummiband zum Schutz der Rinde beim Drahten.

5. Zwei-Ko mponenten- Kleber fü r die Fixierung der Ösen be i der Felsen-Form.

13
Pflege der Werkzeuge und des Geräts

I. Verwenden Sie zur Reinigung einen mit Alkohol getränkten Lappen.

2. Sparen Sie nicht mit Öl.

3. Bewahren Sie d ie Werkzeuge nicht draußen oder an eine m feuchten Platz auf.

4. Vergessen Sie nicht, die Werkzeuge regelmäßig zu schleifen.

5. Hängen Sie die Gießkanne richtig auf.

Abbildung 46
Ein Rest Wasser bleibt zurück und
die Kanne kann rosten.

Abbildung 47
So kann das Wasser vollständig.abflie-
ßen.

14
Allgemeine Einführung in die Bonsaikunst

Kennenlernen der Grundelemente in kleinen Schritten

1. Wählen Sie kräftige Pflanzen aus. Koniferen haben sich sehr bewährt, vot allem Wa-
cholder, ausgenommen die bunten Sorten, die weniger robust sind. Die Familie der
Kiefern ist widerstandsfähig, aber oft fehlen Äste , was eine gute Gestaltung er-
schwert. Außerdem wachsen Kiefern langsam und es gibt noch einige andere Nach-
teile, die sie für den Anfänger ungeeignet machen. Auch viele Laubbäume sind bon-
saitauglich, aber ihre Gestaltung ist doch mehr eine Aufgabe für Fortgeschrit-
te ne .

2 Es ist sinnvoll, mit einem kleinen Baum zu beginnen. Er sollte jedoch nicht zu klein
ausfallen. Eine Höhe von ca. 15 - 30 cm erscheint mir richtig.

3. Fünf Elemente sind bei der Wahl einer Pflanze zu beachten.

Wurzeln: Die Wurzeln sollten sich nach allen Richtungen ausbreiten . Sie sollten
sich am Fuß des Stammes teilen (siehe Seite 18).
Stamm: Der Stamm sollte sich zur Spitze hin verjüngen . Weitere Elemente
(siehe Seite 18).
Baumspitze: Jeder Baum hat eine Spitze. Wenn die Spitze geschnitten werden
muß, übernimmt der nächste größere Ast ihre Funktion (siehe Seite
18).
Hauptäste: Sie sollten stark und voll sein im Bereich des Stammes und dünner
und lichter zur Spitze hin werden. Die Äste sollten möglichst in alle
Richt ungen wachsen und eine Menge Zweige angesetzt haben (siehe
Seite 21).
Kleinere Äste: Auch der zweite Ast sollte vom Stamm her stark belaubt sein. Bei Ko-
niferen wählen Sie am besten eine Pflanze mit kurzen und kompakten
Nadeln. Bei einem laubabwerfenden Baum achten Sie auf sein Er-
scheinungsbild im Wechsel der Jahreszeiten, beispielsweise auf
Blüten, Früchte, Beeren oder das Laub, das seine Farbe im Frühjahr
oder Herbst ändert. Auch im Winter kann die Struktur der Zweige at-
traktiv und interessant sein.

4. Der Grundstil: Die grundlegende Form, mit der alle Anfänger beginnen sollten, ist
die streng aufrechte, CHOKKAN genannt.

.5. Gestaltungsposition: Ein Bonsai muß so gestaltet werden, daß das Auge auf die Mitte
der Ptlanze schaut. Wenn Sie die Pflanze bearbeiten, sollten Sie weder zu ihr auf-
schauen noch auf sie heruntersehen .

15
6. Vorderseite: Jede r Bo nsai hat eine Vorderseite, d ie zugleich die Ansich tsseite de r
Pflanze ist.

7. Symmetrie, Gleichgewicht und Propo rtion: D ie Gestaltung eines Bonsa i ist e ine hohe
Kunst. Sie verlangt künstlerische Fähigke iten und praktische Erfahrung in der Pflege
von Pflanzen. Wenn Sie einen schönen und natürlich en Bonsai gestalten wo llen, ist es
notwendig, etwas von Symmetrie , Gle ichgewicht und Proportion zu ve rstehen.

Symmetrie bedeute t be im Bonsai Wie d erholung der gleich en Form und Größe. Das be-
deute t, daß von eine m bestimmten Gesichtspunkt aus nach rechts oder links, nach oben
ode r unten, alles die gle iche Form und Größe aufweist Dies ist eine ve re infachende
Darste llung, die dem Könne n eines Bo nsai meisters nicht ge recht wird. Für de n Anfän-
ger ist es je doch le ichte r mit symmetrischen Formen zu beginne n, zum Be ispie l mit dem
Quadrat, dem Kre is oder dem gleichseitigen Dreieck, um dann schwierige re und
schönere Formen zu versuche n.

Gle ichgewicht bede ute t A usgeglich enhe it. Beim Bonsai ist G leichgewicht e in Gefühl
von Gleichheit, auch we nn die rechte Se ite verschieden ist von der linke n.

Bei de r Proportion geht es um die Verhältnisse. D ie Proportio n ist ein wichtiges Element
fiir die Gestaltung e ines Bo nsai. D er Goldene Schnitt. bei dem es um bestimmte Propor-
tione n ge ht, ist in d e r Bonsaikunst anwe ndba r. Die Abbildungen 48 und 49 veranschauli -
che n den Goldenen Schnitt mehr technisch. Abbildung 50 ze igt die Positio n des e rsten
Astes im Verhältnis zum gesamten Baum .

Abbildung 48
Eine Zahlenfolge, bekannt als die " Fi-
bonacci-Folge" ist: 1, I , 2, 3, 5, 8, 13,
2 J, 34, 55, und so weiter. Jede Z ahl i t
die Summe der beiden vorangegange-
ne n Zahlen. 1+1 ist 2, 1+2 ist 3, 2+3
ist 5, und so weiter. .1

1
\.
8

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16
Abbildung 49
A B ist e ine Strecke von 2 1 cm. C ist
d ie Mitte dieser S trecke . Schlagen Sie
e inen K re is u m B alsM ittel p unkt m it
BC als Rad ius. Verhinden Sie B und
D , inde m Sie ei ne n Win kel von 90°
bilde n. Schlagen Sie e ine n Kre is um D
als Mitte lpunkt mi t BD als Radius,
ebe nso um A mit A E als Radius. D e r
Sc hnittpunkt mit d e r Strecke AB, mit
F bezeichnet, ke nnze ichne t den Go l-
denen Schnitt.
AF ( 13) + BF (8) = A B (2 1).

----
Abbildung 50
Der Ba um ist 2 1 cm hoch. De r unte r-
steAst setzt be i I i 3 der G esamthö he
a n. Die Stre cke vom Fuß des Stammes
beträgt 8 cm (vgl. Punkt F der Abbil-
d ung 49) Die S trecke bi s zur Spitze 13
be trägt 13 cm. Das Erge bnis: Ein gut
proportio ni e rte r Baum.

17
Hinführung zur Grundform, der streng aufrechten Form
(CHOKKAN-KIHONGATA)

l. Wurze ln ( N E BAR!): Entfernen Sie alle Zweige, Schößlinge, Blätter, hochstehenden


Wurzeln und Re isig vom Stamm beziehungsweise von der Erdobe rfläche . En tfernen
Sie, beginnend beim Stam m, vorsichtig die Erde. Beachte n Sie die gut gewachsenen
Wurze ln , die an die E rdoberfl äche komme n sollen. Wenn nicht genügend g ute Wur-
zeln vorh anden sind, können schwache Wurze ln, die sich noch entwickeln, für diesen
Zweck genommen we rden.

2. Stamm ( MI K l): De r Stamm sollte ge rade sei n und aufrecht wachsen. Jede Biegung
des Stammes wird durch Drahten korrigiert od e r als Rücksei te genomme n. Auf der
Vorderse ite oll te der Stamm sich a llmä hlich zur Spitze hin ve rjü ngen.

3. Spitze (S HI N): Bestimmen Si e die H ö he des Bo nsai (siehe Abbildu ng 66). Wird der
Baum verkle ine rt , e rsetzen Sie di e Spitze durch einen Vorde rast (ein Ast von der Sei -
te oder von d er Rückseite e igne t sich ni cht). Die Spitze wird hinte r dem Vorde rast ab-
geschn itt en. Der A st wird gedrahtet und aufgerichtet. We nn d ie gewü nschte H öhe
immer noch überschritten ist, kann auch der Ast noch zurückgeschnitten werden.

Abbildung 51
Durch Abschn e ide n der Spitze wird
die H ö he reduziert.

18
Abbildung 52
Der Schnitt wird a u f d er Rückse ite
desBa umes angebracht.

Abbildung 53
Der o be rste A st wi rd gedrahtet.

Abbildung 54
Der Ast wird hochgebogen und bildet
die ne ue Spi tze .

19
Abbildung 55
Das Ergebnis: Ein neuer Baumwip-
feL

Abbildung 56
Wenn er zu hoch ist, wird noch ein
Stück heruntergeschnitten, und zwar
hinter einem Zweig, der nach vo rn
wächst.

Abbildung 57
D ie Schnittwunde muß sich auf der
Rückseite befinden.

20
Abbildung 58
Drah ten Sie den Ast und biegen Sie
ihn vorsichtig hoch. Auf diese We ise
bekommt der Ba um e ine neue Spit-
ze.

4. Die Stellung der Äste (sie he Abbildu ng 59).

A. De r e rste oder unt erste A st (ICHI -NO-EDA) : Er kann rechts o d e r links ansc t-
Lcn , abe r niema ls vo rn oder auf der Rückse ite des Stammes. E r ist d e r Ast, de r am
weitesten he rausragt. Er mu ß sich im untere n Drittel oder unterhalb der Mitte
befinden. D er H a uptast so llt e der lä ngste und stärkste As t se in, der a uch a m
schönstcn geformt ist (sie he Seite 17).
B. Der Ast auf der Rückse ite (US H I RO-E DA): E r folgt auf den ersten Ast und gibt
dem Baum seine Tiefe. Erwächst nie mals direkt nach hinten. sonde rn ein wenig
nach recht s oder links. Eine Se it e des Astes sollt e ma n von vorn sehen kö nne n.
Fa lls es nach dem e rsten A st ke ine n passe nden fü r die Rückseite gibt, nimmt ma n
den nächsten. der in d e r gewünschten R ich t ung wächst.
C. De r zweite Ast ( NI-NO-E D A): Er so llte gegenübe r dem erste n Ast anse tzen .
wenn das möglich ist. Fehlt e in entsprechender Ast, kann e iner gewählt werden ,
der in eine andere Ric htung wächst, n ur nicht nach vo rn . D er zwei te Ast sollte
oberha lb des erste n ansetzen und er soll te auch ein we nig kkincr se in .
D. De r dritte Ast {SAN -NO- EDA): E r sollte möglicherweise gegenüber dem zwei -
ten ansetzen.

E . De r Vorde rast (M.A E-EDA): E r sollte s ich bei m Be trachten obe rhalb der Au-
ge nhöhe befinden und n ie direkt nach vorn wachsen. so ndern e in wenig nac h
rechts o der nach links.
F. Di e übrige n Äste : Sie sollte n wechsel ständig ansetzen und e rst bei de r Spitze en-
den .
G . Die Zahl der Äste: Es ist immer besser, am Anfang e ine größere Anzahl von
Ästen zur Verfügung zu habe n und sie später zu redu zieren, je nach dem. wie sie
si ch e ntwicke ln.

21
------
Abbildung 59
Stellung der Hauptäste

1. Baumspitze
2. Wechselständige Äste
3. Dritte r Ast
4. Vorderast
5. Zwe ite r Ast
6. Ast auf der Rückseite
7 . E rste r Ast
8. Stamm
9 . Wurzeln

------ - ---6
----------7

-----------8

22
Abbildung 60
Abstände zwi che n den Hauptästen

-
Die Abstände sollten ungleich sein .
Zwischen den unteren Ästen sollten
sie weiter sein und zur Spitze hin
allmähli ch e nger werden . Wenn der
Abstand zu groß ist, empfiehlt es sich,
Ä ste oberhalb he runter zu biegen, an-
statt tie fe re Äste hinauf zu biegen.

Abbildung 61
Die Richtung der Äste Rückseite
Nr. 1, 5, 9, 13 Äste auf der rechten 12
Seite
N r. 2, 6, 10, 14 Äste auf der Rücksei-
te
Nr. 3, 7, 11 , 15 Äste auf d er linken
Seite
Nr. 4, 8, 12, 16 Äste auf der Vorder-
seite
Hinten ist auf dem Z ifferblatt 12.00
Uhr.
Links 9 3 R<.
Rechts ist 3.00 Uhr
Vorne ist 6.00 U hr
Links ist 9.00 Uhr
Diese Einteilung ist jedoch kaum ver-
wendbar, weil sie zu symmetrisch ist.

Vorderseite

23
Abbildung 62
Neigungswinkel der H auptäste
Wenn der erste Ast nach unten geneigt
ist. soll ten die übrigen Äste im glei-
chen Winkel gene igt sein. Die gleiche
Regel gilt fü r die horizontalen und für
di e nach oben gerichteten Äste.

Abbildung 63
E ine Ausnahme
Be i diese m Baum ist d er e rste A st ex-
tre m nach unten geneigt. Je weiter
man nach oben geht, desto stärker ist
der Winke l de r Aststellung nach oben
ge ri chte t. In d e r fre ien Natur ist das
ei n Hinwe is auf e inen jungen Baum.

24
Abbildung 64
Länge der Ha uptäste
Die Länge der Äste nimmt zur Baum-
pi tze hin ab, so daß die U mrißlini e
e in Dreieck bildet. D ie Länge der
Ä t c auf der Yorder- und Rückseite
wird entspreche nd in der Form eines
Dreiecks gehalten . Die Vorderseite ist
e in we nig schmaler als die Rücksei-
te .

Abbildung 65
Breite eines Bonsai
D ie G esamtbreite der längsten Äste
a uf beiden Seiten sollte die H älfte de r
Baumhöhe ausmachen oder geringer
sein a ls die Gesamthöhe des Bonsai.
Die Regel g ilt nicht für einen Baum
mit e inem extrem d icken Stamm.

\
l

25
Abbildung 66
Die Höhe eines Bonsai
Die ideale P roportion zwische n der
D icke des Stammes und de r Höhe des
Stammes ist ein zu sechs. Wenn de r
Durchmesser des Stammes an der Ba-
sis 2 cm be trägt, sollte der Baum 12
cm hoch sein.

5. Form der Äste


Die Umrißlinie sollte ein möglichst langgezogenes Dreieck, eine Raute oder eine
Pfeilspitze bilde n und die Astfläche a nnä he rnd halb so brei t se in, wie sie la ng ist.

Abbildung 67
Dreiecksform eines Astes aus der Vo-
gelperspe ktive . Sie zeigt die Struktur
der Zweige.

26
Abbildung 68
Von der Seite gesehen , bilden die er-
ste n, die zweiten und die dritten Zwei-
ge e in Dre ieck.

Abbildung 69
E in raute nförmiger Ast aus der Vogel-
pe rspektive zeigt die entspreche nde
Struktur de r Zweige.

Abbildung 70
Rau tenförmiger Ast von der Seite ge-
sehen. Die ersten, zweiten und dritten
Zweige bilden e be nfalls e ine Raute.

27
Abbildung 71
Ein pfeilspitzenförmiger Ast aus der
Vogelperspektive. Die Struktur der
Zweige ist gut zu erkennen.

Abbildung 72
Pfeilförmiger Ast von der Seite gese-
hen. Die ersten, zweiten und dritten
Zweige bilden ebenfalls die Form ei-
ner Pfeilspitze.

28
Fehlerhafte Wurzeln

Abbildung 73
Gewu nde ne Wurzeln haben ei ne un-
natürliche Form und sind unschön.

Abbildung 7 4
Befinden sich die Wurzeln unter der
Erdoberfläche, hat man nicht den
Eindruck. daß man es mit einem
wachsenden Baum zu tun hat.

Abbildung 75
Senkrechte Wurzeln erwecken den
Eindruckvon Unfestigkei t.

29
Abbildung 76
Einseitige Wurzeln e rwecken den
Eindruck von Unfestigkeit. Man kann
de m begegnen, indem man den Baum
an de n Rand der Schale pflanzt. Auf
diese We ise wird das Gleichgewicht
hergestellt. Starke Wurzeln sollten
nicht nach vorn wach sen.

Abbildung 77
Die Stärke de r Wurzeln sollte der
Stärke des Stammes e ntspreche n.
Dünne Wurzeln wirken unharmo-
nisch.

Es ist e rlaubt, mangelhaftes Wurzelwerk mit Hilfe e ines Steines zu ergänzen. Er sollte in
Farbe, Größe und Form mit den Wurzeln ha rmo ni e ren. An den Fuß des Stamm es kann
auch eine kle ine Pflanze gesetzt we rde n. Das Anhäufen von Erde kann den Fehler eben -
fa lls verbergen .

Die Wurzelbildung kann durch Aufkratzen der Rinde und durch kleine Bohrlöcher am
Fuß des Stammes angeregt we rden. Das Aufstre ue n eines Wurzelh ormons fördert das
Wachstum.

30
Interessante Wurzeln

Abbildung 78
Japanische Schwarzkiefer
Wenn die Wurzeln beim Verpflanzen
an der Obe rf1äche blei be n, beko m-
men sie di e gle iche Oberflächenstruk-
tur wie der Stamm.

Abbildung 79
Ulme

Abbildung 80
Eiche

31
Abbildung 81
Japanische Rotk iefer

Abbildung 82
Kal iforniseher Wacholder

Abbildung 83
Sum pfzyprcssc

32
Abbildung 84
Eiche

Abbildung 85
Zürgelbaum

33
Fehlerhafte Stämme

Ve rna rbungen oder Wülste, wie sie durch tief einschneidenden Draht verursacht wer-
den, sind nicht schön. Wenn möglich, sollte n diese Stellen nicht an der Vorderseite des
Stammes sichtbar sein.

Abbildung 86
Taube nbrust (HATOMUNE)
Die Krümmung eines Stammes sollte
sich nicht wie eine Ta ubenbrust nach
vorne wölben . vorn

Abbildung 87
Boge nfo rm (YUMI-KAN)
Der Stamm sollte nicht wie bei einem
gespa nnten Bogen gekrümmt sein,
weil das unschön wirkt.

34
Abbildung 88
Gewehrlauf (TEPPO-MIKI)
Ein zylindrischer Stamm ist keine
Normalerscheinung in der Natur.
Wenn man die unteren Zweige nicht
abschneidet, so lange der Baum noch ''
j ung ist, kann das helfen, den Fuß des
Stammes z u verstärken.

Abbildung 89
Unnatürlich wirkt ein Stamm, dessen
mittlerer Teil stärker ist als der Fuß.
Achten Sie auch darauf, daß Draht
nicht die Rinde einschneidet.

Abbildung 90
Z ick-Zack-Stamm (Gikkuri-Magari)
Ein zick-zack-förmiger Stamm wirkt
langwe ilig.

35
Abbildung 91
Die Wiede rholung gle ichförmiger
Krümmungen wirkt mono ton.

36
Interessante Stämme

Abbildung 92
Wacholder m it ei nem ungewöhnlich
gedreh ten und gekrümmten Stamm.

Abbildung 93
Wacholder mit einem seh r kn orrigen
und geradezu verdrehten Stamm. der
aber trotzdem in teressant ist.

Abbildung 94
Wacho lder mit einem stark gewunde-
nen Sta mm.

37
A bbildung 95
Die schöne Rindenstruktur einer Kie-
fer von den Kanarischen Inseln, die
auf' eine japanische Schwarzk iefer
aufgepfropft wurde.

Abbildung 96
Der Stamm wurde geschält, gebleicht
und mit Kerben verse hen, um ibm das
Aussehen eines alten Bau mes in der
Natur draußen zu geben .

38
Fehlerhafte Baumspitzen

Abbildung 97
We nn die Spitze eines Baumes abge-
no mmen wird, dann muß der Ast, der
ie e rsetzt, immer gedrahtet und in
seine ne ue Stellung gebracht werden.
Lassen Sie ihn nicht so, wie er gewach-
e n ist.

Abbildung 98
Die Ba umspitze darf nicht durch ei-
nen kurzen, kleinen Ast e rsetzt wer-
den , während ein stärkerer Ast herun-
te rgebunden wird. Die neue Spitze
sollte immer kräftiger sein als der her-
untergebogene Ast.

Abbildung 99
Wenn Sie die Baumspitze durch einen
Ast ersetzen, lassen Sie nicht den Ori-
ginalstamm stehen. Geben Sieihm ein
älteres Aussehe n durch JIN , oder
sch nei den Sie ihn ganz ab.

39
Abbildung 100
Die lebende Baumspitze und die als
J IN bearbeitete sollten nicht die glei-

-
che Höhe haben. Gewöhnlich ist JIN
an der Vorderseite und leicht nach
rechts oder links versetzt und entwe-
der länger oder kürzer als die belaubte
Spitze.

Abbildung 101
Ein Wipfel, der spitz aus einer buschi-
gen Krone herausragt, wirkt unnatür-
lich.

Abbildung 102
Ein Baum hat normalerweise eine
Spitze und nicht meh rere. Es sei denn,
Sie wollten die Besenform gestalten .

40
Fehlerhafte Äste

Abbildung 103
Wenn di e angeführten Feh ler durch Drahten nicht beseitigt werden können, e ntfernt
man die Äste ganz.

1. Ke ine Spitze (SHI NNASHI)


2. Verstümme lter Ast (SH INKIRE-EDA)
4.
3. Verkehrt gewachsene r Ast (GYAKU BOSORI-EDA)
4. Zurückgeboge ner Ast (GYAKU -EDA) 6.
5. Pa rallel wachsende Äste (KASANE-EDA)
6. Gegenständige Äste (KANNCKI-EDA)
7. Einge chlossener Ast (FU TOKORO-EDA)
8. Wagenspeichen-Äste (KURUMA-EDA)
9. Den Stamm überkreuzender Ast (MTKT KTRI-EDA)
10. Überkre uzende Äste (KOSA-E DA)
11. Y-förmiger Ast (FUTAMATA-EDA)
12. Bogenfönniger Ast (HA -EN-EDA)
13. U-förmiger Ast (KAER UMATA-EDA)
14. E llc nbogenfö rmige r Ast (HIJI TSUKI-EDA)
15. Senk recht nach oben wachsende r Ast (TACH T-EDA)
16. Nach unten wachsende r Ast (SAGARI-EDA)
17. Ve rschlungener Ast (KARAMI-EDA)
18. Nach vorn wachsende r Ast (MET SUK I- EDA)

41
Schneiden der Äste und Wurzeln

1. Das Schneiden der Äste

Je stärker die Ä ste zu rückgeschnitten we rde n, desto dichter werde n sie austre iben. Bei
einem Baum, de r a ufrecht wächst, sollten die Z we ige im oberen Be re ich me hr zurückge-
schnitten werde n als we ite r unten. Zwerg- ode r kriechende Arten vo n Pflanzen wachsen
no rm ale rwe ise a n de r S pitze nicht stark. Ei nige Pflanzen , wie z. B. e inige Azale en-
So rten , müssen von un te n he r stark zurückgeschnitte n werden.

Abbildung 104
Schneiden der Äste
1. De r Ko nkavsch nitt ist die beste
Me thode, um einen Ast abzu-
schne iden. Die Wunde he ilt
schnelle r.
2. Die Wunde des flach a m Stamm
abgeschnitte ne n A stes heilt langsa-
$

mer.
3. Stümpfe se he n nicht nur schlecht
aus, sie bra uche n a uch länger, um
zu heilen.

Abbildung 105
Schneide n de r Zwe ige
1. Konkavschnitt (beste Methode)
2. Flach abgeschnitte ner Zweig (gut)
3. Zurückbleibende r Stumpf (falsch)

42
Abbildung 106
Wie kürzt man Äste
1. Mache n Sie ke ine n geraden
Schnitt. De r H ei lungsprozeß
da uert vie l lä nger.
2. Sc hne ide n S ie schräg, und zwar so ,
daß d e r Schnitt nach oben ze igt. So
wi rd di e Wunde rasche r he ile n.
3. De r Schnitt d arf nicht nach unten
ze igen.

Abbildung 107
Sägen von Ä sten
Säge n S ie e ine n A st zue rst von un -
ten he r an.

A bbildung 108
Sägen Sie ihn d ann vo n obe n her
ab, und geben Sie ihm dabe i e in
wenig Druck vo n obe n. Sie verme i-
den auf d iese We ise e in Splitte rn.

43
Abbildung l 09
So gebrauchen Sie KUIKIRI, die
Konkavschn ittzangc, ri chtig.

Abbildung 11 0
Falsch. Halten Sie die Zange nicht
senkrecht. weil sie so eine zu lange
Wunde hinterläßt.

Abbildung 111
Gebrauch der großen KUIK IRI -
Zangc. Zue rst fassen Sie den Ast, der
zu schneiden ist, mit der Zange.

44
Abbildung 112
Drehe n Sie di e Zange hin und he r in
die Rinde, und schne ide n Sie dann
Jen Ast ab. Diese Met hode e mpfi e hlt
sich für se hr starke Äste oder Wur-
zeln.

Abbildung 113
Nach der E ntfe rnung eines großen
Astes schneide n Sie die Wunde so zu,
Jaß si e nach unten hin kleiner wird
und sich verjüngt. Dad urch wird der
nat ürliche Heilungsvorgang geför-
dert. Alle rau hen Ste llen sind zu
glät ten.

A bbildung 114
We nn die Mitte e iner se hr großen
Wunde le icht e rhö ht bleibt, wird sie
zu dieser Mitte hin zuheilen und d ie
Oberfläche wird eben sei n .

45
A bbildung 115
Wenn die Wunde, die durch den
Schnitt eines großen Astes entsteht,
durch ein R indenstück wieder ver-
schlossen werden soll, m uß der E in-
griff im Winter gemacht werden. Im
Sommer trocknet die Rinde zu rasch
und löst sich wieder vom K am bium.
D as Rindenstück, das benötigt wird,
sollte e twa die G röße des Astdurch-
messers haben.

Abbildu ng 116
Wenn der Ast entfernt ist, bedecken
S ie d ie Wunde mit dem Rinden-
stück.

A bbildung 11 7
und befestigen Sie es mit Band oder
Bast bis zur H e ilung.

46
2. Das Schneiden der Wurzeln

Falls e in Bonsai dichte r und buschige r we rde n soll, schneiden Sie die starken Wurzeln
kräftig zurück. Der Eingriff wird die Bildung von kleinen und feinen Wurzeln anregen.
Die vorhandenen fe ine n Wurzeln werden ein wenig an de n Spitzen gekürzt.

Ein Bonsai, der einseitige Wurzeln hat, be kommt an de r Ste lle, an der sich die Wurzeln
bilden sollen, eine kleine Kerbe, die mit eine m scharfen Messer gemacht wird .. Be decken
Sie die Stelle mi t Sand. In wenigen Wochen werden sich ne ue Wurzeln e ntwicke ln.

Abbildung 118
Die starken Wurzeln werden zurück-
geschnitten, damit die Pflanze dichte r
und buschiger wird.

Abbildung 119
Ke rben Sie den Fuß des Stammes an
der Stelle, an de r sich neue Wurzeln
bilde n sollen, und bedecken Sie den
Sta mm mit Sand.

47
Kürzen oder Entfernen der Zweige, Triebe oder Knospen

Das Kürze n der Zweige und das Entfe rnen neuerTriebe ist notwendig zur Ve rfeinerung
der Bonsaiform. Die gleiche Methode wi rd auch bei Nadelgehölzen angcweri.de t (siehe
Seite 113).

Abbildung 120
Die richtige Schnittste lle.

A bbildung 121
Der neue Trieb wird in diese Richtung
wachsen.

48
Abbildung 122
Der neue T rieb wird wieder ge-
kürzt.

Abbildung 123
Falsch. An d ieser Stelle sollten Sie
nicht schneiden.

Abbildung 124
Weil sonst der neue Trieb senkrecht
nach oben wächst.

49
Abbildung 125
Auch mit Drahten ist keine Korrektur
mehr zu erreichen.

Abbildung 126
Gegenständige Knospen. Entfernen
Sie alle Knospen auf der Oberseite.
Der Zweig kann hinter d er letzten
Knospe geschnitten werden.

Abbildung 127
Die unte ren Knospen dürfen nicht
entfernt werden.

50
Abbildung 128
Achten Sie auf die Wuchsrichtung der
Zweige und Triebe. Entfernen Sie
nach innen sowie senkrecht nach oben
oder nach unten wachsende Zweige,
e benso alle sich überkreuzenden und
parallel wachsenden oder U -Iörmigen
Zwe ige.

Abbildung 129
Ergebnis des auf Abbildung 128 dar-
gestellten Schnitts. D ie Zweige
können auch noch gedrahtet wer-
de n.

Abbildung 130
E ntfernen von Knospen. Entfernen
Sie alle nach innen wachsenden Knos-
pen.

51
Abbildung 131
S ie sehen d ie Wuchsrichtung de r
neuen T riebe nach de r Entfernung de r
Knospen. \

D ie angeführten Methoden sind nützlich, wenn Sie eine schöne Wuchsfo rm erreichen
wollen, die auch im Winte r gut aussieht. Di e G rundlinien, die eine gute Form e rgeben,
sind di e des Bu chslaben L , die weiche Lini e des Buchstaben C und d ie stre nge Linie des
Buchstaben I (sie he Pho to-Abbildung 15).

52
Blattschnitt oder Entlauben

Der Bla ttschnitt kann bei den meisten laubabwerfenden Bäumen und bei großblättrigen,
immergrünen P flanzen angewendet werden. Er ist nicht brauchba r be i blühende n,
früchte- und bee re ntragenden Bäumen und bei Nadelgehölzen. Die Me thode besteht
darin, daß alle Blätte r e ntfernt we rden. Auf diese Weise wird e in Sche inh e rbst herbei-
ge führt und die Pflanzen treiben nochma ls a us. Dies hat folgend e Vorte ile:

I. D ie Blattgrö ße wi rd reduzie rt.


2. Das neue Blatt wird im H erbst intensiver gefärbt sein.
3. Es entste hen me hr kleine Äste.
4. Falls in der aktiven Wachstumsperiode umge pflanzt we rden muß, wird so ein Schock
vermieden.

Der Blattschnitt wird vo m Juni bis zur ersten Augusthälfte gemacht. Ve rsuchen Sie es
nicht früher, sonst wird das neue Blatt größer a ls die entfernten und a ußerdem wird es
nicht bis zum H e rbst grün bleiben. We nn Si e die Blätter zu spä t schne iden, wird kein
neuer Austrieb e rfo lgen.

We nden Sie den Blattschnitt nie mals an , we nn der Baum in einem schlechten Zustand
ist. Nur junge und gesunde Pflanzen eignen sich. De r Blattschnitt fördert a uch das
Wachstum im fo lgende n Jahr. Ein schwacher oder alter Baum hat mögliche rweise nich t
meh r die nötigen Kräfte und geht e in.

Lassen Sie kein e Blätter an der Pflanze. Wenn e inze lne Blätter zurückble ibe n, werden
sie weiterwachsen und der Neuaustrieb unte rbleibt. Be i Laubbäumen, deren Blätter
kurze Blattsti e le haben wie die U lme und der Granatapfelbaum , kann das Laub mit de r
Hand abgestre ift werde n.

H a iren Sie die Pflanze bis zum Austrieb an e inem schattigen Platz. Normalerweise
dauert das e ine n Monat. Unmitte lbar vor und nach dem Blattschnitt sollte nicht gedüngt
werde n. Achten Sie darauf, daß Sie di e Pfl anze nicht überwässern. Sie ve rdunstet im ent-
laubten Zustand vie l weniger Wasser.

53
Abbildung 132
Die richtige Methode des Blatt-
schnitts.

Abbildung 133
Falsch. Es darf kein Blattei l zurück-
bleiben und auch keine jungen
Blätter.

54
Entfernung von Nadeln oder Blättern

Eine weitere Methode zur Entfernung von Nadeln oder Blättern wird bei Kiefern und
Podocarpus ahgewendet. Es sind jedoch dafür nur junge oder ungestaltete Bäume geeig-
net. Versuchen Sie es nicht mit Bonsai, die schon mehrere Jahre gestaltet sind. Wenn die
Nadeln oder Blätte r de r Kiefer oder Podocarpus sehr lang und dicht oder lang und ge-
kräuselt wachsen, kann folgende Technik angewendet werden: Die Nadeln bzw. Blätter
werden auf ca. 2 cm zurückgeschnitten. Dies hat die Vorteile:

1. D ie Länge der künftigen Blätter wird reduziert.


2. Die innen wachsenden, kleinen Zweige erhalten mehr Sonnenlicht. Sie werden da-
durch angeregt, neue Triebe zu bilden.
3. Das Schneiden, Drahten und Gestalten wird erleichtert.

Der Eingriff kann da ganze Jahr über erfolgen, es sei denn , die Nadeln sind zu jung und
zu weich. In diesem Fall sollte man warten oder die Nadeln bzw. Blätter ganz entfe rnen.

Die zurückgeschnittenen Pflanzen sollten täglich mit Wasser e ingesprüht werden. Da-
durch wird ein Braunwe rden der Spitzen vermieden. Die zurückgeschnittene n Nadeln
werden in ein oder zwei Jahren abgeworfen.

Wacholder, Zypresse und andere Bäume mit schuppenartigen Blättern sollten imme r ge-
zupft werden. Wenn die Pflanzen sehr buschig und lang sind, können sie auch geschnit-
ten werden, um die Dichte und Länge zu reduziere n. Geschnittene Stellen werden
braun. Sie verschwinden je doch allmählich . Kurznadelige Laubgehölze wie Fichte, Tan-
ne, Eibe, Zeder usw. sollte n nicht zurückgeschnitten we rden.

