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Hand in Hand Atomenergie und atomWaffen

Zwischen Atomenergie und Atomwaffen wird
Die Gier Nach der Bombe

Trotz NVV konnte die Proliferation, also der Handel
selten ein Zusammenhang hergestellt. Doch die und die Weiterverbreitung von waffenfähigem
zivile Atomstromproduktion liefert wichtige Ele- Material, nicht verhindert werden.
mente für den Waffenbau. Dies führte dazu, dass • Indien führte 1974 den ersten Test durch
Der Atomstrom und die Bombe zu den fünf „legalen“ Atommächten inzwischen
• Pakistan zog 1998 nach
mindestens vier weitere illegal dazu gekommen
sind. • Nordkorea verkündete Anfang 2005 den
Besitz der Bombe und testete erstmals 2006
Mit dem Programm „Atoms for Peace“ gab der • Dass Israel seit Ende der 1960er Jahre
US-amerikanische Präsident Eisenhower im Jahr Atomwaffen besitzt, ist ein offenes Geheimnis
1953 den Startschuss für die so genannte fried-
liche Nutzung der Atomenergie. Unter diesem zi- 1991 konnte ein über Jahre geheim entwickeltes
vilen Deckmantel versuchten viele Länder an die Atomwaffenprogramm im Irak aufgedeckt werden.
Bombe zu kommen. Algerien, Argentinien, Brasilien, Ex-Jugoslawien,
Bis 1967 waren die USA, Frankreich, Großbritan- Libyen, Polen, Rumänien, Schweden, die
nien, China und die damalige Sowjetunion im Be- Schweiz, Südafrika und Taiwan hatten
sitz der Atombombe. Damit das so bliebe, schuf militärische Programme, die aber rechtzeitig
man Ende der 1960er Jahre den Atomwaffen- entdeckt und eingestellt wurden. Das WAA-
sperrvertrag (Nichtverbreitungsvertrag, NVV): Die Projekt in Wackersdorf, ehrgeizig unterstützt
Unterzeichnerstaaten verzichteten auf die Bom- von „Atomminister“ Franz-Josef Strauß,
be, bekamen aber das Recht, Atomenergie für brachte auch Deutschland in den Verdacht, ein
friedliche Zwecke zu erforschen und zu nutzen. Atomwaffenprogramm anzuvisieren.
Die Bush-Regierung führte eine weitere Kategorie
ein: die „Schurkenstaaten“. Diese sollten keinen Mit der Aufdeckung des Atom-Schwarzmarktes
Zugang zu den „sensitiven“ Nukleartechnologien in Pakistan 2003 kam die illegale atomare
wie Urananreicherung und Wiederaufarbeitung Bewaffnung mehrerer Staaten ans Licht: In den
haben, die den Bau der Bombe ermöglichen. So 1970er Jahren hatte „der Vater“ der pakistanischen
hat z.B. Iran den NVV unterzeichnet und damit Atombombe, Abdul Qadeer Khan, Blaupausen aus
das Recht, Atomenergie zu nutzen. Die Weltge- der holländischen Atomfirma Urenco entwendet
meinschaft hat aber Sorge, dass mit dem Aus- und damit in seiner Heimat den Bau der Bombe
bau einer eigenen Urananreicherungsanlage eine ermöglicht. Auch andere Staaten wie Libyen und
militärische Nutzung geplant ist. Nordkorea hatte er mit Informationen versorgt.

www.umweltinstitut.org
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Wettrüsten Missbrauch in münchen Das Umweltinstitut München e.V. Fordert:

Die Weigerung der Atommächte, ihren Ab- Um einen besonders leistungsstarken Reaktor • Atomkraftwerke abschalten
rüstungsverpflichtungen nachzukommen, be- zu bekommen, missbrauchten die Planer des • Abrüstung aller Forschungsreaktoren von
günstigte die Proliferation. Unter der Bush-Re- Forschungsreaktors München II (FRM-II) das waffentauglichem, hoch angereichertem
gierung rüsteten die USA auf und dachten sogar RERTR-Programm: Sie kombinierten den extra Uran auf Uran mit niedriger Anreicherung
über präventive atomare Ersteinsätze nach. Eige- für dieses Abrüstungsprogramm entwickelten, • Abrüstung aller Atomwaffen
ne Atomwaffen zu besitzen, galt für viele Staaten hoch dichten Brennstoff mit hochangereicher-
als Faustpfand gegen mögliche Angriffskriege. tem Uran – und untergruben damit alle bishe-
US-Präsident Obama stellte zu seinem Amtsbe- rigen Abrüstungsbemühungen.
ginn zwar eine atomwaffenfreie Welt in Aussicht, Internationale Kritik führte dazu, dass die Be- Das Umweltinstitut München e.V. ist ein unabhängiger
doch auch seine Politik behält sich die atomare triebsgenehmigung des FRM-II mit der Auflage Verein, der sich gegen Atomkraft, für gentechnikfreies
Abschreckung im Kampf gegen den Terror vor. verbunden wurde, bis Ende 2010 auf niedriger Essen und für den Ökolandbau einsetzt. Spenden und
angereichertes Uran umzurüsten. Diese Frist Förderer garantieren unsere unabhängige Arbeit.
wird nicht eingehalten werden. Als neuer Termin Spendenkonto :
Abrüsten der forschungsreaktoren wurde 2018 genannt. Die Betreiber machten je- Umweltinstitut München e.V.
doch nie einen Hehl daraus, dass sie den FRM-II Konto - Nr : 883 11 03
Atomkraftwerke werden mit gering ange- auch darüber hinaus mit HEU betreiben wollen. BLZ : 700 205 00
reichtertem Uran betrieben, das ohne Wieder- Wenn Deutschland dies beansprucht, mit wel- Bank für Sozialwirtschaft
aufbereitung nicht für den Bau von Atomwaffen chem Recht sollen andere Staaten davon abge- Auf www.umweltinstitut.org können Sie unseren
verwendet werden kann. In Forschungsreaktoren halten werden? kostenlosen Newsletter bestellen. Sie erreichen die
dagegen wurde hochangereicherter Brennstoff telefonische Umweltberatung des Umweltinstitut
(HEU) eingesetzt, der direkt waffenfähig ist. Atomtechnik kann immer auch militärisch ge- München e.V. unter (089) 30 77 49 - 0
nutzt werden. Deshalb muss nicht nur die Ab- von Mo  – Do: 9  – 17 Uhr und Fr: 9  – 15 Uhr
Um diese Missbrauchsquelle zu stopfen, hat die rüstung der Atomwaffen erfolgen, auch die zivile E-Mail : info@umweltinstitut.org
internationale Gemeinschaft Ende der 1970er Nutzung der Atomenergie muss beendet werden.
Jahre das Abrüstungs-Programm RERTR Erst dann kann die Gefahr der Proliferation und
(Reduced Enrichment for Research and Test atomarer Verseuchung gebannt werden. Herausgeber:
Reactors) aufgelegt. Damit sollte HEU dem zivilen Umweltinstitut München e.V.
Bereich entzogen werden. Als Ersatz entwickelte Landwehrstr. 64a
80336 München
man Brennstoffe mit niedriger Anreicherung, aber
Mehr Informationen zu Atomkraft finden (089) 30 77 49 - 0
höherer Dichte. Das Programm war sehr erfolg- Sie auf www.umweltinstitut.org info@umweltinstitut.org
reich: Inzwischen sind viele Forschungsreaktoren www.umweltinstitut.org
auf nicht waffenfähigen Brennstoff umgerüstet.
Fotos: Fotolia; Wikimedia; Umweltinstitut München
Gedruckt auf 100% Recyclingpapier. Stand: September 2010