Bei jungen, gesunden Kiefern könne n auch d ie Nadeln ausgezupft werden. Ach ten Sie
darauf, daß nicht die jungen Nadeln entfernt werden. Wenn die jungen Nadeln fest ge-
worde n si nd, können die älteren ausgezupft werden. Durch das Entfernen der ganzen
Nadeln bleiben die Rinde und kleinere Zweige unverletzt.

55
Künstliches Altern oder JIN, SHARI und SABA-MIKI

J IN ist die Bezeichnung für e ine abgestorbene Baumspitzc, e inen abgestorbenen Stamm
oder A st. Manchmal kann e in ganzerAst zu J INgemacht werden.

Wenn die Hö he eine~ Baumes oder die Längee ines Astes reduzie rt werden muß. ka nn es
effe kt voll se in. s ic als J IN zu gestalten. De r ß aum s ieht aus, a ls hätte de r Ulit z an ei ner
ausgesetzten Ste lle in den Bergen oder an der Küs te ihn ge troffen.

Normalerweio;c nimmt man für diese Technik Bäume mit hartem Holz. wie Wacholder
und E iche . Aber auch Kiefer. Fichte. Tan ne. Zeder und Eibe eignen \ich. Selten ni m mt
man laubabwe rfende Bäume. Be i H a rth o lz b leibt J IN länger erhalten. ohne zu faulen.

Abbildung 134
Der Stam m \vird bi!- zur M itte ange-
schnitten . Und dann nach vorn hinge-
s palten.

Abbildung 135
Ziehen S ie nach unte n und reiße n Sie
die Baumspitze ab.

56
Abbildung 136
Normalerweise b leibt die Spitze
!lach.

A bbildung 137
Mit e iner großen Sche re wird ein
senkrechter Einschnitt angebracht.

Abbildung 138
Greife n Sie das angeschnittene Stück
und reißen Sie es ab .

57
Abbildung 139
Mit einer Flachzange greifen Sie her-
ausragende Stammst ücke und schälen
diese herunter.

Abbildung 140
Dre hen Sie dabei die Zange.

Abbildung 141
Fa hren Sie damit fort, bis sich eine
Spitze bildet.

58
Abbildung 142
Zum Lösen um.l Abschälen der Rinde
\erwenden Sie am besten eine JIN-
Zange.

Abbildung 143
Schälen Sie a lles he runt er bis auf das
feste Holz.

Abbildung 144
Schälen Sie weiter herunter.

59
Abbildung 145
Entfernen Sie die Rinde bis zu einem
lebenden Ast.

Ein J IN-Ast wird gestaltet, indem Sie die Spitze nach vorn abreißen. Die Maserung wird
sichtba r und gibt dem Ast ein natürliches Aussehen. Ziehen Sie sc hmale Streifen ab, um
e ine Spitze herzustellen.

Wenn Sie bei einer Konifere alle Nadeln e ntfernen, stirbt der Ast von selbst ab. Auch die
Rinde wi rd sich von selbst lösen.

Ein JIN-Ast wird genauso gestaltet wie ein lebender Ast. Er kann gedrahtet und gebogen
werden, bevor er a ustrocknet. Einmal trocken geworden, drahtet man den Ast zuerst.
Dann umwickelt man ihn für einige Z eit mit einem in heißes Wasser getauchten Tuch .
D e r JIN-Ast wird durch diese Technik weich genug, daß er gebogen werden kann.

SHARI bedeutet, daß die Rinde von einem Stamm, einem Ast oder von einer Oberflä-
chenwurzel abgeschält ist wie bei einem alten Baum, der viele Jahre Wind und Wetter
getrotzt hat. E in Teil der gesunden Rinde muß erhalten bleiben. Der Ast ist nicht völlig
abgestorben wie bei .JIN.

Abbildung 146
Wählen Sie e in e Pflanze, die be re its
mehrere Jahre gestaltet wurde.

60
Abb ildung 147
Entfe rnen Sie von allen Ästen. die als
JIN gestaltet werden sollen, die
Rlätter. Rcginncn Sie bei einem JIJ\-
Ast und schälen Sie vorsich tig die
Rinde ab, indem Sie der Maserung
fo lge n. Auf d iese Weise werden keine
lebe nden Äste verletzt.

Abbildung 148
SctLcn Sie den Schälvorgang fort bis
zum Fuß des Stammes. Die Rinde läßt
sic h in der Zeit des Wachstums besser
ablösen. weil das Kambium dann
weich ist.
Lassen Sie JIN und SHAR I erst ein-
mal trocknen. bevor Sie es weiter be -
hande ln.

Die Nachbehandlung von JIN oder SHARI


Eine gute Zeit für die Behandlung von J IN und SHARI mit eine r Kalk-
Schwefelmischung sind die Monate Juni , Juli oder August. Die Mischung bewahrt die
geschälten Stellen vor Fäulnis und hält auch Ungeziefer fern. Wenden Sie das Mittel an
se hr heißen Tagen um die Mittagsze it an. Die Stellen, auf die es aufgetragen wird,
müssen vollständig trocken sein. Verwenden Sie das Bleichmittel unverdünnt und tragen
Sie es mit einer kleinen Bürste auf. Die Erdoberfläche wird vorher mit einem Stück Pla-
stikfolie abgedeckt. damit kein Tropfen auf die Wurzeln oder in die Erde gelangt.
De r Vorgang sollte zweimal im Jahr wiederholt werden, im Abstand von e in em Monat
während des Sommers. Führen Sie die Behandlung für zwei Jahre durch und wiederho-
len Sie diese dann nach Bedarf. JIN und SHARI werden nach dem Auftragen der Kalk-
Schwefelmischung stark aufgehellt sein. Mit der Zeit jedoch nehmen die geschälten Stel-
len wieder ihre natürliche Färbung an.

61
SABA-MIKI bedeutet ausgehöhlter oder gespaltener Stamm. Blitzschlag oder jahrelan-
ge Witterungseinflüsse haben solche Wirkung. SABA-MIKI wird be i laubabwerfenden
und bei immergrünen Bäumen angewendet.

Abbildung 149
E in unerwünschter Ast an der Vorder-
sei te des Stammes wurde entfernt.
Anstatt die Heilung der großen Wun-
de abzuwarten, wird sie mit einem
Stemmeisen ausgeweitet.

Abbildung 150
D er Stamm wird ebenfalls gekerbt
und mit Aushöhlungen versehen, um
den Eindruck von Natürlichkeit zu
ver tärken.

62
Draht und D rahten

l . Draht
Kupferdraht eignet sich für die Gestaltung von Bonsai am besten. Er ist nicht so leicht
zu handhaben. Kupferdraht kann jedoch wiederverwendet werden, wenn man ihn er-
hitzt oder ausglüht. Verzinkter Draht besitzt eine zu starke Spannung und kann daher
zur Beschädigung von Zweigen führen. Aluminiumdraht wurde lange als zu hell und
störend empfunden. Seitdem dunkel eloxierter Aluminiumdraht im Handel ist, wird
er am häufigsten verwendet.

Bonsaidraht gibt es in allen möglichen Größen, und jede Größe wird für eine entspre-
chende Aststärke gebraucht. Die Größe 1, 1,5, 2, 2,5, 3, 3,5, 4, 4,5, 5 und 7 sind die
am häufigsten benötigten.

2. Drahten

Wählen Sie zuerst die richtige Drahtstärke für den Ast, den Sie formen wollen. Nach
einer Faustregel sollte er 1/ 3 der Stärke des Astes oder des Stammes haben. Messen
Sie dann die Länge des Astes oder Stammes, der gedrahtet werden soll. Der Draht
sollte etwa 1/ 3 länger sein.

Beginnen Sie mit dem Drahten immer am Stamm. Dann folgen die Hauptäste und die
Nebenäste oder die Zweige.

Drahten Sie immer nach vorn und nicht nach der Seite oder nach hinte n. Mit anderen
Worten: Sie stehen immer vor dem Ast, den Sie drahten wollen und drahten vorwärts.
So vermeiden Sie, daß Blätter oder Zweige unter den Draht kommen .

63
Abbildung 151
Sie beginnen am Fuß des Stammes
und drahten anschlie ße nd die Äste,
inde m Sie die entsprechende
Dra htstärke verwe nde n. Sie beende n
Ihre Arbe it schließlich an de r Baum-
spi tze.

Abbildung 152
Dra hten des Stammes
Beginn en Sie auf de r Rückse ite des
Stamm es, indem Sie de n Draht 3 - 5
cm diagonal in die Erde schieben, da-
mit de r Draht gesiche rt ist.

Abbildung 153
De r Winkel der Dra htschle ifen sollte
etwa 45° betragen.

64
Abbildung 154
Nicht zu weit auseinander.

Abbildung 155
Nicht zu eng zusammen.

Abbildung 156
Nicht ungleich .

Abbildung 157
Nicht zu straff.

65
Abbildung 158
Nicht zu locker. Wird der Draht zu
locke r gewunden, entsteht beim Bie-
gen eine Spannung und der Ast kann
breche n.

Abbildung 159
Drahte n Sie nur in einer Richtung.
Rechts he rum .

Abbildung 160
Links he rum.

Abbildung 161
Ve rmeiden Sie das Überkreuzen des
Dra htes.

66
Abbildung 162
Falls Sie keinen entsprechenden
Draht zur Verfügung haben, können
Sie auch mehrere dünnere Drähte
verwenden. Sie können zwei oder drei
Drähte nehmen. Drahten Sie jedoch
jeweils mit einem. Lassen Sie keinen
Zwischenraum zwischen den einzel-
nen Drähten.

Abbildung 163
Legen Sie die Windunge n der Drähte
e ng zusammen.

Abbildung 164
Drahten Sie nicht an einer extrem
dünnen Stelle des Astes, auch wenn
Sie noch Draht übrig haben, weil der
Ast sonst beschädigt wird.

Abbildung 165
Lassen Sie die Drahtenden nicht her-
ausstehen. Schneiden Sie sie ab.

67
Abbildung 166
Schneiden Sie den Draht nicht auf der
Vorderseite eines Stammes oder eines
Astes ab. D ie Schnittstelle sollte auf
der Rückseite sein.

Abbildung 167
Vermeide n Sie, daß Blätte r unter den
Draht geraten.

Abbildung 168
Vermeiden Sie das Eindrahten von
kleinen Zweigen.

Abbildung 169
Drahten Sie nicht i.iber Kiefernnadeln
hinweg.
es

68
Abbildung 170
Drahten Sie nicht zwei oder drei Äste
zur gleichen Zeit.

Abbildung 171
Drehen Sie nicht verschiedene
Drähte zusammen.

Abbildung 172
E in Ast kann auch doppelt gedrahtet
werden. Achten Sie auf gleiche En-
den.

Abbildung 173
Befestigen Sie das Drahtende nicht
am Stamm.

69
Abbildung 174
Ha lte n Sie den Draht am Astansatz
fest und winden Sie ihn in raschen
Windungen, wobei Sie ihn straff an-
spannen. So ist er gut gesichert.

Abbildung 175
We nn de r D raht am Astansatz nicht
richtig gesichert wird, ka nn der Ast
nicht in der gewünschte n Position ge-
halte n werde_n.

Abbildung 176
Wenn Sie mit zwei gleich starken
Drähten arbeiten, beginnen Sie beim
Sta mm und fixiere n Sie die Drähte ge-
trennt.

Abbildung 177
Beginnen Sie mit dem Dra hten nicht
a m Ansatz e ines Seitenastes. Der
Dra ht hat sonst zu wenig H alt.

70
Abbildung 178
Mit einem Draht sollten Sie nicht zwei
gegenüberliegende Äste drahten. Der
Draht wird wackeln und den einen
oder den anderen beschädigen.

Abbildung 179
Der Ast sollte zusammen mit dem
nächsten gegenüberliegenden Ast ge-
drahtet werden. Auf diese Weise be-
kommen beide mehr Halt.

Abbildung 180
Wenn der Ast heru ntergebogen wer-
den soll, beginnen Sie oben mit den
Windungen.

Abbildung 181
Beginnen Sie nicht von unten her zu
drahten, weil der Ast sonst hoch-
schnappen kann, wenn er herünterge-
bogen wird.

71
Wenn ein Baum e ine dünne und empfindliche Rinde hat wie die Birke, die Myrte und
der Ahorn , ode r we nn der Ast, der ge drah te t werde n soll, noch sehr jung ist, soll ten Sie
de n Draht mit Band von Kreppapier umwickeln, um die Rinde zu schützen. Umwickeln
Sie nicht de n Ast mit dem Band, we il sonst die Knospen bedeckt werde n.

Ve rwende n Sie kei nen Isolie rdraht. E r ist nicht fest genug und zu a uffällig.

Wenn ein dicke r Ast nicht durch e ine n starken Draht gebogen werden kann , verwenden
Sie zwei, drei oder me hr, falls es e rforderlich ist, b is der Ast in seine r Posit ion b'leibt.

Die fo lge nden Abbildungen zeige n e ine we itere Methode, wie man eine n kräftigen
Stamm oder Ast fo rme n kann.

Abbildung 182
E ine Polste rung a us Bast oder Schnur
verhinde rt e in Brechen oder Splittern
des Astes. Das Mate rial wird zue rst
aufge legt und festgebunden.

Abbildung 183
Dann wird es um den Stamm und den
Ast gewunde n.

72
Abbildung 184
Legen Sie mehrere Lagen von star-
kem Draht parallel zum Ast und befe-
stigen diese am Ast oder Stamm.

Abbildung 185
Ein besonders großer Ast kann mit
Hilfe eines Stahlstabes oder eines
Rohrstückes geformt werden.

Abbildung 186
Biegen Sie mit Vorsicht, bis die
gewünschte Form erreicht ist.

73
Formen der Äste

1. Die beste Zeit zum Formen von Ästen


Beachten Sie die Jah reszeit. D ie Äste mancher Pflanzenarten brechen leicht, andere
sind biegsam. Die meisten Nadelgehölze werden am besten während der Wachstums-
periode geformt. Wenn größere Eingriffe nötig sind, vermeiden Sie diese im Hoch-
sommer. Es könnte sich die Rinde lösen und das Kambium könnte beschädigt wer-
den. Die Pflanze ist dadurch gefährdet.

Die meisten Laubbäume sollten im frühen Frühjahr vor dem Austrieb oder im
H erbst kurz vor der Ruheperiode geformt werden. Wä hrend der Winte rruhe werden
die meisten Bäume sehr spröde. Wä hrend der Wachstumsperiode ist wegen de r Be-
laubung nicht viel von der Gestalt des Baumes zu sehen. Auch löst sich in dieser Zeit
die Rinde sehr leicht. Die Zeit de r Blüte ist ungeeignet für das Forme n. Warten Sie,
bis die Blüte vorbei ist. Einige Laubbäume wie der Ahorn, die Ulme und einige an-
dere können nach einem Blattschnitt geformt werden (siehe Seite 53).

Wenn Sie die Pflanze zwei oder drei Tage vor dem Formen weniger gießen, werden
die Äste biegsamer sein.

Ve rpfla nzen Sie nie einen Baum vor dem Formen. Und achten Sie darauf, daß der
Wurzelballen nicht gelöst wird.

2. Die Technik des Formens


Zuerst sollten Sie darauf achten, daß der Ast richtig gedrahtet wurde (siehe Abbil-
dung 180 und 181). Biegen Sie den gedrahteten Bereich und unte rstützen Sie den
Vorgang von unten mit den Daumen. Je tzt biegen Sie den Ast langsam aber m it Kraft
in die gewünschte Richtung. Der Gegendruck durch die Daumen verhindert ein Bre-
chen des Astes.

74
Abbildung 187
Vermeiden Sie die Regenbogen-
form.

Abbildung 188
Beziehen Sie natürliche Biegungen in
die Gestaltung ein.

Abbildung 189
Biegen Sie den Ast nicht gegen eine
ursprüngliche Krümmung.

75
Abbildung 190
Die Starre eines Astes kann bei Kie-
fern und Wacholdern vermindert wer-
den, wenn die Rinde an der Außensei-
te der Biegung entfernt wird.

Abbildung 191
Die Rinde darf nicht an der Innenseite
der Krümmung entfernt werden.

Abbildung 192
Vermeiden Sie die Spaltung eines
Astes, weil die Wunde nur sehr schwer
heilt.

76
Abbildung 193
Die erste Biegung eines Astes sollte
nahe am Stamm gemacht werden. Oft
erleichtert ein kleiner Einschnitt den
Vorgang.

Abbildung 194
Die Biegung am Astansatz darf nicht
rund sein.

Abbildung 195
Biegen Sie den Ast leicht nach vorn
und nach unten.

77
Abbildung 196
Biegen Sie nicht zu stark nach vorn.
Überlegen Sie genau, wie weit Sie bie-
gen wollen, und biegen Sie nicht hin
und her.

Abbildung 197
Falls einer der unteren Äste an einem
bereits geformten Baum schwach ge-
raten ist, schneiden Sie ihn nicht ab .
Drahten Sie den Ast und biegen Sie
ihn nach oben.

Abbildung 198
Wenn der Ast kräftig genug geworden
ist, können Sie ihn zurückschneiden
und nach unten biegen.

78
Behandlung eines gebrochenen Astes

Einen abgebrochenen oder aufgesplitterten Ast sollten Sie so rasch als möglich.mit
Baumwachs, künstlicher Rinde oder auch Schlamm behandeln. E in Verband aus Bast
unterstützt den Heilungsvorgang.

Abbildung 199
Wenn der Schaden sehr groß ist, ent-
ferne n Sie einen Teil des abgebroche-
nen Astes.

Abbildung 200
Entfernen Sie alle Bruchstücke eines
angebrochenen Astes.

79
Beachtenswertes vor und nach dem Drahten

l. Vor de m Dra hten


Befolgen Sie die Anweisungen auf Seite 74.
Wenn eine Pflanze schwach ist ode r gerade versetzt wurde, sollte n Sie mit de m Drah-
te n und Formen warten . Das gleiche gilt, wenn eine Pflanze sich e rst akklimatisie ren
muß, weil sie aus einer ande ren Region gekommen ist.

2 . Nach de m Drahten
Schützen Sie die Pflanze für einige Tage vor dire kte r Sonne und vor Wind. Warten Sie
etwa zwei Wochen, bevor Sie in de r Wachstumspe riode wieder dü ngen.
Die Pflanze sollte gut gegossen werden, vor allem , we nn sie vor dem Drah ten trocke n
ge halte n wurde. Auch das Einsprühe n de r ganzen Pflanze trägt zu ihrer E rh olung bei .

80
Entfernen des Drahtes

Es ist nicht leicht, den Zeitpun kt zu bestimmen. zu dem der Draht wieder cn'tfernt ~ver-
den muß. In erste r Lin ie hängt das von der Wachstumsgeschwindigkeit des Baumes ab.
Wenn der Draht in die Rinde einzuschneiden beginnt, wird es Zeit, ihn zu en tfernen.
Der Draht verblei bt in der Regel zwisch en sechs Mo nate n und e ine m Jahr.

Der Draht wird entweder abgewickelt. oder man schneidet ihn in kleine Stücke. Wichtig
t. daß der tamm od er die Äste nicht verletzt werden.

Abbildung 201
Verwenden Sie keine Drahtschere,
d ie m it einer Zange kombinie rt ist. Sie
kann einen Zweig verletzen, während
Sie den Draht abschneiden (sie he
Abb. 13 und 14).

Wenn d er Draht schon eingewachsen i t, entfernen Sie ihn mit aller Sorgfalt. Wende n Sie
kei ne Gewalt an, weil sonst di e Rinde abgelöst wird. Beim Abwickeln fo lgen Sie der
Richtung, in der gedra htet wurde. Wenn eine Verletzung entsteht, behandeln Sie d ie
Wunde mit Baumwachs oder künstlicher Rinde. Las e n Sie den Draht nie mals in der
. arbe, weil dadurch eine Schwellung entsteht, die unschön aus icht.

We nn der Ast nach dem E ntfernen des Drahtes in die alte Positi on zurückgeht, wieder-
holen Sie den Vorgang. Drah te n Sie jedoch in de r umgeke hrten Richtung. Sie können
a uch in der gleichen Richtung d ra hten , wenn sich in der Ri nde keine Spuren abgebi ldet
haben.

Es gibt sehr elastische Pflanzenarten, bei d enen die Äste mit der Zeit wieder in die alte
te lJung zurückgehen. Hi er hilft eine kl ei ne Kerbe, die nach dem Abheile n verhindert.
daß de r Ast in die alte Position zurückfällt. D e r Ast wird durch den Eingriff steifer und
behält seine Form.

Es ist erlaubt. auf Ausstellungen gedrahtete Pflanzen zu zeigen.

81
Wahl der Schale

Die Wahl der richtigen Bonsaischale ist sehr wichtig. Sie sollte immer für di e gestaltete
Pfla nze a usgewählt werden. Wählen Sie nicht zuerst die Schale, um anschließend d ie
Pflanze zu gestalte n. Nach der Formung kann eine Pflanze direkt in e ine Bonsaischale
oder in e in vorläufiges G efäß gepflanzt we rde n. Ve rpfla nzen Sie nie mals den Baum
zuerst, um ihm anschließend zu forme n.

Die Wurzeln werden e ntsprechend der Schalengröße zurückgeschnitten. Im allgemei-


nen werden senkrecht wachsende Wurzeln stark gekürzt oder zur Seite gebogen. Wur-
zeln, die nach oben wachsen, werden abgeschnitten oder umgeformt. Die Wurzeln soll-
te n sich nach allen Richtungen ausbreiten.

Die Farben, die mit den meisten Bäumen harmoniere n, sind Braun , Grau und Terrakot-
ta. Die unglasierten Schalen mit der matten, dunklen Oberfläche e ignen sich am besten
für die meisten Nadelgehölze. Die glasierten Schalen werden in der Regel für die
Laubbäume genommen.

Abbildung 202
Die Proportion zwischen Baum und
Schale. In den meisten Fällen sollte
die Länge der Schale etwas mehr als
2/3 der Baumhöhe be tragen.

82
Abbildung 203
Wenn der Baum breiter als hoch ist,
sollte die Schale etwas mehr als 2/3
der breitesten Stelle des Baumes lang
sein. Die Länge der Schale sollte nie
mit der Höhe des Baumes genau über-
einstimmen.

Abbildung 204
Die H öhe der Schale sollte der Stärke
des Stammes entsprechen, ausgenom-
men ist d ie Kaskaden- und die Mehr-
fachstamm-Form. Gesammelte Pflan-
zen machen Ausnahmen erforderlich,
weil sie oft einen größeren Wurzelbal-
len besitzen und manchmal Pfahlwur-
zeln haben.

Abbildung 205
Die Breite der Schale sollte ein wenig
ge ringer sein als die Weite der
Hauptäste. D ie Breite der Schale
kann nicht gewählt werden. Sie ist ge-
normt.

83
Abbildung 206
Die Schalenform sollte dem Charak-
ter der Pflanze entsprechen. Der auf-
rechte Sti l harmoniert gut mit einer
rechteckige n Schale.

Abbildung 207
Gebogene Stämme und weiche re
Baumformen passen in eine ovale,
runde, an de n Ecken abgerundete
Schale oder in eine rechteckige Scha-
le.

Abbildung 208
Ein kräftiger, wild aussehender Baum
braucht e ine e ntsprechende Schale.

84
Im allgemeinen sollte die Schale für die Kaskaden-Form tief bzw. hoch sein. Manchmal
kann auch eine Schale von mittlerer Höhe verwendet werden . Pflanzen Sie jedoch nie ei-
nen Kaskadenbonsai in eine flache Schale. Die Höhe des Baumes von der Spitze bis zum
Fuß des Stammes und die Höhe der Schale sollten niemals gleich sein. Die Baumspitze
darf über den Fuß der Schale herabhängen. Wenn die Pflanze auf einem Bonsaitisch
steht, kommt die Spitze hoch genug, um das Arrangement ausgeglichen wirken zu las-
sen. Die Baumspitze darf jedoch nie den Bonsaitisch berühren.

Für den Doppelstamm- und den Zwillingsstammbonsai, für den gewundenen Wur.ze l-
und den Floßformbonsai sowie für Gruppenpflanzungen sollten Sie eine lange, schmale
Schale wählen. Beachten Sie das Verhältnis zwischen dem größten Baum und der Länge
der Schale. Die Schale sollte ungefähr 1/ 3 kürzer sein als die Höhe des größten Baumes.
In Ausnahmefällen kann die Schale sehr groß gewählt werden, wenn sie eine freie Land-
schaft oder ein freies Feld darstellen soll. Bei der Mehrfachstammform soll te die Länge
der Schale etwa 2/ 3 der Höhe des größten Baumes ausmachen.

Die Schale für die Felsenform kann dem Schalentyp des Mehrfachstammes entsprechen;
sie sollte zusätzlich in Größe und Farbe mit dem Felsen harmonieren.

Eine Schale für den BUNJTN-Bonsai kann sehr klein, rund und flach sein, um die Wir-
kung des Baumes zu unterstreichen. Kunsthandwerkliche Keramik eignet sich ebenfalls,
wenn sie nicht zu bunte Farben hat. Sie sollte SHIBUI sein. (SHIBUI bedeutet hier auf
das Wesentliche beschränkt).

Die meisten laubabwerfenden und großblättrigen immergrünen Pflanzen können in eine


glasierte Schale gepflanzt werden. Wählen Sie eine Farbe, die zur Farbe der Blätter,
Blüten, Früchte, Beeren usw. paßt. Pastellfarbene Schalen harmonieren mit Pflanzen,
die im Frühjahr schöne Blüten haben und dunkle Farben mit Pflanzen, die eine schöne
Herbstfärbung bekommen. Antike glasierte Schalen aus Korea, China und Japan
können sowoh l für Koniferen als auch für Laubbäume verwendet werden.

Für Laubbäume eignen sich immer unglasierte Schalen. Einige Laubbäume brauchen
eine größere und tiefere Schale wegen der Form ihrer Wurzeln.

85
Ein Bonsa i kann auch auf einen Felsen ge pflanzt werden anstatt in eine Schale. Dies ist
dann kein ISHIZU KE oder Felsenbonsai. Die Gestaltung der Felsenform wird später
noch beschrieben. Der Stein, der anstatt e in e r Scha le verwendet wird , sollte folgende Ei-
genschaften besitzen:

1. Er sollte aus ha rtem Material bestehe n und e ine ra uhe O berfläche haben. Versuche n
Sie nicht. den Stein zu glätten.
2. Seine Farbe sollte zur P flanze passen . D unkle Farben wie Braun, Dunkelrot, Grau
eignen sich besser als weiße Steine und helle Kalksteine.
3. Der Fels sollte nicht größer sein als die Pflanze. Belie bt sind vor alle m lange Formen
wie die Bootform (FUNA-GATA). Symme trische Formen, etwa runde, quadratische
und dre ieckige, die dazu noch dick sind, sollten nicht genommen werden.
4. Was di e Größe, Länge, Breite und H öhe betrifft, so gelte n hie r die gle ichen Regeln
wie bei de n Schale n.

Schale n mit aufgemalten Blumen oder Szenen eignen sich für die Bonsaigestaltung weni-
ger, wenn sie vom Baum ablenken. Ein tiefe Schale mit kalligra phische n Z e ichen , die
mit de r Baumform harmonieren, sind dagegen zu empfehlen .

Die Wahl der Vorderseite bei runden, quadratischen,


sechseckigen und ähnlichen Schalen

Abbildung 209
Beide Stellungen der Füße sind
möglich.

Abbildung 210
Sie können eine ode r beide Vertiefun-
gen nach vorn dre he n.

86
Abbildung 211
Bei einer quadratischen Schale kann
eine Seitenfläche oder auch eine Ecke
nach vorn schauen.

Abbildung 212
Bei einer tiefen, quadratischen kann
eine flache Seite oder eine Ecke vorn
sem.

Abbildung 213
Eine flache sechseckige Schale wirkt
besser, wenn eine der Seitenflächen
ganz zu sehen ist.

Abbildung 214
Bei einer tiefen, sechseckigen Schale r
schaut immer eine Ecke nach vorn .

87
Mischung der Bonsai-Erde

Die Erdmischung für Bonsai sollte sauber, gesund und durchlässig sein. SiesollteWasser
spe ichern können, o hne Staunässe zu bilden. Die Erde muß auch locker·genug sei n, da-
mit der le bensnotwendige Sauerstoff eindringen kann. Auf der anderen Seite soll te n Sie
sorgfältig darauf achten, uaß keine Hohlrä ume e ntstehe n. Am Anfang der G estaltung
wird e ine Erdmischung benötigt, die das Wachstum unu die Entwicklung fördert. Fü nf
oder sechs Jahre nach de m Fo rmen braucht die Pfla nze e ine ande re Zusamme n e tzung
der Erde.

Die Erdmischung sollte immer de n Bedürfnissen der Pflanzen e ntspreche n. Ko mmt es


auf rasches Wachstum an, oder ist der Baum nicht gesund , sollte die Erdmischung grob
sein. Ve rwe nde n Sie also mehr groben Sand, der die Erde durchlässiger macht. Die Erde
kann feiner sein, we nn es nicht auf schne lles Wachstum ankommt. Fügen Sie nicht zuvie l
To rf bei. Je mehr Torf verwendet wird, desto dichter muß die Erde angedrückt werden.

Laubabwe rfe nde und imme rgrüne Bäume wollen me hr E rde und Torf als Sand. Nadel-
gehölze gedeihen besser, wenn sie mehr Sand und wenige r Erde und Torf bekom men .
D ie Erdm ischung sollte auf die jewe ilige Pflanze nart abgestimmt sein. Richten Sie sich
nach der Mischungstabelle a uf Seite 90.

Sie können Pflanzenerde kaufen oder G arte nerde verwenden, die Sie an Stellen mit gut
wachsenden Pflanzen ausgraben. Wenn Sie Erde in den Berge n, a m Flußufer ode r auf
dem freien Feld sam meln, sollten Sie auf das Wachstum der Pflanzen in der nächsten
Umge bung achten. Die Erde ist brauchbar, wenn die Pflanzen gesund a ussehe n.

Wenn Sie Ihre Bonsaierde selbst herstellen wolle n, ne hme n Sie ei nen Schubkarre n Gar-
tene rde, zu dem ein weiterer Schubkarren Sand und e in Schubkarre n Kompost ge mischt
wird. Breiten Sie die Mischung in e iner Schicht von etwa 10 cm aus und stre ue n Sie etwa
12 kg organischen Dünger (Hornspäne , Knochenmehl , Blutme hl, Rapsschro t und ·
Fischmehl) darüber. Anschließend wird die Erdm ischung gut gewässert. Bre iten Sie die
Erde auf e inem festen Untergrund aus. Sie können sie seitlich durch Backsteine absi-
chern. Lage rn Sie d ie Erde e twa zwei bis drei Mo nate. G e legentli ch könn en Sie die Mi-
schung mit kochende m Wasser übergießen oder mit ei nem Insektizid und Fungizid
e insprühen. Auf diese Weise werden E ier und Larven von Insekten abgetöte t.

88
Verwe nde n Sie nie ma ls a lte Erde von To pfpflanzen, wie sie be im Umtopfe n anfä llt. Die-
sc Art von E rde besitzt ke ine rlei Nährwe rt und kann deshalb e ine n Bonsai nicht ausrei -
chend mit Na hr ung versorgen.

Für gesammelte Pflanzen ist die E rde aus dem Bereich, aus dem sie ausgegraben wur-
den, nicht unbedingt gut, weil sich ihre L ebensbedingungen nach dem Verpflanzen geän-
dert haben.

Samm eln von Sand: Bausand, Flußsand, verwitterter G ranit und ä hnliches sollten jeweils
auf ihre n G e ha lt an Salz und Laugensalz untersucht werden. Manche Gebie te wurden
mit U nkrautvertilg ungsmitte ln behande lt. Z ur Siche rhe it sollte n Sie die Vegetatio n der
Umgebung ko ntrollie re n. Ve rwende n Sie ni emals Meersand ode r Aq ua riumsand.

Katzenstre usand kann Verwendung finden, wenn keine Chemikalien beigemischt sind.
Lesen Sie sorgfältig die Angabe n auf der Verpackung.

Das Sieben: De r Sand muß zuerst gesiebt werden, um verschiedene Körnungen zu ge-
winne n (siehe Seite 10). De r Stau b, de r noch d urch die feinsten Maschen fällt, sollte
nicht me hr fü r die E rd mischung benutzt werden. Er kann nach dem VerpOanzen noch
auf die E rdo berfläche gestre ut werde n.

H umus: Den besten H umus kö nnen Sie a us Eichenlaub gewinne n. Selbstgemachter Hu-
mus (Ko mpost) sollte sterilisiert werden. Sie können ihn mit chemischen Mitteln be han-
deln oder ihn mit kochendem Wasser übergießen, um Insekten und Pilze abzutöten. Si e-
ben Sie alle groben Teile heraus. Torfm ull oder im H andel er hältliche Pflanzene rde ist
ebenfalls e mpfehle nswert.

Die Tabellen auf de n nächsten Seiten gebe n die Bestandteile für die Grundmischungen
an, die für die me iste n Bo nsaiarte n bra uchbar sind . Die Angaben gehen von e iner Mi-
schung aus gleichen Teilen aus.

Anmerkung: Wenn in de n Tabe lle n Sand angeführt wird, ist das oben angefü hrte Mate-
rial oder einfach im Handel erhältliche r "scharfe r Sand" gemeint. Vergewissern Sie sich,
daß der pH-Wert neutral ist und daß der Sand etwa 20% Fe uchtigkeit absorbiert. Wenn
das Mater ial näm lich zuviel Feuchtigkeit absorbiert, wird die E rdmischung zu naß und
Sie be ko mmen Schwie rigkeiten mit den Wurzeln .

Alle oben angefüh rten Materialien müssen mit den a uf Seite 10 und Seite 90 angeführ-
ten unterschie dliche n Sie ben in verschiedene Kö rnungen getre nnt we rde n.

89
Tabelle für Erdmischungen

Erklärung der TabeUe:

Be chaffenheit des Bonsai: JU G j 4- 5 Jahre nach der Gestaltung


und nach dem Umtopfen

ÄLTER wenn der Bonsai nich t mehr


vie l wächst.

Größe des Bonsai: GROSS zwischen 75em und l20cm.

KLEIN 75cm oder kleiner.

Mischung: Erde, Torf. Sand und I lolzkoh le.

Sandkörnung: G G rob: 3,1 bis 6.3 rnrn


M ; Mitt el: 1,6mrn bis 3,1rnm
F Fe in: 0.6 mrn bis I ,6rnrn
Fe inere Körnung (Staub) sollte
nicht ve rwendet we rden.

Beschaffenheit des Bonsai JUNG


Größe des Bonsai GROSS KLEIN
MISCHUNG Erde Torf Sand Erde Torf Sand
KÖRNUNG 'G M F ! 'G M F

AHO RN I 2 1 l 1 2 1 1
APFEL 1 I l I 1 1
1 I 1

AZA LEE 4 1 4 1 1

BAMBUS 1 4 l ! '
1 4 2 1

BIRK E 1 1 I 1 1 1 1 1

BUCHSBAuM 1 1 1 1 1 1 ' 1 1

90
Tabelle für Erdmischungen

Beschaffenheit des Bonsai JUNG

G rö ße des Bo nsai GROSS KLEIN

MISCHUNG Erde Torf Sand E rde Torf Sand

KÖRNUNG G M F G M F

E IB E 1/2 2 2 1 1/2 2 2 1
E IC H E 1 3 1 1 1 3 1 2

FELSENM ISPEL 1 2 2 1 1 2 2 1
FEUERDO R N 1/2 2 2 1 1/2 2 2 1

FICHTE 1/2 2 2 1 1/2 2 2 1


FÖ HRE 1/ 2 2 2 1 1/2 2 2 1

G IN KG O 1 1 1 l 1 1 1 1

G LYZI NE 2 2 1 2 2 1

G RANATAPFEL 3 2 1 1 3 2 1 1
G UMMIBAUM 1 1 1 1 1 1 2
J UNIPE RUS CHINENSIS 1/ 2 1 1 2 1/2 1 1 2
KAM E LIE 1 i 2 3 1 2

KI EFERN (andere als aufgef.) 2 3 1 2 3 1


onst. KONI FEREN 1/2 2 2 1 1/ 2 2 2 1
LAGE RSTROEMIA INDICA 1 2 2 1 1 2 2 1

sonst. LAU BBÄ UME 1 1 1 1 1 1 1 1

MÄ DC H EN KIEFER 2 3 1 2 2 1

O LIVE 1 1 1 1 1 1 1 1

PALME N 1 1 1 1 I 1 l 1

91
Tabelle für Erdmischungen

Beschaffenheit des Bonsai JUNG


G röße des Bonsai G ROSS KLEIN
M ISCH U NG Erde Torf Sand Erde Torf Sand
KÖRNUNG G M F G M F

PRUNUS MUM E 1 1 1 1 I 1 1
Q UITTE 1 I 1 1 1 1 1 1
SCHEINZYPR ESSE 2 2 1 2 2 1
SCHWARZ KIEFER 2 3 1 2 3 1

STECH PALM E 1 1 1 1 1 1 1 1
ST EI NEIB E 1/2 2 1 1/2 2 2 1
TAMA RISKE l 2 1 1 1 2 1 1
T ROPISCHE PFLAKZEN 1 2 1 1 1 3 1 1
ULME 1 1 1 1 1 1 1 1
WACH OLDE R 1/ 2 1 1 2 1/2 1 1 2

WEIDE 2 2 1 1 2 2 1 1
WEISS- ODE R HA IN BUCHE 1 2 1 1 1 2 1 1
Z EDE R 1 2 1 2 1 2 1 2

ZITRONENBAUM 2 2 ' 1 2 2 2 1 2

ZYPRESSE 1 2 1 1 1 2 1 1

92
Tabelle für Erdmischungen

Beschaffenheit des Bonsai ÄLTER


G röße des Bonsai GROSS KLEIN
MISCHUNG Erde Torf Sand Erde Torf Sand
KÖRNUNG G M F G IM F
AHORN 1 2 1 1 1 2 1 1
APFE L 1 1 1 1 1 1 1 1
AZALEE 4 1 1 4 2 2

BAMBUS 1 4 2 1 1 4 2 1
BIRKE 1 1 1 1 1 1 1 2

BUCHSBAUM 1 1 1 2 1 1 1 2

E IBE 1/2 2 2 1 1 1/2 2 2 2

EICHE 1 1 1 1 3 1 1

FELSENMISPEL 3 2 1 3 2 1
FEUERDORN 1/2 3 2 1 1/2 3 2 1
FICHTE 1/2 2 2 11 1/ 2 2 2 1
FÖHRE 1/2 2 2 1 1 1/2 2 2 1
GI NKGO 1 1 1 1 1 1 1 1
G LYZINE 2 2 2 1 2 2 2

GRANATAPFEL 3 2 1 1 3 2 1
1

93
Tabelle für Erdmischungen

Beschaffenheit des Bonsai ÄLTER


Größe des Bonsai GROSS KLEIN

MISCHUNG Erde Torf Sand Erde Torf Sand

KÖRNUNG G M F G M F

GUMMIBAUM 1 1 1 1 1 1 2

JUNIPERUS CHINENSIS 1 1 3 1 1 3

KAMELIE 3 1 2 3 1/2 2

KIEFERN (andere als aufgef.) 2 3 2 2 3 2

sonst. KONIFEREN 1/2 2 2 1 1 1/2 2 2 1

LAGERSTROEMIA INDICA 1
! 2 2 2 1 2 2 2
'
sonst. LAUBBÄUME 1 1 1 1 1 1 1

MÄDCHENKIEFER 2 3 1 2 3 2

OLIVE 1 1 1 2 1 1 1 2

PALMEN 1 1 1 1 1 1 1 1

PRUNUS M UME 1 1 1 1 1 1 1

QUITTE 1 1 1 1 1 1 1 1

SCHEINZYPRESSE 2 3 2 2 2 2

SCHWARZKIEFER 2 3 2 2 3 2
STECHPALME 1 1 1 ! 1 1 1 1 1

STEINEIBE 1/2 2 2 1 1 1/2 2 2 2

TAMARISKE 1 2 1 2 1 2 1 2

TROPISCHE PFLANZEN 1 2 1 1 1 2 1 1

ULME 1 1 1 1 1 1 1 1

94
Tabelle für Erdmischungen (Fortsetzung)

Beschaffenheit des Bonsa i ÄLTER


Größe des Bonsa i GROSS KLEIN

MISCHU NG Erde Torf Sand Erde Torf Sand

KÖRNUNG G M F G M F

WACHOLDER I 1 I 1 3
WEIDE 2 2 I 1 2 2 2
WEISS- OD E R HAINBUCHE I 2 1 1 I 2 1 1
ZEDER 1/2 2 2 1 1/2 2 2 1

ZITRONENBAUM I 2 2 1 1 2 2 1

ZYPRESSE 1 2 1 1 2 2

95
A bbildung 2 15
Die Anordnung der Erde in einer
Schale
1. Frisch es oder getrocknetes Moos.
2. Ei ne dünne Schicht von fei nem
Staub , wi e sie bei m Sieben übrig-
ble ibt (siehe Sei te 89).
3. Di e entsprechende Erdmischung.
4. Sand zur Drainage .
3 mm fü r kl eine Bonsa i.
6mrn für große Bonsai.

96
U mpflanzen

Es ist sehr wichtig, daßdie Drainageöffnungen einer Bonsa ischa le bedeckt !.ind. Einen
3 mm Maschendraht in quadratische Stücke von 5 - 8 cm zu schnei den, ist die einfachste
Methode, die unterschi edlich großen Öffnungen abzudecken. Die Ma~chcn dürfen nicht
kleiner sein als 3 111m , weil sonst das Wasse r zu langsam abfl ießt. und wenn Sie größere
Maschen verwenden, wird die Erde ausgeschwemmt.

Abbildung 216
Biegen Sie ei n Drahtstück von l ,5
oder 2 111111 Stärke zu einem U und
::
schieben Sie es in die Mitte des Net- ..
zes.

Abbildung 217
Legen Sie das Netz auf die Öffnung.
so daß die Drahtenden am Schalenbo-
den herausschauen und biegen Sie
den Draht um .

97
Abbildung 218
So wird die Abdeckung der Draina-
geöffnung an ihrem Platz festge hal-
tc n.

Abbildung 21 9
Aus Japan importierte Abdeckungen
für die D rainageöffnungen aus Ton.

Abbildung 220
Sehr praktische Abdcckungen von
Drainageöffnungen sind Scherben
von zerbrochenen Tontöpfen.

98
A bbildung 221
Streuen Sie Ki es von 6- 12 mm
Körnung in die Schale. so daß der Bo-
den bedeckt ist. Füllen Sie darauf eine
Schicht der entsprechenden Erdmi-
schung und lassen Sie an der Stelle, an
der die Pflanze gesetzt wird, eine klei-
ne Erhöhung entstehen.

Abbildung 222
Die Pflanze sollte rechts oder linksau -
ßerhalb des Mittelpunktes gesetzt
werden . und zwar hinter der Mittelli-
nie. Der Baum sol lte dabe i leicht nach
vorn geneigt se in. Die offenen Krei se
zeigen die ri chtige Position an, die
Kreuze die falsche.
t

Abbildung 223
Wenn die Schale flach ausfällt wird
die Erdoberfläche erhöht. Oie Erhe-
bung kann ungefähr die Höhe der
Schale aufwei sen. Diese r Baum sitzt
et\\a~ zu hoch.

99
Abbildung 224
Der Baum ist zu tief gepflanzt.

Abbildung 225
Die richtige Plazie rung. Die Fortset-
zung der Oberflächenneigung führt zu
einer Stelle e twas unterha lb de r Scha-
lenecke n.

Abbildung 226
We nn de r Baum zu groß ist, sollte er in
der Schale be festigt werde n.

100
Abbildung 227
Der Baum kann zusätzlich noch a u-
ße rha lb fixiert werden.

Wählen Sie ei nen schattigen Platz, wenn Sie ans Umtopfen gehe n. Lockern Sie d ie Wur-
ze ln d es ursprüngliche n Wurzelba llens. Lassen Sie die Wurzeln nie au~trocknen. Vor
dem Ve rpflanzen sollte n Sie d en Bo n ai we niger wässern. Nehmen ic e twa ~- 6 cm
E rde von a lle n Seiten weg. Die stärke re n Pfa hlwurzeln und die wuchernden Wurzeln
werde n abgeschnitten. Das Zurückschneiden der Wurzeln regt die Bi ldung kleinere r
Wurzeln an und auch das verstärkte Wachsen der Äste (siehe Seite 47). Direkt unterhalb
des Stammes befindet ~ich meist eine Ansa mmlung von verbrauchter Erde und ve rrotte -
te n Wurzeln. Di ese werden herausgeschnitte n. Dabe i bildet sich e ine kle ine Ve rtie fung .
Alle hcrausragenuen Wurzeln we rde n ~chräg abgeschnitten. Die Wurze ln dürfen nicht
abgehauen vvcn.kn. Große Schnittwunden werden mit Bau mwachs od e r künstliche r
Rin de ve rschlo!.sen . We nn die Bildung klei ne rer Wurzel n angeregt werden soll , stre uen
Sie e in Bewu rzel ungshormo n auf.

Abbildung 228
Entfernen Sie die verbrauchte Erde
und abgestorbene Wurzd n direkt un-
ter dem Stamm . Di ese Stelle sollte
a usgehö hlt werden.

Die E rdmisch ung muß den richtigen Fe uchtigkei tsgehalt ha be n. D ie Erde sollt e weder
zu trocken noch zunaß sein. Ve rwe nden Sie e ine n zugespitzten Stab a us Ba mbus o de r
normalem H olz. um die Erde in das Wurze l ystcm hineinzuarbe iten. Neh m e n Si e nicht
die H ä nde dazu, weil sonstleicht Lufttaschen entste hen. Die Erde muß durchlässig blci-
hen. damit der Saucrstoff zirkulieren kann .

101
Glätten Sie die Erdoberfläche mit e inem kleinen Besen und drücken Sie d ie E rde mit ei -
nem kleinen Schäufelche n oder mit den Fingern fest an (siehe Abbildung 26).

Heften Sie die stärkeren Wurzeln , die hoch ragen. mit einer Klammer fest und schneiden
Sie die feinen H aarwurzcln, die noch aus der Erde ko mmen. ab. Streuen Sie getrockne-
tes Moos auf. Sie kö nne n dazu ein 3 mm Sieb ve rwe nden. Drücken Sie das Moos an.
Stre ue n Sie schließlich t_;ine dünne Schicht fe iner E rde auf.

A bbildung 2 29
Heften Sie die starken Wurzeln, die
noch hochragen, mit ei nem haarna-
delförmigen Stück D rah t fest.

Jetzt können Sie noch ei ne dünne Schicht fe inen , feuchten Torf aufstreuen, den Sie in
trockenem Zustand durch ein 3 mm Sieb gesch üttelt haben. Auch ein Stück Sackleinen
kann verhindern, daß die E rde weggeschwem mt wird. Benutzen Sie zum Wässern ei ne
fei ne Brause und gehen Sie dabei behutsam vor. Gießen Sie nicht in einem Schwall, weil
dadurch das aufgestreute Moos ausgewaschen wird . Wässern Sie grü ndlich und sprühe n
Sie auch die Unterseite der Ä ste und Blätter e in.

Die Anwendung von Vitamin B-1 kann dem Baum helfen, über den Schock des Um-
pflanzens hinwegzukomm en. Halten Sie sich dabe i genau an die Vorschrift. Unterlassen
Sie für e in oder zwei Mona te das Düngen. Anwe isungen für das weitere Wässern finden
Sie unter den Anweisungen zu r tägliche n Pflege Seite 110.

102
Bonsaibord (BONSAI-TANA)

We nn ein Bonsai bereits gestaltet ist oder sich in einem fortgeschrittenen Stadium befin-
det, sollte er auf einem besonderen Bord oder Tisch aufgestellt werden. Es gibt viele
Möglichkeiten, ein Bonsaibord zu bauen. Es sollte praktisch sein, so daß Sie leicht Zu-
gang zu den Pflanzen haben. Der Tisch hat dienende Funktion; er sollte in keiner Weise
a uffalle n. Denn das, worauf es ankommt, sind die Bonsai (siehe Photo-Abbildung 1).

Das Aufstellen der Pflanze:


Nach dem Verpflanzen wird ein Bonsai sofort gewässert. Es ist besser, die Pflanze sofort
auf ihren Platz zu stellen, damit man sie nach dem Gießen nicht me hr bewegen muß.
Wird die Pflanze zu oft herumgestellt, setzt sich die Erde zu stark und wird hart, wenn sie
trocknet. Die Durchlässigkeit der Erde leidet darunter.

Wählen Sie einen Platz im Halbschatten, an dem die Pflanze Morgensonne erhält.
Der Baum sollte auße rdem windgeschützt stehen. Plazieren Sie ihn nie mals unter einem
Dach , wo e r keine Sonne, keinen Regen, keinen Tau und keine frische Luft bekommt.

Wenn Sie noch kein Bonsaibord besitzen, sollte n Sie die Pflanzen niemals auf die Erde
stellen. Legen Sie Bretter oder Ziegelsteine unter die Schale.

103
Wässern

atürliches, sauberes Regenwasser e igne t sich am be ten zum Wässern von Bonsai.
Sam meln Sie es in einem Faß aus Ke ramik oder H o lz. Plastik- ode r Metallbe hälte r eig-
nen sich weniger. Ein paarTropfen eines Insektizids verhindern da Aufkomme n von In-
scktenlarven.

Norma les Lei tungswasser e nthält oft Ch lor, das de n Pfla nze n schade t. We nn das Wasse r
e twa 24 Stunden abgestande n ist, kann e s gefahrlo. ve rwendet werden.

Wasse r von e ine m Te ich, e ine m See, e inem Bach o de r von e ine m Fluß eigne t sich gut
zum G ießen, wenn es nicht verschmutzt ist. O ft wird in Flaschen abge fülltes Wasser ver-
wendet.

104
Moos

Moos wirkt schön auf der Erdoberfläche eines Bonsai. Es hält auch die feine Erde .fest.
Be i de r Anpflanzung von Moos sollte auch die H a rmonie berücksichtigt werden. Ein neu
gestalteter Bonsai mit einer festen Moosschicht sieht nicht natürlich aus. E s ist besser,
wenn man das Moos sich zusammen mit dem Baum entwickeln läßt. Es sie ht besser aus,
wenn die Erdo berfl äche nur teilwe ise mit Moos bedeckt ist. D er Bonsai wird älter und
wächst. Mit der Zeit wird e r auch buschiger. Im Schatten, de n e r wirft, gedei ht das Moos
von selbst

Es ist für e ine n Baum weniger gut, wenn die gesa mte E rdobe rfläche mit Moos bedeckt
ist, we il dies die Luftzirkulation e inschränkt und die E rde zu naß hält.

Wi e das Wachstum von Moos angeregt wird:


Wässern Sie die Erdoberfläche behutsam und verwe nde n Sie e ine n sehr milden Dünger.
Sie kö nnen zum Be ispiel ein Teil Buttermilch a uf dre i o de r vie r Te ile Wasser ne hmen.
We nn di e Erde alkalisch ist, stre uen Sie feinen To rf a uf.

Es gibt vie le Arte n von Moos. Die samtartigen Sorten e igne n sich a m besten. D as gesam-
me lte Moos wi rd getrocknet. Dann wird es durch e in fe ines Si eb ge riebe n und in einem
luftve rschlossenen ßehälter gelagert. Wenn es gebrauch t wird , streuen Siees auf die
Obe rfläche und bedecken es mit feiner E rde.

D e r Erfolg ist nicht so gut, wenn Siedas Moos in kleinen Stücken aufl egen. Entweder es
trocknet aus und wölbt sich, oder es wird nach dem Anwachsen klumpig.

105
Düngen

Zum Düngen von Bonsai eignet sich organische r Dünger besser als anorganischer.
Künstli ch hergestel lt er Dünge r erzielt zwa r oft rasche Ergebnisse bei schwachen Böden.
er ist jedoch sehr gefährlich für die Pflanzen, wenn er nicht richtig angewendet wird.
Blutmehl, Knochenmehl , Hornspäne, Fi schmehl und gut verrotteter Mist sind für Bon-
sai se hr zu e mpfehlen.

Verschieden Arten von Dünger:

I. Feste Form
Mischen Sie zwei Teile Rapsschrot und ein Teil Blutmeh l oder Knoc hen mehl mit
Wasser zu einem Teig. der etwa so weich ist wie ein Ohrläppchen. Die Masse darf
nicht zu trocken und nicht zu naß sei n. Fo rm en Sie den Teig w kleinen millenvon der
Größe eines Tischtennisballs (e in gehäufter Teelöffel). Si e können die Bälle auf 3 - 5
cm Hö he abfl achen und auf die Erdobe rfl äc he jedes Ihrer Bonsai legen. Sie können
dem Te ig auch die Form eine r Wurst von ca. 3 cm Durchm esser gebe n, die Sie in
kleine Scheiben von 3 cm schne iden. Eine weitere Mögli chkei t ist. einen Kuchen von
40 x -W x 3 cm zu formen und in ca. 3 cm große Stücke zu teilen. Bewahren Sie den
Dünger in einem luftdicht ver. chlosscnen Behälter auf und sprühen Sie ein Insektizid
darüber. Er darf nicht länger als ein bis zwei Monate gelagert werden.

Zur Anwendung legen Sie den Dünger an jede Ecke der Schale oder hinter den
Stamm zwischen Pflanze und Schale. Legen Sie den Dünger nicht in die unmittelbare
Nähe des Stammes. In einem Bereich ohne Wurzeln wird der Dünger die Wurzelbil-
dung an regen.

A bbildung 230
Düngem ischung in kleine Kugel n ge-
formt.

106
A bbildung 23 1
Gerollter Teig in kleine Teile geschnit-
ten.

A bbildung 232
Fe ter Dünger zu einem Kuchen ge-
fo rmt und in Stücke geschnitten.

107
2. Düngemehl
Mischen Sie zwei Teile Rapsschrotmehl und ein Teil Blutmehl ode r Knochenmehl in
einem Gefäß. We nn Sie die Mischung anwenden, sollte sie nicht übe r die gesamte
Erdoberfläche gestre ut werden. Denn das Me hl wird beim Gießen weggeschwemmt
und auße rdem wird die Moosschicht zerstö rt . Legen Sie kleine Hä ufl e in an die Ecken
de r Schale.

3. Flüssigdünger
Es gibt organischen Flüssigdünger, de r sich für Bonsai gut eignet. Bitte beachten Sie
die Anwendungsvorschrift.

4. Dünger aus ve rrottetem Tierdung


Der Dünger sollte gut verrottet sein, bevor e r ve rwendet wird. Fülle n Sie de n Dung in
einen Sack und hängen Sie ihn in ein Wassergcfäß. Verdünnen Sie die Flüssigkeit und
gießen Si e da mit die Pflanzen. Die Düngelösung darf nicht zu ko nzentriert sein, -.veil
sie sonst die Wurzeln der Pflanze n ve rbrennt.

5. Knoche nme hl
Knochenme hl sollte vor der Anwendung für blühende Bo nsai , wie Glyzine und Gra-
natapfelbaum, mit Erde gemischt werden.

Die Mengen:
Kleinere Dosierunge n und häufigere Anwendungen sind besser als größere Mengen und
längere Zeiträum e zwischen den einzelne n Düngegaben. Eine Pfl anze, die krank ist,
sollte nie gedüngt we rde n.

Ve rwenden Sie e in Düngestück oder eine n Eßlöffe l Düngemehl für e twa vie r Lite r Erde.
Halten Sie sich genau an die Anweisungen , we nn Sie im H andel erhältliche n Flüssigdün-
ge r verwenden.

Das D üngen:
Die Pflanzenart , das Alter des Baumes und sein Gesundheitszustand muß be im Düngen
beachtet werde n. Die meisten Nadelge hölze benötigen nicht so vie l Dünge r wie Laub-
bäume.

1. D ie Düngesaison beginnt im April und daue rt bis Oktober. Düngen Sie nur während
der aktiven Wachstumsperiode.
2. Setzen Sie de n Dünger ein oder zwei Monate nach dem Verpflanzen ab.
3. Düngen Sie e inmal im Monat oder kleinere Mengen alle zwei Wochen.
4. Kamelien, Azaleen, Gardenien und Rh ododendren brauchen eine n e igenen Dünge r.
Nehmen Sie e inen sauren, e isenhaltige n Typ. Verwenden Sie eine n größeren Anteil
an Knochenme hl und Rapsschrotmehl für alle früchte -, bee ren- und blüte ntragenden
Pflanzenarten. Blutme hl und Rapssch rotmehl ist fü r alle Nade lgehölze und für Bäu-
me, die ihres schönen Laubes wille n kulti vie rt werde n, zu e mpfe hlen.

108
5. Falls di e Erde zu sa ue r ist, könne n Sie Kalkste inme hl , H o lzasche o der H o lzkohle a uf-
stre ue n, um der Erde d ie Säure zu ne hme n.
6. Wenn der Ba um Anze ichen des Mangels an Mineralien zeigt (gelbe Blätter, Bla ttfl ek-
ke n, verfärbte Blattspitzen, sollten Sie e inen Dünge r anwe nde n, de r Spurenelemente
wie Kup fe r, E isen, Mangan, Zink u. a. enthält. H alte n Sie sich genau an d ie Anwei-
sung.

109
Tägliche Pflege

1. Wässern:
Kontrollieren Sie Ihre Bonsai täglich. Wenn sie trocken sind, müssen sie gewässert
werden. Sind die Pflanzen noch feucht, genügt ein leichtes Übergießen der Erde. Ein
schwacher Regen bringt oft nicht genügend Feuchtigkeit.
Der Morgen oder frühe Abend ist die beste Zeit zum Gießen. Niemals dürfen die
Pflanzen in der größten Mittagshitze gewässert werden. Falls es Frost gegeben hat,
sollten Sie warten, bis die Erde aufgetaut ist. Machen Sie auch den Stamm und die
Äste naß. Das wird die Moosbildung und die Entwicklung von Flechten fördern. Ver-
gewissern Sie sich, daß die Erde auch hinter dem Stamm und an Stellen, die durch die
Äste geschützt sind, feucht geworden ist.

Bei großer Hitze sollten Sie die ganze Umgebung der Pflanzen befeuchten, also auch
den Boden, die Tische und die Wände. Auf diese Weise wird die Luftfeuchtigkeit im
Bereich der Pflanzen erhöht. Kontrollieren Sie die Feuchtigkeit der Erde besonders
an windigen Tagen. Wenn eine Pflanze in der heißen Jahreszeit auch nach zwei oder
drei Tagen nicht trocken wird, sollten Sie nach den Ursachen forschen. Normalerwei-
se ist die Pflanze in solchen Fällen falsch gedüngt worden, oder die Erde ist nicht
durchlässig genug.

Wenn eine Pflanze stark ausgetrocknet ist, geben Sie ihr nicht zuviel Wasser auf ein-
mal. Gießen Sie nur leicht und stellen Sie die Pflanze an einen feuchten und schatti-
gen Platz. Der Nachttau wird dann die feinen Haarwurzeln wieder beleben. Am
nächsten Tag können Sie wieder stark wässern. Manchmal ist es auch empfehlens-
wert, den ganzen Bonsai in Wasser zu tauchen, aber nur während des Sommers und
auch nicht jeden Tag.

2. Formen und Schneiden:


In der Bonsaikultur ist es sehr wichtig, daß die Pflanze durch das Zurückschneiden·
weiter gestaltet wird. Sie können zum Beispiel eine Baumspitze oder die Spitze eines
Astes zurücknehmen und sie durch einen schwächeren Seitenast, durch einen Trieb
oder durch eine Knospe ersetzen.

Äste werden immer von außen her gekürzt. Wenn Sie die Zweige innen zurückschnei-
den, wird der Ast zu lang werden und er verliert seine KompaktheiL Halten Sie den
Baum auch nicht zu buschig. Er bekommt sonst im Innern zu wenig Sonnenlicht und
die Zweige zum Stamm hin sterben ab. Nadelgehölze, großblättrige, immergrüne
Bäume und Laubbäume wollen jeweils verschieden behandelt werden.

110
Kiefern:
Im Früh ling, nach dem Märzanfang, können die neuen Triebe de r Kiefern zurliekge -
zupft werden. Achten Sie dabei auf die Fo rm , die Sie anstreben. Im Herbst (Septem-
ber, Oktober, November) schneiden Sie di e Triebe, die im Frühjahr nicht be~eitigt
worden sind. Kürzen Sie auch alles andere . das zu lang geworden i~t. La~sen Sie eini-
ge Nadeln übrig. Die Zweige werden chräg abgesch nitten mit der Schnittstelle nach
oben. Von der Bau mform hängt es ab, wieviele adeln belassen werden.

Abbildung 233
So wird ein Zwe ig geschnitten. Der
Schn itt muß schräg gemacht werden.

Abbildung 234
Die Schnittste lle sollte oval sein und
nach oben schauen.

Abbildung 235
So darf ni cht geschnitten werden.

111
Abbildung 236
Der A~t sollte nicht gerade abge-
. chnitten we rden. Ei ne runde Schnitt-
ste lle he ilt auch langsa me r.

Wacholde r:
Äste und to te Zweige kann man imme r schneide n. Alles, wa~ zustarkgewachsen ist.
muß ge kürzt we rde n. Die Spitzen der Nadeln mü~scn ständigabgezupftwerden. da-
mi t sie dicht ble ibe n. E in kräftiger Ast, de r abgestorben ist kann als J I behandelt
werden (siehe Seite 60).

A bbildung 237
Di e jungen Nade ln de Wacholder
werden mit den Fingern ode r mit de r
Pinze tte abgezupft.

Abbildung 238
So werden die Nadeln des Wacholder
gc chnittcn.

112
Abbildung 239
Die Nadeln dürfen nicht in Bündeln
abgeschnitten werden.

Andere Nadelgehölze:
Fichte, Zeder, Sicheltanne , E ibe, Zypresse, H e mlocktanne, Steineibe usw. , so llten
leicht gekürzt werden, wenn die Wuchsform des Baumes durch allzu sta rkes Wachs-
tum übe rdeckt wird.

Laubabwerfende Bäume:
Laubbäume und großblättrige, imme rgrüne Pflanze n werden zuri.ickgeschnittcn.
wenn der ne ue Austrieb fest geworden ist. Größere Gestaltungseingriffe soll ten im-
me r während der Ruheperiode vorgenomme n werden.

Blattschnitt und Entlauben (siehe Seite 53):


Ve rwe lkte Blüten, Früchte, Beeren und Same nkapse ln sollten mit Stiel e ntfernt wer-
den . Belassen Sie Früchte und Beeren nicht zu lange, we il sie den Baum schwächen.
Abgestorbene Zweige und ve rwe lkte Bl ätter müssen entfe rnt werden. Ein Zweig
wird immer am lebende n Holz zu rückgeschn ittcn. Die Wunde he ilt schne lle r und
ne ues Wachstum wird angeregt.

Alle Schößlinge, die am Stamm austre ibe n, werden beseitigt. e benso jeder neue Aus-
trieb an e iner Astgabe lung. Eine Ausnahme besteht nur, we nn e in E rsatzzweig ge-
braucht wird ode r wenn Sie das Wachstum des Astes reduzieren wollen.

Abbildung 240
A lle Tri ebe, d ie am Stamm ansetzen ,
we rde n entfe rnt.

113
3. Umpflanzen:
Wechseln Sie die Erde jährlich, wenn der Baum noch wachsen soll (siehe Seite 117).
Hat der Bonsai bereits eine gute Form erreicht, können Sie wen iger häufig umpflan-
zen. Nadelgehölze werden alle drei bis fünf Jahre umgetopft. Es kommt dabei auf die
jeweiligen Bedingungen an. Laubabwerfende Bäume verpflanzt man nach ein oder
zwei Jahren, junge Nadelgehölze alle zwei bis drei Jahre.

Verwenden Sie eine grobcre und kantigere Sandkörnung für Bonsai, die rauh und
wild aussehen sollen. Für gefäll igere Wuchsformen verwenden Sie besser eine feinere
Erdmischung. Beseitigen Sie die verbrauchte Erde direkt unter dem Stamm (siehe
Seite 101).

Bei den meisten Laubbäumen wird fast die gesamte E rde entfernt, bei Nadelgehöl-
zen nur ein Teil davon. Schneiden Sie die Wurzeln an zwei oder drei Stellen weit
zurück, so daß ein spitzwinkliges Dreieck entsteht. Schneiden Sie das Wurzelwerk an
diesen Stellen bis zum Fuß des Stammes zurück, und zwar möglichst entlang e iner
kräftigen Wurzel.

Abbildung 241
Entfernen Sie das Wurzelwerk in
Form eines spitzwinkligen Dre iecks
entlang e iner kräftigen Wurzel.

4. Soforthilfe für einen kranken Baum:


Läßt die Pflanze Zeichen von Schwäche erkennen oder sieht sie krank aus, sollte das.
Düngen unterlassen werden. Auch ein schattiger Platz ist für kranke Pflanzen un-
geeignet. Nehmen Sie die Pflanze mit Sorgfalt aus der Schale und dünnen Sie die
Wurzeln aus, die aus dem Ballen herausragen. Pflanzen Sie den Bonsai in eine größe-
re Schale und stellen Sie ihn an einen halbschattigen Platz. Oder pflanzen Sie den In-
validen im Halbschatten direkt in die Erde.

Wenn die Pflanze sich in einem sehr schlechten Zustand befindet, kann als letzte
Maßnahme folgendes versucht werden: Waschen Sie die E rde völlig aus den Wurzeln
und pflanzen Sie den Baum in puren Sand. Geben Sie ihm Halbschatten, bis er wie-
der zu treiben beginnt. Unterlassen Sie das Düngen.

114
). Spritzmittel gegen Inse kten und Pilze:
Behandeln Si e die Bonsai während de r Ruheze it mit im Handel erhältlichen Insekti -
ziden oder Fungiziden. Während d e r Wachstumspe ri ode sollten Sie nur bei Bedarf
spritzen. Das Vorkommen von Ameisen ist h ä ufig e in Hin weis au f Blatt- und Schild-
läuse . In vielen Fällen muß der Baum dann behande lt werden.

6. Di e Pfl ege von JIN , S H ARI und SABA-MIKI:


Nach dem Glä tten der be hande lte n Fläche n warte n S ie . bis die JI N -Ste llen völl ig
trocken sind und Anzeichen von kleine n Rissen erken nbar werde n. An heiße n Som-
mertagen tragen S ie um die M ittagszeit ei ne flüssige Kal k-Schwefel-Mischung auf,
die Sie wenigstens zweimal im Jahr für die Zeit von zwei o d e r drei Jahren wie derho-
len . Schmi rgeln Sie imme r die alte Lösung ab, bevor Sie die neue auft ragen.

7 Verschiedenes:
Um e inse itige Entwicklung zu ve rme ide n . müssen die Bonsai auf ih re m Bord öfter
gedre ht werden. D ie Trie be und Blä tte r brauche n regelmäßig Sonnen licht. wei l sie
sonst mit der Zeit abste rben.

Ste llen Sie d ie Nadelge hö lze a uf e in höheres Bord a ls d ie Laubbäu me . de nn d ie


hö her ste he nde n Pflan zen werden rasche r trocke n.

Falls e in Ast im unte ren Bereich schwach wird , schneide n Si e ihn nicht zurück. Drah-
ten Sie den A st und biegen Sie ihn aufw~irts, b is e r sich e rh o lt hat.

Abbildung 242
Manchmal wachsen lange Wurze ln aus
den Drainageöffnungen.

Abbildung 243
Kontrollie re n Sie rege lmäßig die
Öffnunge n und beseitigen Sie die her-
ausragenden Wurzeln.

115
Ko ntrollie re n Sie die Drainageöffn ungen regelmäßig. Denn Wurzeln und Erde können
die Offnunge n verstopfen. Re inige n Sie die Löche r mit Draht oder der Rückseite e ine r
Pinzette. He ra usragende Wurzeln we rde n abgeschnitten.

Nach schwere n Regenfällen oder wenn de r Wasserdruck beim Gießen zu hoch war, muß
d ie ausgeschwem mte Erde e rsetzt werden. Falls Wurzeln an der Obe rfläche oder de r
Fuß des Sta mm es mit e inem weißen Be lag bedeckt sind, legen Sie e ine Schicht Torf oder
feinen Humus darüber. We nn die Schicht zu stark ist, muß der Baum ve rpflanzt und für
e in ha lbes Ja hr tief e ingegraben we rde n. Ein weißer Belag aus Alkalisalz an der Schale
wird mit e iner Mi schung aus Essig und Wasser beseitigt. Ble ibt die Be handlung erfolglos,
muß die Schale für e inige Monate e ingegraben we rde n.

Schützen Sie Ihre Bonsai gegen e xtreme We tte rbedingungen, beispielsweise Hitze- und
Kä ltewell en , starke Winde u. ä. H alte n Sie die Date n e ines jeden Ihrer Bonsai mit Hilfe
von Sch ildchen oder mit Numme rn versehenen Anhängern fest, wichtig sind vor allem
die Angaben übe r das Umpflanzen.

Die e inzelnen Gestaltungsphasen der Bäume könne n durch Photos dokumentiert wer-
den, wie man in Bilde rn die Entwicklung de r e igenen Kinder festhält. Photos sind auch
hilfreich im Fa ll e ines Di e bstahls.

116
Tabelle für das Umtopfen oder für das Wechseln der Erde
X = Umtopfmonat
0 = Umtopfen nach Blattschnitt

3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 Erde
wechseln:
Specics alle
AHORN
(M OMIJI, KAE D E) X X X X X 1- 3 Ja hre
APFEL
(RINGO) X X X X 1-3 Jahrc
AZAL EE
(TSUTS UJI ) X X X 1-2 Jahre

BAMBUS
(TAKE) X X X X X X 2- 3 Jahre
BIRKE
(SHIRAKABA) X X X X 1-2 Jahre

BUCHSBAUM
(TSUGE) X X X X X 1-2 Jahre

E IBE
(TCHIJ ) X X X 3 Jahre
E ICHE
(KASHI , SHI I. KU NUG I) X X X 1-4 Jahre

FELSENM ISPEL
(BEN ISHITAN) X X X X X X X X 1-2 Ja hre
FEUERDORN
(TACH IBANA-MODOKI) X X X X X X X 1- 2 Jahre

FICHTE
(EZO-MATSU ) X X X X X 3-6 Jahre
FÖHRE
(MOMI) X X X X X 3-5 Jahre

GIN KGO
(ICHO, G INNAN ) X X X X X 1-3 Jahre

GLYZINE
(FUJ I) X X X 3 Jahre

117
Tabelle für das Umtopfen oder für das Wechseln der Erde
X = Umtopfmonat = Umtopfen nach Blattsch nitt

1 4 7 8 9 ]1 Erde
wechseln:
s alle
G RA .ATAPFEL
(ZAKURO) X X X X X X Jahre

GUMMIBAUM
(ICHIJIKU) X X X X X l-2 Jahre

J UNIPERUS C HINENSJS
(SH IMPAK U) X X X X 3-6 Jahre

KAMELIE
(TSU BAKJ ) X X X X X t-2 Jahre
KIEFRN
(andere ab aufgeführt)
(N ISHIKI- MATSU) X X X X X 4-7 Jahre
sonst. KONIFE R E N
(TOKIWA, SHOHAKU) X X X X X 3- 5 Jahre

LAGERSTROEMIA
I iDJCA (SARUS U BERI) X X X X 1-2 Jahre

sonst. LAUBBÄUME
(RAKUYOJU, ZOG T) X X X X 1- 2 Jahre

MÄDCH ENK IEFER


(GOYO- MATSU) X X X X X 3-5 Jahre

OLIVE
(GEKKEIJ U) X X X I-3 Jahre

PALM EN (SOTETSU,
SHU ROCHIKU) X X X X X t -4 Jahre
PRUNUS MUM E
(UME, SUMO MO , ANZU) X X X X 1-2 Jahre

QUITTE
(BüKE, KARIN) X X X X X X 1-2 Jahre

SCHEINZYPRESSE
(H INOKI. C HABOHJBA) X X X X X 2-4 Jahre

118
120
Bonsai-Größen

So etwas wie die richtige oder falsche Größe eines Bonsai gibt es nicht. Die Größe ~.iner
Pflanze hängt vom persönlichen Geschmack, von der Wuchsform und vom Platz ab, an
dem sie aufgestellt ist. Der erste Eindruck von Bonsai vermittelt die Vorstellung, daß es
sich um kleine Bäume handelt, die wenig Platz beanspruchen und den Alltag schöner
machen. Ein Bonsai muß jedoch nicht auf eine bestimmte Größe gebracht werden. Es
geht vielmehr darum, daß sich durch die Gestaltung die besten Eigenschaften der Pflan-
ze entwickeln.

Das richtige Verhältnis zwischen der Größe eines Bonsai und dem Platz, den er bean-
sprucht, ist folgendes: Einem Bonsai von5 - 7 cm Größe entspricht der Platz einer Tata-
mimatte, deren Größe 90 x 180 cm beträgt. Einem Bonsai von 12 cm Höhe entspricht
der Platz von zwei Tatami matten . Ein 100 cm hoher Bonsai würde einen Platz von 20 Ta-
tamimatten erfordern. Das ist eine Fläche von 6 x 5,50 m.

Die Größe eines Bonsai zu bestimmen, ist sehr schwierig. Normalerweise gilt die folgen -
de Grundeinteilung:

1. Großer Bonsai (ÖMONO BONSAI):


Die maximale Größe eines Bonsai beträgt ohne Schale 130 cm. Man spricht von ei-
nem Bonsai für zwei Leute, für drei Leute und für vier Leute, je nachdem wieviele
zum Tragen nötig sind. Ein Bonsai, rler größer ist als 130 cm, wird HACHI-UYE ge-
nannt und in der Regel in einem Hof oder für kurze Zeit in einem großen Gebäude
aufgestellt. Ein gestalteter Baum, der nicht in eine Schale sondern im Garten ausge-
pflanzt ist, wird nicht als Bonsai bezeichnet. Man nennt ihn NIWA-GI, auch wenn er
kleiner ist als 130 cm.

2. Mittlerer Bonsai (CHUMONO BONSAI):


Ein Bonsai von dieser Größe kann ohne weiteres von einem durchschnittlich starken
Mann getragen werden. Er besitzt die Größe von 45-90 cm. Diese Art von Bonsai
läßt sich sehr effektvoll aufstellen und ist gleichzeitig leicht zu transportieren .

3. Bonsai für eine Hand (KATADE-MOCHE BONSAI):


Ungefähr 20 - 40 cm hoch ist diese Art von Bonsai, abhängig von der Form des Bau-
mes. Die Felsenform gehört nicht zu dieser Kategorie. Die Größe für eine Hand ist
die beliebteste bei den Bonsaifreunden.

121
Bonsai-Größen

4. Kleiner Bonsai (KOMONO BONSA I):


Bäume mit einer H öhe von 12-18 cm gehören zu dieser Größe. Es ist nicht e infach ,
e ine n Baum , der so kle in ist, mit allen Ei nzelh e iten , die zu e ine m ri chtige n Baum
gehören, zu kultivieren. Bestimmte Pflanzen wie die U lme oder de r Cotoneaster be-
sitzen eine sehr feine Struktur, so daß sie als kleine Bonsai gestaltet werden können.

5. Mini aturbonsai (MAME BONSA I):


Die kleinste Bonsaiart. Vier oder fünf Miniaturbonsai haben auf e ine r H and Platz.
Die .,Größe·· der Pflanzen ist faszinieren d . Ihre Pflege ist jedoch sehr schwierig. Und
es ist nic ht einfach, die Miniaturen zu gestalte n. Manchmal we rden sie auch Taschen-
Bonsai genannt.

Schließlich gibt es noch e ine mikroskopische, auch Mohnsamen-G röße, KESHI-


TSUBU , genannt. De r Samen dieser Pfl anze n wird direkt in die winzigen Schalen
gesät. Auf diese Weise werden sehr gute Ergebnisse e rzie lt .

122
Bonsai-Formen

Es ist faszinie re nd, draußen in der Na tur die Baumforme n zu studie re n und sie sich als
Bonsai vorzuste lle n. Ke ine zwei Bäume gle iche n sich. Es gibt e ine bestimmte Ähnlich
keit zwischen den Bä ume n der gleiche n Spezies . Und die Unterschie de, die Sie feststel-
len, hängen hauptsächlich von der Lage und de n Umwelteinflüssen a b. Dennoch bilden
die Bäume ein charakte ristisches Ersche inungsbild aus, an dem sie auch vom oberfläch-
lichen Be trachte r e rkannt werden. Die Einte ilung de r japanischen Bonsaifo rmen gehen
vom unterschiedliche n E rscheinungsbild de r Bä ume in der Natur aus. Und we il viele
Bonsai Grenzfälle sind, we rden ·sie dort e ingeteilt, wohin sie nach ihren Merkmale n
ge höre n.

Im folge nde n werden e inige mehr a llgeme ine Bonsaiformen angeführt, zusammen mit
den Merkmale n, von denen sie geprägt sind:

BONJU Bonsai
TACHI-GI a ufrecht
C H OKKA N gerader Stamm
SHAKAN geneigter Stamm
SHO-SHAKA N se hr wenig geneigter Stamm
C HU-S HA KAN mäßig geneigt
DAI-SHAKAN extre m geneigt
MOYOGI frei a ufre cht
FUKINAGASHI windge pe itscht
BUNJIN abstra kter und frei e r Stil
BANKAN knorriger Stamm
NEJIKAN verdre hte r Stamm
SABAKAN gespalte ne r ode r ausgehöhlter Stamm
KOB U KAN knotiger Stamm
SHARIKAN abgeschälte Rinde

KENGAI Kaskade
KENGAI gewöhnliche oder normale Kaskade
HAN-KE NGAI mä ßige oder Halbkaskade
DAI-KENGAI e xtre me, fast senkrechte Kaskade
GA ITO -KENGAI Klippen- oder gewölbte Kaskade

123
TAKI-KENGAI Wasserfall-Kaskade
ITO-KENGAI Stamm und Äste fa llen kaskadenförmig
wi e ein Bündel Fäden
TAKAN-KENGAI drei- und mehrstämmige Kaskade
SOKAN Doppelstamm
SOJU Zwillingsstamm
KABUDACHI Me hrfachstamm
KÖRABU KI mehrfache Triebe a us einem Stamm oder
"aus einem Schildkrötenpanzer \\iachsend"
NETSURANARI kriechende Form, Sprößlinge aus
eine r langen Oberflächenwurzel
YAMA-YORI Sprößlinge aus einem abgefallene n Zapfen
IKADABUKI Floßform
YOSE-UYE Gruppenpflanzung
I SHI-ZUKE Pflanzu ng über den Fels
TAKO-ZUKURI T intenfisch-Form
NE-AGARI Stelzwurzel- Form
SAIKE I Gruppenpflanzung mit Bäumen, Felsen,
Pflanzen und Moos, gestaltet zu einer
natürlichen Landschaft
JUKEI Forme n oder Umrisse des Bonsai
MATSU-ZUKURI traditionelle Kiefernform
HÖKI-ZUKURI Besenform
TAMA-ZU KURI Ball- oder Eiform
RÖSOK U-ZU KURI Flammenform
KASA-ZUKURI Schirmform
HÖSHÖ-ZUKURI übertriebene MATSU -ZU KU RI
oft als Hintergrund für
NO H-Spiele verwende t

124
Beispiele der streng aufrechten Form (CHOKKAN)

Die folgenden Beispiele sind Variationen der streng aufrechten Form:

Abbildung 244
Wenn es möglich ist, wird der Haupt-
ast auf der Rückseite zwischen dem
e rsten und dem zweiten Ast plaziert.

Abbildung 245
Die Äste sind aufwärts gerichtet. Es
sind die Kennzeichen eines jungen
Baumes.

125
Abbildung 246
Die Äste wachsen horizontal. Nur die
Astspitzen sind leicht aufwärts gerich-
tet.

Abbildung 247
Mehr nach unten gerichtete Äste las-
sen den Baum groß und schlank er-
scheinen.

Abbildung 248
Die Äste sind stark nach unten gerich-
tet und unterstreichen dadurch die
Stärke des Stammes.

126
Abbildung 249
Di e Äste bilden eine beinahe flache
Krone. Die Rinde des Stammes ist
teilweise abgeschält und als JIN ge-
taltet. Es entsteht der Eindruck, als
seien dies die Folgen eines großen
Sturmes.

Abbildung 250
Sehr kräftiger Stamm. Der erste und
dritte Ast sowie die Spitze wurden als
J IN gestaltet.

Abbildung 251
Der Stamm ist ausgehöhlt (SABA MI-
KI) und die nächsten Ä ste sind als JIN
gestaltet.

127
Abbildung 252
Die Äste sind extrem abwärts gerichtet.
Der Baum wirkt wie ein geschlossener
Regenschirm.

Abbildung 253
Die breiten Äste sind weit oben und
sehr eng beisammen. Sie wirken wie
ein geöffneter Regenschirm.

Abbildung 254
Die Äste wachsen auf einer Seite. Die
Spitze und der Gegenast sind als JIN
gestaltet.

128
Abbildung 255
Der ursprüngliche Stamm war abge-
torben. Ein Ast hat seine ursprüngli-
che Funktion übernommen.

i
Abbildung 256
Die Rinde eines gedrehte n Stammes
wurde abgeschält (SHARI). Siehe
Seite 60.

Abbildung 257
De r Baum ist größtenteils abgestor-
ben. Nur ein Ast von Bede utung ist
übrig geblieben.

129
Abbildung 258
Der Stamm auf der rechten Seite ist
tot. Die Rinde wurde abgeschält, und
die Äste wurden als JIN gestaltet.

Abbildung 259
Nur ein Ast ist übrig geblieben und
hat auf sei ne Weise die Form eines
Baumes angenommen.

130
Beispiele für den geneigten Stamm (SHAKAN)

Die geneigte Stamm-Form wird in drei Typen eingeteilt. Die Einordnung hängt von, der
Stärke der Neigung ab (siehe Seite 123). Die Ausgeglichen heit des Baumes wird da-
durch erreicht, daß sich die Spitze in die Gegenrichtung neigt. Auch der erste Ast kann
auf vielfach e Weise für den Ausgleich sorgen.

Abbildung 260
SH 0 -SHAKAN. Der erste Ast befin-
det sich auf der geneigten Seite des
Stammes. Die Äste auf dieser Seite
sind leicht aufwärts gerichtet,
während sie sich auf der Gegenseite
leicht nach unten neigen.

Abbildung 261
SHO-SHAKAN. Der erste Ast setzt
auf der Gegenseite der Neigung an.

131
Abbildung 262
C H U-SHAKA N. D e r erste Ast ist
hinabgebogen zum Fuß des Stammes,
um ein Gegengewicht zu schaffe n.

Abbildung 263
DA I-SHAKAN. Der erste A st setzt
an der Vorderseite des Stammes an.
Er breitet sich nach be ide n Seiten aus,
ohne zu stören.

Abbildung 264
Beispie l ei nes SH AKAN- KOBOKU.
Geneigte Stamm-Form. De r Baum
hat e ine n alten, unte rsetzten Stamm.
Eiche, Quercus chrysolepis Lieb-
mann. Gesammelt 1960.

132
Abbildung 265
Der gleiche Baum zwei Jahre später.

Abbildung 266
Der gleiche Baum nach fünfjähri ger
Gcstalt ungsarbcit.

133
Beispiele von laubabwerfenden und immergrünen Bonsai

Abbildung 267
TAMA-ZUKURI. Aufrechter Stamm
mit nahezu kugelförmiger Umrißli-
nie.

Abbildung 268
ROSOKU-ZUKURI. Aufrechter
Stamm. Die Krone hat den Umriß ei-
ner Kerzenflamme. Ginkgo-Bäume
sind normalerweise in dieser Form ge-
staltet.

134
Abbildung 269
H OKI-Z UKU RI. Besenform. Die
Familie der Ulmen wird gern in der
Besenform gestaltet.

Abbildung 270
SHIZEN-ZUKURI. Eine natürliche
Baumform. A chten Sie nicht zu genau
auf die Anordnung der Äste.

Abbildung 271
MATSU-ZUK URI. D ie Kiefernform
wird häufig für laubabwerfende Bon-
sai verwendet.

135
Abbildung 272
E in we ite res Be ispie l für MATSU -
ZUKURI oder die Kie fe rnform.

Abbildung 273
KOBO KU. Große r, a lte r Stamm.
Di ese Fo rm wird bei La ubbä ume n
und bei immergrüne n Bonsai ange-
wende t. Die Äste we rden gestaltet, je
nachde m, wie sie ansetzen.

Abbildung 274
SABA-MlKl. Ein a lte r Stamm wird
so bearbeitet, daß e r wie e in gespal-
tene r Stamm aussie ht.

136
Gestaltung der Besenform (HOKI-ZUKURI)

E ine fre i wachse nde Ulme mit einem hohen Stamm , hoch ansetzenden Ästen und guten
Wurzeln kann als Bese nform gestaltet werden . ..

A bbildung 275
Mache n Sie außerhalb der Mitte des
Sta mm es e ine n V-förmigen Ein-
~chnitt, und zwar in der dreifachen
Höhe des Stammdurchmessers.

Abbildung 276
We nn der Stamm stark ist, kö nnen Sie
das Ke rnholz zie mlich tief ausschnei-
den. Ve rle tzen Sie jedoch nicht das
Kambium. E s trägt dazu bei, daß die
Wunde schne lle r heilt.

137
Abbildung 277
Der angeschnittene Bereich wird
mehrmals mit Band oder Bast umwik-
kelt. Dadurch wird eine Knotenbil-
dung verhindert. In einem Ja hr wer-
den sich eine Menge Triebe gebildet
haben.

Abbildung 278
Wenn der Stamm nicht richtig einge-
bunden wurde, bilden sich Knoten,
wenn die Pflanze austreibt.

Abbildung 279
Im Herbst wird der ne ue Austrieb auf
die halbe Länge des Stammes zurück-
geschnitte n. Achten Sie darauf, daß
die Schnittstellen innen sind und die
neuen Triebe nach außen wachsen.
Der Mitteltrieb bleibt ste hen. Er regt
das weitere Wachstum an und sorgt für
das Gleichgewicht mit dem ursprüng-
lichen Sta mm.

138
Abbildung 280
Im He rbst de folgende n Jahres wer-
den di e neue n Triebe, ausgenommen
de r mittle re , wieder zurückgeschnit-
ten. Diesmal wird jedoch weniger
zu rückge nommen. Auch die nächsten
Jahre wird jeweils nicht ganz so viel
wie im Vorjahr gekürzt.

139
Beispiele für die frei aufrechte Form (MOYOGI)

MOYOGI ist di e verbreitetste aller Bonsaiformen. Vor allem Eichen , Kiefern, Wachol-
der und andere Nadelgehölze werden im frei a ufrechten Stil gestaltet. Auch G ranatap-
felbäume, Ahorn, Aprikose und Apfelbäume e ignen sich. Der frei aufrechte Bonsai hat
einen leicht geschwungene n Stamm , und zwar so, daß er de n Be trachte r anspricht. Jede
Übertre ibung ist zu vermeiden. Der frei aufrechte Stil ist in den meisten Bonsaisamm-
lungen zu sehen.

Abbildung 281
Der populäre MOYOGI-Stil.

Abbildung 282
Die Ausgewogenheit der Wuchsform
wird dadurch sichtba r, daß sich die
Spi tze genau über dem Mittelpunkt
des Stammansatzes befindet.

140
Abbildung 283
Geneigt aufrechte Fo rm. SH A K A N-
MOYO G I. Eine breite, a usgegliche ne
Fo rm mit e ine m stabile n Stamman-
satz.

Abbildung 284
Ein gene igter Stam m, a usgeglichen
durch ei ne n krä ftigen erste n Ast, de r
stark nach unten gene igt ist.

A bbildung 285
Ein schwere r, tämmiger e rster Ast
bilde t ein G egengewicht zu den
k räftig sich ausbre itenden Wurzeln.

141
Abbildung 286
Ein frei aufrechter Bonsai mit gebo-
genem Stamm und abwärts weisenden
Linien im Bereich der Äste und der
Wurzeln.

Abbildung 287
MOYOGI mit sehr schön geschwun-
genem Stamm. Der starke erste Ast
neigt sich zur Wahrung des Gleichge-
wichts nach unten.

Abbildung 288
Die Biegungen des Stammes weisen
nach oben. Die Krümmungen der
Äste dagegen gehen nach unten zum
Stamm hin.

142
Gestaltung eines japanischen Schwarzkiefer-Bonsai

Mit der japanischen Schwarzkiefer lassen sich die meisten Bonsaistile gestalten, denn sie
kann verschiedene Wuchsformen annehmen.

1. Sämling:
Einen Bonsai aus dem Sämling zu entwickeln, ist allgemein üblich. Nur dauert es vie-
le Jahre, bis ein wirklicher Bonsai daraus entsteht. Im Alter von zwei oder drei Jahren
kann mit der Formung der Pflanze begonnen werden. Sie wird in die Erde oder in ein
großes Pflanzgefäß gesetzt, damit sie sich gut entwickeln kann. Die Formung wird
über mehrere Jahre fortgesetzt (siehe Seite 150). Wenn der Stamm kräftig genug ge-
worden ist und die Äste gut entwickelt sind, bekommt der Baum eine Bonsaischale.
Die eigentliche Gestaltung kann jetzt beginnen.

2. Baumschulpflanze:
Im Gegensatz zur Gestaltung eines Sämlings, benötigen Sie zur Formung einer Baum-
schulpflanze bedeutend weniger Zeit.
Wählen Sie eine Baumschulpflanze mit guten Wurzeln, einem starken Stamm, kom-
pakten Ästen und mit dichten und kräftigen Nadeln. Vor allem sollte die Gestalt des
Stammes beachtet werden, denn er ist bereits kräftig und schwer zu formen .

3. Auf dem Feld oder im Garten gewachsene Pflanzen:


Manche Baumschulen pflanzen Schwarzkiefern auf Feldern aus. Diese sind das beste
Ausgangsmaterial für die Kultivierung eines Bonsai. Suchen Sie eine Pflanze mit ei-
nem schön gebogenen, kräftigen Stamm. Warten Sie wenigstens ein Jahr, nachdem
der Baum in ein Pflanzgefäß gesetzt worden ist. In dieser Zeit können sich die Wur-
zeln entwickeln. Wenn die Nadeln zu lang sind , zu buschig oder gekrümmt, werden sie
auf ca. 3 cm zurückgeschnitten.
Diese Methode der Beschaffung von Pflanzen kann auch bei anderen Nadelgehölzen
und laubabwerfenden Pflanzen angewendet werden.

143
Abbildung 289
Wählen Sie e ine POanze mit einem
starken Stamm , kräftigen Wurzeln
und mit besonderen Äste n, die sich
später für die Gestaltung de r Spitze
e ignen.

Abbildung 290
Entfe rnen Sie zwei Äste unten und
zwei Ä te oben auf jeder Seite und
schneiden Sie die Baumspitze ab. Ent-
fernen Sie auch die H auptäste an be-
lassenen Ästen.

Abbildung 291
Alle Äste soll ten im H inblick auf die
künftige Baumform geschnitten wer-
den. Belassen Sie die Äste an der Au-
ßensei te der Biegungen des Stam-
mes.

144
Abbildung 292
Die richtige Anordnung der Äste.

Abbildung 293
Falsche Stellung d e r Äste. Sie wider-
pricht dem G efühl für Fo rm und
Natürlichkeit.

Abbildung 294
Jede r Ast wird gedrahte t.

145
Abbildung 295
Biegen Sie die Äste in ihre Position.
De r erste Ast wird nach links gebogen,
der zweite nach rechts und die Spitze
leicht nach links.

Abbildung 296
Im He rbst wird der D raht entfernt,
falls e r in die Rinde einschneidet.
Wenn die neuen Triebe länger sind als
3 cm, werde n sie zurückgeschnitten
(sie he Seite 151).

Abbildung 297
Im nächsten Frühjahr werden ne ue
Triebe zwischen den Nadeln entste-
hen, und zwar an den Stellen, die im
H e rbst gekürzt worden sind. Die Äste
werden dadurch buschiger anstatt
lang und aufgeschossen.

146
Abbildung 298
Drahte n Sie jeden Ast und biegen Sie
ihn flach, nach dem Vorbild des ersten
Astes. Alle ersten Äste haben eine be-
sondere Stellung.

Abbildung 299
Im Frühjahr we rden alle Kerzen
gekürzt, wenn sie lä nger als 3 cm sind .
Beim Frühlingsschnitt sollten die Ker-
zen ganz entfernt werden.

Abbildung 300
Im zweiten Jahr wird der Baum in eine
Bonsaischale gepflanzt (siehe Seite
82).

147
Abbildung 301
Mit den Jahren wi rd de r Baum volle r
werden und schöne re und kürzere Na-
de ln bekommen . Alle we lken Nadeln
we rden e n tfernt.

Abbildung 302
Japani sche Schwarzk iefer (P inus
t hunbcrgii Pari.), gesta ltet vom Autor.
Der Ba um wurde m e hre re Jahre in
e ine m no rmale n Pflanzengefäß kulti-
vie rt. Dann wurde die Spitze abge-
nomme n und e ine ne ue geformt. Pho-
tographie n im Juni 1960.

Abbildung 303
Jedes Ja hr wurde de r Austrieb
gekürzt. um dichtere Nadeln zu e rhal-
ten. Ph otographic rt im Ja nuar 1962.

148
Abbildung 304
Mit d e r G esta ltung wird bei untere n
Äste n a ngefange n. Die Hö he des
Pnanzgefäße~ wi rd so redu zie rt , daß
~~zur Höh e des Baumes paßt. Photo-
graphien im Juli 1964.

Abbildung 305
G ebe n Sie d e r Baumspitze d ie Form
eine r Kro ne. Jede Frühja hr und je-
de n He rbst we rde n die Ke rzen
gekürzt, um di e Gestalt und die Größe
des Bo nsai zu e rhalten. Achten Sie auf
den Dra ht. d aß e r nicht in die Rinde
einschneidet. Ph o tographi e n im Juli
1966.

149
Pflege eines Schwarzkiefer-Bonsai

1. Wässern
Ein junger Schwarzkiefer-Bonsai wird gegossen wie jeder andere Bonsai. Er be-
kommt weder mehr noch weniger Wasser. Wenn e r jedoch voll entwickelt ist und sei-
ne Form e rreicht hat, sollte er nur noch eine Mindestrnenge an Wasser e rhalten, sonst
wird die G estaltungsarbeit durch üppiges Wachsturn zunichte. Das Übergießen der
Krone darf nur noch zur Reinigung der Nadeln von Staub e rfolgen. Zuviel Feuchtig-
keit verursacht überlange Nadeln, die den Baum aus der Form bringen.

2. Düngen
Auch hier gilt: Solange die Pflanze sich noch entwickelt, wird sie ebenso oft gedüngt
wie andere Bonsai. Ist die endgültige Form e rreicht, erhält sie nur noch so viel
Dünger, wie sie zur Erhaltung der Gesundheit benötigt. Wieviel das ist, müssen Sie
selbst herausfinde n. Es hängt vom einzelne n Baum und seinen Bedürfnissen ab. Eine
ausgereifte Schwarzkiefer wird nur noch drei- oder viermal im Jahr gedüngt. Im er-
sten Jahr der Gestaltungjedoch wird sie jeden Monat von April bis Oktober gedüngt.
Eine empfehlenswerte Dünge mischung besteht aus einem Teil Blutmehl und zwei
Teilen Rapsschrot oder Fischmehl. Di e richtige Menge ist ein E ßlöffel auf vier Liter
Erde (siehe Seite 106).

3. Schneiden
Der klassische Schwarzkiefer-Bonsai besitzt dichte und kräftige Nadeln. Man er-
reicht dies durch sorgfältiges Kürzen während bestimmter Wachsturnsperioden. Im
Frühjahr setzen die Triebe bündelwe ise an. Den einzelnen Trieb in eine m Bündel
nennt man Ke rze. Wenn sie weiterwächst, wird ein langer dünner Zweig daraus. Ent-
fernen Sie den Trieb zwischen April und Mai, wenn er länger als 3 crn geworden ist.
Neue Triebe werden an der gleichen Stelle erscheinen und während des Sommers
neue Bündel bilden. Wichtig ist, daß die Ke rze im Frühjahr ganz e ntfernt wird und
nicht nur e in Teil davon.

Im Oktober oder November wird das neue Kerzenbündel fest genug geworden sein
für ein erneutes Kürzen, das die Dichte der Nadeln erhöht. Neh me n Sie von jeder
Kerze ein Drittel oder die Hälfte weg, je nachdem, wie der Baum gestalte t werden
soll. Es ist besser, e twas kürzer zu schneiden, als zuviel zu be lassen. Lassen Sie die
restlichen Nadeln ste he n. Schneiden Sie nur dort, wo Nadeln wachsen. Die Kerzen ,
die im Frühjahr weniger als 3 crn lang waren, können jetzt e ingekürzt werden. Aus
dem He rbstschnitt werden im nächsten Frühjahr neue Bündel entstehen. Dieser Vor-
gang kann immer von neuernwiederholt werden, bis der Bonsai die gewünschte Form

ISO
erreicht hat. Ein kurzer Ast kann dadurch verlängert werden, daß man eine Kerze
nicht schneidet.

E ine Kiefe r, die in geschwächtem Zustand oder krank ist, sollte ni emals stark zurück-
geschnitte n werden. Ganze Äste könnten absterben oder unfähig werden, in der
nächsten Saison auszutreiben. Alte, ausgereifte Bäume setzen im Frühling nicht so
viele Triebe an. Die vorhandenen Kerzen werden Jahr für Jahr immer länger. In die-
sem Stadium wird die Bonsaiform dadurch erhalten , daß die einzelnen Zweige bis
zum nächsten Nebenzweig gekürzt werden. Achten Sie darauf, daß der Schnitt. je-
weils hinte r dem Nebenzweig gemacht wird, weil er sonst sichtbar ist. Wä hlen Sie e i-
nen Zweig, der sich in die nach außen kleiner werdende Gesamtform des Astes
einfügt. Die günstigste Zeit ist die aktive Wachstumsperiode, weil sich die Wunden
von selbst schließen. Im Herbst werden alle gelben und braunen Nadeln e ntfernt,
aber auch solche, die nach unten wachsen und störend wirken. Drahten Sie alle Ast-
spitzen, die nach oben oder nach unten gerichtet sind.

4. Umpflanzen
Normalerweise wird die Schwarzkiefer nur alle drei bis sieben Jahre umgepflanzt.
Ein ausgereifter, gesunder Baum kann bis zu zehn Jahre in der gle ichen Erde bleiben.
Ein junger Baum jedoch wird in seinem Wachstum angeregt werden , wenn Sie ihn das
eine über das andere Jah r umpflanzen. Wenn eine Kiefer schwach oder ungesund
aussieht, wenn die Nadeln sich verfärben, wenn die Astspitzen absterben und wenn
der Austrieb im Frühjahr sehr schwach ausfällt, oder wenn di e Drainageöffnungen
zugewachsen sind und/oder wenn die Erde sich über den Schalenrand hochwölbt, ist
es Zeit für das Umpflanzen. Die Methode des Umpflanzens ist die gleiche wie be i an-
deren Bäume n (siehe Seite 101 ).

Be i einer alte n Schwa rzkiefer werden die Wurzeln nur noch schwach zurückgeschnit-
ten. Nehmen Sie nur die alten dünnen, schwarzen, schnurartigen Wurzeln heraus und
belassen sie die neuen, braune n Wurzeln. Wenn e ine Kiefer scheinbar ohne Grund
ei ne Schwächung e rleidet, waschen Sie unabhängig von der Jah reszeit die gesamte
Erde aus den Wurzeln und pflanze n Sie den Baum in groben Sand. Halten Sie die
Pflanze im Halbschatten, bis sich eine Besserung abzeich ne t. Sie läßt sich an der
Farbänderung der Nadeln oder am neuen Austrieb erke nnen (siehe Seite 114).

5. Gestalten
Der Hauptast muß kräftig gehalten werden. Wenn er anfängt, schwach und dünn zu
wirken, werden zunächst einma l a lle Äste in de r Umgebung geschnitten, die belassen
worden waren, um den Stamm zu entwickeln . Lassen Sie niemals einen Ast kerzenge-
rade wachsen. Durch Drahten und Schneiden können Krümmungen und eine charak-
te ristische Wuchsform entstehen. Die rauhe Rinde, die von den Japanern KAME-
NO-KO (Schildkrötenpanzer) genannt wird, e ntsteht e rst im hohen Alter des Bau-
mes. Sie kann jedoch angeregt und nachgeahmt werden, indem man den Stamm
durch senkrechte Ke rben mit e inem scharfen Messer verletzt. Die rauheste Rinde
wird auf der Sonnenseite entste he n. Deshalb sollten Sie den Bonsai jeden Abend dre-

151
he n. Bei je de m Umpfla nzen muß auch an de r Wurze lfo rmung gearbeitet we rde n. Die
verkrümmte n Wurzeln werde n gerade geri ch tet o de r abgeschn itten .

6. Krankheiten und ande re Schwie rigke iten


E ine Schwa rzkie fer , die zulange im Schatte n gestanden hat ode r geschwächt ist, we il
sie nicht a usreichend ve rsorgt wurde, wird a nfä llig für Krankhei ten und Insektenbe -
fall, beispie lsweise Schildlaus, Wo lla us, Wurzellaus und Spinnmilbe . Die Insekten sit-
ze n am Ansatz von jungen Nadeln oder an weichen Trie be n, manchmal au ch an den
Wurzeln. Ne hme n Sie die Pflanze aus d e r Schale und ko ntrollie re n Sie d ie Wurzeln .
We nn die Wurzelspitzen we iß sind und ke ine n Befall von Insekte n ze igen, ist die
Pflanze gesund , schwarze Wurzelspitzen lassen auf e ine Krankh e it schlie ße n. Als
wirksam e Ma ßnahme gegen Insekten ist das E insprüh en mit eine m entspreche nden
Insektizid zu e mpfe hlen. Auch fehle nde Luftzirkul atio n ka nn das Au ftre ten von In-
sekte n o de r Krankhe ite n begünstigen.

Wenn die Nadeln gelb oder braun werden, kann das


verschiedene Ursachen haben:

Die Durchlässigke it d e r E rde kann zu gering sein. Wenn Sie d iesen E indruck haben, soll -
te die Kiefer be i nächster G e legenhe it im H e rbst oder im Frühling umge pflanzt we rden.
Befindet sich die Pflanze in einem schlimmen Zustand, wird sie für e inige Monate direkt
in d ie Erde gepflanzt.

Zu große Hitze e ntsteht im Somme r, we nn die E inwirkung des Sonne nlichtes g rö ßer ist.
D as Licht und die Wärm e we rden o ft vo n eine r Wand o de r von eine r be malte n O berflä-
che in d e r Nähe de r Pflanzen refle ktiert. Gefäh rdete Pflanze n bra uchen da nn e inen an-
de re n Stando rt.

Ma ngelersche inungen: Wenden Si e in diesem Fall den e mpfohle nen Dünge r während
d er aktiven Wachstumspe rio de von April bis O ktober an, jed och in kle ineren Mengen
und öfter a ls gewöhnlich. Wichtig ist dies vo r allem für di e jungen Kie fern. We nn Sie
nach e inigen Wochen noch keine Reaktion beobachten kö nnen , ve rsuchen Si e es mit e i-
ne r Lösung vo n e inem Teelö ffel schwefelsaure m Ammo ni ak auf e ine n Lite r Wa ser. Ge-.
ben Sie d e r Kie fer d avon e inmal p ro Woche, bis die Nadeln wied e r Fa rbe bekomme n.
Schwefe lsaure r Ammonia k ist ein sehr starkes Mittel. Wenn der Ba um zuviel d avon be-
kommt , geht e r e in.

Schlechte Erde: Kann keiner d e r genannte n G ründe für d en schlechte n Zustand d e r


Kie fe r verantwo rtlich ge macht we rden, ist möglicherwe ise e ine zu schwe re Erde mit zu-
vie l Lehm die Ursache . Ode r beim letzten Ve rpflanze n wurde die alte Erde unterhalb
d es Stammes nicht e nt fe rnt. Zuvie l Sä ure ode r Laugensalze ha be n sich angesamme lt.
W ähre nd d e r nächsten Umpflanzperio de sollte das be hoben werde n (siehe Seite 101,
114).

152
Beispiele für die windgepeitschte Form (FUKINAGASHI)

De r windge pe itschte Bonsai gehört zum Typ d e r ge ne igte n Fo rm. Es gibt jedoch ~weh
Bä ume, di e aufrecht wachsen und windgepeitschte Ä ste ha ben. Diese Bonsaiform eignet
sich g ut zum Kennenlernen der Anordnung von Ä sten. Es gibt zwei Typen von windge-
peitschten Bäumen. Die einen sehen aus, als würde gerade der Wind hineinwehen und
di e andere n se hen aus, als wären sie schon viele Jahre im Wind gestanden. Der Stamm
nimmt jedoch nie eine horizontale Position e in.

Abbildung 306
Windgepe itschte r Bonsai mit der typi-
sche n Ano rdnung de r Ä ste, die wege n
de tä ndigen W indes nur auf eine r
Seite an e tzen. Die Umrißlinie de r
Äste bilde t e in Dre ie ck.

Abbildung 307
Die Äste sind vom Wind se hr stark
he rgeno mme n. Es ist vor alle m daran
e rkennbar, d aß die Äste bereits am
A nsatz gebogen sind.

153
Abbildung 308
Ein aufrechter Stamm. Nur die Äste
sind vom Wind in eine Richtung ge-
zwungen. Einige Äste sind als JIN ge-
staltet.

Abbildung 309
Ein leicht windbewegter Bonsai im
MOYOGf-Stil. Die Äste sind auf der
einen Seite länger als auf der ande-
ren.

Abbildung 310
Ein Ast, der den gebogenen Stamm
kreuzt, ist ein ausgefallenes Beispiel
der windgepeitschten Form .

154
Abbildung 311
Vom Wind bewegt und gedreht. JI N
wurde durch Abschälen der Rinde
vom gesunden Ast erreicht. Gleich
anschließend wurde gedrahtet. Auf
diese Weise entstand die Wirkung.

Abbildung 312
Ei ne windgepeitschte Kiefer auf dem
Gi pfe l eines Berges in Kali fo rnien.

Abbildung 313
Ein windgepeitschter Wacholder an
der Meeresküste?

155
Abbildung 314
N ein' Es ist ein Wacho lder als Bonsai
gestaltet. Gesammelt im Februar
1960. Photographiert im März 1963

156
Beispiele für die Kaskadenform (KENGAI)

Es gibt verschiedene Unterteilungen des K ENGAI. Sie sind beispielsweise abhängig


vom Grad der Stammneigung. Erinnert der Stamm mit seinen Ästen an einen Wassetfall
(TAKI-KENGAI) oder hängen sie wie Schnüre he rab (ITO-KENGA I)? Be im norma-
len KENGAI neigt sich der Stamm im Winkel von etwa 45°. We nn der Stamm nach
rechts und nach links schwingt und eine Baumspitze dire kt unterhalb des Stammes en-
det, e rhält der Baum dadurch me hr Ausgegliche nheit. Bei manchen Kaskade nbonsai
biegt sich die Spitze nicht hinab zum Fuß des Stammes. Wählen Sie als Baumspitze e in en
Ast, der nahe an den F uß des Stammes heranreicht, und halten S ie ihn kürzer als den
Rest des Baumes.

Verwenden Sie für die Kaskadenfo rm immer e ine tiefe Schale . Wenn mögl ich, wird de r
Baum in d ie Mitte oder leicht nach hinte n gepflanzt. Achten Sie darauf, daß der Stamm
nicht die Schale be rü hrt.

Abbildung 315
Halbkaskadenfo rm (HAN-KENGAI).
Sie ähnelt stark der geneigten Stamm-
form. Die Baumspitze ist hier die
höchste Stelle des Baumes. Für die
Halbkaskade eignen sich besonders
halbtiefe Schale n.

157
Abbildung 316
Eine Kaskade im strengen Stil.

Abbildung 317
Die Mittellinie ve rläuft von der Spitze
des Bonsai zur Mitte der Schale, zur
Mitte des Stammes und zur oberen
Spitze des Baumes.

Abbildung 318
GA ITO-KENGA I e rinnert an einen
Baum, de r a uf einem Berggipfel
wächst und teilweise über einen Fel-
sen he rabhä ngt und gleichzeitig zur
Seite gewe ht wird.

158
Abbildung 319
Se nkrechte Kaskade (DAI-K EN-
G A I). Der Stamm neigt sich fast senk-
recht he rab. Der Baum besitzt keine
Krone. Sie ließe sich hinzufügen,
wenn entsprechende Äste verfügbar
wäre n.

Abbildung 320
Knorriger Stamm in Kaskadenform.

Abbildung 321
Eine sehr eigenartige Kaskade. Der
Stamm neigt sich hinab und biegt sich
dann wieder zurück. Ein Baum, den
die Natur zur Biegung gezwungen hat,
und der dennoch ums Dasein
kämpft.

159
Abbildung 322
Die zerstörte Wuchsform eines auf-
recht wachsenden Baumes, der in
die Kaskadenform hineingezwungen
wurde, der aber nie mals die Suche
nach dem L icht der Sonne aufgegeben
hat und sich be reits wieder aufrich-
tet.

L
..

Abbildung 323
Die Biegungen dieser Kaskade sind
unrege lmäßig aber apart. Durch gute
Wurzeln hält sich der Baum in der
Schale.

160
Beispiele für die Trauerweidenform
(SHIDARE-ZUKURI)

Für die Trauerwe ide n-Form sollte entsprechendes Material verwendet we rden, dessen
Wuchsform in diesem Stil am besten zur G e ltung kommt. Einige Eichenarte n oder. Ul-
men können im Sem i-Trauerweiden-Stil geformt werden. Die G lyzine gehört nicht zu
den Pflanzen im Traue rstil, denn bei ihr hängen die Blüten herab und nicht die Äste. Z ur
klassische n Form gehört das Herabhänge n der Äste.

Abbildung 324
Der Stamm ist streng aufrecht, im
C HOKKAN-Stil gehalten , während
die Äste " traue rn " . Die oberen Äste·
hänge n über die unteren herab. Die
Umrißlinie bildet e in Dreieck.

Abbildung 325
Ein geneigter Stamm Bonsai mit
trauernden Ästen.

161
Abbildung 326
Ein " trauernder" MOYOGI-Bonsai
mit ausgehöhltem Stamm.

Abbildung 327
Halbkaskade HAN-KENGAI mit
herabhängenden Ästen.

162
Gestaltung der Trauerweidenform

De r Baum in dieser Gestaltungsreihe ist eine Tamariske. So lange sie jung ist, wächst sie
sehr rasch . Die von Natur herabhängenden Äste machen di e Tama riske besonde rs ge.c ig-
nct für die Trauerwe idenform.

Abbildung 328
E ine Tamariske im ursprünglichen
Z ustand.

Abbildung 329
Beginnen Sie mit dem Drahten von
o ben. Die Äste werden halbkreisför-
mig herabgebogen. Die Spitze bleibt
senkrecht und die Zweige hängen
dann herab.

163
A bbildung 330
Alk Ä-.te. die nach unten wachsen,
werden entfernt.

A bbildung 331
l licr wird ein neuer Halbkrci begon-
nen. Die Wiederholung des Vorgan-
geslüßt die T rauerwe idenform entste-
hen.

A bbildung 332
Oie Zweige, die auf der Oberse ite der
Ä~tc wachse n. we rden gedrahtet.

164
Abbildung 333
Drahten Sie den Zweig und biegen Sie
ihn so, daß er einen schönen Halb-
krl:!is bildet.

Abbildung 334
Sc hneiden Sie alle Zweige, die am
Hauptast nach unten wachsen .

Abbildung 335
Beseitigen Sie auch alle unteren
Blätter.

165
Abbildung 336
Di e gerade Spitz.c des Hauptastes
wi rd ent fern t. Ne hmen Sie an eine
Ste lle einen Sci tenast. de r sich zum
Ende hin verjüngt.

Abbildung 337
Das Ergebnis nach dem abschließen-
den Sc hneiden und Drahten. Die
unteren Äste kö nn en über die Schale
herabhängen. Ben utzen Sie ke ine fla-
che Schale. Eine mittelho he oder eine
tiefe Schale eignet sich besser.

166
Monatliche Pflege

Die Angaben in diesem Kapitel beziehen sich auf das Wetter in Südkalifornien . Sie
müssen an die klimatischen Verhältnisse des jeweiligen Landesangepaßt werden. Je nach
Wetter können sich diese Angaben um etwa einen Monat verschieben.

Januar

In der kalten Jahreszeit ist fast genauso viel Pflege nötig wie in der Wachstumspcriode.
Ein Bonsai ist zwar e ine Pflanze, e r gleicht jedoch mehr e inem Haustier, das jeden Tag
seine Pflege braucht. Der Winter ist übrigens auch die Jahreszeit, in der Sie in der Natur
die Wuchsformen der Laubbäume am besten studieren können.

Wässern: Wegen des kalten und regnerischen Wetters müssen die Bonsai im Ja-
nuar nicht täglich gegossen werden . In Gebieten mit kaltem Klima
müssen die Pflanzen vor strengem Frost geschützt werden.

Düngen: In diesem Monat wird nicht gedüngt. Man kann jedoch Material in den
Boden einarbeiten, das die Erde locker macht. Auch kann alkalihaltige
Erde neutralisiert werden.

Schädlings- Laubbäume und Nadelgehölze können mit e inem Spritzmitte l gegen


bekämpfung: überwinternde Schädlinge behandelt werden. Das Mittel sollte kein Öl
enthalten.

Gestalten: Je tzt können vor allem Laubgehölze gut gestaltet werden, denn sie sind
frei von jeder Belaubung. Die Gestaltungseingriffe dürfen nicht zu dra-
stisch sein, weil die Äste in dieser Periode besonders spröde sind . Kon-
trollieren Sie die Pflanzen, ob der Draht nicht irgendwo zu fest sitzt.

Umpflanzen: In dieser Ja hreszeit darf nicht umgepflanzt werden, solange sich keine
Anzeichen vom ncucn Austrieb zeigen.

Verschiedenes: Sie können Erdmischungen für de n späteren Gebrauch herstelle n (sie-


he Kapitel übe r die Erdmischung). Achten Sie darauf, daß die Pflanze n
nicht zu warm und sonnig ste hen, weil sie sonst auszutreiben beginnen.
Das gilt vor allem, wenn sie im Kalthaus unte rgebracht sind.

167
Tropi!-.chc und halbtropische Pflanzen sollten geschüttt stehen , etwa in
einem Gewächshaus oder in einem hellen Kellcrraum. Sie dürfen auf
keinen Fall Frost abbekommen.

Bonsai sindjetzt i m Ruhczustand. Sie kön nen o hne Gefa hr für kurze
Ze it in der Wohnung aufge tellt werden. Bringen Sie d it: Pflanzen nicht
zu nahe an den Heizkörper oder den Ofen. Stellen Sie die Bäume in die
Nähe des Fensters. wo '>ie et\\US Sonne bekommen.

Veredeln: Sie können jetzt K iefern und andere Nadelgehöl e pfropfen ( iehe K a-
pi tel überdie Ve rm ehrung) .

168
Februar

Im allgemeinen gelten für den Februar die gleichen Regeln in der Bonsaipflege wie im
Januar. Die Wetterbedingungen sind sich ziemlich ähnlich. Es gibt jedoch manchmai ge-
gen Ende des Monats bereits wärmere Tage. Aus diesem Grund sollte für bestimmte
Bonsai besondere Vorsorge getroffen we rden .

Wenn ein Laubbaum auszutreiben oder zu blühen beginnt, sollte er stufenweise an das
Sonnenlicht gewöhnt werden. Bleibt der Baum im Schatten, werden die neuen Triebe zu
lang und zu dünn. Der Bonsai sieht dann schwach und ungesund aus. Auch die blühen-
den Bonsai werden in die Sonne gebracht, sonst bekomme n sie Blüten von schwacher,
kränke lnder und unnatürlicher Farbe.

Die ersten warmen Tage im Jahr bringen oft auch das erste Auftreten von Blattläusen.
Kontrollieren Sie die Pflanzen. Spritzen oder stäuben Sie, falls es nötig ist, gegen die
Schädlinge. Das letztere ist besonders empfehlenswert, weil der Februar die Zeit der
späten Regen und des starken Taus ist. Eine Spritzung mit einem Insektizid und einem
Fungizid ist, unmittelbar bevor die Knospen austreiben, angebracht.

Düngen: Auch im Februar wird noch nicht gedüngt. Sie können die Erde wieder
auf ihren normalen pH-Wert bringen. Wenn sie zu alkalisch geworden
ist, zum Beispiel mit Hilfe einer Lösung von 0,1% Oxalsäure, die den
Pflanzen einmal alle zwei Wochen gegeben wird. Falls die Erde zu sauer
ist, wird Holzasche, Kalkmehl oder kohlensaurer Kalk aufgestreut

Schneiden: Sie können die früchtetragenden Bäume schneiden. Auch wenn sie erst
die Blüte abwarten wollen, gilt: Je früher Sie schneiden, desto bessere
und gesünde re Früchte werden wachsen.

Stecklinge: Im Februar können Sie bereits beginnen, Stecklinge zu schne ide n (siehe
Kapitel über die Verme hrung).

Veredeln: Mit dem Veredeln der Laubbäume kann in diesem Monat angefangen
werden (siehe Kapitel über die Vermehrung). Auch die Kiefern und an-
dere Laubgehölze können in diesem Monat noch gepfropft werden. Es
ist allerdings die letzte Gelegenheit.

169
März

Die meisten Bonsai beginnen ihr Wachstum in diesem Monat. Sie brauchen d,eshalb et-
was mehr Beachtung und Pflege als während der Ruhezeit. Wie der Februar, ist der
März oft ein Monat mit großen Temperaturschwankungen. Falls sie auftreten, benötigen
die Pflanzen besondere Pflege.

Standort: Jetzt werden alle Bonsai, die bisher geschützt untergebracht waren, ins
Freie gebracht, wo sie mehr Sonnenlicht erhalten. Dies gilt vor allem für
die Laubbäume, die bisher noch keine neuen Triebe angesetzt haben.

Sie sollten die Pflanzen zunächst im Halbschatten aufstellen, bis die


Triebe fest geworden sind. Denn an ungewöhnlich heißen Tagen
könnten die weichen Triebe Sonnenbrand bekommen. Die Bäume
dürfen auf keinen Fall im Schatten gehalten werden, weil die Triebe
sonst zu lang und zu dünn werden. Stellen Sie die Bonsai nicht zu dicht
zusammen auf dem Bonsaibord. Sie sollten frei wachsen können. Des-
halb dürfen sich die Äste nicht berühren.

Wässern: Im März gelten die normalen Regeln fü r das Wässern von Bo nsai. Be-
sondere Beachtung verdienen jedoch die Laubbäume. Die meisten von
ihnen wachsen jetzt sehr stark. Deshalb und auch wegen der höheren
Temperaturen trocknet die Erde viel schneller aus als sonst.
Während der Frühlingsmonate können Sie das Wachst um der Bonsai
kontrollieren, wenn Sie mit dem Wässern zurückhaltend sind . Diese
Methode ist nicht ohne Risiko. Sie sollten mit jeder Ihrer Pflanzen ver-
traut sein, bevor Sie es damit versuchen. Die Pflanze wird trocken ge-
halten, bis die jungen Triebe zu welken beginnen. Dann wird sie in den
Schatten gestellt und nicht gegossen. Am Abend wird das Laub leicht
eingesprüht. Am folgenden Morgen wird der Bonsai normal gewässert:
Wenn der Baum im Frühjahr überwässert wird, können die Äste und
Triebe im Sommer absterben.

Schneiden: Oie früchtetragenden Bonsai werdenjetzt blühen. We nn 80% der Knos-


pen verblüht sind, werden die verwelkten Blüten und die restlichen
Knospen beseitigt. Dadurch wird verhindert, daß die Pflanze zuviel
Kraft für die Blüten verbraucht. Den früchtetragenden Bäumen werden
einige Blüten belassen, damit sie zum Schmuck einige Früchte entwik-
keln. Beeren können am Baum bleiben.

170
Lange Triebe, die die vorgesehe ne Bonsaiform stö re n, we rden auf zwei
oder dre i kräftige Knospen zurückgeschnitten. Würde n sie zu früh
gekürzt, kö nnte n die Triebe absterben.

Düngen: Im Mä rz ist es imm er noch zu früh fürs Dünge n, jedenfalls mit einem
stickstaffhaltigen D ünger. Fa lls in den vorangegangene n Mo na te n zu
wenig Regen gefalle n ist, wird die Erde wa hrsche inlich von de m vielen
Leitungswasser alka lisch gewo rden sein. Sie kann durch O xalsäure neu-
tralisiert we rden. Für eine bessere He rbstfärbung von Aho rn, Ginkgo,
Eiche, Ulme, E ssig ba um u. a. e mpfie hlt sich die Anwe ndung von Eisen-
gelat. Die vorgeschriebene Me nge sollte genau eingehalten we rde n. Der
e rhöhte Alkaligehalt de r Erde verringert die Farbe der Blätte r. Wenn
durch za hlre iche Regenfä lle die E rde sa uer gewo rden ist, wird H olz-
asche, Kalkmehl ode r kohlensaurer Ka lk aufgestre ut

Umpflanze n: Im allgemeinen ist d ie Z eit von März bis Juni die beste Z e it für Um-
pflanza rbeite n. Keine Pflanze gle icht der anderen in ihre n Bed ürfnis-
sen. De nnoch gibt es eine Faustrege l: Es ist besser, e twas später
umzupflanzen als zu frü h. Das gilt für die meisten laubabwerfende n
Bäume und auch für die Kiefer, de n Wacholder und di e Z ypres e. War-
te n Sie besser, bevo r Sie die Wurzelentwicklung de r Z ede r, Fichte, Tan-
ne, Hemlocktanne, Lärche, E ibe oder Ste ineibe stö re n. Das Umpflan-
zen von e iner Scha le in eine a ndere ge schi e ht me istens aus ästhe tischen
Gründen. Die Erneuerung der E rde ist jedoch wichtig für die Gesund-
he it eines Bo nsai. Schnell wachsende La ubbäume we rden jährlich um-
gepflanzt. Sehr schne ll wachse nde Pflanzen, wie di e Weide ode r die Ta-
mariske, be ko mme n zweimal im Jahr ne ue Erde, im Frühjahr und im
Spätsomme r. Die la ngsamer wachsenden Nadelgehölze und imme rgrü-
ne n Pflanzen we rden e rst nach drei ode r fün f Jahren umge pflanzt.

Nicht die Z e it, sonde rn die Bedürfnisse der Pflan ze zeigen die No twen-
digkeit des Umpflanzens an. E in gut a ussehender und gesunder Bonsai
muß nicht verpflanzt werden. E r sollte in seiner Entwicklung nicht
ge stö rt we rden . Denn das Umpflanzen bri ngt immer auch Probleme mit
sich. Es kö nnen ne ue Triebe e rsche inen, die die Wuchsfo rm stö re n. D ie
ne ue E rde kann so anrege nd a uf die Pflanze wirken, daß sie zu große
Nadeln oder Blätte r entwicke lt. E in alt wirkender Stamm kann sein bis-
heriges Aussehen ve rlie ren. Es ist also besser, wenn die E rde nur wegen
de r G esundheit de r Pfla nze gewechselt wird.

171
Stecklinge: Es ist immer noch eine gute Zeit für Stecklinge. Vor allem eignen sich
größere Zweige der Aprikose, der Weide und des Granatapfelbaumes
(siehe K apitel über die Vermehrung).

Veredeln: Jetzt ist di~ beste Zeit für die Veredelung von Laubbäumen.

172
April

Jm wesentlichen gelten im April die gleichen Regeln für die Bonsaipflege wie im März.
De r einzige Unterschied besteht darin, daß das Wachstum bereits weiter vorangeschrit-
ten ist.

Standort: Fast alle gesunden Bonsa i haben jetzt neue Triebe bekommen. Die Bäu-
me sollten an einem sonnigen, luftigen Platz gehalten werden. Drehen
Sie die Pflanzen oft, damit sie von allen Seiten gleichmäßig Licht be-
kommen. Wird dies versäumt, entwickeln sich die Pflanzen einseitig.

Wässern: Gießen Sie wie bisher. Nur an sehr warmen Tagen, wenn noch Wind
hinzukommt, brauchen die Bonsai mehr Wasser. Verlassen Sie sich
nicht auf leichte Regenfälle. Kiefern, die nicht mehr wachsen , können
trocken gehalten werden, bis die Kerzen welk werden. Auf diese Weise
halten Sie die Nadeln der Kiefer kurz und kräftig.

Schneiden: Die lang gewordenen Triebe der Laubbäume werden jetzt gekürzt. Nur
zwei oder drei Knospen werden belassen. An den älteren Laubbäumen
läßt man die Triebe ungeschnitten, bis sie das Wachstum abgeschlossen
haben und fest geworden sind. Je länger sie am Baum bleiben , desto
mehr Kraft geben sie dem Baum. Am besten entfernt man sie erst vor
der nächsten Ruheperiode.

Die neuen Kerzen älte rer Kiefern werden im April gekürzt. Die Ke rzen
von jungen Ki efern und von kräftigen älteren Kiefern sollte man noch
einen Monat belassen.

Das starke Wachstum in dieser Jahreszeit bewirkt a uch einen raschen


Heilungsprozeß. Desha lb sollte man jetzt die Rinde abschälen für JIN.

Veredeln: Der Apri l ist der beste Monat für die Veredelung der Pflaume und an-
dere im späten Frühling austreibende Laubbäume.

Umpflanzen: Für den April gilt das gleiche wie für den März. Wenn Sie eine Kiefer
verpflanzen, bewahren sie etwas von der weißen Pilzmasse auf. Mischen
Sie Mykorrhiza, die mit der Kiefer in e ine r Symbiose lebt, in die neue
Erde.

173
Düngen: Der April ist der erste Monat, in dem gedüngt wird
(siehe Kapitel über das Düngen).

Düngen Sie keine früchte - und beerentragenden Bonsai mit stark stick-
stoffhaitigern Dünger wie BlutmehL Nehmen Sie stattdessen Knochen-
mehl, das die Früchte und Beeren davor bewahrt, abzufallen. Auch an-
derer phosphathaltiger Dünger eignet sich für diesen Zweck (siehe Ka-
pitel über das Düngen).

Schädlings- Wenn die neuen Triebe erscheinen , sollten Sie auf Läuse und andere
bekämpfung: Schädlinge achten. Wählen sie keine zu hohe Dosierung des Insektizids,
weil sonst mehr als die Insek ten vernichtet wird.

174
Mai

Standort: Behalten Sie das regelmäßige Drehen der Pflanzen bei. Beobachten Sie
mit den wärmer werdenden Tagen die Pflanzen mit weichen Blättern
wie die Rotbuche, Birke, Ulme und den Amberbaum. Zuviel Sonne
trocknet die Blätter aus und läßt sie braun werden. An sehr heißen Ta-
gen brauchen die Pflanzen einen Platz mit gefiltertem Sonnenlicht. Das
bedeutet, daß ein Kompromiß geschlossen werden muß. Denn zuviel
Schatten macht die Triebe schwach und dünn. Mit einiger Erfahrung
werden Sie herausfinden , wieviel Schatten und wieviel Sonne möglich
ist.

Wässern: Wärmeres Wetter bedeutet, daß mehr gegossen werden muß. Bei einem
e ntwickelten Bonsai muß die richtige Menge möglichst genau ermittelt
werden. Geben Sie der Pflanze soviel, wie sie braucht und nicht mehr.
Zu häufiges Wässern regt das Wachstum zu stark an und schadet der
Form.
Kontrollieren Sie auch die Drainage-Öffn ungen. Die Wurzeln können
herauswachsen und den Abfluß des überschüssigen Wassers verhin-
dern.

Sch neiden: Die meisten Arbeiten sind die gleichen wie im April. Die neuen Triebe
der älteren Laubbäume sind jetzt fest geworden und können geschnitten
we rden, falls sie die Wuchsform stören. Lassen Sie zwei oder drei Au-
gen (Blätter) stehen und entfernen Sie den Rest des Triebes. Achten Sie
auf eine dichte Krone ringsum. Nur die Spitze darf etwas lichter sein.

Die Kiefer und der Wacholder werden ausgezupft, um dem neuen Aus-
trieb seine Dichte zu nehmen. Mit der Pinzette oder mit den Fingern
wird die neue Spitze an der Gabelung abgezwickt. Benutzen Sie keine
Schere, sonst werden nämlich die Enden braun. Ende Mai können Sie
den jungen und den kräftig wachsenden älteren Kiefern die Kerzen ab-
zwicken. Beginnen Sie beim unteren Teil des Baumes, denn er hat die
Neigung, langsamer zu wachsen und schwächer zu werden. Die Spitze
wird vorläufig noch belassen, denn sie würde sehr viel schneller wach-
sen, wenn sie gekürzt wird.

Drahten: Achten Sie darauf, daß der Draht nirgendwo einschneidet.

175
Umpflanzen: Es ist bereits zu spät, um früh austreibende Laubbäume wie Apfel und
Aprikose zu verpflanzen. Dafür ist jetzt die Zeit für die Spätentwickler,
beispielswe ise den Granatapfelbaum, den Feuerdorn und die Zwerg-
mispel. Nade lgeh ö lze werden jetzt verpflanzt.

Düngen: Im Mai werden die rasch wachsenden Laubbäume häufiger gedüngt, es


sei denn, sie hätten bereits ihre Form erreicht. Trifft das letztere zu, wer-
den die Pflanzen nur e inmal gedüngt. Ände rn Sie die Artdes Düngers.
Nehmen Sie zum Beispiel beim ersten Mal Blutmehl und bci-r:n zwei ten
Mal Knochenme hl. Immergrüne Pflanzen und Nadelgehölze benötigen
nur eine Düngung.

Schädlings- Verwenden Sie ke ine allzu starken Insekti zide . Der Mehltaubefall be-
bekämpfung: ginnt in diesem Monat. Be kämpfen sie den Mehltaupilz mit Schwefel-
staub o der e ine m anderen Fungizid.

Verschiedenes: D er kommende Monat bringt mehr Hitze. Die Bonsai so llten in einem
möglichst guten G esundhe itszustand sein, um den schl imme n Folgen
der heißen Tage standhalten zu können .

176
Juni

Von jetzt an ste he n alle gesunden Bonsai in vollem Laub. Der neue Austrie b hat sich ge-
festigt.

Standort: Vergessen Sie nicht, die Bonsai imme r wieder zur Sonne hin zu drehen.
Im 1uni kann es he iße Tage geben. Schütze n Sie also die Pflanzen gegen
Sonnenbrand. Sie können in dieser Zeit die Pflanzen alle ze hn bis vier-
zehn Tage abwechselnd in der vollen Sonne und im Halb chatte n auf-
stellen. Einige Blattspitzen mögen braun werden , aber di e Gesundheit
der Pflanze ist dieses Opfer wert.

Wässern: Auch im Juni gelten die a llge meinen Regeln für das Wässern , ausge-
nommen, daß die Pflanzen wegen der zune hmenden Wärme mehr Was-
ser brauchen. An sehr heißen Tagen, und die meisten Tage sind sehr
heiß, e mpfiehlt es sich, die Umgebung de r Pflanzen zu befeuchte n.
Spritzen Sie die Tische, den Boden, die Wände, die Bäum e usw. Ver-
wenden Sie eine feine Brause und sprühen Sie die Blätter der Bonsai ein
und a lles Gebüsch ringsum. Alles, was die Feuchtigke it e rhöht, ist
nützlich. Fürchten Sie sich nicht vor zuviel Nässe. Alles wird schneller
trocken, als Sie es erwarten. Wenn die Durchlässigkeit de r E rde gut ist,
wird die e rhöhte Wassermenge keinen Schaden anrichte n.

Schneiden: De r Juni ist der Monat fü r den Blattschnitt (siehe Kapitel über den
Blattschnitt).

Gestalten: Die neuen Triebe der Laubbäume haben sich gut entwicke lt, aber sie
stehen senkrecht. Sie werden jetzt in horizontale Richtung ge bracht.
Binden Sie die Zweige nicht herunter. Drahten Sie ke ine weichen,
neue n Triebe. Überha upt ist jetzt keine gute Zeit für das Drahten, weil
die Äste mit Laub bedeckt sind. E s sei denn, Sie wenden den Blatt-
schnitt an.

Düngen: D er J uni ist der Monat , in dem alle schnell wachsenden Bäume gedüngt
werden wollen, ausgenommen die blühenden, früchte - und beerentra-
genden. Nadelgehölze werden sparsam gedüngt.

Umpflanzen: Jetzt ist e ine gute Zeit fü r das Umpflanzen vor allem von Kiefern und
Azaleen.

177
Anmerkung: Wenn Sie einen kräftigeren und kompakteren Wuchs ihrer Bonsai errei-
chen wollen, sollten Sie auf fo lgende Elemente achten:

1. Sonne
2. Wasser
3. Luft
4. Erde
5. Organischer Dünger

Sie kö nne n die sogenannte "Spartanische Methode'' anwenden. Das heißt: ein Bonsai
darf nicht verwöhnt werden durch Überwässern , Überdüngcn, allzu starkes Schattieren,
durch Ve rsä ume n desSchneidensaus Furcht vor den Folgen usw.

178
Juli

Schützen Sie die Pflanzen gegen die große Hitze dieses Monats. Sie kann Ihren Pflanzen
irreparable Schäden zufügen.

Standort: Behalten Sie das regelmäßige Drehen der Pflanzen und den Wechsel
des Standortes von der vollen Sonne in den H albschatten und umge-
kehrt bei. Die Schale können Sie kühl halten, indem Sie die Bonsai mit
der Schale in Erde einsenken und mehr gießen. Die erhöhte Feuchtig-
keit setzt die Gefahr herab, daß die Blätter verbrannt werden. Eine an-
dere Möglichkeit wäre, die Erdoberfläche mit Torfmoos oder mit nas-
sen Zeitungen abzudecken. Dadurch kann zwar die Moosschicht auf der
Erdoberfläche zerstört werden, aber sie haben andererseits einen wirk-
samen Schutz gegen die große Hitze.

Halten Sie Ihre Bonsaisammlung in erreichbarer Nähe. Das erleichtert


die Pflege.

Wässern: Um die Mittagszeit sollten Sie nie die Baumkrone einsprühen. Gegos-
sen wird in der Frühe oder am späten Nachmittag. Wässern Sie nicht
mehr am späten Abend, weil sonst die Blätter anfällig werden für Mehl-
tau , wenn sie vor Einbruch der Dunkelheit nicht abgetrocknet sind.

Düngen: Wechseln Sie die Art des Düngers. Wenn Sie bisher Blutmehl verwen-
det haben, nehmen Sie jetzt Fischmehl oder umgekehrt.

Schneiden: Der Blattschnitt kann noch in diesem Monat vorgenommen werden,


dann nicht mehr (siehe Kapitel über den Blattschnitt). An den blühen-
den Bonsai werden die welken Blüten e ntfernt und auch einige Blüten-
knospen. Lassen Sie den Baum nicht bis zur letzten Knospe verblühen,
weil das die Pflanze schwächt. E inige Kraft sollte für das nächste Jahr
erhalten werden. Bei einem früchtet ragenden Bonsai sollten genügend
Blüten bleiben, damit er eine bis fünf Früchte trägt. Die Zahl der
Früchte ist abhängig von der Größe des Baumes. Nicht alle Früchte soll-
ten an einem Ast wachsen. Und denken Sie daran, daß jede Frucht dem
Bonsai eine Kraftanstrengung abverlangt.

Umpflanzen: Das Umpflanzen jeglicher Art von Bäumen ist im Juli riskant. Einige
wenige Pflanzenarten können verpflanzt werden. Rechnen Sie jedoch

179
mit einigem Laubverlust. Eigent li ch sollten jetzt nur die schnellwüchsi-
gen Pflanzen wie die Weide und die Tamariske umgesetzt werden.
Selbstverständlich muß ein Bonsai in schlechtem Zustand sofort ver-
pflanzt werden (siehe Kapitel über die tägliche Pflege).

Okulieren: Jetzt ist ei ne gute Zeit für das Okulieren (siehe Kapitel über die Ver-
mehrung).

Schädlings- Kontrollieren Sie vor allem die Bonsai mit rauher Rinde auf Drahtwür-
bekämpfung: mer, Rüsselkäfer. Schildläuse, Wolläuse, Spinnmilben u. ä. Achten Sie
dabei besonders auf die Kerben des Stammes, ob Sie dort nicht Fäulnis
und Schädlingsbefall entdecken. Die Schädlinge können Sie mit einem
Inse ktizid bekämpfen oder mit der Pinzette entfernen.

Abmoosen Sie können jetzt. in der aktiven Wachstumsperiode, auch abmoosen und
oder Absenken: absenken ( ·iehe Kapitel über die Vermehrung).

180
August

Vieles an der Bonsaipflege wird in diesem Monat durch die Temperatur und die Tatsache
beeinflußt, daß das Wachstum langsam zurückgeht oder bereits beendet ist.

Standort: Drehen Sie die Pflanzen weite rhin auf ihrem Bord, damit sie von allen
Seiten genügend Sonne bekommen. Di e Morgensonne ist willkomme-
ner als die Nachm ittagssonne.

Wässern: Versäumen Sie nicht, regelmäßig zu wässern. Das Übergießen der gan-
zen Pflanze ist imme r e mpfehlenswert. Falls die Erdoberfläche in einer
Schale nach einem heißen Augusttag immer noch naß ist, stimmt etwas
nicht mit der Durchlässigkeit der Schale oder der Erde. Suche n Sie nach
den Ursachen.

Es ist Fe ri enzeit. Suchen Sie eine zuverlässige Pe rson, die das Wässern
der Pflanzen in Ih rer Abwesenheit übernimmt. Automatische Bewässe-
rungsanlagen sind nicht völlig verläßlich. Sie haben die Tendenz, die
Pflanzen zu überwässern. Au ßerdem hat ja jede Pflanze ihre eigenen
Bedürfnisse.

Schneiden: Das Wachstum ist jetzt bei den meiste n Pflanzen abgeschlossen. Mit
starkem Zurückschneiden sollten Sie deshalb vorsichtig sein . We nn Sie
jetzt blühe nde Bonsai zurückschneiden, e ntfernen Sie die Blüte nknos-
pen für das komme nde Jahr.

Drahten: Kleine re Äste können gedrahte t und geformt werden.

Düngen: Düngen Sie, wie es in diesem Monat üblich ist.

Umpflanzen: Ausgenommen in Notfällen, sollte zu dieser fortgeschrittenen Jahres-


zeit nicht mehr umgetopft we rden.

181
September

Mit diesem Monat beginnt der Herbst. Dennoch können die Temperaturen hoch sein,
höher sogar als in den Sommermonaten. Diese Bedingungen sollten in de r Bonsaipflege
Beachtung finden.

Standort: Im allgemeinen können Sie die Regeln, die für die heiße n Tage im Juli
und August gelten, weiterhin befolgen. Wenn bei Bonsai mit weichem
Laub Verbrennungen zu beobachten sind und ein verfrühtes Abwerfen
der Blätter einsetzt, stellen Sie den Bonsai an den kühlsten und schattig-
sten Platz, der verfügbar ist. Halten Sie die E rde so fe ucht und so kühl
als möglich. Dies wird e in en neuen Austrieb verhindern und die kom-
mende Ruheperiode einleiten.

Wässern: D ie Wachstumszeit nähert sich ihrem Ende. Die Bonsai benötigen daher
nicht mehr so viel Wasser. Achten Sie darauf, daß die Pflanzen nicht
überwässert werden. Sie sollten ein Gleichgewicht herstellen zwischen
dem Minimum an Wasser, das die Pflanze braucht und de m Wasserver-
lust, der durch die Verdunstung entsteht, wie sie an heißen Tagen zu be-
obachten ist.

Schneiden: Lange Trie be an einem jungen Bonsai sollten nicht völlig abgeschnitten
werden. Sie werden vielmehr behutsam gekürzt, nachdem die Triebe
fest geworden sind.

Düngen: Jungen Bonsai sollte die Häl fte der normale n Düngung gegeben wer-
den , wenn es Anzeichen dafür gibt, daß sie noch im Wachstum ste he n.

Umpflanzen: Mitte oder gegen Ende des Monats können sowohl Nadelgehölze wie
Kiefern, Wacholder u. a. als auch die meisten Laubbäume umgetopft ·
werden. Ein radikale r Wurzelschnitt darf jedoch nicht mehr vorgenom-
men werden. Wenn das Wetter weiterhin warm bleibt, sollten Sie mit
dem Verpflanzen bis zum Oktober warten. Die schnellwüchsigen Bäu-
me, wie die Weide und die Tamariske, können im September ein zweites
Mal umgepflanzt werden (siehe Tabelle für das Umpflanzen).

Ve rschiedenes: Sie können jetzt bonsaigeeignete Pflanzen sammeln und umpflanzen,


vorausgesetzt, es hat im Gebiet der Fundstelle genügend geregnet. Nur
dann hat die Pflanze die nötigen Wurzeln entwickelt.

182
Oktober

Der Herbst gleicht de m Frühling, was die Länge der Tage und die Temperaturen anbe-
trifft. Für beide Jahreszeiten gelten fa st die gleichen Regeln in der Bonsai-Pflege. Bo~sai
haben auch ähn lich intensive Farben wie im Frühjahr. Dort sorgten die Blüten für die
Farbenpracht, jetzt sind es die Blätter. Im Oktober begin nen bereits die Vorbereitungen
für den kommenden Winte r.

Standort: Ein plötzlicher Wechsel von kühlem zu warmem Wetter kann den
Neuaustrieb von Laubbäumen zur Folge haben, die bereits angefangen
haben, ihre Blätter zu verlieren. Beugen Sie dem vor, indem Sie die
Pflanze an einem möglichst küh len Ort unterbringen. Man sollte un-
gewöhnlich heiße n und ungewöhnlich kalten Tagen in gleicher Weise
Rechnung tragen. Es besteht bereits die Möglichkeit von frühen
Frösten. Die halbtropischen Pflanzen sollten deshalb nachts gegen Kälte
geschützt werden.

Wässern: Im großen und ganzen gilt das gleiche wie im September. Das Wachstum
verlangsamt sich und kommt zur Ruhe. Die Menge des benötigten Was-
sers wird daher geringer.

Schneiden: Der starke Austrie b im oberen Bereich von Nadelgehölzen wird


gekürzt. Kiefern werden geschnitten.
Die abgestorbenen Nadeln der Nadelgehölze werden entfernt.
Nachdem die Laubbäume die Blätter abgeworfen haben, wird der Aus-
trie b des Jahres gekürzt und die Wuchsform verbessert. Kleine Äste
können Sie drahten. Denken Sie jedoch daran, daß die Äste jetzt weni-
ger biegsam sind.
Am Ende des Monats werden alle Früchte und Samenkapseln entfe rnt.
Die Bee ren können bis zum Frühjahr am Baum bleibe n, fa lls der Baum
gesund ist.

Entfernen Der Draht an Laubbäumen sollte entfernt werden, we nn er einzuschnei-


des Drahtes: den beginnt. Wird der Draht belassen, kann er das Absterben der Äste
während des Winters bewirken.

Dünge n: Düngen Sie nur so viel, wie es in der Ruhezeit erforde rlich ist. Die Ruhe
der Pflanzen sollte erhalten und nicht neues Wachstum angeregt wer-
den .

Umpflanzen: Es gelten die gleichen G rundsätze wie im September. In diesem Monat


können Bonsai zum letzten Mal gefahrlos umgepflanzt werden.
183
November

Alle Bonsai sollten sich jetzt im Ruhezustand befinden. Wenn jedoch das Wetter oder
die Unterbringung der Pflanzen zu warm gewesen ist, besteht die Gefahr eines erneuten
Austriebs. Sie sollten dann Vorkehrungen treffen, um einen zweiten Austrieb zu verhin-
dern.

Standort: Beachte n Sie das gleiche wie im Oktober. Schützen Sie die Pflanzen ge-
gen kalte Winde, Frost und Schneestürme, aber auch vor Wärme-
einbrüchen .

Wässern: Reduzieren Sie die Wassermenge beim Gießen. Vermeiden Sie aber
auch das Austrocknen der Pflanze n während der Ruhezeit. Die Pflan-
zen sind in der Ruhe besonders empfindlich und gefährdet. Achten Sie
auf die Durchlässigkeit der Erde. Gießen Sie niemals einen Bonsai,
wenn die Erde gefroren ist.

Schneiden: Entfernen Sie alle Blätter, die auf Laubbäumen zurückgeblieben sind.
Auch die Früchte und Samenkapseln werden vollends abgenommen.
Sie haben jetzt eine gute Gelegenheit, Kiefernnadeln mit brauner Spit-
ze und auch die besonders langen, zweijährigen adeln auszuzupfen.
Sie können außerdem das zweite Kürzen bei den Schwarzkiefern vor-
nehmen (siehe Kapitel über die Schwarzkiefern).

Gestalten: Die Äste sind jetzt für das Drahten und Biegen zu starr.

Düngen: In diesem Monat wird nicht gedüngt.

Umpflanzen: Im November wird normalerweise nicht verpflanzt.

Verschiedenes: In südlichen Ländern können Pflanzen gesammelt werden, die frostfrei


überwintert werden müssen.

184
Dezember

Alle Bonsai sollte n jetzt in vollständigem Ruhezustand sein. In kälteren Gebi~ten


können sie in Frühbeete gebracht werden oder in ähnlicher Weise vor Kälte geschützt
werden.

Standort: Schützen Sie die Pflanze n vor allen Folgen des winterlichen Wetters.

Wässern: Die Regeln des letzten Monats gelten auch im Dezember. Gießen Sie
bei Frost vorsichtig. We nn die Erde zu naß ist, kann die Schale durch die
Kälte gesprengt werden .

Schneiden: Bei Beachtung einiger Vorsichtsmaßregeln kann auch im Dezember ge-


schnitten werden.

Düngen: Entfällt.

Umpflanzen: Im Winte r sollten Sie keine Pflanze ohne Wurzelballen umtopfen. War-
ten Sie damit bis zum Frühjahr.

Veredeln: Dezember, Januar und Februar sind die besten Monate für die Verede-
lung von Nadelgehölzen (siehe Kapitel über die Vermehrung), denn in
der kalten Ja hreszeit befinden sich die Pflanzen in völliger Ruhe. Jetzt
könne n Sie auch die Pfropfreise für die Veredel ung schneiden.

Verschiedenes: In südlichen Ländern können Pflanzen gesammelt werden .

185
Vermehrung für Bonsai

Sämlinge:

Abbildung 338
Wenn die Sämlinge groß genug sind,
um verpflanzt zu werden, schneiden
Sie die Pfahlwurzeln zurück und legen
Sie einen kleinen, runden Kiesel an
die Stelle. Auf diese Weise werden die
Wurzeln richtig geformt.

Stecklinge:
Das Frühjahr ist die beste Zeit für die Vermehrung durch Stecklinge. Die folgende Me-
thode ist für Bonsai gebräuchlich.

Abbildung 339
Wenn Sie Stecklinge sammeln, bre-
chen Sie den Trieb ab, anstatt ihn ab-
zuschneiden. Er splittert dann in sei-
ner natürlichen Faserung ab.

186
Abbildung 340
Schneiden Sie den Ast auf 10 -12 cm
zurück und spalten Sie ihn unten in
der Mitte, damit der Stamm an dieser
Stelle später breit wird. Belassen Sie
die Knospen an beiden Enden. Pflan-
zen Sie die Stecklinge so dicht wie
möglich zusammen, um zu verhin-
de rn, daß sie sich beim Gießen Iok-
kern.

Vom Granatapfe lbaum, de r Weide und von de r Prunus-Gattung lohnt es sich, Stecklinge
oder Äste von 5 - 12 cm Durchmesser zu pflanzen. Der Ast wird dann der spätere
Stamm des Bonsai. Es ist deshalb wichtig, seine Wuchsform vorher genau zu betrachten.
Wählen Sie einen Ast mit altem Ausse hen und mit einer charakteristischen Form. Der
Ste ckling sollte 40 - 50 cm lang sein. Machen Sie e inen schrägen Schnitt und streichen
Sie ihn mit Ba umwachs ein. Graben Sie den Ast zu 2/ 3 seiner Länge in eine Kiste mit
grobem Sand. Halten Sie den Sand fe ucht und stellen Sie den Behälter an einem halb-
schattigen Platz auf.

Abbildung 341
Pflanzen Sie den Ast in e inen Behälter
mit grobem Sand. Achten Sie darauf,
daß er in einem Winkel von 45° einge-
graben ist, und daß die Schnittstelle
nach unten schaut.

187
Wurzelstecklinge können Sie von der Ulme, dem Ahorn und der Quitte machen.

Abbildung 342
Wenn beim Umpflanzen eine lange
Pfahlwurzel anfällt, kann sie in
5- 8 cm cm lange Stücke geschnitten
werden.

Abbildung 343
Pflanzen Sie die Stecklinge in Sand.
Sie sollten 1,5 cm aus der Erde her-
ausschauen .
. . . .
. . .

Veredeln:
Die verschiedenen Vermehrungstechniken sind so zahlreich und nehmen so viel Raum
ein, daß ich Sie auf die entsprechende Literatur verweisen möchte. Einige Beachtung
verdienen die Techniken, die für die Bonsaikultur wichtig sind. Eine sichtbare Verede-
lungsnarbe beeinträchtigt die Schönheit eines Bonsai. Wählen Sie Material, bei dem die
Größenverhältnisse zwischen Unterlage und Reis sich entsprechen. Die beste Unterlage
für Laubbäume ist ein Sämling von der gleichen Spezies. Wenn ein Unterschied besteht,
wird sich die Unterlage und das Reis in verschiedener Geschwindigkeit entwickeln. Da-
durch wird das natürliche Aussehen gestört. Bei Kiefern und anderen Nadelgehölzen
fällt der Unterschied nicht so sehr ins Gewicht.

188
Eine Mädchenkiefer ode r eine dickrindige Schwarzkiefer kann beispielsweise auf eine
Österreichische Schwarzkiefer gepfropft werden. Eine Schwarzkiefer kann immer mit
einer Schwarzkiefer kombiniert werden .

Abbildung 344
Das Reis und die Unterlage müssen
von der gleichen Spezies sein . Das
Reis sollte in der Größe der Unterlage
entsprechen. Veredeln Sie an einer
möglichst tiefen Stelle. Links und in
der Mitte erkennen Sie die Methode
der Spaltpfropfung und rechts das An-
plattieren.

Abbildung 345
Achten Sie beim Einfügen des Reises
darauf, daß das Kambium sich
berührt und verbinden Sie die Stelle
mit Veredelungsband. Bedecken Sie /
die Pflanze oder die Veredelungsstelle
mit einem Glas oder einem Plastik-
beutel.

189
Abbildung 346
Beim Pfropfen der Kiefern werden
die Nadeln der Unterlage belassen,
um das Reis zu bedecken.

Abbildung 347
Ein dünner Ast, der einen Nebenast
näher beim Stamm braucht.

..

Abbildung 348
Biegen Sie den Ast zurück und pfrop-
fen Sie ihn beim Ansatz in der Nähe
des Stammes auf, indem Sie ihn auf
beiden Seiten aufschlitzen. Binden
Sie beide Teile fest zusammen.

190
Abbildung 349
Ein Ast kann von einem anderen
Baum angepfropft werden.

Abbildung 350
Warten Sie ein Jahr, bis Sie den Ast
abschneiden. Die gepfropfte Stelle
sollte ein weiteres Jahr eingebunden
bleiben, um sicherzustellen, daß sie
zusammenwächst.

Abbildung 351
Das Seitenpfropfen wird angewendet,
wenn Äste am Stamm benötigt wer-
den oder Zweige an einem Ast.

191
Abbildung 352
Wenn ein R eis an e ine m Stamm mit
rauher Rinde aufgepfropft werden
soll , wird zuerst die Rinde entfernt.
Nachdem der Pfropfvorgang beendet
ist, wird das Reis e ntweder von einer
Schraubzwinge ode r von e ine r Klam-
mer festgehalte n.

Abbildung 353
Wenn ein Baum e inen sehr langen
Stamm besitzt und ke ine unteren Äste
hat, kann ein junger Baum ange-
pfropft werden. De r junge Baum wird
den älteren "ado ptieren".

Abbildung 354
Etwa e in Jahr später werden beide
Stämme zusammengewachsen sein.
Das Ergebnis ist, daß der Stamm
kürzer ist, weil die Wurzeln des jünge-
ren Baumes viel we ite r oben ansetzen.
Der junge Baum hat außerde m den
e rsten Ast beigetragen.

192
A bbildung 355
Sie können auch Wurzeln anpfropfen,
wenn ein langer Stamm verkürzt we r-
de n sol l. Binden Sie di e Wurzeln mit
Bast oder Veredelungsband fest. Die
Methode ist bei Laubbäumen sehr e r-
folgreich.

A bbildung 356
Eine Mischung aus e inem Teil Sand
und e inem Teil Le hm-To rf-Gemisch
wird um die gepfropfte Stelle gelegt
und mit einer Plastikhülle versehen.

Okulieren:
Der Juli ist die beste Zeit für das Okulieren, weil die Bäume in diesem Monat in vollem
Saft stehen. Ein Auge (eine ausgeschnittene Knospe), das zwischen Ke rnholz und Kam-
bium eingefügt wird, hat in der vorbere ite ten Öffnung fe ten Halt und beginnt inne rhalb
eines Monats anzuwachsen und zu treiben.

193
Abbildung 357
Schneiden Sie die Rinde auf in Form
eines T.

Abbildung 358
Lösen Sie die Rinde, damit Sie das
Auge einfügen können.

Abbildung 359
Schieben Sie das Auge in die geöffne-
te Rinde.

194
Abbildung 360
Verbinden Sie die Stelle mit Verede-
lungsband.

Abbildung 361
Brechen Sie den Ast darüber ab und
schützen Sie damit das Auge vor der
Sonne. Wenn das Auge angewachsen
ist, wird der Ast direkt oberhalb des
Auges abgeschnitten .

Abmoosen:
Diese Vermehrungsmethode wird angewendet, um Wurzeln an einer bestimmten Stelle
des Stammes entstehen zu lassen . Wenn sich die Wurzeln entwickelt haben, wird die
Pflanze knapp unte rhalb abgeschnitten. Auf diese Weise entstehen zwei kleinere und
kompaktere Pflanzen. Der J uli ist die beste Zeit für das Abmoosen.

195
Abbildung 362
Kerben Sie einen Ring direkt unter-
halb e iner Knospe.

Abbildung 363
Oder befestigen Sie in diesem Bereich
einen Drahtring, der fest angezogen
wird.

Abbildung 364
Befestigen Sie ein Stück Plastikfolie
direkt unterhalb der Knospe.

196
Abbildung 365
An der Schnittstelle kann ein Bewur-
zclungshormon aufgestreut werden.
Legen Sie feuchtes Moos auf. Ziehen
Sie die Folie darüber und binden Sie
die Schutzhülle oberhalb fest.

Absenken:
Eine einfache Art des Absenkens besteht darin, daß ein Ast heruntergebogen und mit
Erde bedeckt wird. Die Spitze des Astes muß frei bleiben wegen der Luftzirkulation.
Der Ast wird so lange bedeckt gehalten, bis e r neue Wurzeln gebildet hat.

Abbildung 366
Kerben Sie die Stelle ein, an der die
Wurzeln wachsen sollen. Graben Sie
den Ast mindestens 7 cm tief ein. Le-
gen Sie einen Kieselstein unter den
Ast, der ihn an seinem Platz hält, und
beschweren Sie die bedeckte Stelle
mit einem größeren Stein.

197
Sammeln von geeigneten Pflanzen

Um e ine Pflanze auszugraben, benötigen Sie die Erlaubnis des Besitzers. Die Zeit von
Februar bis Ende Mai ist eine bevorzugte Zeit, um Pflanzen zu sammeln, die sich even-
tue ll als Bonsai eignen . In dieser Zeit ist meistens die E rde um die Wurze ln feucht und
kompakt gen ug, daß sich die Wurzeln mit dem Erdballen ausgraben lassen. Wenn die
Bäume bere its stark ausgetrie ben haben, ist es zu spät.

Im folgenden einige Grundregeln, wie Sie beim Sammeln von Pflanzen vorgehen
können und wo rauf es dabei ankommt.

1. Di e Pflanze sollte immer mit einem entsprechend großen Wurzelballe n herausge-


nommen werden. Je größer die Menge de r Muttere rde ist, in der die Pflanze auf-
wuchs, desto größer sind die Chancen einer erfolgreichen Verpflanzung.

2. We nn eine größere Menge Wurzeln geschnitten werden muß, sollten Sie die gleiche
Menge von Ästen und Zweigen kürzen. Schneiden Sie die größe re n Äste nicht direkt
am Stamm ab. Belassen Sie e inen Teil davon für JIN .

3. Pfa hlwurzeln werden entfern t, wenn sie stören. Streichen Sie Baumwachs auf alle
Schnittstellen.

4. Erhalten Sie so vie le feine Wurzeln als möglich. Wickeln Sie den Wurze lballen entwe-
der in Sackleinen oder in einen Plastiksack und verschnüren Sie ihn gut mit starken
Schnüren. Außerdem empfiehlt es sich, die Erde des Wurzelballens mit Torfmoos
oder nassen Z eitungen zu bedecken, um das Austrocknen zu vermeiden.

5. We nn die Erde sehr kle brig und ausgelaugt ist, entfernen Sie diese ganz und pfl anzen
Sie den Baum in groben Sand.

6. Pflanzen Sie den Baum in e inen entsprechend großen Behälter und stellen Sie ihn im
Halbschatten auf. Oder pflanzen Sie ihn an einer Ste lle im Halbschatten mit guter
Bodendurchlässigkeit aus. Achten Sie darauf, daß die Krone genügend Sonnenlicht
bekommt.

7. Sorgen Sie dafür, daß die Erde sich völlig mit Wasser vollsaugen kann, und sprühen
Sie die Blätter e in . Die Anwendung von Vitamin B-1 kann helfen, den Schock der
Verpflanzung zu überwinden. Kontrollieren Sie an den fo lgenden Tagen die Erde.
Wenn sie naß ist, gießen Sie nicht, sondern sprühen Sie die Blätter ein.

8. Wenn es Anzeichen für Schädlingsbefall gibt, können Sie ein Insektizid spritzen.
Sprühen Sie e in starkes Insektizid auf die Stellen, die als JIN und SHARI gestaltet
wurden, so daß es in die Vertiefungen e indringt. Falls es sich um einen kleinen Ba um
handelt, kann er ganz in e ine Insektizid-Lösung eingetaucht werden.

198
Ausgraben eines kaliforniseben Wacholder

Das Sammeln von gee igneten Pflanzen ist eine der besten Methoden, um gutes Pflanzen-
material für die Bonsaikultur zu bekomm en. Pflanzen , die im gleich en Klima aufgewach-
sen sind , akklimatisi eren sich schnell. Sie haben den Vorteil. daß Sie di e Qualität der
Pflanze, ihre Größe und ihre Form auswählen können. Sie bekommen eine alte Pflanze
und !->parcn Zeit in der Entwicklung.

Abbildung 367
Schauen Sie sich in einem Gebiet um ,
in dem die Pflanzen ein natürliches,
wildes Aussehen haben, und in dem
Sie gut ausgraben können.

A bbildung 368
Wenn Sie den Baum ausfindig ge-
macht haben, begutachten Sie die
Wu rzeln, den Stamm, die Spitze, die
Äste und die Blätter.

199
A bbildung 369
Entfe rne n Sie abgestorbene Äste, lose
Rindenstücke und welke Blätte r.

A bbildung 370
Reduzieren Sie die Länge des Stam-
mes, inde m Sie den o be ren Te il absä-
gen. Dabe i sollte n Sie die künftige
Spitze vor A ugen haben.

A bbildung 371
Be lassen Sie e in Stück des Stammes,
das späte r gebleicht werden kann und
dem Stamm e in Aussehen gibt, a ls sei
e r abgebroch e n. Bese itigen Sie di e
herabgefallene n Reste von der Erd-
oberfläche.

200
Abbildung 372
Stechen Sie einen Wurzelballen aus,
der ungefahr ein Drittel der Baumhö-
he mißt. Schneiden Sie die Pfahlwur-
ze l ab.

Abbildung 373
Auch in der T iefe sollten Sie den glei-
chen Durchmesser erreichen . Wenn
es eine große Z ahl O berflächenwur-
zeln gibt. kann di e Tiefe geri nger se in.
W ickeln Sie den Ballen in Sack leinen
und verschnüren Sie ihn fest.

Abbildung 374
Ein seh r glücklicher Augenblick.

201
Beispiele für den Doppelstamm (SOKAN) und den
Zwillingsstamm (SOJU)

Ein Doppel- oder Zwill ingsstamm wird im Japan ische n A IOI genannt, das.. bedeutet:
Zwei Stämme und zwei Bäume wachsen von de r gleichen Stelle aus. Wenn sie die glei-
chen Wurzeln haben, werden sie SOKAN genannt. Wenn es sich um zwei versch iedene
Bäume handelt, nennt man sie SOJ U. Bei den Kiefern spricht man oft von A IO I-NO-
MATSU und M E OTO-MATSU oder Herrn und Frau Kiefer. Doppe lstamm und Zwil-
lingsstamm werden als miteinander verträglich angesehen. Sie müssen gemeinsam der
feindlichen Natur trotzen. Es sollte vermerkt werden, daß a ußer de m Doppelstamm und
dem Zwillingsstamm kei ne gerade Zahl von Pflanzen in ei ne Schale gesetzt wird . Bei m
Zwillingsstamm ist es be sser, nicht zwei Pflanzen verschiedener Spezies zusammenzu-
pflanzen. D ie allgemeine n Regeln für diese Baumformen sind die gleichen wie die für
Einzclbäume.

Abbildung 375
D ie Hö he und Breite von beiden Bä u-
men sollte verschieden sein. Wenn de r
eine Baum dre imal höh er ist als der
ande re, dann sollte er auch die dre ifa-
che Breite haben.

__ _ __

202
Abbildung 376
We nn die Hö he der beiden Bäume an-
gegliche n wird, sollten die Schnittstel-
le n nach innen schauen.

Abbildung 377
Oder die Schnittstellen weisen in die
gleiche Richtung. Die neuen Triebe
werden dann richtig a nsetzen.

Abbildung 378
Die Flächen der Schnittste llen sollten
nie in die Gegenrichtung schauen,
weil sonst die Äste e inander kreuzen.
Sie werden auch nach dem D rahten
nicht natürlich wirken.

203
Abbildung 379
Perfekte Proportionen sind nicht
nötig. Der größere Baum sollte jedoch
auch den stärkere n Stamm besitzen.
Das Gegenteil wird GUYAKU-
SO KAN oder umgeke hrter Doppel-
stamm genannt. E r sieht unnatürlich
aus.

Abbildung 380
Die Stellung jedes Stammes sollte ein
wenig diagonal sein. We nige r wichtig
ist, welcher Baum im Vordergrund
steht, wenn nur die Wirkung von Tiefe
erre icht wird.

Abbildung 381
Nie mals darf ein Baum direkt vor dem
anderen stehen.

204
Abbildung 382
Sie sollten auch nicht direkt nebenein-
ander stehen, weil dadurch keine Tie-
fe entsteht.

Abbildung 383
Der Stamm muß sich a m Fuß des
Stammes oder an der Erdoberfläche
teilen .

Abbildung 384
Ein Baum, der sich erst im oberen
Drittel des Stan:mes te ilt, e ignet sich
weniger als Bonsai. Er kann jedenfalls
nicht Doppelstamm genannt werden.
Er wird als Einzelbaum betrachtet.

205
Abbildung 385
Die Wuchsrichtung des und
der Spitze ist die gleiche. Dies ist die
gewöhnliche und gebräuchlichste
Form.

Abbildung 386
Es ist nicht wünschenswert, daß die
Stämme a ufeinande r zuwachsen und
dann wieder a useinande r strebe n.

Abbildung 387
Es gibt je doch e ine Ausnahme: Die
Ve rbindung des Doppelstammes mit
de r Kaskadenform. Hie r wächst der
e ine Stamm aufwärts, während sich
der andere nach unten ne igt.

206
Abbildung 388
Bei diesem Doppelstamm wird der er-
ste Ast zu einem Halbstamm. Dies
kommt in der Natur vor.

..

Abbildung 389
Ein windgepeitschter Doppelstamm,
bei dem sich die Stämme in verschie-
dene Richtungen biegen. Die Spitzen
jedoch weisen in die gleiche Rich-
tung.

Abbildung 390
Ein MOYOGI-Doppelstamm nach
dem gleichen Vorbild . Die Stämme
wachsen in verschiedene Richtungen,
die Spitze jedoch zeigt in die gleiche
Richtung.

207
Abbildung 391
Die Bäume sollten harmonisch wir-
ken in der Biegung des Stammes, in
den Ästen und in der JIN -Gestaltung.
Selbst die Oberflächenstruktur der
Stämme sollte einheitlich sein, das
heißt, wenn bei einem Stamm die Rin-
de abgeschält wird, sol lte der andere
auf die gleiche Weise behandelt wer-
den.

Abbildung 392
Wenn bei einem Doppel- oder Zwil-
lingsstamm die Bäume dicht beisam-
men stehen, werden die Äste wie bei
einem Einzelbaum gestaltet. Den er-
sten Ast haben beide Bäume gemein-
sam. Er ist daher proportional größer
und länger, und zwar e in Drittel der
Höhe des größeren Baumes.

Abbildung 393
Die Äste der beiden Bäume sollten
nicht auf der gleichen Höhe anset-
zen.
Abbildung 394
Der erste Ast des größeren Baumes
darf nicht tiefer ansetzen als der erste
Ast des kleineren Baumes. Der e rste
Ast des größeren Baumes ist immer
höher plaziert.

Abbildung 395
Die Äste sollten den a nderen Stamm
nicht kreuzen. Wenn es nicht zu umge-
hen ist, sollte es auf der R ückseite des
Stammes geschehen. Oder der Ast
wird als Vorderast genommen .

Abbildung 396
Der erste Ast des größeren Baumes
darf nicht über der Spitze des kleine-
ren Baumes stehen. In der Natur
würde der kleinere Baum daran vo r-
beiwachsen, um an die Sonne zu kom-
men. Vermeiden Sie deshalb diese un-
natürliche Anordnung.

209
Abbildung 397
Die Bäume ei nes Doppel- oder Zwil-
lingsstammes sollten eine gemeinsame
Umrißlinie haben. Sie kann ein Drei-
eck bilden, e iförmig oder rund sein.

Abbildung 398
Die Wurzeln werde n richtig angeord-
net. Sie sollten sich weder überkreu-
zen noch einseitig sein. Ein Stamm,
der den andere n überkreuzt, ist eben-
fa lls unansehnlich.

Abbildung 399
Die Stämme dürfe n keine U-Form an-
ne hmen. Die beiden Stämme formen
vielmehr e in V.

210
Beispiele für die Mehrfachstamm-Form (KABUDACHI)

Die Begriffe KABUDACH I, KABU-BUKI und M US HA-DATE beschreiben einen


Bo nsai, der mehrere Stämme gebildet hat. Sie haben alle e ine gemeinsame Wurzel uund
im Grunde handelt es sich um einen e inzelnen Bonsai. Außerdem gibt es noch den
KORABUKI, bei de m alle Stämme a us e inem Stumpf wachsen, der a ussie ht wie e in
Schildkrötenpanzer.

Als YAMAYORI und YAMAYOSE wird ein Me hrfachstamm bezeichnet, bei dem ver-
schi edene Stämme zusammengewachsen sind. Sie können von Samen stammen, die an
den gleichen Pla tz gefallen sind. Die Bäume sind so eng zusammengewachsen, daß sie
zusam men einen Stamm bilden. Di es kann sich ereigne n, wenn eine Sam enkapsel in die
Erde fä ll t und die Samen gleichzeitig aufge hen. A lle Pfla nzungen dieser Art haben das
gle iche Aussehen.

Im allgeme inen gelten die gleichen R egeln wie für die Doppelstamm- und die Zwillings-
stammfo rm. Es gibt noch e inige zusätzliche R egeln: Die Stämme haben immer e ine un-
gerade Zahl. Es können drei Stämme (SANKAN), fünf Stämme (GOKAN), sieben
Stämme (S HICHIKA N) usw. sein. Nur we nn es sich um eine so große Anzahl von
Stämmen handelt, daß man sie nicht o hne weiteres zähle n kann, spielt es keine Rolle
me hr, ob es sich um eine gerade oder ungerade Zahl handelt. Zählen Sie nur die Stämme
und nicht etwa die oberen Baumte ile. Die beliebtesten Zahlen sind die Primzahlen 5, 7,
I 1, 13, 17 und 23.

Abbildung 400
Die Stämme gehe n o be n auseinande r.
Jeder Stamm kann von vorn gesehen
werden. Die Abstände zwische n den
einzelnen Stämmen sollten ver:schie-
den sein. Die Stämme dürfen sich
nicht überkreuze n.

211
Abbildung 401
Be im Dre ifachstamm mu ß der mittle-
re e ntweder der höchste oder der
kle inste Baum sein. Auch sollte e r
le ic ht im Hintergrund ste he n, um de n
E indruck von Tiefe zu e rwecken.

Abbildung 402
D ie Stä mme müssen sich be im Ansatz
tei le n. damit sie a ls e inzelne Bäume
ersche ine n.

Abbildung 403
Jede r Baum sollte e ine unte rschiedli-
che H ö he haben, die im Verhältnis zur
Stärke des Stammes ste ht. Es gelten
die gleiche n Regeln wie be im Doppel-
stamm-Bo nsai.

212
Abbildung 404
Die Spitzen der einzelnen Bäume
muß man unterscheiden können. Die
Umrißlinie nimmt die Form eines
Dre iecks, eines Eies oder eines Krei-
ses an. Der Umriß darf nie genau sym-
metrisch sein. Die Seitenansicht sollte
die gle iche sein wie die Frontansicht.
Di e Spitze ist, wie be i e inem Einzel-
baum , leicht nach vo rn geneigt.

Abbildung 405
Durch das Anpflanzen kleinerer Bäu-
me im Hintergrund e ntsteht eine
größere Tiefenwirkung.

Abbildung 406
Ein Mehrfachstarnm -Bonsai kann
durch das Abmoosen e iner Stelle er-
reicht werden, an de r sich viele Äste
teile n (siehe Kapite l über die Vermeh-
rung).

213
Abbildung 407
Falls die Stämme ge kürzt werden. soll-
ten die Schnittstelle n nach innen zei-
gen. Auf diese We ise we rden d ie
neucn Tri ebe angeregt, nach a ußen zu
wachsen.

214
Beispiele für die Wald- oder Gruppenpflanzung
(YOSE-UYE)

Die YOSE-UYE oder Waldform ist technisch gesehen eine Gruppenpflanzung. Man
kann sie als einen Wald in kleinem Maßstab bezeichnen. Es besteht die Neigung, dabei
zu übertreiben. An Bonsai wird die Einfachheit bewu ndert. Sie so llte mit den geringsten
Mitteln erre icht werden und die Schönheit der Natur versinnbildlichen. Wenn man den
Wald mit Felsen, Steinen, Kieseln und Sand oder mit anderen Materialien wie Tiere ,
Häuser, Pagoden, Brücken usw. bereichert, wird zwar auf die Realität angespielt. die der
Natur eigene Wirkung jedoch vermindert oder au geschlossen. Sie kommt viel besser
ohne die künstlichen Hil fen zur Geltung. Es wäre ri chtiger, unse rer Vorstellungskraft zu
erlauben, sich die Größe der Natur im YOIN ) vor Augen zu führen . Ein Wald-Bonsai
sollte etwas von der Schönheit der Natur ausstrahlen.

Es gibt zahllose Möglichkeiten, eine Waldform zu gestalten. Im folgenden lernen Sie ein-
ige der bekanntesten Beispiele und Methoden kennen.

Material:
Die meisten Baumarten können verwendet werden. Es ist empfehlenswert, wegen der
drastischen Verpflanzung und wegen der großen Eingriffe robuste Pflanzen zu nehmen.
Wählen Sie Pflanzen, die ähnliche Eigenschaften im Wachstum besitzen. Die Bäume
sollten im Frühjahr zur gleichen Zeit austreiben, im Sommer mit der gleichen Geschwin-
digkeit wachsen und im Herbst die Blätter zur gleichen Zeit abwerfen. Auch die Blätter
müßten ähnlich geformt sein und die gle iche Größe aufweisen. Wenn Sie verschiedene
Baumarten verwenden , wählen Si e am besten Pflanzen, di e ähnliche Eigenschaften
bezüglich des Wachsens und der Bedürfnisse nach Wasser, nach Nährstoffen und Licht
besitzen. Ki efern und Azaleen sind zum Beispiel keine gute Kombination. Kiefern mit
Wacholder, Ulmen oder anderen Nadelgehölzen , sind eine bes ere Wahl. In der Grup-
penpflanzung können einse itige Bäume und fehl erh afte Pflanzen noch wirkungsvoll ver-
wendet werden. Ideal ist es, wenn Sie für eine Gruppe Pflanzen verwenden, di e als Steck-
linge vom gleichen Baum genom men wurden. Sämlinge besitzen nicht immer die glei-
chen Eigenschaften wie die Pflanze, von der sie abstammen.

G röße und Anzahl:


Die Größe jedes Baumes soll te verschieden sein. Es gibt jedoch keine Einschränkung,
was die Anzahl der Bäume betrifft. Nur drei Bäume in eine Schale gepflanzt, können
nicht als Wald bezeichnet werden; sie si nd allenfalls eine Gruppe. Wählen Sie ungerade
Zahlen wi e 7, 11, 13, 17 usw.

)jap.: starke, lebhafte Erinnerung

215
Pflanzgefäße:
Die Schale kann e ine ähnliche Form wie be im Mehrfachstamm oder der Floßform ha-
ben. Zeitweise kann e in selbstgefertigter H o lzbe hälter genommen we rden. Die Bäume
können aber auch direkt in e ine Bonsaischa le gepflanzt werden (sie he Kapitel über die
Wahl der Schale).

Anordnung:
D ie Perspektive, die Abwechslung und die Ab tände sind wichtige Elemente bei der G e-
staltung eines Waldes oder einer Baumgruppe.

Abbildung 408
Die Zwischenräume zwischen den
Baumgruppen und den Frei räumen
sollte sich entsprechen. Der Vorder- --- -- --- - --- --
grund nimmt mehr Raum ein. Die
Bä ume sind im Hinte rgrund ge-
pflanzt. Die Zwischenräume sind un-
gle ich .
_ __

A bbildung 409
D ie Seite, auf der die kleineren Bäu-
me stehen, ist weiter. Die Bäume wer- I
den zum fre ien Ra um hin imme r klei-
ne r. Auf de r Seite der größeren Bäu-
me gibt es wenige r Platz. D e r Winkel
de r Umrißlinie ist auf dieser Seite stei-
I
l
ler.

Abbildung 410
Die Baumgruppe wurde in eine
hintere Ecke gep fl anzt.
- - - - - - -

2 16
Abbildung 411
Zwe i Baumgruppen, die so ange-
pflanzt sind , da ß e ine Kre isbewegung
entste ht, d ie vo n de r e inen Gruppe
auf di e ande re übe rgeht.

Abbildung 412
Dre i Baumgruppe n, die nach der gle i-
che n Vo rste llung von Bewegung ange-
legt sind.

Abbildung 413
Die großen Bä ume im Vordergrund,
die mitte lgro ße n in de r Mitte und die
kleine n im Hinte rgrund gepfla nzt, ge-
be n dem Wald e ine bessere Perspe kti-
ve.

217
Abbildung 414
Die Nahsicht e ines Waldes. Sie ent-
steht, wenn die größe ren Bäume im
Hintergrund gepflanzt werden und
die kle ineren im Vorde rgrund.

Abbildung 415
Mit H ilfe des Schriftzeichens .
(HIN), das W ürde oder Ve rvoll-
kommnung be de utet, wurde ein tradi-
tionelle r Wald a us fünf Bäumen ge- _____ __
:__ __ __
stalte t mit Zwische nrä umen und mit
einer Vie lfa lt in der Anordnung de r
Bä ume.

Abbildung 416
Der Sie be n-Bä ume-Wald wurde nach
dem Vo rbild des Schriftzeichens
(SH IN) gepfla nzt. SH IN bedeutet
Herz, Ve rstand ode r Geist.

218
Abbildung 417
Die Größenve rhältnisse der Bäume
sollten ausgeglichen wirken. Die Zah-
len an den Bäume n der Zeichnung
1
sind nicht Größenangaben, sondern
5
gebe n di e H öhe nproportionen an.
Der größte Baum (S HINGI) ist 10 +
im Ve rhä ltnis zum zweitgrößten
(SOEG I) mit 8 und dem drittgrößten
(HAN E DASHI-GI) mit 7.
Diese Kombination gilt als gut pro-
portioniert. Alle weiteren Bäume
(ASHIRA IGI) sollten kleiner sein als
7. Sie bekommen die Höhe 5 oder 4.

Abbildung 418
Be i dieser Anordnung sind die hinzu-
gekomme nen Bäume 4 und 3.

r. \
-

Abbildung 419
Die unterstützende n Bäume (ASHI- 8
RATG I) sind hier 3 und 2. Sie stehen
im entspreche nde n Größenverhältnis
zu 10, 8 und 7.

219
Abbildung 420
Wacholde r. Der größt e Baum des Sie-
ben-Bä um e-Waldes. H ö he: 122 em .
Gestalte t se it 1954. Pho tograph ie n
1963 .

220
A bbildung 421
Sieben- Bäume-Wald mit dem an-
geführten Wacholder als Hauptbaum.
Gestaltet 1964. Die Pflanzung trägt
die Bezeichnung ( M E IGO) Gü-
S H IN, Beschützer des Geistes. Pho-
tographiert 1969. 1973 wurde der
Wald auf e lf Bäume ve rgrößert. Ver-
wendet wurde n die zwe i Bäume auf
der Photoabbildung 12 und zwei wei-
tere.

A bbildung 422
Beispiel eines Sieben-Büume-Waldcs.
Die größten Büume stehe n vorn, die
mittelgroßen in der Mitte und d ie
kleinsten zwischen den mittleren und
den großen Bäumen im Vordergrund.
Auf diese We ise e ntsteh t der E in-
druck von Tiefe.

221
Abbildung 423
Ein Neun-Bäume-Wald bietet ein
ähnliches Erscheinungsbild wie der
Sieben-Bäume-Wald. Im Osten be-
trachtet man die Neun, obwohl sie
eine ungerade Zahl ist und durch drei
geteilt werden kann, als uninteressant.
Neun wird als KU ausgesprochen und
bedeutet Schmerz und Leid. Nach
abergläubischer Auffassung bringt die
Neun nichts Erfreuliches, es sei denn
in Philosophie und Kunst.

Abbildung 424
Beispiel eines windgepeitschten Wal-
des. Eine ungewöhnl iche Anordnung.
Die weite Fläche gegenüber den Bäu-
men ist Sinnbild für das Meer.

Abbildung 425
Ein windgepeitschter Wald in der ge-
wohnten Anordnung.

222
Abbildung 426
Ein Wald mit mehreren Pflanzenar-
ten . Verschiedene Nadel- und Laub-
bäume eignen sich für eine Kombina-
tion. Man sollte jedoch nur eine Spe-
zies mit den Pflanzen der gleichen
Spezies mischen und nicht etwa
Laubbäume mit Nadelbäumen.

Abbildung 427
Beispiel eines "gemischten" Waldes
aus Nadelgehölzen mit Laubbäumen
im Hintergrund.

Abbildung 428
Mischwald mit Nadelbäumen im Hin-
tergrund.

223
Abbildung 429
Zwei oder drei Nadelbäume können
zusammengepflanzt werden, um ei-
nen besonderen Akzent zu setzen.

Abbildung 430
Beispiel eines BUNJIN-Waldes. Die
angestrebte Einfachheit und Klarheit
dieser Form ist schwer zu erreichen.

Abbildung 431
Kümm ern Sie sich nicht um die An-
zahl der Bäume. Der Akzent liegt hier
auf der Masse der Stämme (MORIN).
Der einzelne Baum ist nicht um seiner
selbst willen gepflanzt. Es wurde e in-
fach eine Handvoll Bäume genommen
und als Wald gepflanzt. Diese Art von
Pflanzung (TSUKAM I-UYE) ist häu-
fig erfolgreicher als eine bewußt ge-
plante.

224
Anordnung der Äste:
Der Stamm wird bei der Waldform besonders betont. Die Äste werden etwas weniger
beachtet, normalerweise nur die äußeren Äste gestaltet und die nach innen wachsenden
abgeschnitten. Die Äste werden vor der Anordnung der Bäume geschnitten und nicht
nachher. Die Anzahl der Äste richtet sich nach folgendem Verhältnis: Je mehr Bäume,
desto weniger Äste.

Abbildung 432
Im allgemeinen bleiben an den Bäu-
men im Vordergrund nur die vorderen
Äste, an den hinteren Bäumen nur die
hinteren Äste. Auch auf den Seiten
werden die äußeren Äste gestaltet.
Die nach innen wachsenden Äste wer-
den geschnitten .

Abbildung 433
Die äußeren Äste sind wichtig für die
Gestaltung der Umrißlinie.

225
Abbildung 434
Eine Drei-Gruppen-Pflanzung. Jede
Gruppe hat eine eigene Umrißlinie
wie auch die gesamte Pflanzung.

Abbildung 435
Kürzen Sie die Wurzeln bei der Ge-
staltung. Wurzeln und Krone sollten
sich in der Größe entsprechen. Dieses
Gleichgewicht ist für die Pflanzen le-
benswichtig.

Abbildung 436
Auf der Seite der Bäume, auf der die
Äste geschnitten werden, um sie
näher zusammenzubringen, können
auch die Wurzeln entsprechend ge-
schnitten werden.

226
Beispiele für die Floßform (IKADABUKI)

Die Worte IKADABUKI, IKADAZUKURI, IKADABUSE und IKADAUYE be-


schreiben das Fallen e ines Baumes, der allmählich mit Erde bedeckt wurde und de.ssen
Äste sich zu Stämme n entwickeln , die senkrecht aufwärts wachsen. I KA DJ\ bedeutet
Floß. Diese Fo rm ist ungewöhnlich in der Natur. NETSU RANARI ist der Floßform
ähnlich. Nur wachsen die Stämme ni cht aus dem Stamm e ines umgestürzten Baumes,
sondern aus e ine r langen Obe rflächenwurzcl, die Triebe angesetzt hat.

Der Unterschied zwischen der Floßform und einer Gruppenpflanzung ist folgender: Bei
der Floßform wurde ein einzelner Baum horizontal gelegt und seine Äste wurden zu ein-
zelnen Bäumen gestaltet. Be i der Gruppenpflanzung dagegen pflanzt man verschiedene
ei nzelne Bäume zusammen in eine Gruppe. Die Kultivierung e iner Floßform ist leichter,
handelt es sich doch um e ine e inzelne Pflanze. Dafür ist jedoch di e Wahl der Baumposi-
tion begrenzt. Man kann den Platz für eine n Baum in der Gruppe nicht me hr ändern. In
dieser H insicht ist e ine Gruppenpflanzung leichter, weil die Anordnung der einzelnen
Bäume frei gewählt werden kann.

Die meisten Bä ume können in der Floßform gestaltet werden. Sie sollten jedoch wissen,
daß Kiefern e twa fünf bis zehn Jahre brauchen, um Wurzeln a us dem eingegrabenen
Stamm zu entwickeln. Am Horyu-ji-Tempel in Nara gibt es einen berühmten IKADA-
BUKI.

Die fo lgende Anwe isung zeigt, wie ein Floß-Bonsai gestaltet wird. Im allgeme inen gelten
ähnliche Regeln wie bei de r Mehrfachstammform .

A bbildung 437
Wählen Sie eine Pflanze mit zahlrei-
chen Ästen von unterschiedlicher
Länge. Vor a llem am Fuß des Stam-
mes sollte ein Ast ansetzen, der nicht
zu lang ist. E in zu langer Ast wäre
nicht le icht zu gestalten. Ideal ist ein
Baum, der nur auf ei ner Seite Äste
hat. Wählen Sie keine Pflanze mit
mehre re n Stämmen. Ein Floß-Bonsai
kann, außer im Winte r, immer gestal-
tet werden.

227
Abbildung 438
Schneide n Sie alle Äste und T riebe,
die länger als 7 cm sind. Die Wurze ln
werden belassen.

Abbildung 439
Wähle n Sie die Unterseite. Sie sollte
wenige Äste aufweisen, vor allem kei-
ne lange n Äste. Di e Krümmung des
Stammes sollte nach hinten weisen.
Dadurch gewinnt die künftige Pflan -
zung ne ue Dime nsio nen.

Abbildung 440
Binde n Sie einen starken Draht an
den Stamm , um ihn in der gewünsch-
te n Form zu halte n. Die Drähte, mit
denen e r befestigt wird, sollten aus der
E rde ragen. Auf diese Weise könne n
sie späte r le icht e rka nnt werden .

228
Abbildung 441
Schne iden Sie die Äste in der unteren
Hälfte um 1/3 oder 1/ 2 zurück. Ein
Floß-Bonsai sollte mindestens fünf
Stä mme (Äste) haben, weil er sonst
nicht wie ein Wald a ussie ht. Der letzte
Ast sollte e in ode r zwe i Se itenäste in
der Nähe der Spitze haben.

Abbildung 442
Befestigen Sie au ßer de m großen
Dra ht noch weite re kle inere Drähte
für di e Gestaltung de r Äste. R ichten
Sie die Äste aufwärts. Die Äste wer-
den nicht gekürzt, sonde rn ausgeli ch-
te t.

Abbildung 443
We nn der starke Draht nicht als Ver-
anke rung benutzt wird, drahten Sie
die Äste einze ln.

229
Abbildung 444
D rahten Sie nicht zwei Äste mit ei-
nem D rahtstück , denn es wird später,
wenn sich die Wurze ln entwickelt ha-
ben, schwer zu entfernen sein.

Abbildung 445
E ntfe rne n Sie an der Unterseite des
Stamm es die Rinde um etwa ein Drit-
tel des Stammumfanges. Feuchten Sie
die Stellen an und streuen Sie e in Be-
wurzelungshormon auf. Dies wird die
Bildung neuer Wurzeln anregen.

Abbildung 446
Pflanzen Sie den Baum in e inen
Be hälter, so daß der Stamm etwa 5 cm
mit Erde bedeckt ist. Pflanzen Sie
nicht zu tief, wei l sich sonst an den
Äste n Wurzeln bilden und nicht am
Stamm . Wenn es nötig ist, befestigen
Sie die Pflanze am Boden des Be häl-
ters. D ie E rdmischung sollte viel Sand
enthalten. Die Pflanzung wird an ei-
nen sonnigen Platz gestellt.

230
Abbildung 447
Die neuen Wurzeln werden sich in ein
oder eineinhalb Jahren bilden. Ent-
fernen Sie vorsichtig den Behälter
und schneiden Sie die ursprüngliche
Wurze l am Fuß des Stammes ab.

Abbildung 448
Sie können die Pflanzung in eine fla-
che Schale oder in e in tieferes Gefäß
pflanzen, fa lls sich noch mehr Wur-
zeln bilden sollte n. Nehmen Sie we-
nigstens zwei Monate keine weiteren
Gestaltungseingriffe vor.
De r Stamm sollte teilweise sichtbar
sein. Das ist wichtig wegen der weite-
re n Gestaltung zur Floßform.

Abbildung 449
Es gibt drei verschiedene Ansichten.
Die nahe Sicht (KINKEI), die mittle-
re (CH UKEI) und die entfernte (EN-
KEl). Der längste Ast am ursprüngli-
chen Fuß des Stammes ist in der Regel
für die Nahsicht gestaltet. Die mittle-
ren und mittellangen Äste für die
mittlere Sicht. Und die kürzesten
Spitzenäste für die Fe rnansicht.

231
Abbildung 450
Eine andere Möglichkei t, um Tie fe
e ntstehen zu las en: Der größte Ast
wird in der Mitte im Vordergrund ge-
staltet und d ie kle ineren Äste kom-
men in den H intergrund.

Abbildung 451
Eine Kiefern fl oßform ist außero r-
dentlich schwer in der Perspektive der
e ntfern ten Sicht zu kultivieren. Sie
wird besser in der Nahsicht gestal-
tet.

Abbildung 452
Prüfen Sie die Pflanzung von vorn und
von der Seite, um he rauszufinden , ob
kein Baum den anderen überkreuzt

232
Abbildung 453
Wacholder als Floßform mit elf Bäu-
men gestaltet. Auf einen mexikani-
schen Fels gepflanzt. Mit der Formung
wurde 1955 begonnen. Photogra-
phiert 1965.

233
Beispiele für die Felsenform (ISHIZU KE)

ISHIZUKE bedeutet das Entstehen eines Landschaftsbildes aus Bäumen, Pflanzen und
Felsen. Wird ein Baum auf einen Stein gepflanzt anstatt in eine Schale, so wird.das ISH I-
UYE genannt. Jede dieser Formen hat ihren eigenen Reiz. ISH IZUKE wird häufig mit
BONKEI verwechselt, einer Schalenlandschaft, bei der künstliche Materialien zum Ge-
stalten von Bergen, Flüssen, Bäumen, Häusern, Brücken u. a. verwendet werden.

Material für die Felsenform :


Wählen Sie aus ehr widerstandsfähigen Baumschul pflanzen einen jungen adel - oder
Laubbaum. Er sollte eine große Anzahl kräftiger Wurzeln haben für die Gestaltung eines
Bonsai, der mit seinen Wurzeln einen Fels umklammert. ehmen Sie ei ne Pflanze, die
auch unten viele Äste hat. Auch eine gesammelte Pflanze hat oft di e e Eigenschaf-
ten.

Abbildung 454
Falls besonders lange Wurzeln benö-
tigt werden, können Sie einen Behäl-
ter aus Latten he rstellen. Der Baum
wird für wenigstens ein Jahr in eine
sandige Erdmischung gepflanzt.

234
Abbildung 455
Alle drei bis vier Monate werden die
Latten Schicht um Schicht abgetra-
gen . Mit der Verkleinerung des Pflan-
zengefäßes werden die Wurzeln frei-
gelegt und zu weiterem Wachsturn an-
geregt.

Abbildung 456
Wählen Sie einen Felsen aus festem Oben
Gestein mit einer rauben Oberfläche.
Eine dunklere Farbe ist empfehlens-
werter als ein kalkiges Weiß oder ein
helles Grau. Die Größe sollte so
gewählt werden, daß der Stein noch
handlich ist. Die Form darf nicht zu
rechtwinklig ausfallen. Außerdem
sollte er keine frischen Bruchstellen
haben.

Oben
Abbildung 457
Der Fels sollte sechs Flächen haben:
Spitze und Boden, Vorder- und
Rückseite sowie rechte und linke Sei-
te. Alle Seiten des Felsens müssen gut
geformt sein. Quadratische, runde,
dreieckige oder andere symmetrische
Forme n sind jedoch nicht empfeh-
lenswert. Unten

235
Abbildung 458
Ein Fels, dessen Form einen Berg
symbolisiert (YAMAGATA).

Abbildung 459
Manche Steine eignen sich für eine In-
selform (SHIMA-ISHI).

Abbildung 460
Hochragender Stein, der eine Fels-
klippe darstellt (DANGAI-JEP-
PEK I-ISHI).

236
Abbildung 461
Kliff oder Berg mit einem Wasserfall
(TAKI-ISHI). Der Wasserfall darf
nicht künstlich aufgemalt oder einge-
kerbt werden. Er muß bereits vorhan-
den sein. Ein trockener Wasserfall
regt die Vorstellungskraft stärker an.

Abbildung 462
Ein Baum , der auf einer felsigen Kup-
pe wächst (IWAYAMA).

Abbildung 463
Fels, e ine rauhe, felsige Küste darstel-
lend (ARA-ISO).

237
Abbildung 464
Die Form des Felsens erinnert an ei-
nen alten Baumstamm (INSHO-
GATA-ISHI). Der Baum auf der Spit-
ze hat einen gebogenen Stamm. Er
wiederholt die gleiche Bewegung wie
der Fels. Die Äste entsprechen der
Kaskadenform.

Abbildung 465
Ein weiteres Beispiel für INSHO-
GATA-ISHI.

Abbildung 466
Abstrakte Felsenformation (CHU-
SHO-GATA-ISHI). Es handelt sich
um eine interessante Gestalt, die
nichts Bestimmtes aussagt.

238
ISHIZUKE kann mitj eder Anzahl von Bäumen und jeder Pflanzenart gestaltet werden.
Jede Kombination von Pflanzenarten ist möglich. Doch übt ein einzelner Baum auf ei-
nem Fels immer eine besondere Faszination aus.

Eine Baumgruppe des Mehrfachstammes, der Floßform, des Doppelstammes oder eines
Waldes wird nach den Regeln gestaltet, die für diese Formen gelten.

Bei Pflanzenkombinationen sollten Sie die Gesetzmäßigkeilen der Natur vor Auge ha-
ben . Wenn Nadelbäume und Laubgehölze zusammengepflanzt werden, setzt man die
Nadelbäume oberha lb der Laubbäume. Azaleen, Farne und Gräser werden unten am
Fuß des Felsens gepflanzt. Beachten Sie die Größenverhältnisse zw ischen Fels und
Pflanzen. In den meisten Fällen wird die Pflanze kleiner sein als der Stein, zumal wenn er
einen Berg oder ei ne Insel darstellt. Es sollte immer eine Harmonie zwischen Fel s und
Pflanze angestrebt werden. Die Form eines Baumes und die Gestalt des Fel sen sol lten
eine möglichst kunstvolle und natürlich wirkende Einheit bilden.

Im folgenden einige Be ispiele zur Erklärung:

Abbildung 467
Die Wuchsrichtung des Baumes und
die Struktur und Oberflächenform
des Felsens müssen harmonieren. Ein
Geneigter-Stamm-Bonsai beispiels-
weise wird der Gestalt des Felsens an-
geglichen.

Abbildung 468
Ein windgepeitschter Baum wird sei-
nen Platz auf der Spitze des Felsens
finden, weil er auch in der Natur dort
am meisten Wind bekommt.

239
Abbildung 469
Ein Kaskadenbaum wird im mitt leren
oder oberen Bereich des Felsens ge-
pflanzt und nicht im unteren.

Für die Felsenform benötigen Sie folgendes Material:

l. Torf und Torfmoos, das gut angefeuchtet wird.


2. Lehm oder schwere. klebrige Erde, die mit Wasser gemi scht wi rd. bis sie weich genug
gewo rden ist. um am Felsen zu haften.
3. Dünner Draht in den Größen 1- 1,5 mm und ein Knäuel Schnur.
4. Etwa 6 mm starke Ange lgew ichte aus Blei.
5. Zwei kornponentenk leber, der anstelle der Bleistücke verwendet werden kann.
6. Körner und Hammer.
7. Ein Eimer Wasser.
8. Ei n Pflanzgefäß, das g roß genug ist, den Felsen mit der Pfl anze aufzunehmen.
9. No rma le Erdmi sc hun g für Bonsai und grober Sand zum Bedecken des Schalen-
bodens.

Nun folgt die deta illierte Darstellung einer Gestaltung der Felsenform.

Abbildung 470
Betrac hten Sie den Felsen, um heraus-
zu finden, welches die Vorderseite des
Steins
ist und wie di e Ansichtsseite
der Pflanze dazu paßt. Der Stein sollte
vor den Arbeiten angefeuchtet wer-
den (tiberbrausen).

240
A bbildung 47 1
Entfernen Sie alle Erde von den Wur-
zeln und überlegen Sie, wiie Sie diese
am Felsen befestigen können. Schnei-
den ie die kle inen Wurzeln am Fuß
des Stammes ab und vertei len Sie die
anderen in die verschiedenen Rich -
tungen rec hts. links. nach vorn und
nach hinten .

Abbildung 472
Schneiden Sie einige Drahtstücke in
der Länge von etwa 8 cm und biegen
Sie diese in der Mitte zusammen. Die
Dräht e werden mit Zweikomponen-
tenkleber in den Bereichen befestigt,
in denen die Wurzeln den Fels um-
klammern. Falls Sie Angelgewichte
~:um Fixieren Verwenden. wird an die
entsprechende Stelle ein Loch ge-
bohrt. Der Draht wird dann zu am -
mcn mit einem Bleistück mit Hilfe des
Körners festgeschlagen.

241
A bbildung 473
Setzen Sie de n ßaum auf den Fels und
binden Sie ihn gut fest. Die Wurzeln
werde n mit dem geklebten Draht ge-
halten . Halten Sie währe nd der Arbeit
di e Wurzeln mit einem Wasserze rstäu-
ber naß.

A bbildung 474
Stelle n Sie eine Mischung her aus ei-
ner Hälfte Le hm und ein wenig mehr
als der Hälfte Torf. Kneten Sie d ie
Masse gut durch. Sie darf nicht zu fe st
und ni cht zu we ich werden. Sie sollte
jedoch gut fe ucht se in. Bedecke n Sie
di e Wurze ln mit ci'ner ca. 1,5 cm dik-
ke n Sch icht der Masse .

242
A bbildung 475
Die Wu rzelspitzen der Pllanze wer-
den in eine no rmale Erdmischung in
einer vorlä ufigen Schale eingegra-
ben.

A bbildung 476
D er gesamte Fels und die WurLcl n
werden in To r fmoos eingehüllt, das
mit Schnu r festgebunden wi rd.

243
A bbildung 477
Grahen Sie die ganze Pflanzung in ei-
nem entsprechend großen Pflanz-
!!elaß 111 Erde ein. Das Gcfüß oll tc bis
zum Stamm der Pflanze reichen.

Abbildung 478
ach frühestens sechs Monaten wird
das Torfmoos ent fe rnt und die Torf-
Lehmmischung abgewaschen. Jetzt
werden di e Wurze ln sichtba r, wie sie
den f-el~ umklammern. Kontrollieren
Sie den Draht, um sicher zu sein , daß
di e Wurzeln keinen Schaden leide n.
Im Frii hjahr wird die Pflanzung rn
eine passende Schale gese tzt.

244
Beispiele für weitere Bonsaiformen

Abbildung 479
Die Wurzeln frei in der Luft, sie wur-
den zu e ine m Te il des Stammes, so
präsentie rt sich NE-AGA RI. Eine
Form, die nicht mehr populär ist.

Abbildung 480
TAKO-ZUKU R I, die Oktopusform.
Der Stamm und die Äste sind fast in
übertriebener Weise gewunden und
erinnern an den Oktopus.

245
Abbildung 481
GOZA-KAKE oder MINO- KA KE.
Tatamimatte oder Regenmantelha-
ken. Der e rste Ast ist sehr lang ausge-
streckt. E ine e igenartige Form, die je-
doch oft als Bonsai gestaltet wi rd.

246
Literatenform (BUNJIN)

Ein H öfling, der seine r glänzenden Stellung den Rücken ke hrte, um das freie Leben zu
suchen, ist der Begründe r von BUNJIN. Bei uns im Weste n ist die kulture lle Bewegung
als die südliche Schule chinesischer Landschaftsmalerei unter dem Namen NANGA be-
kannt. Die Maler dieser Schule waren keine professione llen Künstler. Sie lernten Reli-
gion, Philosophie und Kunst. Abgestoßen von der steifen Formalität ihrer verfeinerten
Welt, wurden sie Wande rer und Eremiten. Sie lebten in abgelegenen Be rg hütten und
widmeten sich der Meditation, dem Buddhismus, der Kalligraphie, der Dichtkunst und
de r Malere i.

Die Suche nach Freiheit kommt in den Darstellungen der Bäume in ihren Landschafts-
gemälden zum Ausdruck. Einige Bäume zeigen überl ange Stämme mit wenigen Ästen,
die e igenartig ansetzen. Die Linienführung ist kräftig mit überraschenden Ric htungsän-
derungen, die an die Kunst der Kalligraphie erinnern, der Pinselschrift, die allen Gebil-
deten vertraut war.

De r BUNJIN-Stil in de r Bonsaikunst ist so frei, daß er alle Regeln der Bonsaigestaltung


zu ve rle tzen scheint. BUNJIN ist ein so offener Stil, daß er keine spezifisch en Formen
hat und schwer zu beschre iben ist. D e nnoch ist seine Aussage einfach und ausdrucks-
stark. Ohne Zweife l sind seine charakteristischsten Formen bei den Bäumen zu finden,
die durch Alter und extre me Wetterbedingungen geprägt sind.

Ein Bonsaimeister, der unter außerordentlich genauen Gestaltungsregeln litt, suchte ei-
ne n fre ieren Stil und e r fand BUNJIN.

Vor ungefähr zweihundert Jahren gab es zwe i große Künstler, die erfolgreich die japani-
sche Landschaft malten. H okusai Katsushika (1760-1849) und H iroshige Ando
( 1797 -18 58). Die Bä ume auf ih ren Bilde rn hatten überkreuzende Stämme und Äste,
wi e sie bei jedem anderen Bonsaistil abgelehnt würden. Für den BUNJIN sind sie je-
doch annehmbar. Bei e inem streng aufrechten Bonsai, bei dem der Ast sich zum Stamm
zurückkrümmt und ihn überkreuzt, würde ein Stilbruch dieses Ausmaßes ve rworfen.
Beim BUNJIN kann eine ähnliche Biegung eine faszini e rende Spannung hervorrufen
und d ie Freiheit der Natur unterstreiche n. Durch BU NJI N le rnten die Bonsaimeister
die befreiende E infachheit des Literatenstils.

Im folgenden einige Beispiele der BUNJIN-Form.

247
Abbildung 482
Scheinbar zufällig wirkt der stark
gekrümmte und schwingende Stamm.
Der Hauptast überkreuzt de n
Stamm.

Abbildung 483
Ein überlanger Stamm, unausgegli-
che n, o hne Äste im unte ren Bereich.
Und doch zeigt der Baum ein hohes
Maß an Stabilität, E infachheit und
Originalität mit seiner stark ge-
schwungenen Spitze.

Abbildung 484
Der Bonsai besitzt e ine erstaunliche
Ausgeglichenheit, die durch den
senkrecht hinabtauchenden Ast er-
reicht wird.

248
Abbildung 485
De r Baum wirkt wie von e inem Pin-
selstrich hingeworfen. Es scheint hoff-
nungslos, da ß der Stamm noch einmal
ins G le ichgewicht kommt - doch ein
Windstoß von der anderen Seite biegt
die Krone zurück, die in einer sanft
geschwungene n Linie endet.

Abbildung 486
Biegungen und ve rwegene Schwünge.
Und doch zeigt de r Stamm e ine sanfte
Linie nführung.

Abbildung 487
Be im windge peitschten Baum fühlen
wir geradezu, was die Abweichung
von de r no rmalen Wuchsform verur-
sacht. Wir spüre n, aus we lche r Rich-
tung de r Wind we ht.

249
Abbildung 488
Der Baum wollte nicht in dieser Rich-
tung wachsen, aber es war die e inzige
M öglichkeit, zu übe rle ben. Der Ge-
danke und die Fo rm e rinne rn an das
bekannte Dharma. Deshalb trägt der
Bonsai den Namen "DARUMA".

Abbildung 489
De r Baum hat nur wenige Äste, die
wirkungsvoll angeordnet sind. Zusam-
men mit der geringen Belaubung un-
terstreichen sie den frei e n Stil.

Abbildung 490
Ein abstrakter BUNJIN, geformt wie
ein kunstvolles kalligraphisches Zei-
chen.

250
Abbildung 491
BUNJIN kommt, wenn auch selten, in
der Natur vor. Dieses Exemplar wur-
de in Si.idkalifornien gesammelt.

Abbildung 492
Man hört die Vögel singen. Es ist nicht
nötig, die Bedeutung zu verstehen.
Die Bewegung des Stammes - ohne
Grund , ohne Bedeutung - nur
schön.

Abbildung 493
Ein aus dem Weltraum herabschie-
ßender Stern. Der BUNJIN rägt den
Namen RYUSEI.

251
Abbildung 494
Die Wuchsform ve rletzt unbeküm-
mert alle Regeln: De r Stamm krümmt
sich in eine m Winkel von 90°, ein Ast
überkre uzt de n Stamm, Radspei-
chenäste , gegenständige Äste. Und
doch gibt es diesen Ba um. Es ist eine
berühmte alte Kie fe r. Sie steht am
Mount Chichibu in Japan (Kane-note-
matsu).

Abbildung 495
Doppelstamm ode r Zwillingsstamm-
BUNJIN. Er trägt den Namen IKA-
RI-JIN oder Anke rförmiger.

Abbildung 496
Me hrfachstamm-BUNJI N.

252
Abbildung 497
Ein BUNJI N-Wald mit Bäume n der
Schirm fo rm arrangiert (KASA-
ZU KUR I).

253
Blick an einem Regentag vom Gipfel des Mount Hici über den ßiwakosce. Das Land
war Yom ebel bedeckt. Mi t einem Mal wurde die berühmte alte östli che Landschaft
(SUM IE} gegenwärtig. denn durch den Nebel erschienen die Kiefern als BU Jl .

Beginnend beim CHOKKAN als Hinführung zu r Bonsaiwelt schließen wir mit BUN-
JlN, dem Stil, der ohne Begrenzung ist. wissend daß darin die vielen Formen der
Bäume in der Natur eingeschlossen sind .

254
Biographie
Biographie

John Yoshio laka wurde am 16. August 1914 in Ft. Lupton, Colorado, geboren. Als er
acht Jahre alt war, entschieden sich seine Eltern, nach Japan zurückzukehren, um die El-
tern des Vaters zu betreuen. John wurde sehr vertraut mit seinem Großvater. Durch ihn
lernte er Bonsai kennen. Selbstverständlich tat er in diesem Alter nur Dinge, zu denen er
angewiesen wurde, etwa gießen, Unkraut ausz iehen u.ä. , bis er ä lter wurde.

John blieb bis zu seinem 21. Lebensjahr in Japan. 1935 kehrte er wieder an seinen Ge-
burtsort in Colorado zurück, wo er eine Landwirtschaft betrieb. Gegen Ende 1946 ging
er mit seiner Frau Alice und seinen drei Söhnen Eugen, Robert und Richard nach Los
Angeles in Kalifornien. 1946-1968 übte er den Beruf eines Landschaftsgärtners aus.

Bald nach seiner Ankunft in Los Angeles begann er seine Bonsaisamm lung. die heute
mehr als 300 Exemp lare umfaßt. Di e erste Ausstellung seiner Miniaturbäume fand 1950
im Fannie E. Morrison Gartenbauzentrum in Pasadena, Kaliforni cn, statt.

Im gleichen Jahr gründete John Naka zusammen mit vier Freunden den Southern Cali-
fornia Bonsai Club, der jetzt The California Bonsai Society lnc. genannt wird. Er war au-
ßer 1959 und 1960 immer auch der Präsident dieses Clubs.

Trotz seines viele Jahre andauernden Widerstandes wurde er dann doch daftir gewon-
nen, die Kunst des Bonsai zu lehren. Seine ersten Schüler waren se ine Freunde, später
kamen andere. Einige von ihnen wurden spä ter se lbst zu be kannten Bonsailehrern.

Seit 1958 veranstaltet die Southcrn Calif'ornia Bonsai Society ihre jährlichen Bonsai-
shows im California Museum of Science and lndustry. John aka sorgt zusammen mit
sei nen Kollegen dafür, daß die Bäume und die täglichen Lehrgänge von höchster Qua-
litiit sind.

257
Im folgenden eine unvollständige Liste von Lehrveranstaltungen, die John Naka gege-
ben hat:

1957 Bonsaidemonstration im Fernsehen Kanal 5 KTLA. In der Sendung Gar-


lengespräche mit Joe Littlefield.
1957 Lehrveranstaltung bei der Japanisch-Amerikanischen-Staatsbürger-
Vereinigung.
1958 Lehrveranstaltung des kaliforniseben Gärtnerverbandes.
1962 Lehrveranstaltung der Japanisch-Amerikanischen Gesellschaft.
1965 Fernsehsendung, Kanal 4 KNBC , Überblick über das Jahr 1965 mit Bob
Wright.
1969 Berater für das Drehbuch des Fernsehfilms "Herrn Ozaki 's Baum" für die
Don Fedderson Productions.
1970- 1973 Regelmäßige Lehrveranstaltungen bei der Pennsylvania-Gartenbau-
Verein igung in Philadelphia, Pennsy lvan ia.
1971' 1973 Lehrveranstaltungen aufKanal23 , in der Garden Magie Show als Gast von
Dr. William Benette, einem berühmten Botaniker aus Pensacola, Flori-
da.
1971 -1 973 Lehrveranstaltungen am Garden Center of Creater Cleveland, Ohio.
1971 , 1972 Lehrveranstaltungen am New Yorker Botanischen Garten.
1971 Lehrveranstaltung beim nationalen Bonsaikongress in Norfolk, Virginia.
1973 Lehrveranstaltung beim nationalen Bonsaikongress in Atlanta, Georgia.
1973 Lehrveranstaltung, Kanal 4 KABC, west-östliche Ausdrucksformen,
"Bonsai-Nature's Echo".

Außer den genannten Aktivitäten reiste John Naka zu Workshops und Lehrveranstal-
tungen bis nach Hollis, New Hampshire, und bis nach Miam i in Florida, weit im Süden
und bis nach Seattle, Washington. Durch seine Vorlesungen und Demonstrationen hatte
John Naka viele Schüler in den gesamten Vereinigten Staaten.

John Naka bestritt viele Lehrveranstaltungen für Schulen, Kirchen, Gartenbau-Clubs


und Rotanische Gärten in der Umgebung seines Wohnorts in Südkali fornien. Er trat
auch immer wieder im Fernsehen bei der Veanstaltung der jährlichen Bonsai-Show auf.

1971 und 1973 veranstaltete er eine Bonsaireise nach Japan. Auf dieser Reise gelang es
ihm, mit vielen Bonsaimeistern Kontakt aufzunehmen und ihre Sammlungen zu besich-
tigen. Danach hielt er weltweit Vorträge über die Bonsai-Kunst, unter anderem in In-
dien, Südafrika, Spanien, Deutschland und England.

258
Ehrungen
Ehrungen

Zwei Au!>zcichnungcn (A und B) erhielt John Naka von der japanischen Regierung für
dieFörde rung der frt:und~chaftlichen Beziehungen zwi chen Japan und den Vereini-gten
Staaten.

( A ) Ehrenurkunde überreicht am 23.


M ai 1960 durch den japanischen Au -
ßenmin istcr Shunich iro Fujiyama.

( 8) Orden und Eh renurkunde über-


reicht am 24. Nove mber 1967 durch
den Präsidenten des japanischen
L andwirtschaftsmin istcriums, Prinz
Norihi to Takamatsu und Eiki chi
H iratsuka.

261
COUNTY OF LOS ANGELES

\YHEßtAS,JW SltlU ru

-----

..

..
-

Diese Mai 1972 upcrvisor or Los


lcs, Mr. Dcbs. übe rre icht.

262
Index
A
Ahmooscn . 180. 195- 197.213 Gestaltung. 15
Absenken. 197 Höhe. 26
Ahsprühc n, 114 Ba umsche re, 3
Sie he a uch mo natliche Pflege, lo7, 174, Baumsc h ulpflanze n. 143
176. l llO Ba umspitze, 15. 18-2 1, 13 1. 140, 157,213
Aho rn , 72, 74, 188 fe hle rh afte, 39-40
A lko hol, 14 Sie he auch JI N
Alum ini umd ra ht, 63 Baumwac hs. 13, 7<J, 101 , 187, 198
Angclgcwichtc, 11, 240 Befestigen. 100. 10 1
Anord nun g. sie he Platzierung in der Schale Beme rkungen zur mo na tlichen Pflege,
Äste, 15 167- 185
Absägen, 43 Besen (kle in ), 7
Abstand zwischen, 23 Blä tt e r
Anordnung, 225-22o E ntfernen, 7
Drahte n, 63- 73, 145, 147 Schne iden. 1.53- 54, 55. 74, 113
Ent ferne n d e r Kn ospen, 48, 50- 52 Verfärbunge n. 109, 152
Entferne n der Rinde, 76 Blattschnitt, 53, 113
Fehle r ( Liste). 41 131a ttschnitt, 55
Form, 26-28 Bonsai
Fo rm en der Äste. 6. 74-78. 146 5 E lemente bei der Pllege. 178
gebrochener Ast. 79 5 Eleme nte bei der Wahl der Pflanze. I 5
gespli tte rte r Ast, 79 Breite des B., 25
Ge taltung, 1- 3, 42-46, 48- 51 G röße, 15, 121 - 122
Kürze n. 43 Hö he. 18. 26
Länge. 25 Siehe a uch monatliche Pflege, 167
Narbe n (Be handlung). 45-46 Siehe auc h Pflanzen
Position, 2 1- 22 Sie he auch Tabe llen
Ri cht ung de r Äste, 23 Siehe auch tägliche Pflege, 110
Schne iden, 42- 46 Stilrichtunge n, 15. 123- 124
Splittern des Astes, 76, 79 ande re Formen, 245-246
Win ke l, 24 Ausge hö hlte r Stamm (A bbi ldung 3)
At laszedcr, (Abbi ldung 7) Besenform ( Hoki-Zukuri), 135, 137- 139
Aufstelle n der Pflanze . 103, 115, 121 BU NJ IN, 85. 224. 247- 254
Sie he a uch monatlic he Pllege Doppelsta mm (SOKAN), 202- 2 10
;\ uswah I de r Pflanzen. 15 Felsenform (IS HIZUKI E),
Auswa hl der Schale, 82-87, 157. 2 16, 11, 12 1,234- 244
Siehe auch Schalen Floßform ( IKADABUKI),
Auswa hl des Baumes. 143, 144, 198-201 (Abbild ung 15). 227- 233
Azaleen . (Abbi ldung 8). 42. 215 frei a ufrec ht (MOYOGI ). (Abbildungen
5. 7), 140-142. 154. 162, 207
B gedre hter Stamm (Abbildung 16}. I 29
geneigte r Stamm (S HAKA N), 131- 133
Bast, 13. 72 gerad er Stamm (!.treng aufrech t),
Baum (CHOKKA '), 125- 130
Bre ite. 25 Gruppenpnanzung (YOSE- UYE).
Sie he a uch Bo nsai 215- 226
Siehe auch Pfla nzen Kaskade ( KE , GA I), (Abbild ungen 8 . 9),
Formung. 112 157- 160. 240

263
Kiefernform (MATSU -ZU KURI ), 135. 175, 177. 179. l XI. IX2- IX5
136 Do!>ierung. I08
Mehrfachstamm (KABUDACHI), DüngemehL I 08
2 11 -2 14.227 Düngen, I 02. 108. 109
atürliche Form (SHIZEN-ZUKURI), Flüssigdünger, I 08
135 Jap. Schwarzkiefer. 150
Trauernder Ast (SH IDARE-ZUKURI) Knochenmehl, I 08
16 1- 166 Pa~te. I 06
Waldform (YOS E-UYE). Sorten, I 06- 108
(Abbildungen 13, 14), 2 15-226 Tierdung, 10
Windgepeitscht (FUKI 1 AGASHI).
153- 156,222. 239 E
Zwillingsstamm (SOJU), Abbildung 12),
202-2 10, 211 Eibe. 55. 1 13
Bonsaibord (Regal), (Abbildung 1), 103. 110 Eiche (Abbildung 6). 33. 132- 1.13
Siehe auch Aufstellen der Pflanzen Eicht:. 3 1
Bon~aigrößen, 121-1 22 Einpflanzen, 99-100
Bonsaischeren lang + schmal, 1 Befestigen. 10 1
Bonsaistilrichtungen, 123 124 Gruppenpllanzung, 224
Siehe auch Bonsai Mischpllanzung. 223
Bre ite der Schale, 83 Siehe auch Plazierung in der Schale
Siehe auch Schalen Eiweiß. 13
BU Jl . 85, 224. 247- 254 Elektrobohre r. II
Entdrahten. 8 1, I 46
c Ent fernen der Knospen, 48. 50-52
Erde , 10
Alte Erde, 101 , 11 4
Cali forn ia Bonsai Soeicty, lnc., 257
Anordnung, %, 99, 10 I, I 02
CHOKKAN, 15, 125- 130, 161
Arten, 88-89
Siehe auch Tabellen
D Entfernen der Erde. 6. 7, 18. 101. 114
Erdmischung. 88- 95
Dickrindige Schwarzkiefer, 189 Feuchtigkeitsgehalt, I 0 I
Doppelstamm (SOKAN). 202-2 10 Kclorige Erde. 198, 240
Draht , I I, 63, 80, 240 Mist. 240
Aluminiu m, 63 Sand. 10, 89. 96. 11 4. 187, 188, 193. 198,
Anwendung, 63-73 240
Entdrahten, 81. 146. 183 Saure Erde, I09
Galvanisiert, 63 Schlechte Erde. I 14, I 17- 120
Größen, 63 Torf. 10 , 89, 11 6
Kupfer, 63 Verwitterter Granit, 89
Rohrstüek, 73 Eßstäbche n, 6
Stahlstab, 73
Zeitpunkt, 74, 80 F
Siehe auch monatliche Pflege
Drah tschneider, 3, 4, 81 Farbe, 13
Drahtstärke, 63 Fehlerhafter Äste, 4 1
Drahtzange, 5 Fehlerhafter Sritze, 39- 40
Drainage, 96-98, 115, 152 Fe hlerhafter Stamm, 34- 36
Drchtisch, 8 Fehlerhafter Wurzeln, 29- ~0
Dünger. 106-109 Felsenform (ISH IZUKE), D4
Siehe auch monatliche Pflege. 171. 174, Festcr Dünger. 106- 107

264
Fcuchtigkeit~messer. 11
Fichte, 55, I 13
Floßform ( IKADABU KI ), (Abbildung 15), Imme rgrüne Pflanzen. 134
227- 233 Immergrüne Pflanzen. 82- 85
Fllis. igdlinger, I 08 Interessante Wurzeln. 3 1- 33
Foemina Wacholde r. (Abbildungen 12, 13), Interessanter Stamm, 37-38
220
Pöh re. 11 3
Forrnosa A.wlee. (Abbildung 8) J
Frei aufrecht (MOYOKI), (Abbildungen 5, 7) Japanische Rotkiefer, 32
140- 142, 154, 162,207 Ja panische Schwarzkiefer, 31, 38
Gestaltung, 143- 149
G Pflege, 150- 152
Ga n e npflanze. 143 Ja panische Wörte r:
Ga rte nschlauch, 9 AIOI, 202
Gefäße. sie he Schalen AIOI-NO-MATSU. 202
Geneigter Stamm (SHAKAN), 131-133. ARA-ISO. 237
161 ASHIRAIGI , 21 lJ
Gesamme he Pflanzen, 198-20 1 80 SA I-TANA. 103
Gestaltung tler Äste, 1-3, 42-46, 48-5 1 BUNJ I , 85. 224. 247-254
Gestahung des Baumes. 110- 113, 147-1 50, CHOKK AN, (Abbildung 4), 125. 161,
225 254
Siehe auch monatliche Pflege C HO KK A -KIH O GATA. 18
Geswltung. . 151. 167 CHU-SHA KA . 132
Siehe auch monatliche Pflege CHU KEI. 231
Gc~taltung~position. 15 CH UMO 0. 12 1
Gießen. 55 CH US HO-GATA-ISH I. 238
Gkl!kannc, 9 . 14 DAl-KF. GA I. 159
G inkgo. 1)4 DAI-SHAKAN, 132
Gleichgewicht, 16 DANGA I-J EPPEKI -ISHI , 236
Glyzine. (Abbiltlung 3), 16 1 DARUMA . 250
Granatapfe lbaum . (Abbildung 16) E NKEl. 23 1
GroßbWurige, imme rgrüne Pflanzen, 85, FUKINAGASHI. 153
11 3, 134 FUNA-GAlÄ, 86
Grupre nrflanzung (YOSE-U YE), 2 15- 226 GAITO-KE NGAI. 158
Gu mmiband, 13 G IKKUR I-MAGAR I, 35
G INßA-SUGI. (Abbi ldung 7)
H GO KAN. 2 11
GOSH I , (Abbildungen 12. 13), 221
Hake n. 7 GOZA-KAK E, 246
Hamme r. II G YAKU-SOKAN , 204
Ha mme r. 240 HAC HI-U YE, 12 1
Handbesen. 7, 102 HAGA RI , I
Harz, 13 HAGO RO MO-MATSU. (Abbildung 4)
Hebel. 6 HAI -S HIMPAKU, (Abbildungen 2, 9)
He mlocktanne. I 13 HA - KE GA I. 157, 162
Hiroshige Ando. 247 HARI-SHIYIPAK U. (Abbildunge n 12, 13)
Höhe der Pflanze, 26 HATOMUNE. 34
Höhe der Schale. 83 HIN, 2 18
Hokussai Katsushika. 247 HO KI -ZU KU RI. 135. 137
Hol7.block, dreieckig. 8 ICHI -NO-EDA. 2 1
Ho ryu-j i (Tempel). 227 IKADA . 227

265
IK ADA-UYE, 227 RY USEI. 251
IKADABUKI. 227 SABA-MIKI , 56. 62. 115. 127, 136
IKADAB USE. 227 SAKASA-MI KI , 35
IKADAZUKURI, 227 SAN-NO-EDA, 2 1
IKAR I-JIN, 2 52 SANKAN, 2 11
INS HO-GATA-ISHI, 238 SA SHU-YAKI, (Abbildung 10)
ISHI ZU KE, 11 , 86, 234- 244 SHAKA , 13 1, 16 1
ITO-KE GAI. 157 SHAKA '- KOBOKU. 132
IWAYAMA. 27>7 SHAKAN-MOYOGI. 141
JI N, 5, 39. 40, 56-61. 112, 115, 127, 128, SHARI, 56, 60- 61. 115. 129. 19~
130, 154, 198, 208 SH1BU I, 85
KABU-BU KJ, 21 1 SHIC I IIK A N, 2 11
KAB UDA C HI, 2 11 -2 14 SH IDARE -ZUKURI, 161 - 166
KAM E- NO-KO , 15 1- 152 SHIGARAKI , (Abbildu ng 8)
KAN E-NOT E -MATSU, 252 SHIMA-IS HI. 236
KASA-ZUKURI, 253 SHI .18, 218
KAS H U-S HIMPAKU, SHI NG I, 219
(Abbildungen 10, II ) SHIZE . -ZU KU RI. 135
KATAOE-MOCHI, 12 1 SHO-S HAKAN , 131
K ENGA I, (Abbildunge n 8, 9), 157- 160 SOEG I, 2 19
KESH ITSUBU, 122 SOJU . 20 2
KINK E I, 23 1 SOKAN, 202
KINPA1 -KASHI. (Abbildung 6) SUMI E. 254
KOBO K U MOYOG!. (Abbildung 6) TAIWA TSUTSUJI. (Abbildung 8)
KOM ONO, 121 TAKI- ISIII. 237
KORABUKI. 21 1 TAKI-K c NGA I, 157
K U, 222 TAKO-ZU KU RI, 24 5
KU IKIR I, 2, 44 , 45 TAMA -ZUKURI, 134
KUMAOE, 6 TAMAß UC HI , (Abbildung 15)
MAE-EDA, 2 1 TAMBA· YAK I , (Abbildung 7)
MAM E. 122 TEPPO-MIK I. 35
MAR UBA-Gt.;MI, (Abbildung 3) TOKO 1AME. (Abbildungen 4, 5, 6. 9. 10,
MATSU-ZU KURL 135. 136 13, 14, 15, 16)
M E IGO. 22 1 TORA. (Abbildungen 10 , t I )
M EOTO-MATSU, 202 TSUKAMI -UYE, 224
M I KI , 18 USHIRO-EDA , 2 1
MI NO-KA KE, 246 YAMA-FUJI, (Abbildung 5)
MORI . 224 YAM AGATA, 236
M OYOG I, (Abbildungen 5, 7), 140-142, YAMAYORI, 211
154, 162, 207 YAMAYOSE, 211
M US HA- DATE, 2 11 YOI . 2 15
NAN GA, 247 YOS E -UYE, 2 I 5
N E- AGAR1, 245 YUMI-KAN , 34
NEBARI , 18 Sie he auch Liste Bonsaistilrichtungen,
NETSU RA ARI. 227 123, 124
N I- 0-EDA, 21 Siehe auch Liste fehlerhafter Äste, 41
N IREKEYAKI, (Abbildungen 14. 15) Siehe auch Tabellen, 91 , 94, 117- 120
N IWA-GI, 12 1 JIN , 5. 39, 40.56- 6 1. 11 2, I 15. 127, 128. 130.
OMI-ZAKURO, (Abbildung 16) 154, 198, 208
OMONO, 121 J IN-Zange, 5
ROSOK U-Z U K U RI, 134 Junipe rus squamata var. p rostrata
RY U , (Abbildung 1 I} (Abbildungen 2. 9), 233

266
K Mo unt Ch ichibu , 252
Mount H iei, 254
Ka lk-Sch wefclmi5chung, 6 1, 167
Kambium, 59, 6 I , 74. 137 , I 89 , I 93 N
Kanari5che Kiefe r. 38, 189
Katzenstreusand . 89 Nachbe handlung vo n J l 1 SHA RI
Ke rzen, 11 0, 147, 149 adeln
Kiefer, 155 Ge lbfa rbung. 109, 152
Kiefe rn, 15, 76. 11 0 - 112. IRS- 189. 2 15 Schneide n. 55, I I 1- 1 13, 148
Klebeband , 13 7.upfen. 7. 55
Kleber, 13, 240 Na ka . John Yosh io
Kleine Schere, I Ehrunge n, 26 1
Knochenme hl , I 08 E hrunge n, 26 1
Knos pe n (Entfern e n), 48, 50- 52 Vorwort des Verfasscrs (vo r Farb ta fcln)
Ko nife re n, 15, 48, 55, 74, I 13, 114, 115, 188, Nara, Ja pa n, 227
215, 223, 224 Narben (Be handlung), 34, 45, 46
Kö rn e r. II . 240 Okuliere n, 3, 177, 193- 195
Kranke r Bau m. 114 01. 14
Kratzer (KU MAOE), 6 Pe rspekti ve. 2 31, 232
KU IKIRI (Z ange). 2. 44- 45 rna nze n
KUMAD E (Kratze r), 6 Arte n
Künstliche Rinde, 13 Aho rn, 72 . 74. 188
Kunststoffban d , I 3 A tlaszeder (Abbild ung 7)
Kupfe rdra ht, 63 Aza leen, 42, 2 15
Kürzen des Stammes, I 93 Crypto rn eria (Sic heltanne ), I 13
Dickrin dige Schwarzki e fe r. 189
L E ibe, 55 , 11 3
Eiche (Abbildu ng 6), 33. 132, 133
Länge de r Äste. 25 Glyzine (A bbild ung 5), 161
Lange Wurzeln. 234 . 235 G ranatapfe l (A bbild ung 16). 53, 187
Laubge hö lzc , 15, 74, 85, I 13- 115. 134. 135, Immergrüne Pnanzen, 82, 85
193, 2 23, 224 Japanische Ro tkicfe r, 32
Lehm, 13 Japan ische Schwarzk ie fe r. 3 1, 38 ,
Le ine n, l :l 143- 149, 150. 152
Liguster, (Abb ildung 15) Juniperus C hine nsis foe mina
(Abbildunge n 12, 13), 220
M Junipe rus squa ma ta var. prostrata
(Abbildungen 2, 9), 233
Mädchcnkicfe r, 189 Kalif. Wacholde r (Abbildungen 10. I 1),
Maschend ra ht. 8. I 0, 97 32, 37, 155, 156, 199- 20 1
Me hltau. 6 1 Ka na rische Kiefer, 38, 189
Siehe au ch mo na tliche Pnege Kie fer, 15, 76, 11 0- 112. 188- 189, 2 15
Me hrfach-S tamm-f o rm (KABUDAC HI). Koniferen. 15, 48, 55, 74, 113. 11 4 , 115.
2 11-2 14, 227 188, 21 5, 223, 224
Me ißel, II Myrte, 72
Mincralmangel, I 09 Pnaume, 187
Mischungen (Erde ), 90- 95 Rh ododendro n indiu rn formosa
Mischwald , 22:\ (Abbildung 8)
Mist, 108 Sch warzkiefer, 189
Mist, 240 Sie he auch mo natliche Pnege
Moos. 96. 102. 105 Sie he auch Ta bellen
Moos. 96. 102. 105 Ste ineibe . 113

267
Sumpfzypresse (Abbildung 4), 32 Tiefe. 83. 85, 149. 157
U lme (Abbildungen 14, 15). 34, 74, 137. Schwarzkiefer, 189
16 1. 188.2 15 Scheren
Wacho lde r. 15, 32, 37. 55. 76. 112, 113, Blechschere, 8, 9
115. 156. 199.215,220 lang, chma l, I
Weide, 187 Schmirgelpapier, 14
Wc ißbirke, 72 Schmutz, 13. 115
Zürgelba um, :n Schneiden
Zypresse, SS, I 13 Äste , I, 42, 43, 48- 5 1
f-ünf E le mente, 15 Blätt er, 53- 54, 11 3
Gesta ltung, I 5, 18 Nade ln, 55, II I , 148
Wah l, IS Wu rzeln , I , 4 7
Schne ide n. 42- 46, II 0- 113
Sie he auc h mo natli che Pflege 169, 170, 173,
p 175, 177, 179. 18 1. 183, 184. 185
Schnittstellen , 13. 186- 188
Pflege (monatlic h), 16 7- 185 Siehe a uch mo na tliche Pflege
Plastiksüibchen, 6 Schnitzwerk ze uge, I 0
Schutz des Sta mmes, 13
Plaz icrung in d e r Schale. 99-100,216-219.
Schwere E rd e, 240
239
Podocar pus. I 13 SHARI, 56. 60, 61. 11 5, 129, 198
Propo rtio n. 16, 17. 25. 26 Sicheltanne. I 13
Sieb. 10
Sphagnum-moo . 89, I 02 , 198. 240
Q Stahlrohr, 73
Stahlstab, 73
Quitte. 188 Stamm, 15. 18
ausgehöhlter ( Konservierung), 62
R Dra ht en . 64
feh le rh a ft. 34- 36
interessa nte r. 37- 3R
Regenwasse r, 104
Staub, 96, 108
Ro~enschere, I
Stein, 30. l 86
Stellung de r Ä!'te, 2 1, 22
s Stum pf, 2, 34, 138
Sum pf7yp resse (Abbildungen 4, 5), 32
S/\BA-MIKI , 56, 62. 11 5, 127. 136 Symet rie, 16
Sack rupfen , I02
Sämling, 143, 186.215 T
Sand, 10. 89,96, I 14, 187. 188, 193, 198,240
Sie he a uch Tabe llen Tabelle n
Schäd linge, 7. 104. 114-115, 152. 180. 198 Erdmisc hung. 90-95
Sie he auch mon atliche Pflege Umtopfen, 117- 120
Schale n. 7, !l Wec hseln der Erde. 11 7- 120
Ausw-.thl, 82- 7, 157, 216 T ägliche Pflege. I I 0- 1 16
Brei te. 83 Tarnaris he , 163
Drainage, 152 Taschenme~ser, 3
Falsche Schale, 86 Tatamimatt e, 121
Farbe, 82, 85, 86 Torf. 89, 11 6, 193
Form, 84, 86, 87 Traue rnd er A st , (S HIDARE-ZU K U RI ),
H ö he . 83. 85 16 1- 166
Materia l, HS, H6 TSUKAM I-U Y E. 224

268
u für Äste, X
groß, 1
Überwässerung, 116 klein, 1
U lme (Abbildung 14). 31. 74. 137, 161. IRR. K UI KIR l, 2. 44, 45
2 15 Gießkan ne. 9, 1-1
Umtopfen, 7. X, t:l, 74. 82. 97-102, 147, 151 Hammer. 11
Drainage. lJ7. lJ8. 1 15 Handsic hcl, 7
Siehe auch monatliche Pflege Kelle. 7
Tabellen. 1 17- 120 Kleber, 13, 2-10
Unkra ut. 7 Kratzer ( KU\IIAD E), 6
Meißel, 11
V P inze u e, 7. 112
Plastikstäbc hen, 6
Verbrauchte Erde. 10 1. 114 Sack rupfe n, I0 2
Veredelung, 3, 46, 161!. 161}. 172, 173, Scheren. 9
188-195 Blechschcre, 8. 9
Siehe auch monatliche Pflege lang. schmal. 1
Vcrletwngen. 30, 81 Schlauch, 9
Verwitterter Granit. 89 Schnitzwerkzeuge, 10
Vitamin-S., 13, 102. 198 Schnur. 13. 72. 240
Sense, (Klein). 8
w Sieb, 10
Spatel, 7
Wacholder. {Abbildunge n 2, 1}, 10, 11, 12, 13), Werkzeugp fl cgc. 14
32. 37, 155, 156, 199- 201 W ichti ges Werkze ug, 12
Wacholder. 15, 32, 37. 55. 76, 112. 113, 156, Zusammenklappbare Säge. 2, 3, 43
199, 215, 220 Werkzeugkasten, 12
Waldform (YOSU-UYE), 215, 22 1-226 Wetter, 110, 1 16. 152, 170
Wasser. 74. 104 Wichtiges Werkzeug, 12
Arten. 104 Windgepeitscht. 153- 155. 156. 222
Drainage. 1 16 Wurzelhormon. 13, 30. I0 I
Gießen. 55. 102 Wurzeln, 15. 18
Menge. 102. 11 0 f-ehlerhafte Wurzeln , 29- 30
Wasse rhassin, 9 Gestalte n, 1-3. 82
Z uvie l Wasse r, 116 Inte ressa nte Wurzeln , 31 - 33
Siehe auch monat liche Pflege Lange Wurzeln, 234- 235
Wasser-Bassin , 9 Lockern, 7, 114
Wasserfaß a us Holz, 9 Schneiden, 13, 4 7
Weide, 187 Wachstumsbeschränkung. 30. -17
Werkzeug
Angelgcwichtc, 11. 240 z
Bambusstiibchen. 101
Besen. (kl e in). 7 Zange zum Entdrahtcn. 5
Block (dreieckig. Holz), 8 Zürgelbaum, 33
Bohrer, {elek trisch), 11 Zusammenkla ppbare Säge, 2, 3, 43
D rah tschne ider, 3, 4 Zwei-Komponente n-Kl eber, I 3
Eßstäbchen. I I Zwilli ngsstamm (SOJU). 20 1-2 11
Gcstaltungswcrb.cugc Zypresse, 55, 1 I 3

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